Dreiecksbetrug – perfide Abzocke

Dreiecksbetrug

Dreiecksbetrug: Wie schützen Sie sich davor? Kleinanzeigenplattformen eignen sich für den Kauf und Verkauf gebrauchter Produkte. Aufgrund der Anonymität des Internets fühlen sich Betrüger dort besonders wohl. Der Dreiecksbetrug ist dabei eine besonders raffinierte Masche, mit der sowohl Käufer als auch Verkäufer ihr Geld verlieren. Somit gelingt es Betrügern, an Waren zu gelangen, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen.

Wie der Dreiecksbetrug funktioniert und welche Maßnahmen Sie ergreifen sollten, um sich vor ihm zu schützen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie funktioniert der Dreiecksbetrug?
  2. Dreicksbetrug: Was besagt die Rechtslage?
  3. Wann erhalten Käufer und Verkäufer Ihr Geld zurück?
  4. Dreiecksbetrug: Wie können Sie sich schützen?
  5. Was Sie als Verkäufer beachten sollten

Wie funktioniert der Dreiecksbetrug?

Damit Betrüger den Dreiecksbetrug begehen können, sind ein ehrlicher Verkäufer, ein ehrlicher Käufer sowie ein angebotenes Produkt auf einer Kleinanzeigenplattform notwendig. Die Betrüger wenden eine Technik an, die für den ehrlichen Verkäufer und den ehrlichen Käufer gleichermaßen verwirrend ist: den Schwindel.

Kleinanzeigenplattformen sind der erste Ort, an dem Betrüger nach Produkten suchen. Zur besseren Übersicht erklären wir Ihnen nun, wie der Dreiecksbetrug konkret abläuft.

  1. Zunächst bekunden Betrüger ihr Interesse an den Produkten von Verkäufern. Dabei versprechen sie, ihre Rechnung innerhalb der nächsten Tage per PayPal oder Banküberweisung zu zahlen.
  2. In der Zwischenzeit stiehlt der Betrüger die Anzeige des ehrlichen Verkäufers und stellt das Angebot stattdessen bei einem anderen Online-Anzeigendienst ein. Der Betrüger wartet darauf, dass sich ein echter Käufer bei ihm meldet.
  3. Daraufhin teil der Betrüger dem Käufer die Kontodaten des ursprünglichen Verkäufers mit. Nun schickt der Käufer dem Verkäufer das Geld.
  4. Sobald der Verkäufer die Zahlung erhalten hat, verschickt er auch die Ware. Der Betrüger hat jedoch seinen eigenen Standort angegeben.
  5. Folglich erhält er die Sendung mit den Artikeln, für die der ehrliche Kunde bezahlt hat. Der Kunde, der die Produkte bezahlt hat, geht jedoch leer aus.

In einigen Fällen hat der ehrliche Verkäufer seine eigene Adresse angegeben und der Betrüger oder ein Komplize hat die Waren selbst abgeholt. Dies schafft zusätzliche rechtliche Probleme.

Was besagt die Rechtslage?

Was den Dreiecksbetrug angeht, ist die Rechtslage in Deutschland eindeutig: Der ehrliche Verkäufer muss das gesamte unrechtmäßig überwiesene Geld an den ehrlichen Kunden zurückzahlen. Darüber hinaus riskiert der ehrliche Verkäufer eine strafrechtliche Verfolgung wegen ungerechtfertigter Bereicherung.

In seltenen Fällen kann der Verkäuferschutz von PayPal nicht greifen! Er besteht nur, wenn Sie die Produkte an die PayPal-Adresse geliefert haben. Der PayPal-Schutz erlischt, wenn die Produkte physisch an die Haustür oder an einen anderen Ort geliefert werden.

Wann erhalten Käufer und Verkäufer ihr Geld zurück?

Banküberweisungen sind eine hervorragende Möglichkeit für ehrliche Verkäufer, ihr Geld von unehrlichen Käufern zurückzubekommen, solange sie bestätigen können, dass ihre Ware rechtzeitig angekommen ist.

Der ehrliche Käufer erleidet hingegen nicht nur einen finanziellen Rückschlag, sondern erhält auch keine Ware. Bei PayPal-Transaktionen gibt es einen Käuferschutz. Deshalb erhalten Käufer das Geld zurück, wenn das PayPal-Konto und die Lieferadresse nicht übereinstimmen.

Dreiecksbetrug: Wie können Sie sich schützen?

Betrügereien wie der Dreiecksbetrug sind besonders heimtückisch, da oftmals ehrliche Verkäufer davon betroffen sind. Von den Betrügern, die Verkäufer und Käufer gegeneinander ausspielen, fehlt hingegen jede Spur. Im Folgenden geben Ihnen die Anwälte der Kanzlei Herfurtner wichtige Ratschläge, damit Sie künftig erste Anzeichen eines Dreiecksbetrugs erkennen können.

  1. Sie sind bei Käufen nicht dazu verpflichtet, das Geld im Voraus zu überweisen. Deshalb haben Sie die Möglichkeit erst dann zu bezahlen, nachdem Sie die Ware erhalten haben.
  2. Wenn der in der Kleinanzeige angegebene Name nicht mit dem Namen in der E-Mail-Adresse oder dem Namen des Kontos übereinstimmt, auf das das Geld überwiesen werden soll, ist Vorsicht geboten. Denn bei der Veröffentlichung von Anzeigen auf Kleinanzeigen-Websites werden die tatsächlichen Identitäten nicht immer bestätigt.
  3. Seien Sie misstrauisch, wenn Waren mit einem erheblichen Preisnachlass angeboten werden oder wenn ein Verkäufer bereit ist, ein günstiges Angebot sofort zu akzeptieren.
  4. Tauschen Sie Telefonnummern aus, um bei Bedarf alle verbleibenden Unstimmigkeiten zu klären.
  5. Da Freemail-Anbieter bei der Registrierung keine persönlichen Daten verlangen, ist Vorsicht geboten. Im Grunde können Betrüger dort beliebige persönliche Daten eingeben, die später nicht mehr abrufbar sind.
  6. Verkäufer können sich schützen, indem sie die Versandadresse mit den PayPal-Kontoinformationen abgleichen. Wenn die beiden Standorte unterschiedlich sind, sollten Sie sich erkundigen und gegebenenfalls den Verkauf einstellen.
  7. Führen Sie genaue Aufzeichnungen über alle am Erwerb oder Verkauf erfolgten Schritte.

Dreiecksbetrug: Was Sie als Verkäufer beachten sollten

Beachten Sie beim Einstellen von Kleinanzeigen oder beim Verkauf von Waren auf Kleinanzeigenportalen die folgenden Hinweise.

  • Um den Verkauf oder Kauf abzuschließen, nutzen Sie die Nachrichtenfunktion der Anzeigenportale.
  • Achten Sie nicht nur auf persönliche Angaben wie Name, E-Mail-Adresse und Versandort, sondern auch auf die Telefonnummer. Wenn die Telefonnummern nicht mit dem Land des Verkäufers oder Käufers übereinstimmen, sollten Sie vorsichtig sein.
  • Vergewissern Sie sich, dass die Zahlung wirklich auf Ihrem Konto eingegangen ist, bevor Sie die Ware versenden.
  • Bei Verkäufen und Überweisungen ins Ausland gehen Sie bedächtig vor.
  • Seien Sie sowohl bei extrem niedrigen als auch bei exorbitant hohen Geboten auf der Hut.