Adoptionen sind nicht nur für Kinder relevant – auch der Adoptionsvertrag für Tiere spielt eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft. In diesem umfassenden Artikel widmen wir uns der rechtlichen Seite des Adoptionsvertrags für Tiere. Wir erläutern, was beim Abschluss des Vertrages beachtet werden muss, welche gesetzlichen Regelungen gelten und geben Antworten auf häufig gestellte Fragen. Im Folgenden erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um beim Abschluss eines Adoptionsvertrags für Tiere rechtlich abgesichert zu sein.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen des Adoptionsvertrags für Tiere

Bevor wir uns den Einzelheiten des Vertrags und den gesetzlichen Bestimmungen widmen, ist es wichtig, die grundsätzlichen Aspekte des Adoptionsvertrags für Tiere zu verstehen. Dieser Vertrag ist ein zivilrechtlicher Vertrag, der zwischen dem bisherigen Halter des Tieres und dem neuen Halter abgeschlossen wird. Im Vertrag werden die Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien bezüglich des Tieres genau definiert und geregelt. Das Hauptziel des Adoptionsvertrags für Tiere ist es, das Wohl des adoptierten Tieres sicherzustellen und den neuen Halter rechtlich abzusichern.

Der Adoptionsvertrag ist grundsätzlich für jede Art von Tier geeignet, auch wenn er in der Regel am häufigsten bei der Adoption von Hunden und Katzen zum Einsatz kommt. Insbesondere bei Tierschutzvereinen und Tierheimen spielt der Adoptionsvertrag eine zentrale Rolle, da diese Institutionen besonderen Wert auf das Wohl der Tiere legen.

In einem Adoptionsvertrag für Tiere sollten folgende Punkte unbedingt enthalten sein:

  • Angaben über das Tier (Art, Rasse, Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand, etc.)
  • Name und Anschrift des bisherigen Halters bzw. des Tierheims
  • Name und Anschrift des neuen Halters
  • Übergabedatum des Tieres
  • Regelungen zur artgerechten Haltung und Pflege des Tieres
  • Angaben zur Haftung des Tieres (z.B. Haftpflichtversicherung)
  • Regelungen zur Vermittlungsgebühr oder Schutzgebühr
  • Regelungen im Falle der Rückgabe des Tieres bzw. der Auflösung des Vertrages
  • Einverständniserklärung zur Weitergabe von persönlichen Daten (Datenschutz)
  • Unterschriften der Vertragsparteien

Muster eines Adoptionsvertrags für Tiere

Im Folgenden präsentieren wir ein Muster eines Adoptionsvertrags für Tiere, das Sie als Beispiel für Ihren eigenen Vertrag verwenden können. Bedenken Sie jedoch, dass jedes Tier und jede Adoption individuell sind und der Vertrag daher auf die jeweilige Situation angepasst werden sollte.

  Adoptionsvertrag für Tiere

  Zwischen

  Herrn/Frau [Vorname Nachname des bisherigen Halters]
  [Anschrift des bisherigen Halters]

  - nachfolgend "Vermittler" genannt -

  und

  Herrn/Frau [Vorname Nachname des neuen Halters]
  [Anschrift des neuen Halters]

  - nachfolgend "Adoptant" genannt -

  wird folgender Adoptionsvertrag geschlossen:

  § 1 Das Tier

  Der Vermittler übergibt dem Adoptant ein Tier mit folgenden Eigenschaften:

  Art: [z.B. Haushund]
  Rasse: [z.B. Mischling]
  Geschlecht: [z.B. männlich]
  Alter: [Z.B. 3 Jahre]
  Körperliche Merkmale: [z.B. Fellfarbe, Größe]
  Gesundheitszustand und bekannte Krankheiten: [z.B. keine bekannten Krankheiten, Kastration]

  § 2 Übergabe

  Das Tier wird am [Datum] an den Adoptant übergeben. Die übliche Vermittlungs- bzw. 
  Schutzgebühr beträgt [Euro-Betrag], die bei Übergabe des Tieres zu entrichten ist.

  § 3 Nutzung des Tieres

  Das Tier wird vom Adoptant ausschließlich zu privaten Zwecken gehalten und weder 
  gewerblich genutzt noch gewinnbringend veräußert. 
  Der Adoptant wird das Tier artgerecht halten und ihm alle notwendigen medizinischen 
  Versorgungen zukommen lassen.

  § 4 Rückgaberecht

  Sollte der Adoptant das Tier zurückgeben wollen oder müssen, ist eine Rücknahme 
  des Tieres durch den Vermittler zu erfolgen. 
  Der Adoptant ist verpflichtet, den Vermittler unverzüglich zu informieren und 
  die Rückgabe zu vereinbaren.

Gesetzliche Regelungen

Beim Adoptionsvertrag für Tiere sind die Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) anzuwenden. Hierbei ist insbesondere das Tier im Sinne des § 90a BGB wichtig. Tiere werden hier als Mitgeschöpfe und nicht als Sachen angesehen. Trotzdem finden auf sie die Vorschriften für Sachen entsprechende Anwendung, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist. Dies bedeutet, dass Tiere zwar gesetzlich geschützt sind, jedoch auch beim Adoptionsvertrag die Regelungen für den Kauf und Verkauf von Sachen gelten.

Bei der Übertragung der Eigentumsrechte des Tieres kommt § 929 BGB zur Anwendung. Hierbei sind die Besonderheiten des jeweiligen Bundeslandes – in Deutschland insbesondere das Tierschutzgesetz – zu beachten. In Österreich ist das Tierhaltegesetz relevant, während in der Schweiz das Tierschutzgesetz Anwendung findet.

