Anleihen2021-09-10T15:21:58+02:00

Anleihen

Anleihen Rechtsanwalt

Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, durch die ihr Herausgeber, auch Emittent genannt, einen Kredit aufnimmt. Die Verzinsung kann fest, variabel oder strukturiert sein.

Anleihen – Arten

Es gibt verschiedene Arten von Anleihen. Die wichtigsten davon sind:

  1. Öffentliche Anleihen – Bund, Länder und Kommunen können selbst Anleihen herausgeben. Mit derartigen öffentlichen Anleihen finanzieren Bund und Länder ihre Haushaltsdefizite. Dabei handelt es sich in der Regel um festverzinsliche Inhaberschuldverschreibungen. Öffentliche Anleihen sind etwa Bundesobligationen, Bundesanleihen und Bundesschatzanweisungen.In letzter Zeit bieten Anleihen von bonitätsstarken Ländern wie Deutschland kaum Renditen. Daher empfehlen Anlageberater immer häufiger Schwellenländer-Staatsanleihen. Doch die dabei zu erzielenden höheren Renditen sind grundsätzlich auch mit deutlich größeren Risiken verbunden.
  2. Kreditinstitute – auch Kreditinstitute können Anleihen herausgeben. Das sind etwa Pfandbriefe und öffentliche Pfandbriefe sowie
    Schuldverschreibungen.
  3. Gewerblichen Wirtschaft – Mittelstandsanleihen, Unternehmensanleihen, Gewinnschuldverschreibungen u.a.
    Mittelstandsanleihen haben dabei eine besonders große Bedeutung für Privatanleger. Sie sind eine alternative Finanzierungsform von mittelständischen Unternehmen. Unternehmen profitieren dabei von den recht geringen Besicherungserfordernissen bei den Mittelstandsanleihen.Für ein herkömmliches Bankdarlehen müssen die Firmen dagegen erhebliche Sicherheiten bieten können. Es handelt sich dabei im Grunde genommen um ein Darlehen, das einem Unternehmen in der Regel von Privatpersonen gewährt wird. Anders als bei Aktien erhält der Geldgeber keine Anteile am Unternehmen. Das Unternehmen wird dagegen verpflichtet Zinsen zu zahlen und bei Fälligkeit den geliehenen Betrag zurückzuzahlen.
  4. Internationale Bonds sind solche, die nicht im Land des Schuldners übernommen werden. Auf dem internationalen Kapitalmarkt gibt es diverse innovative Anleihetypen.

Anleihen – Handel

Anleihen können zum einen an den Börsen gehandelt werden. In den meisten Ländern können Finanzprodukte aber auch außerbörslich gehandelt werden. Sie werden in der Regel als Inhaberpapiere ausgegeben, damit sie einfacher gehandelt werden können. Das heißt, dass der Inhaber der Aktie auch der Gläubiger ist. Anleihen können aber auch als Namens-, Order- oder Rektapapiere ausgegeben werden.

Neben Fremdwährungskrediten sind auch Anleihen in Fremdwährungen sehr beliebt bei Anlegern – obgleich sie mit einem höheren Risiko für Investoren verbunden sind.

Anleihen – Laufzeit

Anleihen können für unterschiedliche Laufzeiten vereinbart werden. Kurs- und mittelfristige Bonds haben eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren. Langfristige Bonds haben eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Staatsanleihen können sogar Laufzeiten zwischen zehn und dreißig Jahren aufweisen.

Risiken für Privatanleger

Privatanleger werden mit hohen Renditeversprechen angelockt und investieren sehr oft in Unternehmensanleihen. In den vergangenen Jahren hat jedoch die Praxis gezeigt, dass selbst Anleihen von renommierten und vermeintlich sicheren Unternehmen oftmals erhebliche Verluste für die Privatinvestoren zur Folge haben. Viele Privatanleger sind sich den erheblichen Risiken nicht bewusst.

