Kreditbetrug: Schema – Definition – Beispiele

Kreditbetrug Schema

Kreditbetrug: Seien Sie auf der Hut vor privaten Kreditvermittlern. Der Begriff „Kreditbetrug“ wird umgangssprachlich für jede Art von Täuschung bei der Gewährung eines Kredits verwendet. Diese Vorwürfe fallen jedoch unter § 263 des Strafgesetzbuchs, der den echten Betrug definiert.

Kriminelle suchen im Internet und in den sozialen Medien immer wieder nach neuen Möglichkeiten, die finanziellen Schwierigkeiten der Menschen auszunutzen. Speziell erstellte Websites, Anzeigen oder Kommentare, die vorgeben, günstige Kredite aus anderen EU-Ländern oder von Privatpersonen anzubieten, werden als Teil der Masche genutzt.

In diesem Artikel gehen wir auf die Besonderheiten des Kreditbetrugs ein.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie erkennen Sie Kreditbetrug?
  2. Meiden Sie private Kreditvermittler
  3. Vorsicht vor Kreditbetrug im Internet
  4. Anzeichen für betrügerische Absichten
  5. Wie Sie sich vor Kreditbetrug schützen
  6. Der richtige Umgang mit einem Kreditbetrug
  7. Kreditbetrug ist ein Straftatbestand
  8. Kreditbetrug vs. echter Betrug
  9. Strafmaß für Kreditbetrug und Urkundenfälschung

Wie erkennen Sie Kreditbetrug?

Menschen, die sich bereits in einer finanziellen Krise befinden und bei ihrer Hausbank keinen Kredit bekommen, werden durch solche Angebote angelockt und sehen darin eine Möglichkeit, einen Kredit zu bekommen.

Laut den beim EVZ eingereichten Verbraucherbeschwerden werden diejenigen, die den Kontakt aufnehmen, mit „schönen Worten“ und geschickten Gesprächen getäuscht.

Kreditbetrug: fiktive Kreditverträge

Es folgt ein reger Gedankenaustausch. Es werden Kreditangebote und sogar ein Vertrag verschickt. Zumindest in dieser Phase sollte man vorsichtig sein. Aufgrund des seltsamen Layouts und der teilweise fehlerhaften deutschen Sprache wirken die Verträge amateurhaft und unprofessionell.

Mitunter werden Logos bekannter Finanzinstitute und Behörden aus anderen Ländern kopiert und in unangemessener Weise verwendet.

Kreditbetrug: dubiose Vorauszahlungen

Bevor die ersten Kreditraten getilgt werden, kommt es oftmals vor, dass Betroffene von Kreditbetrug zu Zahlungen im Voraus aufgefordert werden.

Dies kann zur Deckung von Bearbeitungskosten, Steuern, Geldwäschebescheinigungen, behördlichen Genehmigungen oder Notarkosten dienen. Sobald die Opfer nicht mehr zahlen oder zu viele Fragen stellen, ist es unwahrscheinlich, dass die Betrüger auf ihre Anrufe oder E-Mails reagieren.

Kreditbetrug: Meiden Sie private Kreditvermittler

„Sofortkredit ohne Schufa“ oder „ohne Bonitätsprüfung“ sind Behauptungen, mit denen private Kreditvermittler neue Verbraucher anlocken wollen. Das Problem ist, dass sich auch Kreditvermittler mit Ihrem Kreditantrag an eine Bank wenden müssen.

Höhere Zinsen durch negativen Schufa-Eintrag

Die Bank entscheidet dann aufgrund einer Schufa-Auskunft. Sind die Schufa-Daten negativ, gibt es keinen Kredit. Wird ein Kredit trotz eines negativen Schufa-Eintrags gewährt, wird die Bank die Zinsen erhöhen, um das höhere Ausfallrisiko auszugleichen.

Der Kreditvermittler verlangt dafür natürlich eine Gebühr: Nur wenn ein Kredit aufgrund seiner Bemühungen gewährt und ausgezahlt wird, hat er Anspruch auf eine Vergütung. Erst im Laufe des Vermittlungsverfahrens haben die Kreditvermittler das Recht, eine Entschädigung für so genannte „Auslagen“ zu verlangen. Der Preis für einen Hausbesuch ist in dieser Berechnung nicht enthalten.

Gefälschte Profile in den sozialen Medien

Social-Media-Seiten wie Facebook, Instagram und Pinterest sind eine Brutstätte für solche Betrügereien. Einige wenige Menschen wurden laut dem Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland über WhatsApp oder Websites von fiktiven Banken oder Kreditvermittlern angesprochen.

