Abo Falle: Welche Tricks wenden Anbieter an?

Abo Falle kündigen

Abo Falle? Was genau ist das? Wie der Name bereits erahnen lässt, gehen Verbraucher bei Abo Fallen unbeabsichtigt Abonnements ein. Dabei sind die Angebote so gewieft gestaltet, dass die Kostenpflicht auf den ersten Blick nicht erkennbar ist.

Deshalb sind Verbraucher dazu angehalten, alle Online-Angebote kritisch zu prüfen. Insbesondere dann, wenn es zur Abfrage von persönlichen Daten kommt. In der Regel erfolgt die Anmeldung für ein Abonnement durch die Angabe von persönlichen Daten – wie etwa Name und Anschrift – oder der E-Mail-Adresse in einem Anmeldeformular.

Abo Falle: So erkennen Sie dubiose Anbieter sofort! Im folgenden Beitrag erläutern wir Ihnen, welche Dienstleistungen im Internet häufig von Abo Fallen betroffen sind. Zudem erklären wir Ihnen, mit welchen Tricks Anbieter von Abo Fallen Geldzahlungen einfordern.

Inhaltsverzeichnis

  1. Betroffene Produkte und Dienstleistungen von Abo Fallen
  2. Abo Falle: wie kommt es dazu?
  3. Drohungen gegenüber Abonnenten
  4. Wie fordern Anbieter von Abo Fallen Geld ein?
  5. Abo Falle: Konsequenzen für Minderjährige?

Betroffene Produkte und Dienstleistungen von Abo Fallen

Abo Falle: Welche Tricks wenden Anbieter an? Egal ob Sie unbeabsichtigt auf einen Werbelink klicken, von einer trickreichen Weiterleitung betroffen sind oder durch einen Tippfehler auf eine falsche Website gelangen: Jede Abo Falle zielt darauf ab, Dienstleistungen für ein Entgelt anzubieten. Dabei wissen Betroffene oftmals nicht, dass die Angebote auch kostenlos erhältlich sind.

Zu den üblichen angebotenen Dienstleistungen und Online-Produkten zählen:

  • Onlinespiele,
  • Gewinnspiel-Teilnahmen,
  • Führerschein-, Intelligenz-, und Produkttests,
  • Filme,
  • Musikdateien,
  • In-App-Käufe,
  • Gratis-SMS
  • sowie Software.

Abo Falle: wie kommt es dazu?

Bevor Verbraucher in den Genuss der hier präsentierten Angebote kommen, müssen sie den Anbietern ihre persönliche Daten übermitteln. Als vorgeschobene Gründe behaupten Anbieter öfters, dass sie die Daten brauchen, um

  • Gewinne zusenden zu können,
  • die Lebenserwartung zu berechnen,
  • die Abstammung zu erforschen
  • oder eine Sicherheitsprüfung durchzuführen.

Um den Anschein zu wahren, verzichten Anbieter in der Regel darauf, Bankdaten abzufragen. Sie verlangen lediglich die Wohnadresse und den Namen.

Da in Deutschland Vertragsfreiheit vorherrschend ist, dürfen Anbieter für ihre Dienstleistungen Geldzahlungen verlangen. Dies ist auch dann erlaubt, falls ähnliche Produkte auf anderen Websites kostenlos erhältlich sind. Eine wichtige Grundbedingung ist jedoch, dass alle Kosten durch Preishinweise transparent gemacht werden.

Preisangaben sind nicht erkennbar

Um Verbraucher zu täuschen, sind insbesondere in Anmeldefenstern Preishinweise nicht genau erkennbar. Daher gehen viele Verbraucher irrtümlicherweise davon aus, dass eine Registrierung kostenlos ist. Im Grunde laufen sie jedoch Gefahr, ein Dauerschuldverhältnis einzugehen.

Damit Sie zukünftig von Abo Fallen verschont bleiben, erläutern Ihnen die Anwälte der Kanzlei Herfurtner, wie Anbieter kostenpflichtige Angebote verschleiern.

