Bonitätsanleihen 2016-11-16T12:16:05+00:00

Bonitätsanleihen

Bonitaetsanleihen

Bonitätsanleihen – Herfurtner Rechtsanwälte bieten eine Prüfung von Ansprüchen auf Schadensersatz für Anleger. In einigen Fällen ist eine Rückabwicklung von Bonitätsanleihen möglich.

Finanzdienstleistungsaufsicht hält Bonitätsanleihen für Privatanleger für nicht geeignet

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kritisiert, dass die Risiken von Bonitätsanleihen für private Investoren nicht erkennbar sind. Auch könne ein Interessenkonflikt für Kreditinstitute bestehen, da Banken auch Kredite an die Unternehmen vergeben, deren Bonitätsrisiken sie verbriefen. Bafin-Exekutivdirektorin Elisabeth Roegele bestätigte hierzu, dass aus Sicht der BaFin Bonitätsanleihen nicht in die Hände von Privatkunden gehörten.

Die BaFin beabsichtigt daher aus Gründen des Anlegerschutzes, die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von Bonitätsanleihen an Privatkunden zu verbieten.

Dieses Verbot wäre das Erste, das eine komplette Gattung von Finanzprodukten für Privatanleger betrifft. Das könnte für Banken eine dramatische Auswirkung haben, da Anleger ca. 6,3 Milliarden Euro in Bonitätsanleihen investiert haben. Aktuell werden Vertreter der betroffenen Kreditinstitute angehört.

Bonitätsanleihen – Begriff und Funktionsweise

Bonitätsanleihen (bonitätsabhängige Anleihen) sind Derivate, die von einer Bank emittiert werden. Aus rechtlicher Sicht stellen Sie eine Schuldverschreibung des Emittenten dar. Anleger haben die Möglichkeit, mittels Bonitätsanleihen in die Kreditwürdigkeit (Bonität) eines Schuldners zu investieren. Abhängig von der Bonität des Schuldners bekommen die Anleger bestimmte Zinszahlungen. Außer den Zinszahlungen bekommt der Anleger bei Fälligkeit auch den Nennwert ausbezahlt, sofern bei dem Schuldner kein Kreditereignis eintritt.

Hinsichtlich der Verzinsung gibt es wie bei herkömmlichen Anleihen zwei Varianten. Die Verzinsung kann über die gesamte Laufzeit fix sein oder im Zeitablauf über einen Stufenzins ansteigen.

Die Spezialität bei Bonitätsanleihen liegt darin, dass die Zins- und Rückzahlung an die Kreditwürdigkeit (Bonität) eines sogenannten Referenzschuldners gekoppelt ist. Der Referenzschuldner kann ein Unternehmen oder ein Staat sein. Ein finanzieller Erfolg bei Bonitätsanleihen ist vom Nichteintritt sogenannter Kreditereignisse beim Referenzschuldner abhängig.

Es existieren auch Bonitätsanleihen, deren Entwicklung von der Bonität mehrerer Referenzschuldner abhängt. Diese Anleihen mit zwei oder mehreren Referenzschuldnern, die gleichgewichtet sind, werden lineare Bonitätsanleihen genannt. Meist beziehen sie sich auf die Bonität mehrerer Vertreter eines Sektors.

Bonitätsanleihen werden in der Regel  als Anlageprodukte bezeichnet und verkauft. Genau genommen hat der Erwerber jedoch nicht die Funktion eines Darlehensgebers. Vielmehr ist er in der Rolle eines Versicherungsgebers, da er für das Bonitätsrisiko des Referenzschuldners haftet. Durch die Produktbezeichnung und Vertriebsstrategie entsteht bei Privatkunden aber meistens der Eindruck, dass es sich um ein Zinspapier handelt.

Bonitätsanleihen – höhere Verzinsung bei höherem Risiko

Durch die anhaltend niedrigen Zinsen sind Staats- und Unternehmensanleihen weniger attraktiv geworden. Insbesondere lassen sich bei Emittenten mit hoher Bonität fast keine Gewinne erwirtschaften. Für diejenigen Anleger und Investoren, die nicht in den spekulativen Aktienmarkt gehen wollen, bieten Bonitätsanleihen oder Credit Linked Notes (CLN) eine Alternative.

Bonitätsanleihen bieten für Anleger die Möglichkeit höhere Renditen als bei vergleichbaren klassischen Anleihen zu erzielen. Der Anleihegläubiger erhält für die Akzeptanz des Emittentenrisikos der herausgebenden Bank eine zusätzliche Risikoprämie. Dadurch entstehen grundsätzlich höhere Gewinnmöglichkeiten.

Höhere Renditen sind grundsätzlich auch mit größeren Risiken verbunden. Erwerber von Bonitätsanleihen haften grundsätzlich für zwei Risiken – das ist zum einen das sog. Emittentenrisiko, also dass die Bank, die die Bonitätsanleihe emittiert hat, aufgrund schlechterer finanziellen Situation ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Zum anderen haften sie auch für die Bonität des Referenzschuldners. Wird die Bonität des Referenzschuldners schlechter und tritt auch ein Kreditereignis ein, werden die künftigen Zinszahlungen eingestellt. Außerdem wird die Bonitätsanleihe vorzeitig beendet. Sodann wird sie mit  einem sog. Barausgleichsbetrag anstatt mit dem ursprünglichen Nennbetrag der Anleihe abgegolten. Die Höhe des Barausgleichsbetrags bestimmt sich nach dem Marktwert der Verbindlichkeiten des Referenzschuldners. Er kann deutlich niedriger sein und sogar Null betragen. Dies würde dann einen Totalverlust bedeuten.

