Am 1. Juli 2021 wurde der Betreiber der angeblichen Bitcoin-Geldanlage „Bitcoin Pension“ von der Bundespolizei verhaftet. Der Mann steht unter dem dringenden Verdacht des Anlagebetrugs, wie durch eine offizielle Pressemitteilung fünf Tage später bekanntgegeben wurde. Die Kriminalpolizei Erding und die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) hatten im Vorfeld schon längere Zeit ermittelt. Bereits Wochen vorher war ein Haftbefehl ausgestellt worden.

Nun war der 48-Jährige im Begriff, eine Reise nach Südamerika anzutreten. Am Flughafen Frankfurt am Main konnte die Bundespolizei ihn und seine Begleitung jedoch noch rechtzeitig festnehmen (auch gegen die 54-jährige Frau wird mittlerweile ermittelt). Später wurde noch eine Wohnung im Raum Karlsruhe durchsucht und Beweismittel sichergestellt.

Am Tag nach der Verhaftung wurde der bestehende Haftbefehl durch den Ermittlungsrichter in Frankfurt in Vollzug gesetzt. Man vermutete Fluchtgefahr bei dem bereits vorbestraften Tatverdächtigen. Seit diesem Zeitpunkt befindet er sich einer Justizvollzugsanstalt. Die gemeinsamen Ermittlungen von Erdinger Polizei und Zentralstelle Cybercrime Bayern laufen weiter.

Bitcoin Pension – Betreiber verhaftet, Anleger fürchten um ihr Geld

Zwischen August 2017 und August 2020 soll der Tatverdächtige für die angebliche Geldanlage „Bitcoin Pension“ mit offensivem Marketing geworben haben (unter anderem auf einem eigenen Youtube-Kanal). Grundsätzlich ging es dabei um eine Investition in die Kryptowährung Bitcoin. Mindestens 0,1 Bitcoins (BTC) sollten jeweils angelegt werden. Empfohlen wurde jedoch ein Betrag von mindestens 1 BTC.

Angeblich war etwas mehr als die Hälfte jeder Einlage für die Expansion bestimmt (investiert in eine sogenannte Mining-Anlage zur Schürfung von Bitcoins in Schweden). Der Rest diente nach Angaben des Tatverdächtigen der Absicherung und befand sich auf einem separaten Bitcoin-Account, auf den die Anleger angeblich Zugriff gehabt haben sollen. Vereinbart war angeblich eine Auszahlung von 2 bis 5 Bitcoins im Jahr 2025.

Bis Juli 2019 zahlten angeblich über 50 Personen insgesamt mehr als 62 Bitcoins ein. Nach dem Datum der jeweiligen Einzahlung entsprach das insgesamt einem Wert von knapp 400.000 EUR (am Tag der Verhaftung lag er bei fast 1.800.000 EUR).

Nach derzeitigem Ermittlungsstand handelt es sich um einen Fall von Anlagebetrug auf der Grundlage von Bitcoins. Den Behörden zufolge wurden die Kunden um ihr Geld betrogen. Es soll bei „Bitcoin Pension“ nie darum gegangen sein, das Kapital wie vereinbart und im Sinne der Anleger zu investieren.

Bitcoin Pension – bereits seit Monaten offline

Spätestens im Zuge der Verhaftung erscheint manchen Investoren der Verbleib des eingezahlten Geldes eher ungewiss. Doch beunruhigende Signale gab es auch schon früher. Bereits lange vor der Verhaftung, nämlich über ein halbes Jahr zuvor, ging die Website des Unternehmens offline. Seitdem kann www.bitcoin-pension.com nicht mehr aufgerufen werden.

Der Tatverdächtige veröffentlichte damals über das soziale Netzwerk Facebook eine Stellungnahme. Er rechtfertigte darin die Abschaltung der Website von Bitcoin Pension. Dem Renommee des Unternehmens sei nachhaltig Schaden zugefügt worden. Deshalb hätte sich alle Großinvestoren schlagartig zurückgezogen.

Auslöser sollen im Wesentlichen zwei Videos gewesen. Das eine stand im Zusammenhang mit einer früheren Lebensgefährtin, die angeblich versucht hatte, ihn zu erpressen. Das andere zeigt angeblich einen Prominenten der Krypto-Szene, der den Tatverdächtigen als Betrüger bezeichnet haben soll.

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