Das Standardverfahren besteht darin, dass die Kriminellen fiktive Facebook-Seiten oder -Profile einrichten, um ihre wahre Identität zu verschleiern. Dann verschicken sie massenhaft Freundschaftseinladungen.

Diese Personen senden denjenigen, die sie annehmen, private Nachrichten, in denen sie behaupten, dass sie einen Kredit erhalten haben. Alternativ werden in den Kommentaren Kreditangebote von fiktiven Institutionen mit Sitz in anderen EU-Ländern angeboten.

Die Verlockung großer Geldsummen, günstiger Zinsen und günstiger Kreditkonditionen ist immer groß. Das Fehlen von Schufa-Gebühren ist ein gängiges Verkaufsargument für diese Art von Darlehen.

Vorsicht vor Kreditbetrug im Internet

Kreditbetrug kann für Privatpersonen auf vielfältige Weise erfolgen. Wenn der Tatbestand des 265b StGB nicht erfüllt ist, wird er dennoch nach 263 StGB bestraft. Ein gebräuchlicherer Ausdruck für Betrug bei Kreditgeschäften ist „Kreditbetrug“.

Zu den Fällen des Kreditbetrugs gehören folgende:

  • Datenfälschung zur Begehung von Kreditbetrug: Kriminelle nutzen gefälschte Ausweispapiere, um bei Banken Kredite zu beantragen, die sie nie zurückzahlen.
  • Diebstahl von persönlichen Informationen über das Internet, z. B. durch Phishing-E-Mails: Die Datenkommunikation zwischen einer Bank und ihren Kunden ist im Allgemeinen sicher. Trotzdem ist ein Datendiebstahl möglich.

In diesem Fall ist das fiktive Kreditinstitut in Wirklichkeit der Betrüger selbst. Indem der Empfänger auf einen Link in der E-Mail klickt, gibt er den Betrügern Zugang zu seinen persönlichen Daten, die sie dann nutzen können, um sich einen Kredit zu verschaffen.

Anzeichen für betrügerische Aktivitäten

Im Zusammenhang mit einem Kreditangebot gibt es mehrere Anzeichen, die auf mögliche betrügerische Aktivitäten hindeuten. Hier ist eine kurze Übersicht über die einzelnen Anzeichen:

  • Anzeigen und falsche Konten sind in der Regel mit undeutlichem und fehlerhaftem Deutsch gespickt.
  • Personen, die kürzlich neue Facebook-Bekanntschaften geschlossen haben, behaupten, dass sie erfolgreich einen Kredit erhalten haben.
  • Die Kontaktaufnahme über soziale Medien, E-Mail oder Whatsapp ist eine dritte Möglichkeit.
  • Auf dem Markt werden Versprechen von einzigartigem Wert gemacht (niedriger Zinssatz, keine Bonitätsprüfung, Kredit von Privatpersonen).
  • Sie erhalten Zugang zu einem angegebenen persönlichen Benutzerkonto, in dem Sie den angeblichen Bewilligungsprozess Ihres Kredits verfolgen können. Dies sagt jedoch nichts über den Ernst der Lage aus! Jeder kann heute in wenigen Stunden eine Internetseite erstellen. Es gibt keine „offizielle“ Stelle, die prüft, ob es sich um eine Bank handelt.
  • Es müssen ständig Steuern, Verwaltungskosten, Aktivierungscodes, Anti-Geldwäsche-Zertifizierungen und Versicherungsprämien gezahlt werden.
  • Wenn es sich um eine seriöse Transaktion handelt, erhalten Sie eine Kopie des Personalausweises der Person, mit der Sie es zu tun haben.
  • Um eine Einigung zu erzielen, wird Ihnen ein angeblicher Anwalt oder Notar in den Weg gestellt.

Wie schützen Sie sich vor Kreditbetrug?

Berücksichtigen Sie folgende Aspekte, um sich effektiv vor Kreditbetrug zu schützen.

