Anzeige wegen Betrug erstatten

Anzeige wegen Betrug

Anzeige wegen Betrug erstatten mit Hilfe von Rechtsanwalt – In den meisten Fällen von Betrug gibt es keine andere Möglichkeit als die polizeiliche Verfolgung und die Erstattung einer Strafanzeige.

Strafanzeigen wegen Betrug – wie z.B. Cybercrime – können bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft – auch mit Hilfe eines Anwalts – gestellt werden.

Doch was genau ist eine Strafanzeige wegen Betrug und was kann man damit bezwecken Wie stellen Opfer von Betrugsfällen eine Strafanzeige oder einen Strafantrag? Wie hoch sind die Kosten, und ist es möglich, eine Strafanzeige im Zweifelsfall wieder aufzuheben?

Im Folgenden haben wir diese und andere häufig gestellte Fragen zum Thema bei Betrugsfällen „Strafanzeige stellen“ beantwortet und einige grundsätzlichen Fakten für Sie zusammengetragen.

Inhaltsverzeichnis – Strafanzeige wegen Betrug

  1. Was ist eine Strafanzeige?
  2. Wie erstatte ich Anzeige wegen Betrug?
  3. Kann man online Anzeige erstatten?
  4. Was passiert wenn man Strafanzeige stellt?
  5. Kann eine Anzeige wegen Betrug zurückgenommen werden?
  6. Unterschiede zwischen Strafanzeige und Strafantrag
  7. Was bringt mir eine Anzeige?
  8. Wann sollte ich einen Anwalt hinzuziehen?

Was ist eine Strafanzeige wegen Betrug?

Zunächst muss definiert werden, was eine Strafanzeige ist und wo sie eingereicht werden soll.

Eine Strafanzeige z.B. wegen Betrug ist zunächst die Anzeige eines Vorfalls oder Sachverhalts, der nach Meinung des Anzeigenden eine Straftat darstellen könnte.

Der Anzeigenerstatter erklärt zunächst der Polizei , was sich seiner Erinnerung nach ereignet hat und wer an der Straftat beteiligt war.

Typischerweise werden Anzeigen von den Opfern, deren Angehörigen oder von Zeugen einer Straftat erstattet. Eine Strafanzeige kann aber von jedem gestellt werden, nicht nur von Opfern einer Straftat. Jeder andere, der glaubt, Beweise für eine Straftat zu haben, hat das gleiche Recht.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass auch ein Zeuge eine Anzeige bei der Polizei stellt. Wenn die Person, die die Anzeige erstattet, die Identität des Täters nicht kennt, kann auch eine Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet werden. Auch in diesem Fall müssen die Behörden eine Strafanzeige aufnehmen.

Eine Anzeige wegen Betrug muss nicht in einer bestimmten Form erfolgen. Sie kann mündlich oder schriftlich bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder dem zuständigen Amtsgericht erstattet werden.

„Es ist also nicht notwendig, eine Strafanzeige in einem vorgeschriebenen Format und mit vorgegebenem Wortlaut zu stellen. Der normale Bürger hat häufig keine Ahnung, welche konkrete Straftat begangen wurde. Außerdem ist es nicht notwendig, die genaue strafrechtliche Terminologie zu kennen.“

Bei einer mündlichen Anzeige nimmt die zuständige Stelle den Sachverhalt zu Protokoll.

Im Gegensatz zu einem Strafantrag, der innerhalb bestimmter Fristen zu stellen ist, ist ein Strafantrag nicht zeitlich begrenzt. Allerdings kann die vorgeworfene Straftat bis zum Ablauf einer bestimmten Zeit verjährt sein, was eine Strafverfolgung natürlich erschweren kann.

Der Sinn einer Strafanzeige wegen Betrug ist es, der Staatsanwaltschaft einen Sachverhalt mitzuteilen, der einen Straftatbestand beschreibt. Ein Ermittlungsverfahren gegen den konkreten Täter kann dann gegebenenfalls eingeleitet werden.

In den allermeisten Fällen wäre es für die Strafverfolgungsbehörde sehr unwahrscheinlich, wenn nicht sogar unmöglich, Beweise für eine vermutete illegale Tat zu erhalten, da kriminelle Aktivitäten oft im Verborgenen stattfinden.