Unter Umständen ist sogar der Totalverlust ihrer Investition möglich. Außerdem kommen oft Ausfälle der Rückzahlungen und Laufzeitverlängerungen vor. Betroffene Anleger sollten sich frühzeitig an einen Anwalt ihres Vertrauens wenden und ihre Schadensansprüche überprüfen lassen. Auf dem Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts bestehen in vielen Fällen Haftungsansprüche gegen Anlageberater und Anlagevermittler. 

Da man von Privatanlegern keine vertieften Kenntnisse zu diesen Produkten erwarten kann, kommt es entscheidend auf die Beratung seitens der Anleihenverkäufer oder Anleihenvermittler an. Allerdings werden Anleger sehr oft falsch oder nicht umfassend beraten, so dass ihnen dann – im nachgewiesenen Fall einer Falschberatung – Schadensersatzansprüche zustehen. Dies ist im Anlegerschutz rechtlich geregelt. Wir, die Herfurtner Rechtsanwälte, informieren Sie regelmäßig zu aktuellen Warnungen im Bereich Investitionen.

Anleihen – die Risiken im Einzelnen

Anleihen, als Teilgebiet des Bankrechts / Kapitalmarktrechts sind mit verschiedenen Risiken verbunden. Dazu zählen insbesondere:

  • Ausfallrisiko, auch Bonitätsrisiko genannt – die Bonität eines Schuldners ist entscheidend für das Ausfallrisiko einer Anleihe. Sie wird von spezialisierten Agenturen überprüft und bemessen. Schuldner mit schlechterer Bonität müssen den Anlegern eine höhere Verzinsung als bonitätsstarke Schuldner bieten, um die höhere Risikobereitschaft der Anleger zu honorieren.
  • Währungsrisiko, auch Wechselkursrisiko genannt, ist das bei Fremdwährungsanleihen bestehende Risiko von Wechselkursänderungen. Von Nachteil für die Anleger ist es, wenn die Nominalwährung gegenüber der Heimatwährung abwertet. Vereinfacht formuliert heißt es, dass die Währung, in der die Anleihe vom Emittenten zurückgezahlt wird günstiger wird im Verhältnis zur Heimatwährung des Käufers.
  • Zinsänderungsrisiko – Veränderungen des Marktzinses sind insofern von Bedeutung als der Wert einer Anleihe bei Marktzinssteigerungen sinkt. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn der Anleger seine Anleihe vor ihrer Fälligkeit verkaufen möchte.
  • Inflationsrisiko – der tatsächliche Wert einer Anleihe und der zukünftigen Auszahlungen wird außerdem erheblich von der Höhe der Inflation beeinflusst.

Anleihen – Möglichkeiten der Besicherung

Es gibt sowohl besicherte als auch nicht besicherte Anleihen. Nicht besichert sind etwa die Staatsanleihen.

Es gibt folgende Möglichkeiten der Besicherung:

  1. Schiffspfandbriefe und Flugzeugpfandbriefe werden durch Hypotheken auf Schiffe bzw. Flugzeuge abgesichert.
  2. Hypothekenpfandbriefe werden durch Grund und Boden besichert und unterliegen den Anforderungen des Pfandbriefgesetzes.
  3. Öffentliche Pfandbriefe werden durch Forderungen an die öffentliche Hand besichert und unterliegen ebenso den Anforderungen des Pfandbriefgesetzes
  4. Hypothekenanleihen werden durch Sicherheiten auf Grund und Boden abgesichert und unterliegen nicht den Anforderungen nach dem Pfandbriefgesetz.
  5. Forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS – asset-backed securities) werden durch den Bestand der an die Zweckgesellschaft (SPV- special purpose vehicle) übertragenen Forderungen besichert.
  6. Bei Katastrophenanleihen besteht für die Versicherungsgesellschaften die Möglichkeit das Katastrophenrisiko auf den Kapitalmärkten zu verkaufen und sich dadurch abzusichern. Dadurch lassen sich die von Naturereignissen ausgehenden Risiken absichern oder begrenzen.