  • Schauen Sie sich den vermeintlichen Dienstleister genauer an, um einen Finanzbetrug in Zusammenhang mit einem Kredit zu vermeiden. Unseriöse Anbieter verlangen Vorauszahlungen, machen unangemessene Ausgaben wie Arbeits- und Reisekosten geltend und sind nur über eine hochpreisige Beratungshotline zu erreichen, die die einzige Kontaktmöglichkeit darstellt.
  • Üblich ist, dass sie Zahlungen nur gegen Aushändigung von Vertragspapieren akzeptieren. Kreditangebote von Facebook, WhatsApp und Instagram sollten ignoriert werden. Denn seriöse Banken würden niemals soziale Medien nutzen, um Sonderangebote zu machen.
  • E-Mail-Adressen, die von jedem erstellt werden können, wie z. B. Google, gmx usw., werden von Finanzinstituten nicht verwendet. Geben Sie Ihre finanziellen Verhältnisse nicht an jemanden weiter, den Sie nicht kennen.
  • Personen, die Sie nicht kennen, sollten nicht in Verträge mit Ihnen verwickelt werden. Veröffentlichen Sie nichts Persönliches in sozialen Medien.
  • Bargeldtransferdienste wie Western Union, MoneyGram oder Gutscheine/Zahlungskarten wie PaySafe sollten niemals zur Bezahlung verwendet werden.
  • Überprüfen Sie den Sitz des Kreditgebers und seine Berechtigung zur Kreditvermittlung, indem Sie auf das Impressum schauen und sich an die nationale Aufsichtsbehörde wenden. Die europäischen Aufsichtsbehörden werden von der BaFin zusammengefasst.

Der richtige Umgang mit einem Kreditbetrug – 9 Tipps

In diesem Abschnitt erläutern Ihnen die Anwälte der Kanzlei Herfurtner 9 wertvolle Tipps, die Ihnen dabei helfen, bei einem Kreditbetrug richtig zu handeln.

  1. Die falschen Identitäten, die zur Kontaktaufnahme verwendet wurden, sollten gesperrt werden, ebenso wie die E-Mail-Adressen und Telefonnummern, die zur Kontaktaufnahme verwendet wurden. Schicken Sie eine Nachricht über das Problem an die soziale Netzwerkseite.
  2. Informieren Sie die Bank sofort, wenn Sie sich für Videoident angemeldet haben und dann den Zugriff auf Ihr Konto verloren haben.
  3. Wenn Sie die Hilfe eines Anwalts benötigen, wenden Sie sich an diesen.
  4. Zudem sollten Sie die Polizei umgehend benachrichtigen. Jede Polizeidienststelle kann diese Aufgabe übernehmen.
  5. Wenn die Täter merken, dass sie nicht mehr bezahlt werden, drohen sie den Opfern. Das ist nichts, wovor man sich fürchten muss. Es besteht also keine Verpflichtung Ihrerseits, eine Zahlung zu leisten.
  6. Wenn Sie den Tätern die Kopie Ihres Personalausweises oder Reisepasses ausgehändigt haben, sollten Sie so schnell wie möglich einen Ersatzausweis oder Reisepass vorlegen.
  7. Zusätzlich sollte Anzeige wegen Identitätsdiebstahls und (versuchten) Betrugs erstattet werden. Die SCHUFA ist eine Anlaufstelle für deutsche Bürger, die glauben, dass ihre Identität gestohlen wurde.
  8. Wenn Sie Ihre Bank- oder Kreditkartendaten herausgegeben haben, sollten Sie Ihre Kontobewegungen in nächster Zeit im Auge behalten. Sollte Ihr Konto gehackt worden sein, sollten Sie sich auch an das soziale Netzwerk wenden, um es zu informieren. Wenn Sie das noch nicht getan haben, erstellen Sie ein neues. Verwenden Sie beim Erstellen eines Passworts eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen.
  9. Sie sollten auch schnell reagieren, wenn Sie Rechnungen erhalten haben, aber keine Ware, oder wenn Sie die Ware gar nicht erst bestellt haben. Ihre Identität kann für einen Einkaufsbummel missbraucht werden.

Kreditbetrug ist ein Straftatbestand

Der Gesetzgeber hat 1986 den Kreditbetrug in die Liste der Straftaten im Zusammenhang mit Betrug aufgenommen. Man hoffte, dass die Kriminalisierung einiger Aktivitäten im Vorfeld des Betrugs dazu beitragen würde, das Vermögen des Kreditgebers und die Integrität der Kreditwirtschaft zu schützen.

Für Kreditbetrug ist § 265b entscheidend

Anstatt Kreditbetrug unter § 263 des Strafgesetzbuches zu kriminalisieren, wird Kreditbetrug in § 265b kriminalisiert. Es gibt mehrere spezifische Arten von Kreditanträgen, die unter dieses Gesetz fallen. Bei der Beantragung eines Kredits muss der Kreditgeber über die finanzielle Situation des Kreditnehmers getäuscht worden sein.

