Proven Oil Canada

Proven Oil Canada

Proven Oil Canada – Anleger der diversen Fonds der Proven Oil Canada bangen bereits seit Monaten um ihre Investitionen. Ausgebliebene Ausschüttungen und turbulente Gesellschafterversammlungen waren erste Vorboten des nun drohenden Totalverlustes für die Anleger.

Die neuesten Entwicklungen bei Proven Oil Canada bestätigen die Befürchtungen vieler Anleger: Sowohl über die Tochtergesellschaft der POC Fonds, die COGI LP (Canadian Oil & Gas International Inc LP) als auch über die kanadische leitende Gesellschafterin der POC Fonds, die Conserve Oil Group wurde nun nach kanadischem Recht das Insolvenzverfahren eröffnet.

Finanzielle Schwierigkeiten der Fonds – kein Vertrauen mehr der Investoren

Bereits im Rahmen der letzten Gesellschafterversammlung mussten die Geschäftsführer der POC Fonds zugestehen, dass praktisch sämtliche Fonds in extremen finanziellen Schwierigkeiten stecken. Die ATB Bank, eine der darlehensgebenden Banken in Kanada, hat ein Darlehen in Höhe von rund 49 Millionen CAD sofort fällig gestellt. Aus eigener Kraft sind die Fonds nicht in der Lage, diese Forderung zu bedienen. Von Anlegern in Deutschland wurden aus diesem Grunde bereits gefordert, ihre erhaltenen Ausschüttungen wieder an die Fondsgesellschaften zurückzuzahlen. Auf der Gesellschafterversammlung wurde diese Rückzahlung heftig diskutiert. Eine entsprechende Abstimmung hierzu führte für die einzelnen Fonds zu durchwachsenen Ergebnissen. Nur wenige Fonds konnten aber letztlich die Stimmen der Anleger für eine solcfonhe Rückzahlung gewinnen.

Grund für die Skepsis der Anleger war sicherlich auch die Informationspolitik der POC. Diese blieb viele Antworten auf Fragen der Anleger schuldig. Wie genau sollten die Rückzahlungen verwendet werden? Welche Konzepte hatte die POC um die finanziell angeschlagenen Fonds wieder auf Spur zu bringen? Die Antworten der Verantwortlichen waren für viele Anleger entweder nicht ausreichend oder im Ergebnis schlicht unbefriedigend. Ähnlich hat es wohl auch die kanadische Bank ATB gesehen. Denn laut Aussage des  Schreibens des Gerichtes, welches die Insolvenz der beiden Gesellschaften angeordnet hat, ist es insbesondere auf die mangelnde Informationsbereitschaft der COGI LP und der Conserve Oil Group zurückzuführen, dass die AB Bank auf Durchführung des Insolvenzverfahrens bestanden hat. Die kanadischen Verantwortlichen haben also selbst angesichts der drohenden Insolvenz ihre Zahlen nicht offengelegt und konnten ihre Gläubiger nicht davon überzeugen, dass die beteiligten Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben würden.

Proven Oil Canada – Bedeutung der Insolvenzen für deutsche Anleger

Die deutschen POC-Gesellschaften sind von der Insolvenz der beiden kanadischen Unternehmen ebenfalls betroffen. Die POC Verwaltungs GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Conserve Oil Group. Somit könnte auch das Schicksal der deutschen Fondsgesellschaften vom Vorgehen des kanadischen Insolvenzverwalters abhängen. Im schlimmsten Falle droht den Anlegern hier somit der Totalverlust ihrer Beteiligung.

Aber auch die von der POC geforderten Rückzahlungen der Ausschüttungen stehen nach wie vor im Raum. Ob diese auch nach den Entwicklungen in Kanada noch von den deutschen Anlegern eingefordert werden und ob überhaupt eine Verpflichtung der Anleger besteht, diese Rückzahlung auch zu leisten, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Weitere Gesellschafterversammlungen sind bereits angekündigt.