Für Fragen zu diesem Thema stehen Ihnen unsere Anwälte gerne Rede und Antwort. Gerne beraten wir Sie auch zu den Themen Fonds, insbesondere Schiffsfonds sowie Swap-Geschäfte.

Mittelstandsanleihen

Mittelstandsanleihen – Die Rechtsanwälte der Kanzlei Herfurtner beraten Anleger, die Verluste bei Mittelstandsanleihen erlitten haben. Die Mehrheit der aktuell angebotenen Mittelstandsanleihen sind wohl nicht empfehlenswert, wenn man die mögliche Rendite dem Verlust-Risiko vergleicht.

Anleger sollten die Entwicklung Ihre Anleihe immer Blick haben. In jedem Fall sind Mittelstandsanleihen keine klassischen Buy-and-Hold-Investments, die über viele Jahre im Depot liegen gelassen werden können.

Das Handelssegment der Mittelstandsanleihe startete im Jahr 2010. Das Segment wurde speziell für Anleihen von Mittelständlern erdacht und wurde BondM genannt. Nach vielen Insolvenzen, Skandalen und Zeitungsberichten ist der Markt so gut wie tot. Viele Emittenten drängten in den Markt, obwohl die Kapitalmarktfähigkeit nicht gegeben war.

Die Bilanzen zeigten in manchen Fällen von vornherein, dass die Unternehmen nicht in der Lage sein würden, die Anleihe aus den Erträgen des operativen Geschäftes heraus zu tilgen. Bei Eigenkapitalquoten von unter 15% ist die Abhängigkeit von Fremdkapital und Anschlussfinanzierungen oft sehr hoch.

Die Schäden bei Mittelstandsanleihen belaufen sich laut der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bereits auf rund 900 Millionen Euro.

Die meisten Mittelstandsanleihen weisen eine Laufzeit von fünf Jahren auf. Möglichweise steht vielen Anlegern der Horror erst in Haus, da viele Fälligkeitstermine noch nicht erreicht sind. Bis 2019 müssen 147 Mittelstandsanleihen mit einem Volumen von 6,9 Milliarden Euro zurückgezahlt werden. Die geht aus einer Studie von Apollo Corporate Finance hervor.

Werden die Anleihebedingungen geändert ist meist eine Kündigung möglich. Auch Schadensersatzansprüche der Anleger gegen an der Emission beteiligte Unternehmen und/oder Personen bestehen in vielen Fällen.

