Differenzkontrakte – CFDs

Differenzkontrakte

Differenzkontrakte, auch CFD oder contract for difference genannt, sind als hochriskante und spekulative Finanzprodukte im Visier der Finanzaufsicht BaFin. Unter Umständen können Differenzkontrakte nunmehr sogar verboten werden.

Differenzkontrakte – Begriff und Funktionsweise

Differenzkontrakte sind derivative Wertpapiere (Derivate), bei denen die Anleger auf die Kursentwicklung eines Basiswerts wetten. Anleger können bei Differenzkontrakten auf fallende (short) oder steigende (long) Kurspreise setzen. Differenzkontrakte funktionieren insofern ähnlich wie binäre Optionen – es wird nicht mit dem Basiswert selbst gehandelt, sondern lediglich auf Kursveränderungen spekuliert. Anders als bei binären Optionen ist aber nicht lediglich die Kursichtung (nach oben oder nach unten) relevant, sondern auch die tatsächliche Kursdifferenz zwischen Ein- und Ausstiegszeitpunkt.

Eine gewisse Ähnlichkeit mit der Stellung der Aktionäre haben CFD Trader hinsichtlich der zu zahlenden Dividenden. CFD-Trader, die auf steigende Kurse setzen, erhalten am Tag der  Dividendenausschüttung 85% der Dividende gutgeschrieben. Das bedeutet wiederum, dass Anleger, die mit dem Differenzkontrakt auf fallende Kurse gesetzt haben die volle Dividende begleichen müssen.

Als Basiswerte für Differenzkontrakte kommen etwa Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Devisen, Aktien– und Rentenmarktindizes in Betracht. CFD werden außerbörslich gehandelt (OTC, over-the counter) und unterliegen deutlich weniger Regulierungen als die börsengehandelten Wertpapiere. Die Geschäfte im außerbörslichen Handel werden direkt mit dem Broker/Market Maker abgewickelt. Dieser bestimmt die An- und Verkaufskurse und die Konditionen. Der Broker hat im Rahmen der Differenzkontrakte eine wichtige Rolle und sollte sorgfältig ausgewählt werden.

Anders als Futures, haben Differenzkontrakte keine feste Laufzeit und Bezugsgröße und können von den Vertragsparteien flexibel vereinbart werden.

Um mit Differenzkontrakten handeln zu können muss eine Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegt werden. Die Sicherheitsleistung beträgt allerdings nur ein Bruchteil des tatsächlich gehandelten Werts. Dadurch ergibt sich ein sogenannter Hebeleffekt (Leverage). In der Regel wird im Rahmen des Hebeleffekts mit einem Faktor zwischen 5 und 100 multipliziert. Dadurch können Anleger bzw. Trader mit einem relativ geringen Kapitaleinsatz überproportional von Kursentwicklungen profitieren.

Differenzkontrakte – große Risiken und überproportionale Verluste

Die überproportionalen Gewinnchancen sind natürlich auch mit überproportionalen Verlustrisiken verbunden, warnt Rechtsanwalt Patrick Wilson von der Anwaltskanzlei Herfurtner. Viele Anleger und Trader von Differenzkontrakten wissen nicht, dass sie unter Umständen viel mehr als die hinterlegte Sicherheitsleistung verlieren können. Die Margin dient nämlich der Sicherung der Schließung der gehandelten Position. Bei größeren Kurssprüngen kann es aber vorkommen, dass die Position erst geschlossen werden kann, wenn der als Sicherheitsleistung eingezahlte Betrag längst überschritten ist. Sobald die Margin nicht zur Schließung ausreicht erfolgt ein sog. Margin-Call. Damit werden weitere Sicherheiten gefordert. Werden die geforderten Sicherheiten nicht erbracht, wird das Geschäft geschlossen. Dies passiert etwa dann, wenn die Schließung beispielsweise aufgrund einer zeitweisen Illiquidität des Basiswerts und erheblicher Kursdifferenzen erst zu einem späteren Zeitpunkt und somit auch zu einem stark abweichenden Kurs ausgeführt werden kann.

Ein prominentes Beispiel für derartige Kursverluste ist durch die Freigabe des Wechselkurses Euro/Schweizer Franken durch die Schweizer Notenbank (SNB) am 15.01.2015 entstanden. Dabei haben Broker für die Schließung Nachschüsse gefordert, die die hinterlegte Marge vielfach überstiegen haben. Doch geforderte Nachschüsse sollten stets kritisch hinterfragt werden. Denn Broker müssen die im Rahmen der Schließung tatsächlich angefallenen Kosten genau belegen können.

Verbot von Differenzkontrakten durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin?

Differenzkontrakte sind derzeit im Visier der BaFin, wie die Leiterin der Aufsichtsbehörde Elisabeth

Roegele der Welt am Sonntag mitteilte. Sie sieht bei diesem hochriskanten Finanzprodukt die Notwendigkeit die Verbraucher zu schützen. Auch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA hat bereits mehrfach vor derartigen hochspekulativen Finanzprodukten gewarnt. Die Behörde hat vor kurzem auch Bonitätsanleihen aufgrund der erheblichen Risiken als nicht geeignet für die Verbraucher eingestuft. Auch die binären Optionen hält Frau Roegele für gefährlich und möchte deswegen die Verbraucher davor schützen.

Differenzkontrakte – Geschäftsbedingungen und Konditionen

Bevor man sich für einen bestimmten Anbieter von Differenzkontrakten (CFD) entscheidet, sollte man sich die Geschäftsbedingungen und Konditionen näher anschauen. Es bestehen durchaus Unterschiede zwischen den Leistungen und Kosten bei den einzelnen Brokern und Banken. Einige Serviceleistungen sind oft kostenfrei, etwa die Kontoführung für das CFD-Konto oder die Abwicklung der CFD-Käufe und –Verkäufe. Für die Eröffnung oder Schließung einer CFD-Position wird dagegen in der Regel eine Provision fällig. Diese bestimmt sich nach dem Kontraktvolumen. Das Kontraktvolumen wiederum wird dadurch berechnet, dass die Anzahl der gehandelten Kontrakte mit dem Kontraktpreis multipliziert wird. Die genaue Höhe der Provisionen oder Gebühren hängt auch von den gehandelten Positionen ab. Es fallen also unterschiedliche Kosten an, je nachdem ob inländische oder ausländische Aktien, Futures, Indizes, Währungen, Rohstoffe oder Edelmetalle gehandelt werden.

Die Rechtsanwälte der Anwaltskanzlei Herfurtner beraten Anleger in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie helfen Anlegern bei Fragen im Zusammenhang mit Differenzkontrakten – etwa bei der Prüfung und Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen aus Differenzkontrakten sowie bei Nachschussforderungen von Banken und Brokern.

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