  • Da die Währungs- und Preisangaben im Fließtext ausgeschrieben werden, sind sie nur schwer erkennbar.
  • Gewiefte Anbieter platzieren Preishinweise entweder unterhalb von Anmeldebuttons, an Seitenrändern oder an Seitenenden, sodass User ganz nach unten scrollen müssen.
  • Anmeldeformulare stechen sofort ins Auge, da sie mittig auf Websites platziert sind.
  • Anbieter verweisen lediglich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) auf die anfallenden Kosten. Dieses Vorgehen ist jedoch unrechtmäßig.

Bedenken Sie, dass entgeltliche Verträge ungültig sind, falls Preishinweise bewusst versteckt wurden. Denn in solchen Fällen ist es naheliegend, dass Verbraucher den Bestätigungsbutton angeklickt haben, ohne von der Kostenpflicht informiert gewesen zu sein. In diesem Zusammenhang liegt der Verdacht nahe, dass der Betreiber der Website irreführende Werbung betrieben hat, um die Verbraucher zu täuschen.

Anzeichen für eine Abo Falle im Impressum

Grundsätzlich müssen Betreiber von Websites im Impressum

  • die Postanschrift,
  • die Rechtsform,
  • den Firmennamen,
  • die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer,
  • den Registerort
  • sowie die Registernummer angeben.

Sind die Informationen nur teilweise oder gar nicht vorhanden, können Sie davon ausgehen, dass es sich um Anbieter von Abo Fallen handelt. Diese sind oftmals Briefkastenfirmen mit Sitz im Ausland oder eine Private Company (Ltd.).

Letztere ist eine Gesellschaftsform, für deren Gründung lediglich ein britischer Pfund notwendig ist. Für Anbieter von Abo Fallen ist sie besonders vorteilhaft, da keine Haftungsmasse vorhanden ist.

Branchenbucheintrag als Abo Falle

Einige Unternehmen bieten Eintragungen in ihren Branchenverzeichnissen an. Dabei unterschreiben Selbstständige und Gewerbetreibende ohne Vorahnung Verträge mit hohen Gebühren und mehrjährigen Laufzeiten. Um die Geldsummen einziehen zu können, beauftragen Anbieter Inkassounternehmen. Als Betroffener haben Sie die Möglichkeit, sich nicht nur von den Forderungen zu befreien, sondern auch bereits gezahlte Beiträge zurückzuverlangen.

Widerrufsrecht gilt auch nach einmaligem Login

Oftmals werden Verbraucher während der Anmeldung dazu aufgerufen, per Klick auf ihr Widerrufsrecht zu verzichten. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass dieser Verzicht unrechtmäßig ist. Denn Anbieter dürfen nicht gegen Regelungen zum Widerrufsrecht verstoßen, sodass Verbraucher benachteiligt werden.

Grundsätzlich beläuft sich die Widerrufsfrist auf zwei Wochen. Damit die Frist einsetzt, müssen Verbraucher über ihr Widerrufsrecht schriftlich belehrt werden. Falls sie erst nach der Unterzeichnung des Vertrags belehrt wurden, beträgt die Frist einen Monat. Darüber hinaus existieren keine Fristen, wenn entweder gar nicht oder falsch belehrt wurde.

Einige Anbieter behaupten irrtümlicherweise, dass das Widerrufsrecht erloschen ist, sobald sich Verbraucher auf Websites einmal eingeloggt und Dienstleistungen in Anspruch genommen haben.

Wie wird Abonnenten gedroht?

Im folgenden Abschnitt informieren wir Sie darüber, welchen Drohungen Betroffene von Abo Fallen oftmals ausgesetzt sind.

1. Mahnschreiben als Druckmittel

Sobald Verbraucher Rechnungen nicht begleichen, erhalten sie häufig Mahnschreiben von Anwälten oder Inkassobüros. In den Mahnschreiben drohen sie Verbrauchern beispielsweise mit negativen Schufa-Einträgen.

Solange Verbraucher überzeugend begründen können, weshalb sie den geforderten Geldzahlungen nicht nachkommen, sind die Drohungen unbeachtlich.

