GSI Triebwerksfonds 3 – Rechtsberatung

GSI Triebwerksfonds 3: der hochspekulative Fonds steht vor dem Aus. Anleger müssen mit hohen Verlusten rechnen. Die Kanzlei Herfurtner klärt über Rechtsmöglichkeiten auf.

GSI Triebwerksfonds 3 – Anlegern drohen hohe Verluste

Die Investition erschien für viele Anleger vielversprechend: im Jahr 2008 versprach der „GSI Triebwerksfonds 3“ hohe Renditen bei vergleichsweise kurzen Laufzeiten. Die Mindestinvestition betrug 15.000 US-Dollar. Der Emittent des Fonds, die GSI Triebwerke Drei GmbH & Co. KG, hatte zuvor mit Hilfe von Fremdkapital zehn Triebwerke erworben, die über verschiedenen Laufzeiten an sechs Airlines vermietet wurden. Aus heutiger Sicht lässt sich sagen, dass der GSI Triebwerksfonds 3 zum Flop wurde – die Anleger müssen mit enormen Verlusten bis hin zum Totalausfall ihres Kapitaleinsatzes rechnen. Zahlreiche Investoren versuchen nun, ihr Geld mit Hilfe von Schadensersatzansprüchen oder Rückabwicklungen zu retten.

Wie der gescheiterte Fonds entstand

Weshalb in ein komplettes Flugzeug investieren, wenn die Turbinen die dauerhaft wertvollsten Komponenten darstellen? Die Antwort auf diese Frage sollte der GSI Triebwerksfonds 3 liefern. Die in den Jahren 1991 bis 2007 hergestellten zehn Triebwerke wurden für 63 Millionen Dollar erworben, passend zu gefragten Flugzeugtypen wie der Boeing 737 oder dem Airbus A 320. Die gebrauchten Turbinen sollten als sogenannte Spare-Engines vermietet werden, denn die Nutzung von Austausch-Triebwerken für möglichst kurze Wartungszeiten der Flugzeuge war gängige Praxis. Die Triebwerke wurden über Leasingverträge an verschiedene Airlines vermietet, mit Restlaufzeiten von 1 bis 5 Jahren. Der Fonds rechnete dann mit weiteren Anschlussverträgen, die in einen letztendlichen Verkauf der Turbinen münden würden. Doch das Konzept sollte aus verschiedenen Gründen nicht aufgehen.

Zu spekulativ für den wirtschaftlichen Erfolg?

In den Jahren nach der Emission des GSI Triebwerksfonds 3 stürzten die Mietpreise in den Keller – aufgrund niedriger Zinsen kauften Airlines eher Triebwerke, anstatt sie zu mieten. Zahlreiche Fluggesellschaften legten zudem große Teile ihrer Flotte zur Ruhe, wodurch ein Überangebot auf dem Markt für Flugzeugtriebwerke entstand. Einige Turbinen des GSI Triebwerksfonds 3 konnten nach Vertragsauslauf über längere Zeit nicht vermietet werden. Letztendlich lag auch der Verkaufspreis der Triebwerke weit unter den Kalkulationen der GSI Triebwerke.

GSI Triebwerksfonds 3 – Rechtsberatung bei Rückzahlungsansprüchen

Nachdem die Liquidation der GSI Triebwerke Drei GmbH & Co. KG am 27. Oktober 2016 bekanntgegeben wurde, stehen die Anleger nah am Totalverlust. Die Triebwerke wurden verkauft und die erhofften Renditen blieben aus. Nun sollen die Anleger lediglich 10% des investierten Kapitals zurückerhalten, der Nominalverlust läge somit bei 66%. Das Anlagevolumen belief sich insgesamt auf 26 Millionen US-Dollar. Fraglich ist bis heute, ob Anleger bisherige Ausschüttungen nach § 172 Abs. 4 HGB zurückzahlen müssen. Bereits aus diesem Grund sollte eine Rechtsberatung durch einen Anwalt der nächste Schritt für geschädigte Anleger sein – doch die Rechtsmöglichkeiten können noch weitere Aspekte betreffen.

Ein rechtlicher Ansatzpunkt für geschädigte Anleger des GSI Triebwerksfonds 3 könnte eine Falschberatung durch Anlageberater darstellen. So müssen beispielsweise Provisionen im Rahmen von Beratungsgesprächen offengelegt werden (sogenannte Kick-Back-Zahlungen). Spätestens seit dem „Bond-Urteil“ des BGH (BGH, Urteil v. 6.7.1993, Az. XI ZR 12/93) muss eine Beratung außerdem stets anleger- und anlagegerecht erfolgen. Falls über etwaige Risiken nicht in ausreichendem Maße aufgeklärt wurde, besteht die Möglichkeit einer Rückabwicklung – dies könnte gerade beim hochspekulativen GSI Triebwerksfonds 3 der Fall sein.

Die Anwälte der Kanzlei Herfurtner prüfen die rechtlichen Möglichkeiten geschädigter Anleger der GSI Triebwerksfonds 3 stets individuell, um Ansprüche auf Schadensersatz oder eine Rückabwicklung in die Wege zu leiten. Unsere Rechtsanwälte sind versierte Experten, die sich auf den Anlegerschutz fokussiert haben und Mandanten in betreffenden Bereichen wie Fonds, Falschberatung, Anlagebetrug sowie Bank– und Kapitalmarktrecht betreuen. Die Kanzlei Herfurtner ist in Deutschland, Österreich, den Benelux-Staaten und der Schweiz tätig.

 

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