Liste notierter Mittelstandsanleihen

3W POWER S.A. 14/19  WKN: A1ZJZB
ADLER REAL ESTATE 13/18  WKN: A1R1A4
ADLER REAL ESTATE 14/19  WKN: A11QF0
ADLER REAL ESTATE 15/20  WKN: A14J3Z
AIR BERLIN 10/15  WKN: AB100A
AIR BERLIN 11/18  WKN: AB100B
AIR BERLIN 14/19 WKN: AB100L
AIR BERLIN 14/19 WKN: AB100N
ALBERT REIFF IHS 11/16 WKN: A1H3F2
ALBIS LEASING IHS 11/16 WKN: A1CR0X
Alfmeier Anleihe 13/18 WKN: A1X3MA
ALNO AG 13/18 WKN: A1R1BR
ALPINE HOLDING 12/17 WKN: A1G4NY
ARISTON REAL IHS.11/16 WKN: A1H3Q8
ATON GROUP FIN. 13/18 WKN: A1YCQ4
AVW GRUND AG 11/15 VAR WKN: A1E8X6
BASTEI LUEBBE IHS 11/16  WKN: A1K016
BDT MEDIA AUTOM. IS 12/17  WKN: A1PGQL
BEATE UHSE AG 14/19  WKN: A12T1W
BERENTZEN-GRP IHS 12/17  WKN: A1RE1V
BIOENERGIE IS 13(16/20)  WKN: A1TNHC
BKN BIOSTROM IS.11/16  WKN: A1KQ8V
CENTROSOLAR GROUP AG 16  WKN: A1E85T
CLOUD NO 7 13/17  WKN: A1TNGG
CONSTANTIN MEDIEN AG IHS  WKN: A1R07C
DEMIRE ANLEIHE 14/19  WKN: A12T13
DEUT.BOERSE ANL 13/18  WKN: A1R1BC
DEUT.BOERSE ANL 15/25  WKN: A1684V
DEUT.BOERSE MTN 12/22 WKN: A1RE1W
DEUT.BOERSE SUB.ANL15/21  WKN: A161W6
DEUTSCHE ROHSTOFF 13/18  WKN: A1R07G
DEWB ANL.14/19  WKN: A11QF7
DF DT.FORFAIT AG 13/20  WKN: A1R1CC
DIC ASSET AG ANL. 13/18  WKN: A1TNJ2
DIC ASSET AG ANL. 14/19  WKN: A12T64
DT.STUDENTEN WOHN 15/20  WKN: A1ZW6U
DUERR AG ANL.14/21  WKN: A1YC44
E.N.O. ENERGY GMBH 011/16  WKN: A1H3V5
EDEL IHS 11/16  WKN: A1KQYG
EDEL IHS 14/19  WKN: A1X3GV
EKOSEM-AGRAR GMBH 12/17  WKN: A1MLSJ
EKOSEM-AGRAR GMBH 12/18  WKN: A1R0RZ
EKOTECHNIKA GMBH 13/18  WKN: A1R1A1
ENERGIEKONTOR ANL.11/22  WKN: A1K0M2
ENERGIEKONTOR ANL.12/22  WKN: A1MLW0
ENTERPRISE HLDGS 12/17  WKN: A1G9AQ
ENTERPRISE HLDGS 15/20  WKN: A1ZWPT
ESTAVIS AG 13/18  WKN: A1X3Q9
ETERNA MODE HLD 12/17  WKN: A1REXA
EUROBODEN GMBH IHS 130/18  WKN: A1RE8B
EXER D GMBH 11/16  WKN: A1E8TK
EYEMAXX R.EST.AG 11/16  WKN: A1K0FA
EYEMAXX REAL ESTATE AG 17  WKN: A1MLWH
EYEMAXX REAL ESTATE AG 19  WKN: A1TM2T
EYEMAXX REAL ESTATE AG 20  WKN: A12T37
FAIR VALUE REIT WA 15/20  WKN: A13SAB
FCR IMMOBILIEN ANL 14/19  WKN: A1YC5F
FERRATUM DTL. IHS 13/18  WKN: A1X3VZ
