Anleihen 2016-11-16T12:05:09+00:00

Anleihen

Anleihen

Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, durch die ihr Herausgeber, auch Emittent genannt, einen Kredit aufnimmt. Die Verzinsung kann fest, variabel oder strukturiert sein.

Anleihen – Arten

Es gibt verschiedene Arten von Anleihen. Die wichtigsten davon sind:

  1. Öffentliche Anleihen – Bund, Länder und Kommunen können selbst Anleihen herausgeben. Mit derartigen öffentlichen Anleihen finanzieren Bund und Länder ihre Haushaltsdefizite. Dabei handelt es sich in der Regel um festverzinsliche Inhaberschuldverschreibungen. Öffentliche Anleihen sind etwa Bundesobligationen, Bundesanleihen und Bundesschatzanweisungen.
    In letzter Zeit bieten Anleihen von bonitätsstarken Ländern wie Deutschland kaum Renditen. Daher empfehlen Anlageberater immer häufiger Schwellenländer-Staatsanleihen. Doch die dabei zu erzielenden höheren Renditen sind grundsätzlich auch mit deutlich größeren Risiken verbunden.
  2. Kreditinstitute – auch Kreditinstitute können Anleihen herausgeben. Das sind etwa Pfandbriefe und öffentliche Pfandbriefe sowie Schuldverschreibungen.
  3. Gewerblichen Wirtschaft – Mittelstandsanleihen, Unternehmensanleihen, Gewinnschuldverschreibungen u.a.
    Mittelstandsanleihen haben dabei eine besonders große Bedeutung für Privatanleger. Sie sind eine alternative Finanzierungsform von mittelständischen Unternehmen. Unternehmen profitieren dabei von den recht geringen Besicherungserfordernissen bei den Mittelstandsanleihen. Für ein herkömmliches Bankdarlehen müssen die Firmen dagegen erhebliche Sicherheiten bieten können. Es handelt sich dabei im Grunde genommen um ein Darlehen, das einem Unternehmen in der Regel von Privatpersonen gewährt wird. Anders als bei Aktien erhält der Geldgeber keine Anteile am Unternehmen. Das Unternehmen wird dagegen verpflichtet Zinsen zu zahlen und bei Fälligkeit den geliehenen Betrag zurückzuzahlen.
  4. Internationale Anleihen sind solche, die nicht im Land des Schuldners übernommen werden. Auf dem internationalen Kapitalmarkt gibt es diverse innovative Anleihetypen.

Anleihen – Handel

Anleihen können zum einen an den Börsen gehandelt werden. In den meisten Ländern können Finanzprodukte aber auch außerbörslich gehandelt werden. Sie werden in der Regel als Inhaberpapiere ausgegeben, damit sie einfacher gehandelt werden können. Das heißt, dass der Inhaber der Aktie auch der Gläubiger ist. Anleihen können aber auch als Namens-, Order- oder Rektapapiere ausgegeben werden.

Anleihen – Laufzeit

Anleihen können für unterschiedliche Laufzeiten vereinbart werden. Kurs- und mittelfristige Anleihen haben eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren. Langfristige Anleihen haben eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Staatsanleihen können sogar Laufzeiten zwischen zehn und dreißig Jahren aufweisen.

Risiken für Privatanleger

Privatanleger werden mit hohen Renditeversprechen angelockt und investieren sehr oft in Unternehmensanleihen. In den vergangenen Jahren hat jedoch die Praxis gezeigt, dass selbst Anleihen von renommierten und vermeintlich sicheren Unternehmen oftmals erhebliche Verluste für die Privatinvestoren zur Folge haben. Viele Privatanleger sind sich den erheblichen Risiken nicht bewusst. Unter Umständen ist sogar der Totalverlust ihrer Investition möglich. Außerdem kommen oft Ausfälle der Rückzahlungen und Laufzeitverlängerungen vor. Da man von Privatanlegern keine vertieften Kenntnisse zu diesen Produkten erwarten kann, kommt es entscheidend auf die Beratung seitens der Anleihenverkäufer oder Anleihenvermittler an. Allerdings werden Anleger sehr oft falsch oder nicht umfassend beraten, so dass ihnen dann Schadensersatzansprüche zustehen.

Betroffenen Anlegern sollten sich frühzeitig an einen Anwalt ihres Vertrauens wenden und ihre Ansprüche überprüfen lassen. Auf dem Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts bestehen in vielen Fällen Haftungsansprüche gegen Anlageberater und Anlagevermittler.

Anleihen – die Risiken im Einzelnen

Anleihen sind mit verschiedenen Risiken verbunden. Dazu zählen insbesondere:

  • Ausfallrisiko, auch Bonitätsrisiko genannt – die Bonität eines Schuldners ist entscheidend für das Ausfallrisiko einer Anleihe. Sie wird von spezialisierten Agenturen überprüft und bemessen. Schuldner mit schlechterer Bonität müssen den Anlegern eine höhere Verzinsung als bonitätsstarke Schuldner bieten, um die höhere Risikobereitschaft der Anleger zu honorieren.
  • Währungsrisiko, auch Wechselkursrisiko genannt, ist das bei Fremdwährungsanleihen bestehende Risiko von Wechselkursänderungen. Von Nachteil für die Anleger ist es, wenn die Nominalwährung gegenüber der Heimatwährung abwertet. Vereinfacht formuliert heißt es, dass die Währung, in der die Anleihe vom Emittenten zurückgezahlt wird günstiger wird im Verhältnis zur Heimatwährung des Käufers.
  • Zinsänderungsrisiko – Veränderungen des Marktzinses sind insofern von Bedeutung als der Wert einer Anleihe bei Marktzinssteigerungen sinkt. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn der Anleger seine Anleihe vor ihrer Fälligkeit verkaufen möchte.
  • Inflationsrisiko – der tatsächliche Wert einer Anleihe und der zukünftigen Auszahlungen wird außerdem erheblich von der Höhe der Inflation beeinflusst.

Anleihen – Möglichkeiten der Besicherung

Es gibt sowohl besicherte als auch nicht besicherte Anleihen. Nicht besichert sind etwa die Staatsanleihen.
Es gibt folgende Möglichkeiten der Besicherung:

  1. Schiffspfandbriefe und Flugzeugpfandbriefe werden durch Hypotheken auf Schiffe bzw. Flugzeuge abgesichert.
  2. Hypothekenpfandbriefe werden durch Grund und Boden besichert und unterliegen den Anforderungen des Pfandbriefgesetzes.
  3. Öffentliche Pfandbriefe werden durch Forderungen an die öffentliche Hand besichert und unterliegen ebenso den Anforderungen des Pfandbriefgesetzes
  4. Hypothekenanleihen werden durch Sicherheiten auf Grund und Boden abgesichert und unterliegen nicht den Anforderungen nach dem Pfandbriefgesetz.
  5. Forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS – asset-backed securities) werden durch den Bestand der an die Zweckgesellschaft (SPV- special purpose vehicle) übertragenen Forderungen besichert.
  6. Bei Katastrophenanleihen besteht für die Versicherungsgesellschaften die Möglichkeit das Katastrophenrisiko auf den Kapitalmärkten zu verkaufen und sich dadurch abzusichern. Dadurch lassen sich die von Naturereignissen ausgehenden Risiken absichern oder begrenzen.
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