Die Täuschung lässt sich in drei Arten einteilen:

  • Der Kreditbetrüger macht in seinem Kreditantrag falsche Angaben.
  • Er oder sie stellt ungenaue oder unvollständige Unterlagen zur Verfügung.
  • Der Betrüger verschweigt eine Verschlechterung seiner finanziellen Situation.

Wie in § 265b des Strafgesetzbuchs festgelegt, können Kreditgeber und Kreditnehmer nur existierende oder fiktive Firmen und Unternehmen sein. Der von einer Privatperson begangene Kreditbetrug fällt nicht unter diese Bestimmung.

Täuschungshandlungen gelten als Betrug

Dies bedeutet jedoch nicht, dass einzelne Kreditnehmer ungestraft die Bank anlügen oder wichtige Tatsachen verschweigen dürfen, um einen Kredit zu erhalten. In § 263 des deutschen Strafgesetzbuchs werden bestimmte Täuschungshandlungen als Betrug oder versuchter Betrug definiert.

Als Beispiel können die folgenden Täuschungshandlungen genannt werden:

  • Fälschung von Finanzunterlagen
  • Leugnen des Vorhandenseins von Sicherheiten oder Verweigerung der Anerkennung von Sicherheiten.
  • Beibehaltung eines Geheimnisses, das die eigene Kreditwürdigkeit gefährden könnte.

Kreditbetrug wird mit bis zu drei Jahren Gefängnis oder einer Geldstrafe geahndet. Diese Art von Straftat wird nach § 263 Strafgesetzbuch mit bis zu fünf Jahren Gefängnis und/oder einer Geldstrafe bestraft.

Kreditbetrug vs. Betrug nach § 263 StGB

Es gibt einige wesentliche Unterschiede zwischen einem Kreditbetrug und einem echten Betrug nach  § 263 StGB.

  • Wenn jemand die Kreditkarte eines Unternehmens stiehlt, wird davon ausgegangen, dass die Kreditkarte für ein Unternehmen oder eine Gesellschaft bestimmt war. Private Kredite fallen nicht unter diesen Straftatbestand, obwohl sie wegen Betrugs nach § 263 StGB strafrechtlich verfolgt werden können.
  • § 265b StGB Kreditbetrug setzt nicht den Verlust von Geld voraus. Dies ist ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Straftatbeständen.
  • Zusätzlich stellt § 263 Abs. 2 StGB den versuchten Betrug unter Strafe. Der versuchte Kreditbetrug bleibt jedoch straffrei. Bei Ordnungswidrigkeiten wird der Versuch nur dann bestraft, wenn er in den Rechtsvorschriften ausdrücklich geregelt ist, was bei § 265b StGB nicht der Fall ist.
  • Ein Darlehen kann jedoch von jedermann in betrügerischer Absicht erlangt werden. § 263 StGB hingegen verlangt mehr als nur eine Täuschung, um eine Straftat zu begründen. Als Folge der Täuschung muss der Kreditgeber eine finanzielle Entscheidung treffen, die dem Kreditnehmer einen Schaden zufügt.

Die Verjährungsfrist gilt für beide Arten von Betrug. Die Verjährungsfrist für beide Straftaten beträgt gemäß § 78 Absatz 3 Nummer 4 des Strafgesetzbuchs fünf Jahre.

Strafmaß für Kreditbetrug und Urkundenfälschung

Kreditbetrug im Sinne von § 265b des Strafgesetzbuchs ist in der Regel nicht darauf zurückzuführen, dass eine andere Person dazu verleitet wird, ihr Geld zu geben. Wenn beispielsweise eine getäuschte Person die Polizei über ein vermeintlich betrügerisches Kreditgeschäft informiert, werden Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen, ob die betrügerische Handlung zusätzliche Voraussetzungen nach § 265b StGB erfüllt.

Es ist möglich, dass die Handlungen eines Täters als mehrere Straftaten eingestuft werden können. Es ist möglich, gleichzeitig wegen Kreditbetrugs und Urkundenfälschung angeklagt zu werden, z. B. wenn Sie zusammen mit Ihrem Kreditantrag gefälschte Dokumente einreichen.

Es gibt keine Möglichkeit, im Voraus zu sagen, welche Strafe ein Straftäter in einem bestimmten Fall erhalten wird. Wie weit der Richter mit dem gesetzlichen Strafmaß geht, liegt ganz in seinem Ermessen. Er wird beispielsweise die Ziele und Absichten des Täters, die Art und Weise, wie er die Straftat begangen hat, seine früheren Verurteilungen und sein Verhalten nach der Tat, einschließlich seiner Bemühungen, den Schaden wiedergutzumachen, berücksichtigen.