Wie erstatte ich Anzeige wegen Betrug?

Der Nachweis von Betrug ist entscheidend. Wenn Sie jemanden fälschlicherweise beschuldigen, werden Sie möglicherweise ebenfalls angeklagt.

Sie können die Betrugsmeldung nicht rückgängig machen. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie wirklich betrogen wurden, sollten Sie die Polizei anrufen und den Vorfall melden. Alternativ kann ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden, welcher den Sachverhalt vorab rechtlich prüft.

Betroffene können hier eine Betrugsanzeige erstatten:

  • mündlich oder schriftlich bei jeder Polizeidienststelle
  • bei der Staatsanwaltschaft
  • beim Amtsgericht

Wenn Sie mit dem Beschuldigten verwandt sind oder mit ihm eine Wohnung teilen, müssen Sie innerhalb von drei Monaten  einen Strafantrag stellen, damit die Strafverfolgungsbehörde mit den Ermittlungen beginnen kann. Das Gleiche gilt, wenn der Vermögensschaden unter 50 Euro liegt.

Beachten Sie Folgendes, bevor Sie einen Strafantrag stellen:

  • Rechnungen, E-Mails, Chat-Protokolle oder Fotos sind Beispiele für Beweismittel – z.B. bei betrügerischen Brokern
  • Füllen Sie alle Formulare auf den Webseiten unbedingt und korrekt aus, wenn Sie die Strafanzeige online stellen. Je genauer Ihre Angaben sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Polizei die Straftäter fassen kann.
  • Sie können als Zeuge benannt werden, wenn Sie eine Anzeige erstatten. Das sollten Sie bedenken, bevor Sie eine Anzeige erstatten.
  • Geben Sie Ihren vollständigen und korrekten Namen sowie Ihre genaue Adresse und Telefonnummer an, damit die Polizei Sie bei Rückfragen kontaktieren kann.
  • Sie sind nicht verpflichtet, sich selbst oder Ihre Familienangehörigen zu belasten. Sie können die Beantwortung von Fragen hierzu ablehnen.

Ablauf der Zeugenvernehmung

Zunächst müssen Sie – bis auf einige Ausnahmefälle – Ihre vollständigen persönlichen Daten angeben.

Sie werden dann über Ihre Rechte und Pflichten bei der Befragung informiert. Von der Polizei wird erwartet, dass sie dies vor jeder Vernehmung durchführt. Sie müssen Sie z. B. auf die Folgen einer fehlerhaften oder ungenauen Verurteilung hinweisen.

Sie werden dann gebeten, eine kurze Erklärung über den Fall abzugeben. Es können zusätzliche Fragen gestellt werden, z. B. zu den direkten oder indirekten Auswirkungen der Straftat auf Sie.

Die Polizei wird alles, was Sie sagen, dokumentieren. Am Ende haben Sie die Möglichkeit, alles noch einmal genau nachzulesen. Sie können es sich sogar vorlesen lassen, wenn Sie möchten. Wenn der Text mit Ihren Wahrnehmungen übereinstimmt, unterschreiben Sie die Vernehmung und die vorangegangene Belehrung.

Wenn Sie bei der Anzeigenerstattung eine Aussage gemacht haben, können später weitere Vernehmungen dennoch erforderlich werden.

Zusätzlich werden Sie über Ihre Opferrechte als Betrogener belehrt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Polizei Ihre Aussage auch auf Video aufnehmen.

Kann man online Anzeige erstatten?

In einigen Bundesländern ist es auch möglich, Strafanzeige online zu erstatten. Elf Bundesländer bieten diesen Service an.

Bei folgenden Landespolizeidienststellen können Strafanzeigen auch elektronisch erstattet werden:

Was passiert wenn man Strafanzeige stellt?

Bei der Anklageerhebung ist die Staatsanwaltschaft verpflichtet die Beweislage nach bestem Wissen und Gewissen aufzuklären und in beide Richtungen zu ermitteln. Dies erfordert, dass die Staatsanwaltschaft sowohl belastende als auch entlastende Umstände in den Blick nimmt.

