Bank- und Kapitalmarktrecht

Bank- und Kapitalmarktrecht - Anwaltskanzlei Herfurtner

Bank- und Kapitalmarktrecht – Das Bank- und Kapitalmarktrecht ist weit mehr als nur ein rechtlicher Rahmen für die Tätigkeit von Finanzunternehmen. Die Rechtsvorschriften des Bank- und Kapitalmarktrechts wirken sich sehr auf unser tägliches Leben aus. z. B. auf:

  • den bargeldlosen Zahlungsverkehr
  • Geldanlagen
  • die Altersvorsorge
  • den Unternehmenssektor

Das Bankenrecht regelt auch das Bankwesen und die Kapitalmärkte sowie andere Aspekte des Finanzdienstleistungsrechts.

Die weitreichenden Verflechtungen von Finanztransaktionen in allen Bereichen unserer privaten und geschäftlichen Existenz, vom Verbraucher zum Industriegiganten, führen häufig zu rechtlichen Problemen, die in den Bereich des Bankrechts fallen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Bank- und Kapitalmarktrecht: die Leistungen der Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner
  2. Das Bank- und Kapitalmarktrecht – Einführung
  3. Gesetze im Bank- und Kapitalmarktrecht
  4. Was ist das Kreditvertragsrecht?
  5. Der Bereich der Kreditsicherheiten
  6. Bankrecht und Kapitalmarktrecht – Unterschied
  7. Allgemeines Bankrecht
  8. Öffentliches und privates Bankrecht
  9. Die Grundlagen des Kapitalmarktrechts
  10. Kapitalmärkte in der EU
  11. Kapitalmarktregulierung
  12. Kapitalmarktrecht Anwalt
  13. Finanzaufsichtsbehörden weltweit
  14. Bank- und Kapitalmarktrecht: Schadensersatz Falschberatung

Bank- und Kapitalmarktrecht: Leistungen der Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner

Die Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner ist mit langjähriger Erfahrung im Bankrecht und Kapitalmarktrecht tätig.

Mit Büros in München, Frankfurt am Main und Hamburg kennt die Herfurtner Rechtsanwaltsgesellschaft mbH die Möglichkeiten und Gefahren im Bankrecht und berät Sie zuverlässig und qualifiziert.

Unsere Anwälte stehen Ihnen sowohl persönlich in unseren Büros als auch per Videokonferenz in Berlin, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und dem gesamten deutschsprachigen Raum zur Verfügung.

Die Anwaltskanzlei Herfurtner widmet sich der Erarbeitung und Gestaltung von rechtlichen Strategien und Strukturen, die sich an Ihren Interessen orientieren und an Ihren Fall angepasst sind.

Unsere Beratungsleistungen im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht

  • Anleihen
  • Bankenaufsicht
  • Darlehensverträge (Widerruf u.a.)
  • Falschberatung
  • Finanzierungen
  • Vermögensverwaltung / Vermögensverwahrung / Private Banking
  • Das Wertpapiergeschäft
  • Forward-Darlehen
  • Banksteuerrecht
  • Prüfung von Verträgen im Falle einer Umstrukturierung oder Insolvenz
  • Geschäftsverbindungen Bank und Kunde
  • Der Vertrieb von Finanzinstrumenten
  • Das Verhindern von persönlicher Haftung sowie Sanktionen/Bußgeldverfahren
  • Geldwäschegesetz
  • Kreditkarten, Auslandszahlung, SEPA
  • Kreditsicherungsrecht
  • Swap-Geschäft
  • Kapitalanlagerecht
  • Leasingvertrag
  • Vertragsrecht im Bankensektor, inkl. Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
  • Ausgliederung von Bankkonten / Bankgeschäften
  • Depot- und Verwahrungsgeschäfte, bestehend aus Fondsdepots/-konten und Fondsvermögensverwaltungsdepots/-konten
  • Prüfung von Kreditverträgen und Sicherungsverträgen
  • Fremdwährungskredit
  • Fonds, zum Beispiel Schiffsfonds

Einführung in das Bank- und Kapitalmarktrecht

Die Bankenkrise, unzulässige Kreditrückstellungen, der Dieselskandal und der Brexit sind Beispiele aus jüngster Vergangenheit für wirtschaftspolitisch weitreichende Entwicklungen.

