Kapitalanlagebetrug

Kapitalanlagebetrug - Anwalt, Rechtsanwalt

Kapitalanlagebetrug ist eine Variante des Betruges, bei der die Anlagebetrüger vermeintlich lukrative Kapitalmarktprodukte anbieten. Ziel ist es, Anleger zu täuschen und sich an deren Investitionen rechtswidrig zu bereichern.

Kapitalanlagebetrug erfolgt oft im Zusammenhang mit dem Vertrieb von Wertpapieren, Bezugsrechten oder von Anteilen. Die Betrüger offerieren eine Beteiligung an dem Gewinn eines Unternehmens oder bieten an, die Einlage auf solche Anteile zu erhöhen.

Der Kapitalanlagebetrug ist der Kategorie Wirtschaftskriminalität zuzuordnen. Allerdings gibt es keine genaue Definition für den Begriff „Wirtschaftskriminalität“. Aber man umschreibt hiermit alle Straftaten, die in, an oder durch Unternehmen begangen wurden. Die Polizei verzeichnet für das Jahr 2019 ca. 40.000 Fälle von Wirtschaftskriminalität in Deutschland.

In der Unterkategorie „Betrug und Untreue im Zusammenhang mit Beteiligungen und Kapitalanlagen“ sind für den Berichtszeitraum ca. 3.500 Fälle verzeichnet. Zudem ist im zum Zeitpunkt der Texterstellung aktuellsten „Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität 2018“ von einem Gesamtschaden in Höhe von ca. 3,3 Milliarden Euro durch Wirtschaftskriminalität die Rede.

Außerdem gebe es bedeutende Entwicklungen im Bereich des Anlagebetrugs mit Differenzgeschäften (CFD Trading), Investitionen in „Fake-Angebote“ von Aktien und Indizes sowie ICOs („Initial Coin Offerings“) als Vehikel für Kapitalanlagebetrug.

Kapitalanlagebetrug Rechtsanwalt

Wer den Verdacht hat, einem Kapitalanlagebetrug aufgesessen zu sein, kann das Gespräch mit einem Rechtsanwalt suchen. Dies kann auch ratsam sein, wenn Sie beispielsweise eine größere Investition planen und sich Klarheit über das Angebot und den Dienstleister verschaffen möchten. Insbesondere wenn es um KryptowährungenForex Trading oder CFD Trading geht, sollte man sich umfassend beraten lassen.

Auch wenn Sie bereits Kapital investiert und möglicherweise viel Geld verloren haben, kann es hilfreich sein, sich um Anlegerschutz zu bemühen und sich mit einem Rechtsanwalt auszutauschen. Denn im Rahmen einer Analyse der Umstände lässt sich ermitteln, inwieweit Sie gegebenenfalls Ansprüche gegen Ihren Vertragspartner geltend machen und durchsetzen können.

Mit Standorten in München, Grünwald, Hamburg und Frankfurt am Main ist die Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner ein Ansprechpartner für Anleger und Investoren, die mit dem Thema Kapitalanlagebetrug in Berührung kommen. Unsere Anwälte betreuen Mandanten aus ganz Europa, mit einem Schwerpunkt auf Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Möchten Sie sich mit einem unserer Anwälte zum Thema Kapitalanlagebetrug austauschen? Dann gelangen Sie hier direkt in unseren Kontaktbereich.

Kapitalanlagebetrug Schema – so schützt man sich

In vielen Situationen sagt man, dass man das Rad nicht neu erfinden müsse. Dies gilt auch für viele Formen des Betruges, wo sich bestimmte Vorgehensweisen und Schemata seit Jahrzehnten bewähren. Entsprechend können sich Anleger und Investoren ein Stück weit schützen, wenn sie sich über die Maschen der Betrüger informieren und Muster erkennen, sollten sie auf Kapitalanlagebetrug stoßen.

Eines des bekanntesten Betrugsmodelle, bei dem es um viel Geld geht, ist das sogenannte „Schneeballsystem“. Hierbei werden potenzielle Investoren mit dem Versprechen gelockt, in ein bestimmtes Produkt mit einer hohen Rendite zu investieren. Zudem könne (und solle) man parallel zum eigenen Investment das Produkt auch selbst vertreiben, um neue Investoren zu gewinnen.