Wenn die Polizei eine Anzeige wegen Betrug erhält, leitet sie die Beweise und Akten an die zuständige Staatsanwaltschaft weiter, die dann entscheiden muss, ob sie Anklage erhebt oder das Verfahren einstellt.

Erfolgt eine Verfahrenseinstellung, wird dies dem Erstatter der Anzeige mitgeteilt. Eine Strafanzeige wegen Betruges  ist für den Anzeigenerstatter mit keinen Kosten verbunden. Damit ist gewährleistet, dass niemand gezwungen ist, der Polizei aus finanziellen Gründen Informationen über eine Straftat vorzuenthalten.

Kann eine Anzeige wegen Betrug zurückgenommen werden?

Grundsätzlich können Strafanzeigen nicht zurückgenommen werden. Sobald ein Fall erkannt wurde, muss die Polizei eine Untersuchung durchführen. Dies ist anders als bei einem Strafantrag, der nach § 77d StGB ausdrücklich zurückgenommen werden kann.

Einzelpersonen können ihre Strafanzeige nur unter bestimmten Umständen zurückziehen, z. B. wenn sich die Anzeige gegen einen Partner, ein Familienmitglied, einen Ehepartner oder einen Bekannten richtet.

Unterschiede zwischen Strafanzeige und Strafantrag

Es ist notwendig, den Strafantrag von der Strafanzeige zu unterscheiden. Denn bei einem sog. Antragsdelikt ist ein Strafantrag Voraussetzungen für die Aufnahme von Ermittlungen.

Bei Betrugsfällen liegt in der Regel ein Offizialdelikt vor. Folglich ist eine Strafanzeige nicht erforderlich, um eine Untersuchung einzuleiten.

Was bringt mir eine Anzeige?

‌Nachdem die Polizei oder die Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen Betrugs erhalten hat, werden zunächst Ermittlungen durchgeführt.

Während eines Ermittlungsverfahrens werden von der Polizei und der Staatsanwaltschaft verschiedene Maßnahmen ergriffen. Zum Beispiel wird der Beschuldigte verhört. Ein Strafverteidiger wird Beschuldigten dabei in der Regel beraten.

Zusätzlich kann bei Betrug eine Hausdurchsuchung durchgeführt werden oder es werden Gegenstände wie Handys, Computer und andere elektronische Geräte sowie Unterlagen beschlagnahmt. Dies ist wahrscheinlich, wenn der Verdacht besteht, dass Informationen über den Betrugshergang erlangt werden können.

Wenn die Betrugsermittlung abgeschlossen ist, hat die Generalstaatsanwaltschaft eine Reihe von Möglichkeiten. Sie hat die Möglichkeit, Anklage zu erheben oder das Verfahren einzustellen.

Wenn die Staatsanwaltschaft aufgrund der Ermittlungsergebnisse eine Verurteilung des Beschuldigten für wahrscheinlich hält, erhebt sie Anklage.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Strafbefehl, der den Strafvorschlag der Staatsanwaltschaft enthält.

Auf die Anklage folgt eine Hauptverhandlung, in der die Schuld des Angeklagten festgestellt werden muss. Oft ist mit mehreren mündlichen Verhandlungen zu rechnen, die in Betrugsverfahren am Amtsgericht oder Landgericht stattfinden.

Stellt die Generalstaatsanwaltschaft jedoch fest, dass dem Opfer kein Fehlverhalten nachgewiesen werden kann, wird das Verfahren eingestellt. Auch die Einstellung des Verfahrens ist möglich, wenn die Schwere der Schuld als nicht ausreichend angesehen wird.

Wann sollte ich einen Anwalt hinzuziehen?

Wenn Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, können Sie einen Rechtsanwalt hinzuziehen. Er kann Ihnen dabei helfen ein Strafverfahren gegen den Täter einzuleiten.

Als Betrugsopfer haben Sie möglicherweise auch zivilrechtliche Ansprüche, z. B. auf Schadenersatz im Anlegerschutz. Um diese geltend zu machen, müssen Sie eine eigene privatrechtliche Klage einreichen.

Wir stehen Ihnen für eine kostenfreie Erstberatung gerne zur Verfügung.

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