Entwicklungen, deren Folgen noch Jahre nachwirken und mit denen sich das Bank- und Kapitalmarktrecht auseinandersetzt.

Zum einen betreffen diese Umstände unmittelbar die Kapitalmärkte und damit auch die jeweiligen Kreditinstitute. Zum anderen haben sie auch in vielen Fällen rechtliche Auswirkungen. Diese sind spürbar durch Klagen, die Ausübung von Widerrufsrechten sowie das Ergreifen anderer rechtlicher Schritte.

Das Bank- und Kapitalmarktrecht, das im nächsten Abschnitt im Mittelpunkt steht, befasst sich mit all diesen vielfältigen Themenfeldern.

Die bislang aufgeführten Beispiele zeigen schon jetzt: Das Bank- und Kapitalmarktrecht ist thematisch äußerst umfassend und komplex.

Gesetze im Bank- und Kapitalmarktrecht

Folgende Gesetze enthalten wichtige Normen im Bank- und Kapitalmarktrecht oder beinhalten ergänzende Regelungen:

  1. Börsenrecht
  2. neues Investmentgesetz – InvG
  3. Prospektregime nach VerkaufsprospektG und WpPG
  4. Recht der Unternehmensübernahmen börsennotierter Aktiengesellschaften
  5. Gesetz über das Kreditwesen – KWG
  6. Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (Geldwäschegesetz – GwG)
  7. Aktiengestz – AktG
  8. Handelsgsetzbuch – HGB
  9. Strafgesetzbuch – StGB
  10. Kleinanlegerschutzgesetz

Viele Verordnungen, Satzungen, Richtlinien, Verwaltungsvorschriften, Mitteilungen (z. B. der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – BaFin) und Allgemeinen Geschäftsbedingungen (z. B. Sonderbedingungen für Wertpapiergeschäfte) geben eine detailliertere Regelung vor.

Ein wichtiger Bereich des Kapitalmarktrechts wird im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) geregelt. Dort finden sich Normen zu den Themen Insiderhandel, Marktmanipulation, Publizitätspflichten und besondere Verhaltenspflichten für Wertpapierdienstleistungsunternehmen.

Zu den aktuellen Themen des Bank- und Kapitalmarktrechts gehören folgende Richtlinien, Gesetze und Regelungen:

  1. Risikobegrenzungsgesetz mit Neuregelungen zur Sicherungsgrundschuld
  2. MoMiG – Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen
  3. Bankaval
  4. Novellierung des Schuldverschreibungsrechts (SchVGEG)
  5. AGB der Banken
  6. Umsetzung der Single Euro Payments Area (SEPA)
  7. Investitionskredite (LMA-Standards)
  8. Finanzmarktrichtlinie (MiFID)
  9. Zahlungsdiensterichtlinie
  10. Verbraucherkreditrichtlinie
  11. Marktmissbrauchsrichtlinie
  12. Transparenzrichtlinie

Bank- und Kapitalmarktrecht: Was ist das Kreditvertragsrecht?

Zum alltäglichen Bankgeschäft gehört das Vergeben von Darlehen und Krediten. Die oft umfangreichen Regelungen werden dazu in einem Darlehensvertrag zwischen dem Kreditnehmer und der Bank als Gläubiger zusammengefasst.

Der Darlehensvertrag bestimmt im Bankrecht insbesondere die Modalitäten der Rückzahlung und Pfändung von Sicherheiten. Liegen Negativeinträge bei der Schufa vor, so können Kredite versagt werden. In manchen Fällen kommt es daher zu Klagen, die eine Löschung des Schufa-Eintrags zum Ziel haben.

Das Kreditvertragsrecht, das sich sowohl mit dem Kreditnehmer als auch mit dem Kreditgeber befasst, ist ein weiteres wichtiges Thema des Bank- und Kapitalmarktrechts.

