Anwalt für Betrugsfälle

Betrug - Anwalt für Betrugsfälle

Anwalt für Betrugsfälle München – Hamburg – Frankfurt

Betrug ist als Tatbestand im deutschen Strafrecht verankert. Daher wird ein Rechtsanwalt oft konsultiert, wenn sich eine Person oder ein Unternehmen einem Betrug ausgesetzt sieht.

Zusätzlich wird ein Anwalt für Betrugsrecht gerufen, wenn es darum geht, Betrugsvorwürfe zu entkräften oder in Fällen von Betrug die Vertretung vor Gericht zu übernehmen.

Inhaltsverzeichnis

Zusammen mit Diebstahl und Sachbeschädigung gehört Betrug zu den häufigsten der knapp 5,5 Millionen Straftaten, die im Jahr 2019 in Deutschland erfasst wurden. Insgesamt zählt die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2019 etwas mehr als 830.000 Fälle von Betrug. Dieser Wert war gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht rückläufig (ca. 840.000 Betrugsfälle in Deutschland).

Wer sein Geld gewinnbringend anlegen möchte, findet an klassischen Sparprodukten heutzutage aufgrund der niedrigen Renditeaussichten kaum noch Gefallen. Alternative Produkte locken oft mit höheren Profiten, bergen aber meistens auch immense Risiken.

Durch die Gründung von fragwürdigen Anlage- und Vermittlungsgesellschaften werden Anleger durch unterschiedliche Schemen beim Betrug und Tricks oftmals hinters Licht geführt. Denn die Betrüger versprechen Anlagen mit hohen Gewinnen wie z. B. Immobilien, Aktien, Autos, Gold und Devisen, während in der Realität nicht selten der Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintritt.

Betrug – Was tun?

Im Fall eines Betrugs sollten Betroffene nicht untätig sein, sondern sich wehren und anwaltlichen Beistand hinzuziehen.

Die Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner ist in München, Grünwald, Frankfurt am Main und Hamburg niedergelassen. Die Rechtsanwälte unserer Kanzlei beraten und vertreten Mandanten aus ganz Europa, wobei der Schwerpunkt auf Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt.

Insbesondere in Fällen von Anlagebetrug wenden sich viele Geschädigte an uns. Wir prüfen den Sachverhalt und leiten die nötigen Maßnahmen ein, um Geschädigten zu ihrem Recht zu verhelfen. Dabei stehen wir in engem Kontakt mit Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden in ganz Europa sowie Teilen Asiens.

Was ist Betrug?

Der Straftatbestand Betrug ist ein Vermögensdelikt und wird im Strafgesetzbuch geregelt.

Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, erfüllt den Tatbestand des Betrugs gemäß § 263 Abs. 1 StGB (Strafgesetzbuch).

Betrug gibt es in vielen Ausprägungen, die explizit im Strafgesetzbuch behandelt werden. Hierzu gehören:

Die objektiven Tatbestände eines Betrugs lassen sich aufteilen in

  • Täuschung (Der Betrüger täuscht das Opfer über eine Tatsache.)
  • Diese führt zu einem Irrtum (Durch die Täuschung entsteht beim Opfer ein Irrtum oder es wird einer aufrechterhalten.)
  • Dieser hat eine Vermögensverfügung zur Folge (In der Rechtsprechung Verbindung zwischen Irrtum und Schaden, den das Opfer durch vermögensmindernde Verfügung über eigenes oder fremdes Vermögen herbeiführt.)
  • Diese resultiert in einem Vermögensschaden (Der aus der Täuschung des Opfers resultierende Vermögensschaden.)

Was ist ein versuchter Betrug?

Ein versuchter Betrug ist durch die Absicht zum Betrug – also die subjektiven Voraussetzungen – gekennzeichnet, ihm mangelt es jedoch am Vorliegen eines objektiven Tatbestandsmerkmals.

Schwerer Betrug – welche Varianten gibt es?

Die Unterscheidung zwischen versuchtem, normalen und besonders schwerem Betrug ist vor allem für das Strafmaß entscheidend.

Im Strafgesetzbuch (§ 263 Abs. 3 S.2 StGB) ist beschrieben, wann es sich in der Regel um einen besonders schweren Fall von Betrug handelt:

  • Der Täter handelt gewerbsmäßig (wiederholte Tatbegehung und nicht nur vorübergehende Einnahmequelle von einigem Umfang) oder als Mitglied einer Bande.
  • Das Ausmaß des herbeigeführten Verlusts ist groß oder eine große Anzahl von Menschen wurde absichtlich durch die fortgesetzte Begehung von Betrug in die Gefahr des Vermögensverlusts gebracht.
  • Eine andere Person geriet durch den Täter in wirtschaftliche Not.
  • Der Täter missbrauchte seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger oder als europäischer Amtsträger.
  • Der Täter täuschte einen Versicherungsfall vor, zum Beispiel durch Brandstiftung bei einer Sache von bedeutendem Wert oder durch das Versenken eines Schiffs.