FFK ENVI. GMBH 11  WKN: A1KQ4Z
FREUND+PART.HYBR.ANL10/17  WKN: A1EV8U
FRIEDOLA GEBR.HOLZAPFEL17  WKN: A1MLYJ
GAMIGO AG 13/18  WKN: A1TNJY
GEBR.SANDERS IHS.13/18  WKN: A1X3MD
GERMAN PELLETS GEN.  WKN: A141BE
GERMAN PELLETS IHS.11/16  WKN: A1H3J6
GERMAN PELLETS IHS.13/18  WKN: A1TNAP
GERMAN PELLETS IHS.14/19  WKN: A13R5N
GETGOODS.DE AG ANL 12/17  WKN: A1PGVS
GEWA 5 TO 1 GMBH 14/18  WKN: A1YC7Y
GIF MBH 11/16  WKN: A1K0FF
GOLFINO AG 12/17  WKN: A1MA9E
GUENTHER ZAMEK IS.12/17  WKN: A1K0YD
HAHN IMMO.BET. AG 12/17  WKN: A1EWNF
HALLHUBER ANL 13/18  WKN: A1TNHB
HANSEYACHT AG 14/19  WKN: A11QHZ
HELMA EIGENBAU ANL.13/18  WKN: A1X3HZ
HERBAWI IHS 14/19  WKN: A12T6J
HKW PERSONAL ANL.11/16  WKN: A1K0QR
HOERMANN FIN ANL.13/18  WKN: A1YCRD
HOMANN HOLZW IHS.12/17  WKN: A1R0VD
HPI AG ANL.11/16  WKN: A1MA90
IDENTEC GROUP 12/17  WKN: A1G82U
IMM.PROJ.SAL.AR.ANL 12/19  WKN: A1RFBP
INCITY IMMOBILIEN 14/19  WKN: A13R8D
IPM GMBH ANL.13/18  WKN: A1X3NK
J.F.BEHRENS AG ANL.11/16  WKN: A1H3GE
JACOB STAUDER IHS 17  WKN: A1RE7P
JACOB STAUDER IHS 22  WKN: A161L0
JOH.FR.BEHRENS ANL 20  WKN: A161Y5
JUNG, DMS ANL.15/20  WKN: A14J9D
KARLIE GROUP GMBH 13/18  WKN: A1TNG9
KARLSBERG BR.ITV 12/17  WKN: A1REWV
KATJES INT. IHS 15/20  WKN: A161F9
KÉZIZÁLOG ZRT.  WKN: A1HQFG
KSW IMMOBILIEN ANL.14/19  WKN: A12UAA
KTG AGRAR AG ANL.11(17)  WKN: A1H3VN
KTG AGRAR SE 14/19  WKN: A11QGQ
KTG ENERGIE AG 12/18  WKN: A1ML25
LANG+CIE. RE BET. 15/18  WKN: A161YX
LAUREL GMBH 12/17  WKN: A1RE5T
MAG IAS GMBH 11/16  WKN: A1H3EY
MARITIM VERTR.ANL.14/16  WKN: A13R5R
MBB CLEAN ANL 13/19  WKN: A1TM7P
METALCORP GRP 13/18  WKN: A1HLTD
MIFA FAHRRADW.IHS 13/18  WKN: A1X25B
MINAYA CAP WLD.13/18  WKN: A1X3H1
MITEC AUTOMOTIVE 12/17  WKN: A1K0NJ
MORE+MORE 13/18  WKN: A1TND4
MOX TELECOM AG 12/17  WKN: A1RE1Z
MS DEUTSCHLAND 17  WKN: A1RE7V
MS SPAICH. ANL. 11/16  WKN: A1KQZL
MT-ENERGIE ANL.12/17  WKN: A1MLRM
MTU AERO 12/17  WKN: A1PGW5
NEUE ZWL ZAHNRADW. 14/19  WKN: A1YC1F
NEUE ZWL ZAHNRADW. 15/21  WKN: A13SAD
NORDEX SE IHS 11/16  WKN: A1H3DX
PARAGON AG ANL.13/18   WKN: A1TND9