Die Investoren erhalten Zahlungen, sobald sie neue Mitglieder angeworben haben, die ebenfalls ihr Investment leisten. Zudem profitiert man von den Zahlungen weiterer Mitglieder, die von den eigenen Kontakten zusätzlich geworben werden, weshalb der Aufbau des Zahlungsschemas einer Pyramide gleicht.

Das System füttert sich also permanent selbst „von unten“ durch neue Einzahlungen. Deshalb ist es für dessen Existenz überlebensnotwendig, ständig neue Investoren zu generieren. Allerdings kollabieren Schneeballsysteme – oder auch Pyramidensysteme – oft sehr rasch, da zur Aufrechterhaltung des Systems auf jedem Level ein Mehrfaches an Neukunden gewonnen werden muss.

Der typische Anreiz beim Schneeballsystem liegt in einem sehr hohen Profit, der durch ein einmaliges Investment erzielt werden soll. Im Anschluss soll das Produkt häufig durch die Anleger selbst vertrieben werden. Jedoch steckt in vielen Fällen hinter dem Produkt kein relevantes Wirtschaftsgut.

Kapitalanlagebetrug – Ponzi-Schema

Das nach seinem Erfinder Charles Ponzi benannte Ponzi-Schema (ponzi scheme) ist eine Variante des Schneeballsystems. Allerdings wird der Anleger hier nicht selbst als Verkäufer eines (imaginären) Guts tätig, sondern leistet lediglich ein Investment. Kern des „Angebots“ ist es, hohe Gewinne mit keinem oder nur kleinem Risiko zu erzielen.

Tatsächlich finanziert das eingesammelte Geld in erster Linie lediglich den Initiator des Betruges. Echte Investitionen finden verhältnismäßig selten und nur mit einem Bruchteil des generierten Kapitals statt. Hin und wieder kommt es zur Ausschüttung von Gewinnen. Dies soll dazu dienen, die Investoren zu beruhigen und weitere Gelder einzusammeln.

Jedoch wird die tatsächliche Quelle der Gewinnausschüttungen in der Regel verschleiert. Denn echte Gewinne durch Erträge gibt es nicht. Auszahlungen lassen sich nur aus den Einzahlungen neuer Investoren finanzieren.

Der Kollaps eines solchen Betrugs-Systems vollzieht sich schleichend, da die zunächst zufriedenen Kunden die Gewinnausschüttungen häufig reinvestieren. Entsprechend vergeht viel Zeit, bis sich die Ansprüche der Investoren nicht mehr bedienen lassen, weil neue Investoren ausbleiben. Ist der Kapitalanlagebetrug irgendwann aufgedeckt, sind die Betrüger meist schon über alle Berge.

Kapitalanlagebetrug am Grauen Kapitalmarkt

An den Finanzmärkten agieren auch Unternehmen, die keiner staatlichen Kontrolle unterliegen und die nur wenige gesetzliche Vorgaben zu erfüllen haben. In solchen Fällen spricht man vom sogenannten „grauen Kapitalmarkt“, einem Bereich, in dem Anleger besonders vorsichtig handeln sollten.

Denn auf dem grauen Kapitalmarkt, der nicht der staatlichen Finanzaufsicht unterliegt, verschwimmt oft die Grenze zwischen hohen „Nebenkosten“, die an die Initiatoren fließen, und den Merkmalen des Betruges.

Oft subsumiert man beim Kapitalanlagebetrug Kapitalmarktprodukte mit für Anleger nachteiligen Regelungen und Provisionszahlungen auch unter dem Begriff „legaler Betrug“. Denn meist kommen fragwürdige Strukturen beim Vertrieb der Produkte zum Einsatz.

Prospekthaftung

Die Prospekthaftung soll Anleger vor falschen Entscheidungen schützen. Denn sie verpflichtet den Herausgeber – also den Prospektverantwortlichen – für unrichtige oder unvollständige Angaben bei der Beurteilung eines Wertpapiers die Verantwortung zu übernehmen.

Interessierte Anleger können vom Anbieter einer Kapitalanlage einen Verkaufsprospekt verlangen, den die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht auf Vollständigkeit, Kohärenz und Widerspruchsfreiheit geprüft hat. Ein solcher Prospekt muss alle Angaben enthalten, die für eine Beurteilung des Emittenten und des angebotenen Produktes nötig sind.