Hierbei handelt es sich um sogenannte Regelbeispiele. Auch wenn die Merkmale eines Regelbeispiels vorliegen, muss nicht immer ein besonders schwerer Fall vorliegen. Denn es besteht nur eine sogenannte Indizwirkung. Zum Beispiel ist es denkbar, dass ein Täter zwar gewerbsmäßig gehandelt hat, jedoch kein besonders schwerer Betrugsfall vorliegt.

Welche Arten von Betrug gibt es?

Betrug tritt in vielerlei Formen auf. Grundsätzlich gibt es bei einem Betrug mindestens zwei Parteien – den oder die Betrüger und den oder die Betrogenen.

Zudem findet Betrug im persönlichen und privaten Bereich ebenso statt wie auf Unternehmensebene. Entsprechend zeigen die nachstehenden Beispiele, mit welchen Formen von Betrug unsere Kanzlei immer wieder in Berührung kommt:

Betrug und Untreue

Auch die Untreue ist ein Vermögensdelikt. Die Nähe zum Betrug erkennt man an der Nachbarschaft im Strafgesetzbuch. Denn dort folgt die Untreue dem Betrug in § 266 StGB. Auch bei der Untreue muss es zu einem Vermögensnachteil gekommen sein.

Charakteristisch für die Untreue ist, dass der Nachteil entweder durch Missbrauch (Variante 1) (durch Überschreitung der im Innenverhältnis eingeräumten Befugnisse) oder durch Treuebruch (Variante 2) (durch die Verletzung einer Vermögensbetreuungspflicht) entstanden ist.

Waren- und Warenkreditbetrug

Das Online-Shopping boomt und hat nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie noch einmal deutlich zugelegt. Entsprechend werden Waren zunehmend im Internet bestellt, jedoch mitunter ohne die Absicht, für die vorab gelieferte Ware auch nachträglich zu bezahlen. In solch einem Fall spricht man von Warenkreditbetrug (auch Versandbetrug oder Bestellbetrug) – einem der am häufigsten vorkommenden Straftatbestände in der Kategorie Betrug.

Zudem gab es in Deutschland im Jahr 2019 etwa 70.000 Fälle von Tankbetrug. Gemeinhin würde man hierunter das „Tanken ohne zu bezahlen“ verstehen. Jedoch gibt es in der Praxis feine Unterschiede. Fährt ein Delinquent bereits mit der Absicht nicht zu bezahlen auf die Tankstelle, spricht man von Betrug. (Der Täter täuscht den Tankstelleninhaber darüber, dass er für das Benzin bezahlen will.)

Aber fällt der Täter den Entschluss, die Tankstelle nach dem Tanken ohne Bezahlung zu verlassen, erst nach Vollendung des Tankvorgangs, ist nicht von Betrug die Rede, sondern von Diebstahl oder Unterschlagung.

Spam-Betrug – Drohung mit Anwälten

Cyberkriminelle drohen Internetnutzern mit Geldstrafen, sollte eine bestimmte Geldsumme für eine angebliche Bestellung nicht überwiesen werden. Hier werden Schreiben von angeblichen Anwaltskanzleien versendet, die nicht existieren. Betroffene, die sich wehren und zu den Vorwürfen Stellung nehmen, trifft es häufig doppelt. Denn hat man einmal auf die Anschuldigungen reagiert, nimmt die Spam-Flut meist kein Ende mehr.

Auch der Mail-Betrug ist in Deutschland ein großes Thema. Gerade kostenlose E-Mail-Adressen von Anbietern wie Google, GMX oder Web.de geraten oft in den Fokus von Betrügern. Mit gefälschten Mails von DHL, von einer Bank oder von einem Zahlungsdienstleister sollen Verbraucher dazu bewogen werden, einen bestimmten Link in der Mail anzuklicken.

Allerdings sollte man dies bei einem Betrugsverdacht unbedingt vermeiden. Denn es besteht die Gefahr, dass man versucht, an Ihre Passwörter zu gelangen oder eine Schadsoftware auf Ihrem Computer installiert.

Versicherungsbetrug

Wer einen Versicherungsfall vortäuscht, um damit von einem Versicherungsunternehmen unrechtmäßig Leistungen zu beanspruchen, begeht grundsätzlich einen Versicherungsmissbrauch (§ 265 Abs. 1 StGB). Dieser ist im Grunde gegeben, wenn man eine versicherte Sache beispielsweise absichtlich beschädigt oder beiseite schafft, um Leistungen zu beanspruchen.

Zwar gibt es professionelle Versicherungsbetrüger, deren Taten in der Öffentlichkeit immer wieder für Aufmerksamkeit sorgen. Jedoch wird der Versicherungsbetrug im Alltag vielerorts nur als „Kavaliersdelikt“ angesehen. Entsprechend sind es vor allem normale Versicherungsnehmer, die zwar nur geringe Beträge unrechtmäßig beanspruchen, in Summe jedoch für einen immensen Schaden sorgen.

Denn für Deutschland geht der GdV, der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, von einem jährlichen Schaden in Höhe von 5 Milliarden Euro aus, der durch Versicherungsbetrug entstehe.