Anleger haben gegenwärtig mehrere Möglichkeiten, weiteren finanziellen Schaden abzuwenden:

  • Prüfen Sie, ob die Rückforderung von Ausschüttungen rechtmäßig ist. Bereits geleistete Ausschüttungen können in der Regel nur dann von Gesellschaften zurückgefordert werden, wenn es hierzu eine entsprechende Regelung im Gesellschaftsvertrag gibt. Zahlen Sie also nicht vorschnell.
  • Möglicherweise haben Sie einen Anspruch auf Schadensersatz. Sollte Sie Ihr Vermittler bei Abschluss der Beteiligung nicht ausreichend über die Risiken eines geschlossenen Fonds aufgeklärt haben, können Sie Ihre Investition als Schadensposten zurückverlangen.

In beiden Fällen ist es ratsam, sich an einen Anwalt zu wenden, um etwaige Ansprüche und Forderungen genau zu prüfen. Die Anwaltskanzlei Herfurtner berät Sie hierzu umfassend und stellt Ihnen gerne Ihre weiteren Möglichkeiten dar.

Proven Oil Canada schon seit längerem im Fokus besorgter Anleger

POC hatten einst viele Anleger und Finanzexperten auf ihrer Seite. Das Konzept schien erfolgversprechend: Mit den Geldern der Anleger sollten kanadische Tochtergesellschaften gegründet werden, die dann vor Ort in Öl- und Gasquellen investierten. Dabei wurde insbesondere auf den damals bereits starken Ölpreis gesetzt. Es wurde sogar auf ein weiteres Ansteigen spekuliert. Im Jahre 2011 mag dies noch ein eine berechtigte Hoffnung gewesen sein. Potenziellen Anlegern wurden hohe Renditen von bis zu 12 Prozent jährlich in Aussicht gestellt. Ein Angebot, dass allein in Deutschland über 12.000 Anleger dazu veranlasste weit mehr als 300 Millionen Euro in die insgesamt acht verschiedenen Fonds der POC zu investieren.

Die ersten Probleme bei Proven Oil Canada ließen allerdings nicht allzu lange auf sich warten. Bereits im Jahre 2013 waren erste Umstrukturierungsmaßnahmen nötig, welche das Geschäft in Nordamerika betrafen. 2014 blieben dann erstmalig die versprochenen Ausschüttungen seitens der Fonds aus und wurden in der Folge auch nicht mehr aufgenommen.

Mittlerweile ist klar, dass der Ölpreis in den letzten 12 Monaten so stark gesunken ist, wie schon lange nicht mehr. Die starke Abhängigkeit vom Ölpreis hat die finanzielle Situation der Fonds massiv beeinträchtigt. Die kanadischen Tochtergesellschaften waren gezwungen, verschiedene Öl- und Gasgebiete zu verkaufen, um das nötige Kapital für die Fortführung der Geschäfte aufzubringen und um Forderungen Dritter bedienen zu können. Anleger hatten also schon seit Jahren berechtigte Gründe, sich um ihre Investition zu sorgen.

Ölfonds – Anleger sollten für finanzielle Schieflage aufkommen

Im Juli 2015 dann die nächste Schreckensmeldung für die Anleger: Sechs der acht Fondsgesellschaften (POC Eins GmbH & Co. KG, POC Zwei GmbH & Co. KG, POC Growth GmbH & Co. KG, POC Growth 2. GmbH & Co. KG, POC Growth 3 Plus GmbH & Co. KG und POC Natural Gas 1 GmbH & Co. KG) forderten ihre Anleger zur Rückzahlung bereits erhaltener Ausschüttungen auf. Mit diesen Geldern sollten Verbindlichkeiten der Fonds beglichen werden. Die Fonds selbst waren nicht mehr dazu in der Lage, diese Ansprüche mit dem vorhandenen Kapital zu bedienen. Es folgten Gesellschafterversammlungen, in denen es den Geschäftsführung der Fondsgesellschaften nicht gelang, die Sorgen der Anleger auszuräumen. Dementsprechend haben auch nur die Gesellschafter eines einzigen Fonds einer weiteren Finanzspritze in die finanziell angeschlagene Gesellschaft zugestimmt.