2. Strafanzeige als drastischer Schritt

Einige Anbieter von Abo Fallen schüchtern Verbraucher ein, indem sie mit Strafanzeigen drohen. Bleibt deren Androhung vorerst wirkungslos, greifen sie stattdessen zu milderen Einschüchterungsversuchen. In diesem Zusammenhang unterbreiten sie Verbrauchern beispielsweise ein letztes Angebot oder erklären sich dazu bereit, das Problem außergerichtlich zu klären.

Gehen Sie davon aus, dass die gestellte Strafanzeige unrechtmäßig ist, sollte es sich um eine Abo-Falle handeln.

3. Speicherung von IP-Adressen

Anbieter von Abo Fallen speichern oftmals IP-Adressen von Verbrauchern während der Anmeldung. Diese ist jedoch kein Beweis dafür, dass ein Vertragsabschluss zu Stande kam.

Wie fordern Anbieter von Abo Fallen Geld ein?

Im Grunde gibt es drei Möglichkeiten, wie Anbieter an ihr Geld kommen.

1. Handyrechnung

Nicht selten kommt es dazu, dass Anbieter bei der Anmeldung Auskunft über die Handynummer verlangen. Anschließend versuchen sie das Geld mit Hilfe der nächsten Handyrechnung einzuziehen. Damit Sie als Betroffener davon verschont bleiben, müssen Sie Widerspruch einlegen und konkret angeben, welchen Teil der Rechnung Sie zahlen.

2. Zugesandte Rechnungen

Nach erfolgreicher Registrierung erhalten Verbraucher schon bald die erste Rechnung. Sie als Verbraucher können den Vertragsschluss innerhalb von zwei Wochen nach der Erfüllung der Informationspflicht widerrufen.

Nach § 312d III BGB erlischt der Vertrag nur dann, wenn beide Seiten den Vertrag vollständig erfüllt haben. Damit geht einher, dass Verbraucher ihre Leistungen nicht nur vollständig erhalten, sondern auch bezahlt haben müssen.

Da es sich bei Abo Fallen um arglistige Täuschung handelt, können Sie sich von Ihrem Vertrag lösen. Wie Ihnen das gelingt, erfahren Sie von Verbraucherzentralen oder in einem Beratungsgespräch mit einem Rechtsanwalt der Kanzlei Herfurtner.

3. Falsche Rechnungen

Häufig nutzen Dritte die Daten von Verbrauchern. Sie melden sich unter deren Namen für Abonnements an. Anschließend erhalten die Verbraucher Rechnungen von Firmen, die ihnen nicht bekannt sind. Sie als Verbraucher sind nicht dazu verpflichtet auf solche Rechnungen zu reagieren. Vielmehr müssen die Unternehmen beweisen, dass eine Zahlungspflicht besteht.

Abo Falle: Konsequenzen für Minderjährige?

Häufig kommt es vor, dass Minderjährige sich mit falschen Altersangaben auf Websites anmelden. Anbieter von Abo Fallen nutzen dies aus, indem sie Strafanzeige wegen Betrugs erstatten. Eltern sollten sich jedoch im Klaren darüber sein, dass kein Betrug vorliegt. Denn es ist anzunehmen, dass Minderjährige im Zuge der Anmeldung davon ausgingen, dass sie eine kostenlose Leistung in Anspruch nehmen.

Zudem ist eine falsche Altersangabe nicht als Identitätsfälschung, sondern als schriftliche Lüge zu betrachten.

Darüber hinaus ist es ratsam, geforderte Rechnungen nicht voreilig zu bezahlen. Denn durch die Geldzahlungen ist anzunehmen, dass die Abonnements willentlich abgeschlossen wurden. Deshalb sollten betroffene Eltern Anbieter von Abo Fallen schriftlich auf deren Fehlverhalten hinweisen.

Abo Falle: Anwalt hilft

Sind Sie mit einer Forderung konfrontiert? Vor der Zahlung sollten Sie das Gespräch mit einem unserer Anwälte suchen.

Gerne prüfen wir die Rechtmäßigkeit der Forderung und beraten Sie zum weiteren Vorgehen.