Wenn ein Rechtsanwalt Kreditnehmer vertritt, die sich benachteiligt fühlen, ist es häufig seine Aufgabe, nach Fehlern in den Verträgen zu suchen. Das Ziel ist meist, dass diese Verträge vorzeitig und ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung beendet werden können.

Das Kreditvertragsrecht, als Teilgebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts, beschäftigt sich auch mit Streitfällen im Bereich Fremdwährungskredite.

Der Bereich der Kreditsicherheiten im Bank- und Kapitalmarktrecht

Kreditabsicherungen gibt es in den verschiedensten Formen. Somit ist der Bereich der Kreditsicherheiten ebenfalls recht groß.

Den gesellschaftlich größten Bekanntheitsgrad genießen vermutlich die Basissicherheiten, wie Hypotheken und Grundschulden. Diese werden regelmäßig genutzt wenn ein Kredit in bedeutender Höhe benötigt wird.

Kreditsicherheiten spielen auch im Geschäftsverkehr eine große Rolle und erfordern eine genaue Kenntnis der bank- und kapitalmarktrechtlichen Vorschriften.

Beispiele

  • Exportkreditversicherungen = Absicherung bei Ausfall von Forderungen für Exportgüter
  • Raumsicherungsverträge = Übereignung von Produktbeständen an den Kreditgeber als Absicherung

Bei einer derartigen Vielfalt an Kreditversicherungsmöglichkeiten sind häufig herausragende Kenntnisse des internationalen Privatrechts erforderlich.

Bankrecht und Kapitalmarkrecht Unterschied

Das Bankrecht regelt im Gegensatz zum Kapitalmarktrecht die Bankgeschäfte, die zwischen Bank und deren Kunden getätigt werden. Das Bankrecht wird durch viele Einzelgesetze geregelt.

Im Bankvertragsrecht werden Rechtsfragen im Zusammenhang mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der deutschen Kreditinstitute sowie dem Konto und seinen Sonderformen beschrieben.

Dem Vertrag mit einer Bank liegen in der Regel die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für Kreditinstitute (AGB-Banken oder AGB-Sparkassen) zugrunde. AGB erweisen sich in vielen Fällen als unwirksam. So sind zum Beispiel manche Auslagen-Klausel in Banken-AGB unwirksam.

Wenn es um Auslagen im Auftrag oder mutmaßlichen Kundeninteresse gehe, sei eine Beschränkung auf die tatsächlich erforderlichen Aufwendungen notwendig, die jedoch in der AGB-Klausel fehle.

Bei den Klauseln zu Auslagen für die Bestellung, Verwertung und Rückgabe von Kreditsicherheiten komme gem. BGH hinzu, dass dieser Aufwand nicht im Interesse des Kunden, sondern im Interesse der Bank entstehe.

Allgemeines Bankrecht als Teilgebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts

Die Frage, was Bankrecht eigentlich ist, kann weder einfach noch pauschal beantwortet werden. Auf der einen Seite gibt es das institutionell verstandene Bankrecht und auf der anderen das funktional interpretierte Bankrecht. Im Bankrecht geht es um Rechtsverhältnisse im Kreditwesen, Bankenaufsichtsrecht sowie um Bankgeschäfte.

Eine besonders wichtige Rolle spielen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin, das Bundeskartellamt und die Zentralbanken.

Zum Bankrecht gehören das Recht des Kredit- und Einlagengeschäfts der Kreditinstitute, des Zahlungsverkehrs, des Wertpapier- und Depotgeschäfts sowie die damit verbundenen Haftungsfragen, die sich aus fehlerhafter Beratung oder Aufklärung ergeben können. Weiter zählt dazu das Scheck- und Wechselrecht.