Im Fokus stünde dabei die Sparte Pkw, zudem gehe beispielsweise in den Jahren, in denen eine Fußballweltmeisterschaft übertragen werde, die Zahl der gemeldeten Versicherungsschäden für kaputtgegangene Fernseher merklich in die Höhe.

Betrug und Urkundenfälschung

Urkundenfälschung ist im Strafgesetzbuch im Paragrafen 267 geregelt. Gemäß Absatz 1 wird mit Geld- oder Freiheitsstrafe bestraft, wer im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder gefälschte Urkunde verwendet. Auch der Versuch ist bereits nach Absatz 2 strafbar.

In der Praxis hat die Urkundenfälschung verschiedene Ausprägungen mit unterschiedlichen Folgen für den oder die Täter. So ist bereits der nachgemachte Stempel von der Diskothek oder die gefälschte Unterschrift der Eltern auf der Entschuldigung für die Schule ein Fall von Urkundenfälschung. Sofern in solchen Fällen überhaupt Sanktionen getroffen werden, dürften diese in aller Regel vergleichsweise mild ausfallen.

Anders sieht es bei Fällen von Urkundenfälschung aus, die einen Vermögensschaden (Vermögensverlust oder -beschädigung eines Benachteiligten) mit sich ziehen. Dann ist zusätzlich mit Ermittlungen wegen Betrugs zu rechnen. Ein Beispiel wäre das Erschleichen von Staatsleistungen mit gefälschten Dokumenten, der sogenannte Subventionsbetrug.

Kreditkartenbetrug

Ein Betrug mit Kreditkarten fällt in die Kategorie Wirtschaftsbetrug. Betrogen wird entweder mit gefälschten Kreditkarten oder mit gestohlenen Daten. Die Benachteiligten sind entweder die Besitzer der Kreditkarten, auf deren Rechnung eingekauft wird, oder die Händler, die auf ihren Forderungen sitzen bleiben.

War noch vor einigen Jahren der Verlust der Kreditkarte häufig auf Taschendiebstahl zurückzuführen, gehen Betrüger heute moderner und distanzierter vor. Durch gefälschte Mails oder Fake-Onlineshops werden Verbraucher dazu verleitet, ihre Kreditkartendetails herauszugeben. Bis der Diebstahl beziehungsweise der Betrug erkannt wurde, haben die Täter häufig schon einen schmerzlichen Schaden angerichtet.

Wie wird Betrug bestraft?

Schon der versuchte Betrug ist strafbar, das regelt § 263 Abs. 2 StGB. Beim Strafmaß ist vom „leichtem“ bis zum besonders schwerem Betrug zu unterscheiden. Für einen besonders schweren Betrug sieht der Gesetzgeber gemäß § 263 Abs. 3 S. 1 StGB Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und bis zu zehn Jahren vor.

Wird der Betrug banden- und gewerbsmäßig begangen, droht dem verurteilten Straftäter Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren, bei minderschweren Fällen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren (§ 263 Abs. 5 StGB).

Wie verhalte ich mich beim Betrugsvorwurf?

Wer sich einem Betrugsvorwurf ausgesetzt sieht, sollte anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Dies ist besonders angeraten, wenn es eine polizeiliche Vorladung zur Vernehmung gibt und man sich als Beschuldigten im Rahmen eines Betrugs eingestuft sieht.

In einem solchen Strafverfahren haben Beschuldigte das Recht auf Akteneinsicht und das Recht zu schweigen. Mitunter ist es angeraten, von diesen Rechten Gebrauch zu machen, um sich erst einmal ein umfassendes Bild über die Sachlage zu verschaffen. Ein Rechtsanwalt unterstützt vor allem hinsichtlich der Erarbeitung einer akkuraten Stellungnahme zu den Vorwürfen.

Betrug – Möglichkeiten für geschädigte Privatpersonen und Unternehmen

Wer Opfer eines Betrugs wird, hat grundsätzlich die Möglichkeit einer Zivilklage sowie Erstattung einer Strafanzeige. Rückzahlungsansprüche lassen sich direkt im Strafverfahren im Wege des sogenannten „Adhäsionsverfahrens“ geltend machen, sofern es zu einer Anklage wegen Betrugs kommt.

Auch hier sollte Akteneinsicht in die Ermittlungsakte der Staatsanwaltschaft beantragt werden. So können Geschädigte Hinweise und Informationen erhalten, die sich anderweitig nicht heranziehen ließen.

Wer hilft bei Betrug und Abzocke?

Wer Opfer eines Betrugs geworden ist, sollte sich zur Wehr setzen. Oftmals kann es angeraten sein, sich zur Wahrung der eigenen Interessen mit einem Rechtsanwalt in Verbindung zu setzen. Die Anwälte der Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner werden in vielen Fällen von Betrug konsultiert.

Mit einem Anwalt für Betrugsfälle erörtern Sie den Sachverhalt in Ihrem persönlichen Fall. Zudem können Sie anwaltliche Hilfe bei der Durchsetzung oder der Abwehr von Ansprüchen suchen.

Möchten Sie sich mit uns über einen Fall von Betrug austauschen? Dann gelangen Sie hier direkt zu unserem Kontaktbereich.

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