Der Anwendungsbereich der Prospekthaftung im engeren Sinn ist erst dann eröffnet, wenn der Prospekt, auf Grund dessen ein Kapitalanleger den Prospektverantwortlichen in Anspruch nimmt, Grundlage der Anlageentscheidung gewesen ist. (OLG Saarbrücken, Urteil vom 15.12.2005, Az: 8 U 330/04)

Kapitalanlagebetrug gem. § 264a StGB

Der Tatbestand des Kapitalanlagebetrugs ist im Strafgesetzbuch geregelt. Dort heißt es unter § 264a Abs. 1 StGB, dass mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird, wer im Zusammenhang mit

  1. dem Vertrieb von Wertpapieren, Bezugsrechten oder von Anteilen, die eine Beteiligung an dem Ergebnis eines Unternehmens gewähren sollen, oder
  2. dem Angebot, die Einlage auf solche Anteile zu erhöhen,

in Prospekten oder in Darstellungen oder Übersichten über den Vermögensstand hinsichtlich der für die Entscheidung über den Erwerb oder die Erhöhung erheblichen Umstände gegenüber einem größeren Kreis von Personen unrichtige vorteilhafte Angaben macht oder nachteilige Tatsachen verschweigt.

Bei dem im § 264a StGB definierten Kapitalanlagebetrug handelt es sich um ein sogenanntes „abstraktes“ Gefährdungsdelikt. Das bedeutet, dass es nicht nötig ist, dass den Anlegern tatsächlich ein Vermögensschaden entstanden ist. Entsprechend reicht es aus, dass unrichtige vorteilhafte Angaben gemacht oder nachteilige Tatsachen verschwiegen werden.

Täuscht ein Anbieter in einem persönlichen Beratungsgespräch über wesentliche Eigenschaften einer Anlage (z. B. die Rendite), dann ist dies ein „normaler“ Betrugsfall. Ein Kapitalanlagebetrug kann nur durch öffentliche Werbung in Prospekten oder Darstellungen verübt werden.

Produkte, Anlagen und Methoden beim Kapitalanlagebetrug

Steuerliche Aspekte beim Kapitalanlagebetrug

Laut Bundesfinanzhof kann der Zufluss von Kapitaleinnahmen nicht nur durch Gutschrift in den Büchern des Verpflichteten erfolgen. Dies ist auch durch gesonderte Vereinbarung zwischen Schuldner und Gläubiger möglich, wonach der Betrag fortan aus einem anderen Rechtsgrund geschuldet sein soll.

Bei Kapitalbeteiligung an einem Schneeballsystem können damit auch Scheinrenditen zu versteuern sein. Allerdings kann es passieren, dass der Betreiber des Schneeballsystems auf den Auszahlungswunsch des Anlegers hin die sofortige Auszahlung ablehnt und stattdessen über anderweitige Zahlungsmodalitäten verhandelt. Darin ist wohl eine fehlende Leistungsbereitschaft zu sehen.

Ein zu versteuernder Zufluss beim Kapitalanlagebetrug ist dann wohl zu verneinen. (IWW Institut)

Kapitalanlagebetrug Fälle

Aktuelle Fälle zum Thema Kapitalanlagebetrug findet man sowohl in der Tagespresse als auch auf diversen Nachrichtenseiten im Internet. Einige der nachstehenden Vorkommnisse haben in jüngerer Vergangenheit für Aufsehen gesorgt:

Corona-Anleihe mit Schutzmasken

Im Frühjahr 2020 bestimmte die Corona-Pandemie die Schlagzeilen und Schutzmasken waren ein knappes Gut. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden Masken zum Spekulationsobjekt, und der Anbieter Adcada begab laut Angaben des Handelsblatts eine „Schutzmasken-Anleihe“, bei der Anleger mit einer Rendite von 12 % haben rechnen können.

Allerdings meldete die zentrale Gesellschaft der Gruppe im September 2020 Insolvenz an. Zudem ermittle die Staatsanwaltschaft Rostock nach Informationen des NDR gegen die Geschäftsführung der Adcada GmbH wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug und des unerlaubten Betreibens von Bankgeschäften.

