Forward-Darlehen 2016-11-16T12:13:17+00:00

Forward-Darlehen

Forward-Darlehen

Ein Forward-Darlehen bietet Verbrauchern Planungssicherheit für spätere Investitionen. Es birgt allerdings auch Risiken. Aber was ist ein Forward-Darlehen eigentlich genau?

In der Regel nehmen Bankkunden ein Darlehen dann auf, wenn Sie das Geld zu diesem Zeitpunkt auch benötigen. Ein Forward-Darlehen stellt eine Ausnahme von diesem Konzept dar. Hier schließen Bank und Kunde bereits heute einen Vertrag über ein Darlehen ab, welches erst zu einem späteren Zeitpunkt ausbezahlt werden soll. Zwischen Vertragsschluss und Auszahlung liegen oftmals mehrere Jahre.

Forward-Darlehen und seine Vorteile

Die Konditionen eines Forward-Darlehens richten sich stets nach dem Zeitpunkt des Abschlusses. Dies gilt insbesondere für die Höhe des Zinssatzes. Für den Kunden heißt dies: Er kann sich den gegenwärtigen Zinssatz jetzt sichern, obwohl er die finanzierte Investition vielleicht erst in ein paar Jahren tätigen möchte. Oftmals müssen gerade größere Investitionen, wie bspw. der Kauf einer Immobilie, auf lange Sicht geplant werden. Je größer der Bedarf für Fremdkapital bei einer solchen Investition ist, desto stärker kann eine Veränderung des allgemeinen Zinsniveaus diese Planung durcheinander bringen.

Indem Bank und Kunde sich aber bereits bei Abschluss des Vertrages auf einen Zinssatz einigen, muss der Kunde nicht fürchten, dass ansteigende Zinsen seinen Investitionsplänen im Wege stehen werden. Ein Forward-Darlehen ist also stets dann sinnvoll, wenn Sie schon heute wissen, welche Investitionen Sie in Zukunft tätigen werden und bereits jetzt mit einem festgelegten Zinssatz Ihre zukünftigen Ausgaben planen möchten. Sollte das allgemeine Zinsniveau dann zwischen dem Vertragsschluss und der Auszahlung des Darlehens steigen, sind Sie von diesen höheren Zinsen nicht betroffen.

Forward-Darlehen und Risiken

Ein Forward-Darlehen bietet allerdings nicht nur Vorteile, sondern bringt auch einige Risiken mit sich. Streng genommen stellt sich das Forward-Darlehen als Wette zwischen Bank und Kunde dar: Steigt das Zinsniveau zwischen Abschluss und Auszahlung des Darlehens, gewinnt der Kunde, da er bei Auszahlung dennoch nur den vereinbarten niedrigeren Zinssatz leisten muss. Die Bank steht nun als „Verlierer“ dar, da sie von ihrem Kunden bei Auszahlung des Darlehens eben nicht den marktaktuellen Zinssatz verlangen kann.

Gegen dieses Risiko sichert sich die Bank deshalb im Vorfeld ab. So erhebt sie bei Abschluss des Forward-Darlehens einen Aufschlag auf den Zinssatz. Dieser Aufschlag kann bis zu 0,5 Prozent betragen. Im Zeitraum zwischen Abschluss des Darlehens und dessen Auszahlung müsste das allgemeine Zinsniveau also erst einmal um mindestens diesen Wert angestiegen sein, damit sich das Forward-Darlehen für den Kunden lohnt. Bleibt das Zinsniveau hingegen konstant, hat der Kunde am Ende sogar noch „draufgezahlt“. Vielen Kunden nehmen dieses Risiko allerdings zu Gunsten höherer Planungssicherheit in Kauf.

Ärgerlich wird es jedoch dann, wenn das Zinsniveau erheblich sinkt – wie dies in den letzten Jahren geschehen ist. Innerhalb von nur drei Jahren ist der marktübliche Zins von knapp 4,0 Prozent auf teilweise nur 1,2 Prozent gefallen. Wer also noch vor einigen Jahren ein Forward-Darlehen abgeschlossen hat, kann leider nicht von den historisch niedrigen Zinsen der Gegenwart profitieren. In diesem Fall hat die Bank die Wette auf den Zinssatz ganz klar gewonnen.

Forward-Darlehen – Widerruf als Möglichkeit zum Ausstieg

Doch die Kunden müssen sich nicht zwangsläufig mit dieser „Niederlage“ abfinden. Auch beim Abschluss eines Forward-Darlehens müssen die Banken Verbraucher darüber belehren, dass ihnen bezüglich des Darlehensvertrages ein Widerrufsrecht zusteht. In vielen Fällen war die hierfür verwendete Widerrufsbelehrung jedoch fehlerhaft. Dann können Kunden ihren Vertrag auch heute noch widerrufen – unabhängig davon, wie viel Zeit seit Vertragsschluss bereits verstrichen ist.

Dabei spielt es auch keine Rolle, ob das Forward-Darlehen bereits ausbezahlt wurde. Der Widerruf ermöglicht es Ihnen, sich von Ihrer vertraglichen Bindung zu lösen und stattdessen ein Darlehen zu aktuellen Konditionen und ohne Aufschlag abzuschließen. Alternativ können Sie sogar heute erneut ein Forward-Darlehen abschließen und sich die historisch niedrigen Zinsen für eine spätere Investition sichern.

Wir überprüfen Ihren Darlehensvertrag:

  • Beurteilung Ihres Vertrages durch die Gerichte
  • Einsparmöglichkeiten durch Ihren Widerruf (Zinsen, Vorfälligkeitsentschädigung, Nichtabnahmeentschädigung)
  • Kosten der Rechtsberatung und Abschätzung des zeitlichen Ablauf

Ansprechpartner und Rechtsanwälte bei Forward-Darlehen

Rechtsanwalt Wolfgang Herfurnter – Anwalt Wolfgang Herfurtner vertritt Mandanten vorwiegend in den Rechtsgebieten Bank- und Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht, Immobilienrecht und IT-Recht. er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der erfolgreichen Unternehmensleitung als Vorstand und Geschäftsführer.

Rechtsanwalt Patrick Wilson – Anwalt Patrick Wilson vertritt geschädigte Privatanleger in sämtlichen Bereichen des Bank- und Kapitalmarktrechtes. Rechtsanwalt Patrick Wilson ist Mitglied im Münchner Anwaltverein, dem Deutschen Anwaltverein und der Arbeitsgemeinschaft für Bank- und Kapitalmarktrecht  des DAV.

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