Central Option: Betrug und Abzocke mit Binary Options?

Central Option stellt sich als eine der führenden Plattformen für den Handel von binären Optionen dar, wirbt mit nutzerfreundlichen Tools, großer Expertise und hohen Renditen. Doch die Geschäfte mit dem laut Webseite in London ansässigen Unternehmen erscheinen faul – gleich mehrere Finanzaufsichtsbehörden haben Central Option auf ihre Warnlisten gesetzt und raten Anlegern dringend von Investitionen ab. Demnach bietet Central Option hochriskante Investitionen mit binären Optionen an und verfügt in den betreffenden Ländern nicht über die erforderlichen Lizenzen. In Kanada wollte das Unternehmen sogar einen auf Betrug spezialisierten Ermittler mit Investitionsmöglichkeiten locken – dieser Versuch ging klar nach hinten los.

Central Option – illegale Methoden mit binären Optionen in Kanada

Es war eine dieser Geschichten, die um die Welt gehen. Eine dieser Anekdoten, die man zuerst nicht glauben mag. Anfang des Jahres 2016 erhielt der Kanadier Jason Roy einen Anruf. Am anderen Ende der Leitung versuchte ein Broker namens Sean Bessi von Central Option ihn für sogenannte binäre Optionen zu begeistern. Eine Investition, die sehr sicher sei und garantiert keine Abzocke. Gegen Ende des Telefonats wurde der Kanadier auch schon dazu aufgefordert, das erste Startkapital zu überweisen. Jason Roy genügt das, er legte auf. Die Pointe: Jason Roy ist leitender Ermittler für Betrugsfälle und untersuchte bereits seit 2 Jahren die Aktivitäten von Anbietern für binäre Optionen. In Kanada gab es zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen lizenzierten Binary-Option-Anbieter. Nach Angaben von Central Option operiere das Unternehmen in London, Hongkong und Toronto. Eine Überprüfung ergab, dass der kanadische Ableger nicht existierte. Die Manitoba Securities Commission (MSC), die Aufsichtsbehörde für die kanadische Provinz Manitoba, für die auch Jason Roy tätig ist, veröffentlichte am 20. April 2016 eine Warnmeldung. Hier führte man auch an, dass Anleger aus Manitoba allein in den vergangenen Monaten Verluste in Höhe von 160.000 Dollar durch binäre Optionen hinnehmen mussten.

Central Option und Binary Options: weitere Warnmeldungen verschiedener Behörden

Beinahe zeitgleich zur Warnmeldung der MSC wurde Central Option auch auf die Gefahrenliste der BCSC gesetzt. Die BCSC ist die Finanzaufsichtsbehörde der kanadischen Provinz British Columbia. Man rief die Anleger ebenso zur Vorsicht auf und gab an, dass die Aktivitäten von Central Option ohne gesetzliche Grundlagen stattfänden. Am 15. Juni 2016 folgte die Aufsichtsbehörde aus Hongkong mit einer weiteren Warnmeldung. Obwohl Central Option seinen Unternehmenssitz in Hongkong anführte, sei die dortige Niederlassung in keiner Weise lizenziert oder ordnungsgemäß angemeldet. Dies betrifft laut der Securities and Futures Commission (SFC) sowohl Central Option als auch Central Provider Ltd.

Negative Erfahrung und Abzocke?

Am 9. August 2016 entschied sich die FSMA für eine Meldung zu Central Option und dem Handel mit binären Optionen. Die Financial Services and Markets Authority (FSMA) ist die Finanzmarktaufsicht in Belgien. Demnach trat das Unternehmen Central Provider Ltd am belgischen Markt unter dem Namen Central Option auf und bot hochriskante Anlagemöglichkeiten an, die jedoch nicht die belgischen Finanzgesetze erfüllten. Die FSMA führte an, dass Central Option nicht in Belgien zugelassen sei und darüber hinaus riskante Binary Options anbot, die für Anleger einen Verlust ihrer gesamten Investitionen bedeuten können. Ein gesetzeskonformes Prospekt habe ebenso nicht vorgelegen. Die Aufsichtsbehörde empfahl, auf mögliche Angebote von Central Option gar nicht erst zu reagieren und warnte davor, Gelder an das Unternehmen zu transferieren. Am 11. November fügte schließlich die FINMA, Finanzmarktaufsicht der Schweiz, das Unternehmen Central Option ihrer Warnliste hinzu.

Central Option & Co: Erfahrungen mit möglichem Anlagebetrug

Das Geschäft mit binären Optionen oder Binary Options erlebte in den letzten Jahren einen regen Aufschwung. Anleger wetten dabei auf sinkende oder steigende Kurse von verschiedensten Finanzprodukten. Das Risiko ist überaus hoch, zudem gibt es Fälle von Manipulationen, Boiler Room Scam sowie unfaire Klauseln bezüglich der Auszahlungsmodalitäten. Binäre Optionen sind immer häufiger im Bereich des Anlagebetrugs anzutreffen. Nach Angaben des Bundeskriminalamts gab es in Deutschland allein im Jahr 2015 über 17.000 Fälle mit einer Schadenshöhe von mehr als 730 Millionen Euro in den Bereichen Anlage- und Finanzierungsdelikte und Betrug in Zusammenhang mit Kapitalanlagen.

Abzocke und Betrug mit binären Optionen: Möglichkeiten für geschädigte Investoren

Geschädigten Anlegern wird empfohlen, ihre rechtlichen Möglichkeiten durch einen Anwalt überprüfen zu lassen. Häufig bestehen gerechtfertigte Anspruchsgrundlagen, selbst gegen Unternehmen mit Sitz im Ausland. Wichtig ist dabei rasches Handeln und die Prüfung der Rechtslage durch eine Kanzlei. Die Kanzlei Herfurtner vertritt Mandanten rund um die Themen Anlagebetrug, Betrug durch binäre Optionen und Anlegerschutz in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie den Benelux-Staaten.

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