Schneeballsystem mit Gold

Im Jahr 2019 wurde bekannt, dass wohl mehr als 10.000 Anleger auf ein Schneeballsystem bei der Firma PIM Gold hereingefallen sein könnten. Unter anderem spricht das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in diesem Zusammenhang von Betrug. Denn die zuständige Staatsanwaltschaft in Darmstadt habe den Verdacht, dass es das Gold, in welches die Anleger glaubten zu investieren, in großen Teilen nicht gebe.

Das Unternehmen hatte Anlegern stabile Renditen von 3 % versprochen, für den Fall, dass diese das erworbene Gold einlagerten. Deshalb kamen viele der Investoren mit dem erworbenen Gold niemals persönlich in Berührung. Der Vertrieb sei in weiten Teilen über eigene Kunden erfolgt, die erfolgsabhängige Provisionszahlungen erhielten.

Rentnerbetrug mit Schneeballsystem

Ebenfalls im Jahr 2019 wurde bekannt, dass ein Betrüger von deutschen Rentnern wohl mehr als 4 Millionen Euro kassierte. Diese investierten in der Hoffnung auf zusätzliche Rentenzahlungen in ein „alternatives Pensionssystem“, das regelmäßige Zahlungen versprach.

Viele Anleger hätten ihre Einzahlungen erhöht, nachdem es anfänglich tatsächlich die versprochenen Auszahlungen gab. Nach einer Laufzeit von circa zwei Jahren wurden die Auszahlungen schließlich eingestellt. Der Verdacht besteht, dass der Initiator die Auszahlungen aus einem Teil neuer Einzahlungen veranlasste und die Differenz für sich behielt.

Was können Opfer von Kapitalanlagebetrug machen?

Was können die Anleger bei Kapitalanlagebetrug tun? Diese Frage wird uns in unserer Kanzlei häufig gestellt. Sie impliziert bereits die richtige Antwort. Denn „etwas tun“ sollte man in jedem Fall. Es bestehen Chancen, die Verluste zu kompensieren und wenigstens einen Teil des eingesetzten Kapitals zurückzuholen.

Entsprechend sollten betroffene Anleger ihre zivilrechtlichen Möglichkeiten gegenüber den Anlagebetrügern prüfen lassen. Im Falle einer Falschberatung bestehen grundsätzlich Schadensersatzansprüche gegenüber Anlagevermittlern und Beratern.

Außerdem können Verträge oft wirksam angefochten oder widerrufen werden. Zudem kann eine Haftung auch die Initiatoren oder Hinterleute treffen.

Die Rechtsanwälte der Anwaltskanzlei Herfurtner bereiten die Daten beim Kapitalanlagebetrug für die zuständigen Strafverfolgungsbehörden im In- und Ausland auf und arbeiten mit Kanzleien in den jeweiligen Ländern zusammen, um die Gelder von Betrugsopfern zurückzuholen.

Wir vertreten Anleger gegen Anlagevermittler und Kapitalanlagebetrüger bundesweit. In einem ersten Schritt zeigen wir Ihnen die rechtlichen Möglichkeiten auf, Ihre Investitionen zurückzuerhalten.

Bei allen weiteren Schritten steht beim Kapitalanlagebetrug der vollständige Schadensausgleich im Vordergrund.

Ansprechpartner und Rechtsanwälte für Fälle im Kapitalanlagebetrug

Rechtsanwalt Patrick Wilson – Anwalt Patrick Wilson sowie auch sämtliche andere Rechtsanwälte der Kanzlei vertreten geschädigte Privatanleger in sämtlichen Bereichen des Bank– und Kapitalmarktrechtes. Darüber hinaus ist Rechtsanwalt Patrick Wilson Mitglied im Münchner Anwaltverein, dem Deutschen Anwaltverein und der Arbeitsgemeinschaft für Bank- und Kapitalmarktrecht des DAV.

Haben Sie den Verdacht, Geld durch Kapitalanlagebetrug verloren zu haben? Dann können Sie sich mit Ihrem Anliegen an unsere Rechtsanwälte wenden. Hier gelangen Sie direkt in unseren Kontaktbereich.

KONTAKT
Anfrage
Erfahrungen & Bewertungen zu Herfurtner Rechtsanwälte

Rechtsberatung über Videokonferenz

Neben dem klassischen Telefonat bieten wir Ihnen auch die für Sie kostenfreie Möglichkeit an, Beratungsgespräche über eine sichere Videokonferenz durchzuführen.

Rechtsanwälte

Standorte

Kontaktformular