Praktische Tipps für den Adoptionsvertrag

Bevor Sie einen Adoptionsvertrag abschließen, sollten Sie einige Punkte beachten, um eine erfolgreiche Adoption zu gewährleisten.

  • Klären Sie zunächst, ob der bisherige Halter oder das Tierheim tatsächlich das Recht hat, das Tier abzugeben. Liegen alle notwendigen Dokumente und Besitznachweise vor? Im Zweifel können Sie auch das zuständige Veterinäramt um Auskunft bitten.
  • Informieren Sie sich über das Tier und seine Bedürfnisse. Welche Anforderungen stellt die jeweilige Tierart an ihre Haltung und Pflege? Können Sie diesen Anforderungen gerecht werden?
  • Vereinbaren Sie eine Betreuungspflicht für das Tier für den Fall, dass Sie als Adoptant aus persönlichen Gründen (z.B. Krankheit oder Urlaub) das Tier vorübergehend nicht betreuen können.
  • Vergewissern Sie sich, dass Sie alle notwendigen Genehmigungen für die Tierhaltung haben und dass Sie die örtlichen Regelungen (z.B. Leinenpflicht, Hundeauslaufgebiete) kennen und einhalten.
  • Schließen Sie eine Haftpflichtversicherung für das Tier ab, um sich bei möglichen Sach- oder Personenschäden abzusichern.
  • Eine zeitnahe Kastration des Tieres kann in vielen Fällen sinnvoll sein, um ungewollten Nachwuchs und damit verbundene Kosten zu vermeiden. Klären Sie dies im Vorfeld mit dem Vermittler und im Zweifel auch mit Ihrem Tierarzt ab.
  • Lassen Sie alle im Vertrag verwendeten Begriffe, insbesondere die für den Tierschutz relevanten, rechtlich prüfen.
  • Im Falle einer Rückgabe des Tieres sollte der Adoptionsvertrag klare Regelungen enthalten, um Streitigkeiten im Vorfeld zu vermeiden.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Hier sind die gängigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.

Muss der Adoptionsvertrag schriftlich geschlossen werden?

Entgegen der gängigen Meinung ist ein schriftlicher Vertrag nicht zwingend notwendig, wenn es um die Adoption eines Tieres geht. Rechtlich ist auch ein mündlicher Vertrag gültig, solange die wesentlichen Vertragspunkte festgelegt sind (z.B. Name des neuen Halters, Übergabedatum). Allerdings empfehlen wir aus Gründen der Nachweisbarkeit und Rechtssicherheit, einen schriftlichen Vertrag abzuschließen und von beiden Vertragsparteien unterzeichnen zu lassen.

Kann der Adoptionsvertrag aufgehoben oder angefochten werden?

Grundsätzlich können Adoptionsverträge aufgehoben oder angefochten werden. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn der Vertrag unter rechtswidrigen Umständen geschlossen wurde (z.B. Täuschung, Zwang) oder wenn ein Formfehler beim Abschluss des Vertrages gemacht wurde. Außerdem kann ein Adoptionsvertrag aufgehoben oder angefochten werden, wenn ein im Vertrag festgelegter Umstand eintritt (z.B. Rückgabe des Tieres aufgrund von Krankheit). Überprüfen Sie daher sorgfältig den Vertrag und suchen Sie im Zweifel anwaltliche Beratung.

Welche Rechte und Pflichten habe ich als neuer Tierhalter?

Als neuer Tierhalter übernehmen Sie alle Rechte und Pflichten, die im Adoptionsvertrag festgelegt sind. Dies beinhaltet insbesondere die Rechte an dem Tier (z.B. Eigentumsrecht) sowie alle Pflichten hinsichtlich der Haltung und Pflege des Tieres (z.B. artgerechte Haltung, medizinische Versorgung).

Wie läuft die Übergabe des Tieres im Rahmen einer Adoption ab?

Die Übergabe des Tieres sollte unkompliziert und im besten Interesse des Tieres erfolgen. Vereinbaren Sie einen Termin für die Übergabe und sorgen Sie dafür, dass das Tier in ruhiger Umgebung in die Obhut des neuen Halters übergeben wird. In den meisten Fällen wird das Tier vom bisherigen Halter oder dem Tierheim in die Wohnung des neuen Halters gebracht. Achten Sie darauf, dass das Tier vertragsgemäß übergeben wird (z.B. mit gültigem EU-Heimtierausweis, gechipt, etc.) und dass alle notwendigen Unterlagen vorhanden sind.

Welche Kosten können auf mich zukommen, wenn ich ein Tier adoptiere?

Die Kosten für die Adoption eines Tieres können je nach Tierart, Herkunft und gesundheitlichem Zustand variieren. In der Regel erheben Tierheime und Tierschutzvereine eine sogenannte Vermittlungs- oder Schutzgebühr, die dazu dient, die laufenden Kosten der Institution zu decken und die Weitervermittlung der Tiere sicherzustellen. Darüber hinaus sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass die laufenden Kosten für die Versorgung des Tieres (z.B. Futter, Tierarzt, Versicherungen) von Ihnen als neuem Tierhalter zu tragen sind.

Fazit

Ein Adoptionsvertrag für Tiere ist ein wichtiger Vertrag, der sowohl dem Schutz des Tieres als auch der rechtlichen Absicherung des neuen Halters dient. Es ist wichtig, sich sorgfältig über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Bedürfnisse des zu adoptierenden Tieres zu informieren. Mit einem gut ausgearbeiteten Adoptionsvertrag können viele Streitigkeiten und Missverständnisse vermieden und das Wohl des Tieres langfristig gesichert werden.

Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Adoptionsvertrag für Tiere haben, zögern Sie nicht, sich an unsere Kanzlei zu wenden. Unsere erfahrenen Rechtsanwälte stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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