Widerspruch Lebensversicherung 2016-11-16T12:29:48+00:00

Widerspruch Lebensversicherung

Widerspruch Lebensversicherung

Widerspruch Lebensversicherung einlegen – Verbraucher können Beiträge auch heute noch zurückfordern

  • Lebensversicherungen und Rentenversicherungen, die zwischen dem 29. Juli 1994 und dem 31. Dezember 2007 geschlossen worden sind, können jederzeit rückabwickelt werden, falls Sie nicht korrekt über Ihr Widerspruchsrecht belehrt worden sind.
  • Eingezahlte Beiträge sind zuzüglich Zinsen durch die Versicherung zurückzuzahlen.
  • Widerspruch einlegen lohnt sich insbesondere bei jüngeren Verträgen, da der Wert geringer ist als Ihre bisherige Einzahlung.
  • Entscheidend ist, ob Sie eine Widerspruchsbelehrung erhalten haben und ob diese richtig formuliert ist. Oft fehlt in der Widerspruchsbelehrung ein Hinweis auf den Widerspruch per E-Mail oder dass die rechtzeitige Absendung des Widerspruchs genügt.

Mit Urteil vom 29.07.2015 hat der BGH das zweite wegweisende Urteil zum Widerspruch von Lebensversicherungen innerhalb eines Jahres gefällt. Bereits im Jahre 2014 hat der BGH entschieden, dass Verbrauchern, die ihre Versicherung zwischen 1994 und 2008 abgeschlossen haben, auch heute noch ein Widerspruchsrecht zusteht, wenn diese bei Vertragsschluss nicht wirksam über ihr zweiwöchiges Recht auf Widerspruch belehrt wurden.

Widerspruch Lebensversicherung

Gleiches gilt bei Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen. In vielen Fällen ist die von den Versicherungsgesellschaften verwendete Widerspruchsbelehrung fehlerhaft oder unvollständig. Oft ist eine Belehrung auch erst zu spät erfolgt. Der BGH führt somit konsequent seine eigene Rechtsprechung fort, die er auch bereits beim Widerruf von Immobiliendarlehen eingeführt hat.

Folge beim Widerspruch durch Verbraucher ist die vollständige Rückabwicklung der gesamten Versicherung. Der Lebensversicherer muss dem Kunden grundsätzlich die bereits gezahlten Lebensversicherungsprämien erstatten. Sogar die hieraus gezogenen Nutzungen sind an den Kunden herauszugeben. Bislang war allerdings noch unklar, welche Beträge die Versicherer hierauf anrechnen durften. Denn auch der Kunde hat während der Laufzeit gewisse Leistungen aus der Lebensversicherung erhalten.

Urteil zum Widerspruch einer Lebensversicherung stärkt Verbraucher

Mit seinem jüngsten Urteil hat der BGH hier nun endlich für Klarheit gesorgt und den Verbrauchern abermals den Rücken gestärkt. Einen Abschlag müssen Verbraucher demnach nur dafür hinnehmen, dass ihnen während der Vertragslaufzeit einer Lebensversicherung Versicherungsschutz gewährt wurde. Wurde die Lebensversicherung bereits durch Kündigung beendet und hat der Versicherer bei Auszahlung des Rückkaufwertes Kapitalertragssteuer samt Solidaritätszuschlag an das Finanzamt abgeführt, so dürfen auch diese Beträge bei der Rückabwicklung der Lebensversicherung durch den Versicherer in Abzug gebracht werden.

Andere Kosten des Versicherers darf dieser von den zu erstattenden Prämien hingegen nicht abziehen. Etwaige Abschluss- und Verwaltungskosten bspw. darf der Versicherer auch nach erfolgtem Widerspruch der Lebensversicherung nicht auf den Verbraucher abwälzen.

Widerspruchsbelehrung prüfen und Beiträge zurückverlangen

Versicherungsnehmer sollten dieses Urteil zum Anlass nehmen, um anwaltlich überprüfen zu lassen, ob auch sie fehlerhaft oder verspätet über ihr Widerspruchsrecht belehrt wurden und somit ihre bereits geleisteten Prämien zurückfordern können. Aber auch Verbraucher, die bereits den Widerspruch erklärt haben, sollten sicherstellen, dass der Versicherer den Rückzahlungsbetrag nicht unberechtigt gekürzt hat. Gegebenenfalls zu Unrecht einbehaltene Beträge können nachgefordert werden.

Gerne geben wir Ihnen eine Ersteinschätzung, ob Ihnen auch heute noch ein Widerspruchsrecht zusteht und setzen in der Folge Ihre Ansprüche gegenüber Ihrem Versicherer durch.

Senden Sie Ihre Lebensversicherung und die Widerspruchsbelehrung zur Prüfung vorab an die Anwaltskanzlei Herfurtner zur Prüfung.

KONTAKT

Wir beraten Sie gerne.
Jetzt kostenfrei anfragen.

KONTAKTFORMULAR

Verbraucherrechte durch BGH gestärkt

Verbraucherrechte in Sachen Darlehen und Vorfälligkeitsentschädigung werden durch Entscheidung des Bundesgerichtshofs gestärkt Bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung müssen eingeräumte Sondertilgungsrechte berücksichtigt werden (Az. XI ZR 388/14). Die Sparkasse oder Bank darf, wenn sie den Darlehensvertrag [...]

By |

Urteil Fremdwährungskredit

Urteil Fremdwährungskredit - Unsicherheit für Banken und Vermögensberater - Verbraucher und Verbraucherschützer begrüßen Urteil zu Fremdwährungskrediten. In einem Urteil vom 5.4.2013 (8 Ob 66/12g) hat der OGH in Österreich der Klage von Verbraucher stattgegeben. Diese [...]

By |

Widerrufsbelehrungen ab 2010 fehlerhaft

Widerrufsbelehrungen ab 2010 fehlerhaft - Urteil des OLG München Das Thema „fehlerhafte Widerrufsbelehrung“ wird Darlehensnehmer, Banken und Gerichte auch in Zukunft weiter beschäftigen. Noch immer ist die Gelegenheit für Verbraucher aufgrund der momentan niedrigen Zinsen [...]

By |