1. Das Konzept des institutionellen Bankrechts

Dieses Bankrechtskonzept bezeichnet das Bankrecht als die Gesamtheit der Rechtsvorschriften, die die rechtlichen Beziehungen zwischen Banken und Kreditinstituten regeln. In diesem Sinne wird eine „Bank“ nicht nur durch ihre institutionelle Struktur, sondern auch durch die von ihr getätigten Geschäfte definiert.

2. Das Bankrecht als funktionales Konzept

Der funktionale Gedanke des Bankrechts beruht auf dem Schwerpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit. Damit steht er im deutlichen Gegensatz zu der mitunter schwierigen Abgrenzung von Bankinstituten und Unternehmen, die lediglich bankähnliche Geschäfte betreiben.

Demzufolge umfasst das Bankrecht – als Teil vom Bank- und Kapitalmarktrecht – den gesamten rechtlichen Rahmen, der

  • die Geldschöpfung
  • die Verwahrung
  • den Umlauf
  • sowie die Vernichtung von Geld regelt.

Dies bezieht sich auf jede rechtliche Angelegenheit mit einer finanziellen Komponente. Dazu gehören auch alle „alternativen Zahlungs- und Überweisungssysteme“. Über solche Systeme werden zunehmend umfangreiche grenzüberschreitende Transaktionen abgewickelt – und das auch ohne staatliche Lizenz oder Aufsicht.

Bekanntestes Beispiel: Hawala-Banking. Eine funktionierende Methode außerhalb des normalen Banksystems.

Das konkreteste Beispiel aus der Praxis ist wohl das Zahlungsverkehrsrecht. Dieses bezieht sich auf alle Geschäftsvereinbarungen zwischen einem Kunden und seiner Bank sowie dritten Zahlungsdienstleistern.

So fallen z.B. Meinungsverschiedenheiten über das Bankkonto eines Kunden in diese Kategorie, insbesondere wenn:

  • Überweisungen schief gehen oder
  • Abbuchungsaufträge zu Unrecht belastet werden
  • Gebühren für die Kontoführung oder andere Finanzgeschäfte zu Unrecht verlangt werden

Auch grenzüberschreitende Schwierigkeiten werden berücksichtigt, wie Überweisungen in Länder, die außerhalb des SEPA-Raums liegen.

Öffentliches und privates Bankrecht

Es gibt zwei Arten von Bankrecht: öffentliches und privates Bankrecht.

Das öffentliche Bankrecht

Der Begriff „öffentliches Bankrecht“ bezieht sich auf Funktionen, die durch staatliches Engagement und Einfluss gekennzeichnet sind.

Das staatliche Aufsichtsrecht ist eines der wichtigsten Aspekte des öffentlichen Bankrechts.

Dabei geht es in erster Linie um die aktive Überwachung der Einhaltung der geltenden Regeln und Vorschriften des Bank- und Kapitalmarktrechts.

Die festgelegten Ziele sind:

  • das Bankgewerbe zu strukturieren und zu regulieren
  • Schutz vor negativen Entwicklungen im Bankensystem
  • Schutz des freien Handels
  • die Marktteilnehmer so zu führen, dass sie sowohl wirtschaftlich als auch wettbewerbsrechtlich korrekt handeln.

Der Bereich des Währungsrechts ist ebenfalls ein wesentlicher Aspekt des öffentlichen Bankenrechts.

Der Europäische Zentralbank und dem Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) gehört auch die Deutsche Bundesbank nach § 3 Satz 1 BBankG an. Sie haben im Rahmen der Europäisierung des Bankrechts die Kompetenzen auf diesem Gebiet im Wesentlichen übernommen.

Bankrecht für Privatpersonen

Das Regelwerk, das die privatrechtlichen Rechtsbeziehungen zwischen Banken und ihren Kunden sowie anderen Banken in ihrem normalen Geschäftsbetrieb regelt, wird als privates Bankrecht bezeichnet.

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) enthält einen wesentlichen Teil des privaten Bankrechts. Die Besonderheiten des Handelsgesetzbuches (HGB) und die grundlegenden kaufmännischen Gepflogenheiten des Kreditgewerbes sind bei Geschäftsbeziehungen von Banken zu Firmenkunden stets zu beachten.