Ein derartiges Kreditereignis ist zum Beispiel die Insolvenz des Referenzschuldners. Aber auch bereits die Nichtzahlung einer fälligen Verbindlichkeit kann ein solches Kreditereignis sein und gravierende Folgen haben. Es genügen auch bloße vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten, die im weiteren Verlauf überwunden werden. Für die Inhaber von Bonitätsanleihen ist es dann unerheblich, wenn sich der Referenzschuldner bereits nach kurzer Zeit wieder stabilisiert, da die Verluste im Rahmen der Bonitätsanleihen bereits eingetreten sind.

Die Anwälte der Kanzlei Herfurtner in München haben die Bedingungen verschiedener Bonitätsanleihen überprüft und dabei festgestellt, dass sich die Emittenten oft vertraglich das Recht vorbehalten, unter bestimmten Voraussetzungen auch nach Vertragsabschluss Einfluss auf die den Bonitätsanleihen zugrundeliegenden Referenzverbindlichkeiten zu nehmen. Dadurch entsteht aber ein Interessenkonflikt zwischen den Interessen des Emittenten und den Interessen des Anlegers.

Bonitätsanleihen – geeignet für Privatanleger?

Diverse Aspekte der Bonitätsanleihen sprechen für ihre Komplexität und Ungeeignetheit für Privatanleger. Anders als sonstige Zertifikate, die sich grundsätzlich auf allgemeinbekannte Basiswerte beziehen, sind die Basiswerte bei Bonitätsanleihen schwer einzuschätzende Bonitäts- und Kreditrisiken. Privatkunden haben aber in der Regel keine Ahnung wie sie Bonitätsrisiken eines Unternehmens oder gar eines Landes beurteilen und einschätzen sollen. Für einen Privatanleger ist es grundsätzlich nahezu unmöglich realistisch einzuschätzen wann mit einem sog. Kursereignis zu rechnen wäre.

Bei Bonitätsanleihen, deren Wertentwicklung von mehreren Referenzschuldnern abhängt, wird die Einschätzung der Risiken für einen Privatanleger in der Tat absolut unmöglich, so Rechtsanwalt Patrick Wilson von der auf Bank und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei Herfurtner Rechtsanwälte.. Denn bei diesen Produkten muss der Anleger die Bonitäten mehrerer Referenzschuldnern bewerten. Sobald das Kreditereignis bereits bei einem einzigen Referenzschuldner eintritt, kommt es zur Beendigung der Anlage. Außerdem können Privatkunden überhaupt nicht einschätzen, ob die vereinbarten Zinsen dem Gesamtrisiko entsprechen.

Problematisch ist auch, dass Privatanlegern eine langfristig orientierte Geldanlage suggeriert wird, obwohl es sich bei den Bonitätsanleihen um hochkomplexe Finanzinstrumente handelt, die auf Kreditrisiken beruhen, die überwiegend im Rahmen des Handels mit Credit default swaps (CDS) entstehen. Der Handel mit CDS ist aber von hochkomplexen Zusammenhängen geprägt und deshalb nur erfahrenen und professionellen Marktteilnehmern vorbehalten. Privatkunden verfügen nicht über die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen und können somit nicht mit den professionellen Marktteilnehmern mithalten.

Bonitätsanleihen – Anbieter

Folgende Kreditinstitute bieten genannte Produkte an:

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) –  Marktanteil 45%

Dekabank – Marktanteil 32%

Hypo-Vereinsbank – Marktanteil 10%

DZ-Bank – Marktanteil 7%

Diese Banken haben ca. 6,3 Milliarden Euro an Bonitätsanleihen derzeit in die Anlegerdepots verkauft.

Reaktionen der Banken

Die deutschen Banken sehen die Bedenken der BaFin erwartungsgemäß ganz anders. Ein allgemeines Verbot sei nicht angemessen. Vielmehr gebe es unterschiedliche Bonitätsanleihen und auch Anleger mit unterschiedlichem Fachwissen, berichtet die renommierte Wirtschafts- und Finanzzeitung Handelsblatt. Die Marktführer Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die Dekabank, die Hypovereinsbank und die DZ Bank haben noch vor dem endgültigen Verbot durch die BaFin die Bonitätsanleihen aus ihrem Angebot rausgenommen.

Verluste bei Bonitätsanleihen

Von der Landesbank Baden Württemberg und der DZ Bank wurden Bonitätsanleihen auf die Solvenz des Staates Griechenland auf den Markt gebracht. Anleger erlitten dabei herbe Verluste und mussten bis zu 80% des Nennwertes abschreiben. Zahlungsausfälle von Bonitätsderivaten auf Unternehmen gab es auch bei der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers und des Automobilherstellers General Motors.

Die Anwälte der Kanzlei Herfurtner helfen Privatanlegern, die Verluste durch Investitionen erlitten haben. Die Beratung erfolgt deutschlandweit.

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