CFD Trading

CFD Trading lernen? Sich mit Differenzkontrakten („Contracts for Difference“ oder schlicht CFDs) zu beschäftigen, kommt immer mehr Anlegern in den Sinn. Denn aufgrund der niedrigen Renditeaussichten für klassische Finanzprodukte steigt der Wunsch nach lohnenswerten Alternativen. CFDs sind populär, weil sie Anlegern vermeintlich hohe Chancen bieten.

Jedoch sollten sich interessierte Investoren bei der Planung ihrer Strategien auch mit den Risiken beschäftigen. Denn diese sind einerseits nicht unerheblich und andererseits sehr speziell. Vor allem die Möglichkeit zum Totalverlust der Einlage sowie die Nachschusspflicht sind beim CFD Trading zu nennen.

Zudem unterscheidet sich die Funktionsweise von Differenzkontrakten von der anderer Finanzinstrumente. Neben einer genauen Kenntnis hierüber stellt sich eine Reihe von Fragen, die gerade unerfahrene Anleger zufriedenstellend für sich beantworten sollten, bevor sie ihr geplantes Investment realisieren:

Was ist CFD Trading und wie funktioniert es? Was ist ein Basiswert? Wo finde ich einen Handelspartner für CFD Trading und worauf muss ich dabei achten? Gibt es Betrug beim CFD Trading und wie kann man sich davor schützen? Was ist zu tun, falls man Verluste beim Trading erleidet?

CFD Trading Erfahrungen

CFD Trading Erfahrung

Dieser CFD Trading Ratgeber beantwortet diese Fragen und eignet sich zum einen für Anleger, die mit dem CFD Handel starten wollen. Darüber hinaus wendet er sich an Kunden, die mit CFD-Brokern bereits Erfahrungen gemacht haben. Schließlich erfahren Anleger, die Verluste durch CFD Trading erlitten haben, welche Maßnahmen und Strategien sie ergreifen können.

Haben Sie beim CFD Trading Geld verloren? Dann können Sie einem Rechtsanwalt die Situation schildern und besprechen, ob und welche Maßnahmen einzuleiten sind. Die Anwälte der in Hamburg, Frankfurt am Main, München und Grünwald ansässigen Kanzlei Herfurtner beraten Mandanten aus ganz Europa und werden auch tätig, wenn der Vertragspartner im entfernten Ausland sitzt.

Möchten Sie sich mit uns austauschen? Dann stehen Ihnen die Rechtsanwälte unserer Kanzlei für ein Erstgespräch zur Verfügung. Hier gelangen Sie zur Kontaktaufnahme.

Inhaltsverzeichnis

Was ist CFD Trading?

Differenzkontrakte (CFDs) sind derivative Finanzinstrumente. Das bedeutet, dass sich ihr Preis von einem zugrundeliegenden Basiswert ableitet. Das kann beispielsweise eine Aktie, ein Aktienindex oder ein Rohstoff sein. Beim CFD Trading kommt der Erwerber jedoch nicht in den tatsächlichen Besitz des Assets, sondern spekuliert nur darauf, dass der Kurs vom Basiswert steigt oder fällt.

Rechtlich gesehen ist ein Differenzkontrakt eine Inhaberschuldverschreibung eines Emittenten (Herausgebers), zum Beispiel einer Bank.

Differenzkontrakte dienen einerseits der Absicherung gegen Kursschwankungen. Beispielsweise könnte sich ein Investor, der Aktien von verschiedenen Unternehmen besitzt, die im S&P 100 gelistet sind, mit einem Index-CFD absichern, der auf fallende Kurse im S&P 100 setzt. Die Strategie dahinter: Der Verlust der einen Seite lässt sich auf der anderen (zum Teil) auffangen.

Darüber hinaus nutzen viele Anleger Differenzkontrakte für Spekulationszwecke. Deshalb kann man das CFD Trading mit einer Wette auf die Kursentwicklung des Basiswerts vergleichen. Die Besonderheit beim CFD Trading liegt in der Hebelwirkung (siehe weiter unten zum Thema „Margin Trading“). Sie potenziert das Risiko bis hin zum Totalverlust des investierten Betrages.

Mithin eignet sich CFD Trading zuvorderst für besonders erfahrene Investoren oder diejenigen, die über eine entsprechende Risikoaffinität verfügen.

CFD Trading ohne Nachschusspflicht?