Der Begriff des privaten Bankrechts lässt sich auch auf das Wertpapier- und Kapitalmarktrecht übertragen.

Die Bereiche der Banktätigkeit lassen sich somit nach den Maßstäben des privaten Bankrechts in drei wesentliche Gruppen einteilen: Kreditgeschäft, Konto- und Zahlungsverkehr und nicht zuletzt das Kapitalmarktgeschäft.

Bargeldloser Zahlungsverkehr

Banken wickeln zudem den bargeldlosen und automatisierten Zahlungsverkehr für ihre Kunden ab. Zahlungen erfolgen über ein Girokonto aufgrund von Überweisung, Scheck, Wechsel oder Lastschrift – durch Abbuchung oder Bankeinzug – sowie Kreditkarte und ec-Karte.

In den letzten Jahren kommen vermehrt Online-Banking und neue Zahlungsverfahren wie PayPal hinzu. Schadensersatzansprüche im Bankrecht sind in den Fällen von Kartenverlust, Skimming (heimliches Auslesen von Karten am Geldautomat im Kartenlesegerät) und Phishing (Betrug mittels falscher E-Mail, Website oder SMS) zu prüfen.

In welchen Fällen haftet die Bank, wenn es bei Überweisungen, Lastschriftverfahren, Kreditkartengeschäften oder Scheck- und Wechselgeschäften zu Problemen kommt? Meist hängt das vom Einzelfall ab.

Unsere Anwälte stehen Ihnen gerne für eine kostenfreie Erstberatung zur Verfügung.

Die Grundlagen des Kapitalmarktrechts

Das Kapitalmarktrecht ist heute ein eigenständiges Rechtsgebiet. Es entwickelte sich aus einer Kombination aus Bank-, Gesellschafts- und Börsenrecht. Allerdings gibt es für das Kapitalmarktrecht auch aktuell keine einheitliche Kodifizierung.

Der Begriff Kapitalmarkt bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Gesamtheit der Märkte, auf denen Kapitalanlagen angeboten und nachgefragt werden. Dies beinhaltet alle Transaktionen, die mittelfristig oder langfristig Geld zur Finanzierung der Bildung von Sachkapital beschaffen oder zur Verfügung stellen.

Da Banken und Sparkassen als Anbieter und Mittler zwischen Kapitalanbietern und Kapitalnehmer agieren, gibt es zwischen dem Kapitalmarktrecht und dem Bankrecht gewisse Schnittmengen.

Zur Abwicklung von Geschäften werden traditionelle Wertpapierbörsen, Waren- und Terminbörsen sowie andere Handelsplätze genutzt. Diese werden z. T. trotz des Handels mit Kapitalanlagen nicht als Börsen kategorisiert.

Für Privatanleger, mittelständische Unternehmen, family offices, institutionelle Investoren und Kommunen besteht insbesondere in folgenden Bereichen im Kapitalmarktrecht erhöhter Beratungsbedarf:

Wichtige rechtliche Aspekte im Kapitalmarktrecht ergeben sich auch in Verbindung mit dem Handels- und Gesellschaftsrecht.

Kapitalmarktrecht: Definition des Rechtsgebietes

Das Kapitalmarktrecht betrifft die Ausgabe und den Handel von und mit Wertpapieren. Dazu gehören Aktien, Anleihen, Schuldverschreibungen und Pfandbriefe. Auch Schuldscheine, Derivate, Optionsrechte und anderen handelbare Papiere, die zur Kapitalanlage erworben werden, fallen darunter.

Bei Fonds können verschiedene Finanzinstrumente verwendet werden. Zu den typischen Fonds gehören:

  • Schiffsfonds
  • Immobilienfonds
  • Medienfonds
  • Geldmarktfonds
  • Dachfonds
  • Aktienfonds
  • Rentenfonds

Anleger haben die Möglichkeit Investmentzertifikate in Form von Anteilen zu erwerben.