PCC SE ITV.11/15  WKN: A1K0U0
PEACH PROP.ANL.11/16  WKN: A1KQ8K
PEINE IHS 13/18  WKN: A1TNFX
PENELL GMBH IHS.14/19  WKN: A11QQ8
PHOTON EN.INV. 13/18  WKN: A1HELE
PNE WIND AG ANL 13/18  WKN: A1R074
PORR AG 12-16  WKN: A1HCJJ
PORR AG 13/18  WKN: A1HSNV
POSTERXXL AG 12/17  WKN: A1PGUT
PROCAR AUTOFINANZ 11/16   WKN: A1K0U4
PROCAR AUTOFINANZ 14/19  WKN: A13SLE
RENA GMBH IS.10/15  WKN: A1E8W9
RENA GMBH IS.13/18  WKN: A1TNHG
RENA LANGE 13/17  WKN: A1ZAEM
RENE LEZARD ANL.12/17  WKN: A1PGQR
RICKMERS HOLD.ANL 13/18  WKN: A1TNA3
ROYALBEACH ANL.11/16  WKN: A1K0QA
RUDOLF WOEHRL AG ANL 18  WKN: A1R0YA
RWE FIN. 09/21 MTN   WKN: A0T6L6
S+T AG 13/18   WKN: A1HJLL
SAF HOLLAND 12/18   WKN: A1HA97
SAG SOLARSTROM 10/15   WKN: A1E84A
SAG SOLARSTROM 11/17  WKN: A1K0K5
SANHA ANL 13/18  WKN: A1TNA7
SANOCHEMIA PHARM. 2017  WKN: A1G7JQ
SCHALKE 04 ANL. 12/19  WKN: A1ML4T
SCHNEEKOPPE ANL. 10/15  WKN: A1EWHX
SCHOLZ AG 12/17   WKN: A1MLSS
SEIDENSTICK. IHS 12/18  WKN: A1K0SE
SEMPER IDEM GMBH 11/16  WKN: A1H3YJ
SEMPER IDEM GMBH 14/21  WKN: A11QR1
SEMPER IDEM GMBH 15/20  WKN: A13SHW
SENATOR ENT.ANL.15/16  WKN: A14J6U
SENIVITA GMBH IHS 11/16  WKN: A1KQ3C
SENIVITA SOC.WS 15/20  WKN: A13SHL
SENIVITA SOZ.GE.GS 14/UN.  WKN: A1XFUZ
SIAG SCHAAF AG IHS 11/16  WKN: A1KRAS
SIC PROCESSING GMBH 11/16  WKN: A1H3HQ
SINGULUS TECHN. AG 12/17  WKN: A1MASJ
SNP SCHNEID.-NEU.ANL15/20  WKN: A14J6N
SOLAR8 ENERGY AG 11/16  WKN: A1H3F8
SOLEN AG 11/16  WKN: A1H3M9
STEILMANN-BO.ANL.12/17  WKN: A1PGWZ
STEILMANN-BO.ANL.14/18  WKN: A12UAE
STEILMANN-BO.ANL.15/17  WKN: A14J4G
STERN IMMOBIL.AG ANL13/18  WKN: A1TM8Z
STRENESSE AG ANL13/14  WKN: A1TM7E
STUD.GES.WITTEN/HERD. 24  WKN: A12UD9
SYMPATEX IHS 13/18  WKN: A1X3MS
TAG IMMOBILIEN ANL.13/18  WKN: A1TNFU
TAG IMMOBILIEN ANL.14/20  WKN: A12T10
TIMELESS HOM ANL 13/20  WKN: A1R09H
TRAVEL24.COM 12/17  WKN: A1PGRG
UBM REALITAETEN. 14-19  WKN: A1ZKZE
VALENSINA GMBH IHS 11/16  WKN: A1H3YK
VEDES ANLEIHE 14/19  WKN: A11QJA
VST BUILDING TECH. 13/19  WKN: A1HPZD
WIENERBERGER 07/UND. FLR  WKN: A0G4X3
WINDREICH ANL. 11/16  WKN: A1H3V3

