Adler Group –  der luxemburgische Immobilienkonzern verzeichnet einen gewaltigen Kurseinbruch. Ende März verweigerte der Wirtschaftsprüfer KPMG sein Testat zum Geschäftsbericht aus 2021. Kurz darauf traten mehrere Mitglieder des Verwaltungsrats zurück und der ohnehin schon sinkende Aktienkurz geriet in freien Fall.

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Adler Group – Was ist vorgefallen?

Die Adler Group, wie sie heute bekannt ist, entstand aus einem Zusammenschluss mehrere Parteien. Dazu zählen die Unternehmen:

  • Consus Real Estate
  • Ado Properties
  • Adler Real Estate

Die Firma Ado Properties übernahm dabei Adler Real Estate und schluckte Consus Real Estate. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in Luxemburg und die operative Zentrale wurde in Berlin eingerichtet.

Vorwürfe durch Viceroy

Bereits im Oktober 2021 kam es zu Vorwürfen gegen die Adler Group. Die Investmentfirma Viceroy, hinter welcher der Leerverkäufer Fraser Perring steht, bemängelte damals Adlers Immobilienprojekte. Viceroy war zuvor bereits bekannt geworden, weil die Firma schon früh den einstigen Finanzdienstleister Wirecard unter Druck gesetzt hatte.

Die Adler Group wies die Vorwürfe zurück, aber schon zu dieser Zeit befand sich die Aktie im Sinken. Ende 2021 begann die Firma damit, Immobilien im großen Stil zu verkaufen, um Schulden abzubauen. Dadurch wurde mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses gerechnet.

Eine Sonderuntersuchung durch den Wirtschaftsprüfer KPMG wies am 22.04.2022 die Vorwürfe von Viceroy als entkräftet aus. Laut Adler seien im vergangen Jahr Mängel bei einigen Transaktionen und Projektdokumentationen aufgefallen, aber es lägen keine Beweise für betrügerisches Vorgehen vor.

Wirtschaftsprüfer verweigern Ergebnisse

Der globale und unabhängige Wirtschaftsprüfer KPMG bearbeitete den Konzern- und Einzelabschluss der Adler Group von 2021. Laut Adler verkündeten die Prüfer Ende April 2022, dass sie kein abschließendes Urteil zu der Überprüfung abgeben könnten.

Die Verweigerung eines Ergebnisses durch die Wirtschaftsprüfer gilt als eine gravierende Aussage. Zu dieser Maßnahme greifen die Prüfer in der Regel nur, wenn ihr Dialog mit der Firma bestehende Probleme nicht lösen kann.

Anschließend gab das Immobilienunternehmen die konkreten Zahlen des vergangen Jahres heraus, um ihrer Berichtspflicht für ausstehende Anleihen Genüge zu tun. Durch diese Maßnahme stieg zunächst der operative Gewinn, aber abschließend stand ein Verlust von 1,2 Milliarden Euro im Raum.

Adler Group – Welche Auswirkungen hat der Aktieneinbruch?

Noch am selben Tag, an dem die Adler Group die Zahlen des Jahres 2021 veröffentlichte, traten mehrere Mitglieder des Verwaltungsrats zurück und räumten ihre Plätze. Der Verwaltungsratsvorsitzende Stefan Kirsten blieb im Amt. Durch die Umstellung des Verwaltungsrats wolle man die Gründe für das verweigerte Prüfungsergebnis der KPMG ausräumen.

Trotz der Bemühungen der Immobilienfirma stürzte der Aktienkurs um beinahe 50% ab. Damit sank er am Montag den 02.05.2022 auf ein Rekordtief von 4,01 Euro. In Folge eines derartigen Aktieneinbruchs sehen sich nun viele Investoren mit Verlusten konfrontiert.

Haben Sie Vermögenswerte durch den Wertverlust der Aktien und Anleihen verloren? Die Anwälte der Kanzlei Herfurtner beraten Sie gerne zu dem Thema.