Bei fehlgeschlagenen Anlagegeschäften und bei Haftungsrisiken der Vermögensverwaltung sollten sich auch kleine und mittlere Unternehmen gezielt beraten lassen.

Die Ausgestaltung der Unternehmensfinanzierung, z.B. Mezzanine-Finanzierung, kann komplexe rechtliche und wirtschaftliche Fragestellungen Kapitalmarktrecht aufwerfen.

Kapitalmärkte in der EU

Der Kapitalmarkt ist ebenso wie der Geld- und Devisenmarkt sowie der so genannte Derivatemarkt Teil des größeren Finanzmarktes, der vielen Bankgeschäften zugrunde liegt.

Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Kapitalmärkte besteht ein weitgehender, aber nicht erschöpfender, Harmonisierungsbedarf der einschlägigen Rechtsvorschriften, um:

  1. Gleiche Chancen für alle Marktteilnehmer zu gewährleisten.
  2. Das volle Potenzial der nationalen Finanzmärkte noch besser ausschöpfen zu können.

Auf dieser Zielsetzung basieren etwa 80 % der in Deutschland geltenden Rechtsvorschriften, die sich mit dem Bank- und Kapitalmarktrecht befassen.

Das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) ist der Eckpfeiler des deutschen Kapitalmarktrechts. Das Börsengesetz (BörsG), das Investmentgesetz (InvG), das Wertpapierprospekthaftungsgesetz (WpPG), das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) und das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) sind weitere wichtige Gesetze.

Kapitalmarktregulierung

Die Kapitalmarktregulierung zielt einerseits auf das reibungslose Funktionieren des Marktes und andererseits auf den Schutz der Anleger ab. Beide Ziele schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich. Denn ohne die Vertrauensbasis, die der Anlegerschutz schafft, würde der Kapitalmarkt im Wesentlichen nicht funktionieren.

Im Sinne des Anlegerschutzes veröffentlicht die Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner regelmäßig neue Warnmeldungen für Investoren.

Ein Vertrauensmissbrauch oder eine Erschütterung des Vertrauens auf Anlegerseite – wie beispielsweise der Dieselgate – führt häufig zu unmittelbaren und schweren negativen Folgen für die Anlage- und Kapitalmärkte.

Ein Blick auf das Wertpapier- und Kapitalmarktrecht

Das Wertpapier- und Kapitalmarktrecht umfasst ein breites Spektrum von Tätigkeiten im Bank- und Kapitalmarktrecht.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Das Vorbereiten eines Initial Public Offerings (IPO)
  • Die Ausarbeitung von Anleihebedingungen
  • Die Interessensvertretung geschädigter Kapitalanleger bsp. bei einer Falschberatung durch Banken und Sparkassen
  • Die Durchsetzung von Ansprüchen bei Anlagebetrug

Kapitalmarktrecht – Anwalt

Offene Fonds sind die klassische Form von Investmentfonds. Die Investmentgesellschaft kann beliebig viele Fondsanteile herausgeben. Diese können bereits zu relativ niedrigen Anlagebeträgen erworben und später zum aktuellen Rücknahmepreis wieder verkauft werden.

Damit ist die Streuung auf Anlagen mit überschaubarem Aufwand auf verschiedene Unternehmen und Investitionen machbar. Auch das Gesamtrisiko kann so begrenzt werden.

Anleger sind durch das Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAAG) geschützt.

Ein Fondsmanagement-Team mit erfahrenen Spezialisten muss daher fest definierten Anlagerichtlinien folgen.

Geschlossene Fonds werden aufgelegt, um Kapital für Großprojekte zu sammeln. Beispiele dafür sind Immobilien, Medien oder Sachwerte. Anleger müssen in der Regel einen relativ hohen Betrag als Mindestanlagesumme investieren.

Bei Auflegung des Fonds werden die konkreten Investitionsziele sowie der angestrebte Kapitalgewinn detailliert festgelegt. Sobald alle Anteile verkauft sind, wird der Fonds in der Regel für eine Laufzeit von zehn bis 20 Jahren geschlossen.