Bonitätsanleihen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kritisiert, dass die Risiken von Bonitätsanleihen für private Investoren nicht erkennbar sind. Auch könne ein Interessenkonflikt für Kreditinstitute bestehen, da Banken auch Kredite an die Unternehmen vergeben, deren Bonitätsrisiken sie verbriefen. Aus Sicht der BaFin gehören Bonitätsanleihen nicht in die Hände von Privatkunden.

Die BaFin beabsichtigt daher aus Gründen des Anlegerschutzes, die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf an Privatkunden zu verbieten.

Dieses Verbot wäre das Erste, das eine komplette Gattung von Finanzprodukten für Privatanleger betrifft. Das könnte für Banken eine dramatische Auswirkung haben, da Anleger ca. 6,3 Milliarden Euro in Bonitätsanleihen investiert haben. Aktuell werden Vertreter der betroffenen Kreditinstitute angehört.

Bonitätsanleihen Definition

Bonitätsanleihen (bonitätsabhängige Anleihen) sind Derivate, die von einer Bank emittiert werden. Aus rechtlicher Sicht stellen Sie eine Schuldverschreibung des Emittenten dar. Anleger haben die Möglichkeit in die Kreditwürdigkeit (Bonität) eines Schuldners zu investieren.

Abhängig von der Bonität des Schuldners bekommen die Anleger bestimmte Zinszahlungen. Außer den Zinszahlungen bekommt der Anleger bei Fälligkeit auch den Nennwert ausbezahlt, sofern bei dem Schuldner kein Kreditereignis eintritt.

Hinsichtlich der Verzinsung gibt es wie bei herkömmlichen Anleihen zwei Varianten. Die Verzinsung kann über die gesamte Laufzeit fix sein oder im Zeitablauf über einen Stufenzins ansteigen.

Die Spezialität bei Bonitätsanleihen liegt darin, dass die Zins- und Rückzahlung an die Kreditwürdigkeit (Bonität) eines sogenannten Referenzschuldners gekoppelt ist. Der Referenzschuldner kann ein Unternehmen oder ein Staat sein. Ein finanzieller Erfolg ist vom Nichteintritt sogenannter Kreditereignisse beim Referenzschuldner abhängig.

Es existieren auch Anleihen, deren Entwicklung von der Bonität mehrerer Referenzschuldner abhängt. Diese Anleihen mit zwei oder mehreren Referenzschuldnern, die gleichgewichtet sind, werden lineare Bonitätsanleihen genannt. Meist beziehen sie sich auf die Bonität mehrerer Vertreter eines Sektors.

Bonitätsanleihen werden in der Regel  als Anlageprodukte bezeichnet und verkauft. Genau genommen hat der Erwerber jedoch nicht die Funktion eines Darlehensgebers. Vielmehr ist er in der Rolle eines Versicherungsgebers, da er für das Bonitätsrisiko des Referenzschuldners haftet. Durch die Produktbezeichnung und Vertriebsstrategie entsteht bei Privatkunden aber meistens der Eindruck, dass es sich um ein Zinspapier handelt.

Bonitätsanleihen – höhere Verzinsung bei höherem Risiko

Durch die anhaltend niedrigen Zinsen sind Staats- und Unternehmensanleihen weniger attraktiv geworden. Insbesondere lassen sich bei Emittenten mit hoher Bonität fast keine Gewinne erwirtschaften. Für diejenigen Anleger und Investoren, die nicht in den spekulativen Aktienmarkt gehen wollen, bieten Bonitätsanleihen oder Credit Linked Notes (CLN) eine Alternative.

Bonitätsanleihen bieten für Anleger die Möglichkeit höhere Renditen als bei vergleichbaren klassischen Anleihen zu erzielen. Der Anleihegläubiger erhält für die Akzeptanz des Emittentenrisikos der herausgebenden Bank eine zusätzliche Risikoprämie. Dadurch entstehen grundsätzlich höhere Gewinnmöglichkeiten.

Höhere Renditen sind grundsätzlich auch mit größeren Risiken verbunden. Erwerber von Bonitätsanleihen haften grundsätzlich für zwei Risiken – das ist zum einen das sog. Emittentenrisiko, also dass die Bank, die die Bonitätsanleihe emittiert hat, aufgrund schlechterer finanziellen Situation ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Zum anderen haften sie auch für die Bonität des Referenzschuldners.

Wird die Bonität des Referenzschuldners schlechter und tritt auch ein Kreditereignis ein, werden die künftigen Zinszahlungen eingestellt. Außerdem wird die Bonitätsanleihe vorzeitig beendet. Sodann wird sie mit  einem sog. Barausgleichsbetrag anstatt mit dem ursprünglichen Nennbetrag der Anleihe abgegolten. Die Höhe des Barausgleichsbetrags bestimmt sich nach dem Marktwert der Verbindlichkeiten des Referenzschuldners. Er kann deutlich niedriger sein und sogar Null betragen. Dies würde dann einen Totalverlust bedeuten.