Auf der Gesellschafterversammlung selbst ging es dabei hoch her. Insbesondere der Verbleib der bereits investierten rund 300 Millionen Euro war Thema heftiger Diskussionen. Die Geschäftsführung der POC rund um Frau Monika Galba gab sich auf Nachfragen hin bedeckt. Auch den Wert der noch verblieben Öl- und Gasfelder konnten oder wollten die Verantwortlichen nicht beziffern. Es fehlten hierfür angeblich die letzten Zahlen und Geschäftsberichte aus Kanada. Für Anleger ein äußerst unbefriedigendes Ergebnis der Versammlung. Die mangelhafte Informationspolitik der POC könnte wie schon bei der COGI LP und der Conserve Oil Group ein Anzeichen für den Ernst der Lage sein. Anleger sollten also in höchstem Maße alarmiert sein und sich bereits jetzt Gedanken um ihre weiteren Möglichkeiten machen. Ein erster wichtiger Schritt kann hier oftmals der Gang zum Anwalt sein, um etwaige Ansprüche gegen die Fondsgesellschaften oder den jeweiligen Vermittler der Unternehmensbeteiligung prüfen zu lassen.

Fragwürdiges Personalgeflecht der beteiligten Gesellschaften

Zweifel an der Seriosität von Proven Oil Canada ergeben sich aber auch aus anderen Gründen. So bestehen enge Bindungen der Verantwortlichen des Emissionshauses von POC zu Jürgen Hanne, einem der Fondsinitiatoren. Hanne ist ein bekanntes Gesicht am Kapitalmarkt, hatte er doch bereits in den Neunzigern mit der Pleite mehrerer Immobilienfonds Milliarden verbrannt und Anleger um viel Geld gebracht. Aber auch auf Seiten der kanadischen Gesellschaften findet sich ein Personalgeflecht, welches sich über viele der beteiligten Unternehmen spannt. Einzelne Personen finden sich oftmals auf der Gehaltsliste mehrerer Unternehmen. Manche dieser Firmen schließen Geschäfte untereinander oder werden gar als unabhängige Sachverständige präsentiert um Anleger mittels entsprechender Gutachten in Sicherheit zu wiegen.

Jüngstes Beispiel hierfür dürfte das Gutachten der Firma Sproule sein, welches den Marktwert der noch vorhandenen Öl- und Gasgebiete mit über 789 Millionen CAD beziffert. Gegengezeichnet wurde das Gutachten von Harry Helwerda. Doch an der Unabhängigkeit Helwerdas bestehen berechtigte Zweifel. Denn er ist zugleich Geschäftspartner der Verantwortlichen der Conserve Oil Group im Rahmen von millionenschweren Hotelinvestments. Das Gutachten Helwerdas stieß auf Kritik. Seine Art der Berechnung entspräche nicht der Norm. Vielmehr betrage der Marktwert der Öl- und Gasfelder lediglich 281 Millionen CAD. Eine erschreckende Diskrepanz. Worauf sie zurückzuführen ist? Die persönlichen Beziehungen der beteiligten Personen könnten hierauf einen Hinweis geben. Ein weiterer Grund für die Anleger, sämtliche Informationen rund um die POC aus deren eigenen Reihen mit Vorsicht zu genießen.

Die Zukunft von Proven Oil Canada?

Wie es mit den deutschen Proven-Oil-Canada-Fonds nun weitergeht, wird sich innerhalb der nächsten Wochen und Monate entscheiden. Zunächst gilt es abzuwarten, welchen Einfluss die Insolvenz der kanadischen Muttergesellschaft Conserve Oil Group auf die deutschen Gesellschaften haben wird. Ach diesen kann jederzeit die Insolvenz drohen. Die finanziellen Schwierigkeiten der deutschen Gesellschaften bestehen unverändert fort und eine baldige Lösung ist nicht in Sicht.

Anleger müssen folglich nach wie vor mit dem Totalverlust ihrer Investition rechnen. Ein weiteres untätiges Zuwarten kann aber fatale Folgen haben. Sollte auch über die deutschen Fonds das Insolvenzverfahren eröffnet werden, wird es für Anleger deutlich schwieriger, etwaige Ansprüche gegenüber der Fondsgesellschaften durchzusetzen.

Eine Prüfung Ihres Sachverhaltes sollte also auch für Sie höchste Priorität haben. Nehmen Sie noch heute mit uns Kontakt auf und wir teilen Ihnen mit, welche Möglichkeiten für Sie bestehen.

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