Eine Rückzahlung der Anteile erfolgt durch die Auflösung eines Fonds, zum Beispiel durch den Verkauf des Investmentobjekts. Eine frühere Rückgabe ist für Sie nicht oder nur unter erheblichen Verlusten möglich.

Finanzaufsichtsbehörden weltweit

Finanzaufsichtsbehörde – Wir unterstützen Sie bei der Kommunikation mit Finanzaufsichtsbehörden in der ganzen Welt – Kanzlei Bank- und Kapitalmarktrecht

  • Albanien – Albanische Finanzaufsichtsbehörde
  • Algerien – La Commission d’Organisation et de Surveillance des Opérations de Bourse
  • Andorra – Institut Nacional Andorrà de Finances (INAF)
  • Argentinien – Comisión Nacional de Valores (CNV)
  • Australien – Australian Prudential Regulation Authority (APRA)
  • Australien – Australian Securities and Investments Commission (ASIC)
  • Bahamas – Securities Commission of the Bahamas
  • Bangladesch – Securities and Exchange Commission
  • Belgien – „Commissie voor het Bank-, Financie- en Assurantiewezen“ in holländischer Sprache und „Commission Bancaire, Financière et des Assurances“ in französischer Sprache (CBFA)
  • Bosnien und Herzegowina – Republika Srpska Securities Commission für die Republika Srpska
  • Britische Jungferninseln – British Virgin Islands Financial Services Commission
  • Bulgarien – Financial Supervision Commission (FSC)
  • Chile – Superintendencia de Valores y Seguros
  • Dänemark – Financial Supervisory Authority, (Finanstilsynet in dänischer Sprache)
  • Deutschland – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin)
  • Dubai – Dubai Financial Services Authority (DFSA)
  • Estland – Finantsinspektsioon
  • Färöer-Inseln – Insurance Authority of the Faroe Islands (Tryggingareftirlitið in faröischer Sprache, für Versicherungen, Pensionsfonds und eine Hypothekenbank)
  • Finnland – (RATA Rahoitustarkastus)
  • Frankreich – Autorité des marchés financiers (AMF)
  • Griechenland – Capital Market Commission
  • Großbritannien – Financial Services Authority (FSA)
  • Guatemala – Superintendencia de Bancos
  • Hongkong – Securities and Futures Commission
  • Indien – Reserve Bank of India
  • Indien – Securities and Exchange Board of India (SEBI)
  • Irak – Iraq Securities Commission (ISC)
  • Irland – Central Bank and Financial Services Authority of Ireland
  • Island – Financial Supervisory Authority – Iceland
  • Isle of Man – Financial Supervision Commission (FSC für Banken, Wertpapiere und Vermögensverwaltung)
  • Isle of Man – Insurance and Pensions Authority (IPA für Versicherungen und Pensionsfonds)
  • Israel – Israel Securities Authority (ISA)
  • Italien – Commissione Nazionale per le Società e la Borsa
  • Japan – Kin’yū-chō
  • Shōken Torihikitō Kanshi Iinkai
  • Kanada – Canadian Securities Administrators (CSA)
  • Kanada – Investment Industry Regulatory Organization of Canada (IIROC)
  • Kanada – Mutual Fund Dealers Association (MFDA)
  • Kasachstan – Agentur der Republik Kasachstan für die Regulation und Überwachung des Finanzmarktes und von Finanzorganisationen
  • Kroatien – Croatian Agency for Supervision of Financial Services
  • Lettland – Financial and Capital Market Commission
  • Liechtenstein – Finanzmarktaufsicht (FMA)
  • Litauen – Securities Commission of the Republic of Lithuani
  • Luxemburg – Commission de Surveillance du Secteur Financier
  • Malta – Malta Financial Services Authority (MFSA)
  • Mazedonien – Securities and Exchange Commission of the Republic of Macedonia (MSEC)
  • Mazedonien – National Bank of the Republic of Macedonia
  • Mexiko – Comisión Nacional Bancaria y de Valores
  • Niederlande – Autoriteit Financiële Markten
  • Neuseeland – Securities Commission of New Zealand
  • Norwegen – Kredittilsynet
  • Österreich – Finanzmarktaufsichtsbehörde
  • Pakistan – Securities and Exchange Commission of Pakistan (SECP)
  • Philippinen – Philippines Securities and Exchange Commission (SEC)
  • Polen – Polish Financial Supervision Authority (KNF)
  • Portugal – Securities Market Commission (CMVM)
  • Russland – The Federal Financial Markets Service (FFMS)
  • St. Vincent und die Grenadinen – International Financial Services Authority
  • San Marino – Zentralbank San Marino (BCSM)
  • Schweden – Financial Supervisory Authority
  • Schweiz – Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA)
  • Schweiz – Schweizerische Nationalbank (SNB)
  • Slowakei – Finanzmarktaufsicht der National Bank der Slowakei
  • Spanien – Comisión Nacional del Mercado de Valores / Spanish Securities Market Commission (CNMV)
  • Südafrika – National Credit Regulator
  • Südkorea – Financial Services Commission (FSC), Financial Supervisory Service (FSS)
  • Taiwan – Financial Supervisory Commission
  • Tschechische Republik – Czech National Bank
  • Türkei – Capital Markets Board of Turkey (CMB)
  • Ungarn – Hungarian Financial Supervisory Authority
  • USA – United States Securities and Exchange Commission (SEC)
  • USA – United States Federal Reserve System („Fed“)
  • USA – Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC)
  • USA – Office of the Comptroller of the Currency (OCC)
  • USA – National Credit Union Administration (NCUA)
  • USA – Office of Thrift Supervision (OTS)
  • Venezuela – Comisión Nacional de Valores
  • Vereinigte Arabische Emirate – Securities and Commodities Authority
  • Volksrepublik China – China Securities Regulatory Commission (CSRC)
  • Zypern – Zentralbank von Zypern
  • Zypern – Cyprus Securities and Exchange Commission