Ein derartiges Kreditereignis ist zum Beispiel die Insolvenz des Referenzschuldners. Aber auch bereits die Nichtzahlung einer fälligen Verbindlichkeit kann ein solches Kreditereignis sein und gravierende Folgen haben. Es genügen auch bloße vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten, die im weiteren Verlauf überwunden werden. Für die Inhaber von Bonitätsanleihen ist es dann unerheblich, wenn sich der Referenzschuldner bereits nach kurzer Zeit wieder stabilisiert, da die Verluste bereits eingetreten sind.

Die Anwälte der Kanzlei Herfurtner in München haben die Bedingungen verschiedener Bonitätsanleihen überprüft und dabei festgestellt, dass sich die Emittenten oft vertraglich das Recht vorbehalten, unter bestimmten Voraussetzungen auch nach Vertragsabschluss Einfluss auf die den Bonitätsanleihen zugrundeliegenden Referenzverbindlichkeiten zu nehmen. Dadurch entsteht aber ein Interessenkonflikt zwischen den Interessen des Emittenten und den Interessen des Anlegers.

Bonitätsanleihen für Privatanleger für nicht geeignet

Diverse Aspekte der Bonitätsanleihen sprechen für ihre Komplexität und Ungeeignetheit für Privatanleger. Anders als sonstige Zertifikate, die sich grundsätzlich auf allgemeinbekannte Basiswerte beziehen, sind die Basiswerte schwer einzuschätzende Bonitäts- und Kreditrisiken.

Privatkunden haben aber in der Regel keine Ahnung wie sie Bonitätsrisiken eines Unternehmens oder gar eines Landes beurteilen und einschätzen sollen. Für einen Privatanleger ist es grundsätzlich nahezu unmöglich realistisch einzuschätzen wann mit einem sog. Kursereignis zu rechnen wäre.

Bei Bonitätsanleihen, deren Wertentwicklung von mehreren Referenzschuldnern abhängt, wird die Einschätzung der Risiken für einen Privatanleger in der Tat absolut unmöglich, so Rechtsanwalt Patrick Wilson von der auf Bank und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei Herfurtner Rechtsanwälte..

Denn bei diesen Produkten muss der Anleger die Bonitäten mehrerer Referenzschuldnern bewerten. Sobald das Kreditereignis bereits bei einem einzigen Referenzschuldner eintritt, kommt es zur Beendigung der Anlage. Außerdem können Privatkunden überhaupt nicht einschätzen, ob die vereinbarten Zinsen dem Gesamtrisiko entsprechen.

Problematisch ist auch, dass Privatanlegern eine langfristig orientierte Geldanlage suggeriert wird, obwohl es sich bei den Bonitätsanleihen um hochkomplexe Finanzinstrumente handelt, die auf Kreditrisiken beruhen, die überwiegend im Rahmen des Handels mit Credit default swaps (CDS) entstehen.

Der Handel mit CDS ist aber von hochkomplexen Zusammenhängen geprägt und deshalb nur erfahrenen und professionellen Marktteilnehmern vorbehalten. Privatkunden verfügen nicht über die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen und können somit nicht mit den professionellen Marktteilnehmern mithalten.

Folgende Kreditinstitute bieten genannte Produkte an:

  • Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) –  Marktanteil 45%
  • Dekabank – Marktanteil 32%
  • Hypo-Vereinsbank – Marktanteil 10%
  • DZ-Bank – Marktanteil 7%

Diese Banken haben ca. 6,3 Milliarden Euro an Bonitätsanleihen derzeit in die Anlegerdepots verkauft.

Die Marktführer Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die Dekabank, die Hypovereinsbank und die DZ Bank haben noch vor dem endgültigen Verbot durch die BaFin die Bonitätsanleihen aus ihrem Angebot rausgenommen.

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