Schadensersatz bei Falschberatung – Anwalt hilft bei Problemen mit der Bank

Der Exkurs durch das Bank- und Kapitalmarktrecht hat gezeigt, wie umfangreich dieses Rechtsgebiet ist. Ebenso wurde deutlich, auf welche maßgebliche Weise wirtschaftspolitische Geschehnisse das Bank- und Kapitalmarktrecht betreffen.

Geldwäsche und Datenschutz sind im Bank- und Kapitalmarktrecht neben den bereits erwähnten Themen ebenfalls von großer Bedeutung. Ein Rechtsanwalt muss sich auch mit den für ihn geltenden steuerlichen Vorschriften auskennen, um seine Mandanten umfassend beraten zu können.

In vielen Fällen betrifft dies auch das Investmentsteuerrecht.

Bankrecht und Kapitalmarktrecht: Durch die Regelungen ergeben sich bestimmte Pflichten der Banken und Sparkassen bei der Beratung von Kunden. Kapitalanleger setzen sich naturgemäß vielen Risiken bei ihren Investitionen aus. Über Provisionszahlungen und Rückvergütungen ist aufzuklären.

Bei einer Falschberatung und anderen Verstößen können Anleger Bankinstitute auf Schadensersatz verklagen.

Beispiele sind dafür Schadensersatzansprüche bei Falschberatung im Hinblick auf Fremdwährungsdarlehen. In Fällen von Insidergeschäften oder Kursmanipulationen sieht das Bankrecht nicht unerhebliche strafrechtliche Konsequenzen vor.

Ein weiteres Beispiel sind Schadensersatzansprüche bei Falschberatung im Hinblick auf Rechtsverstöße beim Verkauf sogenannter Schrottimmobilien.

Bank- und Kapitalmarktrecht: Der Anlegerschutz hat das Ziel, Investoren und Anleger vor diesen Risiken zu bewahren bzw. ihr Recht auf Schadensersatzanspruch zu regeln. Werfen Sie in diesem Zusammenhang auch einen Blick auf unsere aktuelle Warnliste für Investoren.