Auch Nachschusspflichten können beim CFD Trading bestehen. Zwar hat die BaFin in Deutschland in Anlehnung an die Entscheidung auf europäischer Ebene für Privatinvestoren Schutzvorrichtungen getroffen. Den Anbietern von CFD Trading wird für diesen Personenkreis die Nachschussforderung untersagt. Entsprechende Produkte dürfen nicht mehr angeboten werden.

Anders sieht es jedoch bei institutionellen Investoren aus, für welche das Verbot nicht gilt. Daher empfiehlt sich Privatleuten ein umsichtiges Vorgehen, denn einige CFD Broker bieten ihren Kunden die Einstufung als professioneller Kunde an – mit deutlich besseren Gewinnaussichten. Und mit deutlich größeren Risiken.

In unserem Nachbarland Belgien ist der Handel mit gehebelten Produkten inklusive CFD Trading aufgrund zahlreicher Verluste in der Vergangenheit mittlerweile komplett verboten worden.

CFDs, mit Ausnahme von CFDs auf Futures und definiertem Fälligkeitsdatum, besitzen keine begrenzten Laufzeiten. Sie unterliegen daher keinem Zeitwertverlust.

CFD Trading Erfahrung

Wie funktioniert CFD Trading?

Beim CFD Trading haben Anleger die Möglichkeit, an Kursbewegungen verschiedener Finanzinstrumente oder Vermögenswerte teilzuhaben. Hierzu gehören beispielsweise Aktien und Indizes, Währungen (Forex Trading) oder auch Rohstoffe wie Gold oder Öl. Über einen Differenzkontrakt wird beim CFD Trading mit der Kursdifferenz (Spread) zwischen Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt gehandelt.

Die Zeitspanne zwischen Ein- und Ausstieg kann hierbei sehr kurz sein. Das gilt besonders für solche Assets, die häufigen und starken Kursschwankungen unterliegen wie beispielsweise Nebenwährungspaare.

Für viele Anleger liegt der Reiz beim CFD Trading in der sogenannten Hebelwirkung. Sie ermöglicht es, den Einsatz zu potenzieren und somit besonders zu profitieren – oder aber besonders hohe Verluste zu erleiden. Die Bezeichnung Hebel kommt aus dem Handel mit Optionsscheinen. Der Hebel (auch „Leverage“) gibt das Verhältnis an, in dem der Optionsschein die Kursbewegung des Basiswerts nachvollzieht (1:x).

Der einfache Hebel errechnet sich durch Division der Kurse. Dieser Wert gibt an, welche Anzahl an Optionsscheinen ein Anleger beim aktuellen Kurs des Basiswerts erwerben kann. Die Höhe des Hebels, also der Leverage-Effekt, ist von Broker zu Broker verschieden und unterscheidet sich zum Teil deutlich voneinander.

Beim CFD Trading gibt es verschiedene Strategien. Anleger können mit CFDs handeln, die von steigenden Kursen profitieren (Long-CFDs). Außerdem gibt es CFDs, die bei fallenden Notierungen des Basiswerts Gewinn abwerfen (Short-CFDs). Im Vergleich zum Aktienhandel kann der CFD Handel auch mit wenig Geld potenziell attraktive Renditen abwerfen.

Wo findet der CFD Handel statt?

CFDs werden nicht an der Börse – also außerbörslich – gehandelt. Deshalb unterliegt der Handel einer geringeren Regulierung als beispielsweise der Handel mit Aktien. Zudem bieten einige Trading-Plattformen und Anbieter an, CFD Handel nach Börsenschluss zu betreiben. Dies kommt vor allem infrage, wenn es um CFDs auf Währungspaare (Devisen) geht.

Viele Banken bieten CFD Trading auch für private Kunden an, zudem gibt es eine ganze Reihe von CFD Brokern aus allen Ländern, die sich im Internet an interessierte Anleger wenden.

Denn neben dem Handel mit Kryptowährungen und dem Forex Trading, also dem Handel mit Währungspaaren, hat auch das CFD Trading in den letzten Jahren bei Privatanlegern Einzug in die Strategie gefunden. Dementsprechend hat dieser Umstand dazu geführt, dass man als Trader im Internet viele Anbieter findet, deren Geschäftsmodell vordergründig das CFD Trading ist.

Trading im Internet

Auf einer Online-Trading-Plattform ist der Handel mit Differenzkontrakten in der Praxis recht unkompliziert. Denn schon mit dem Anlegen eines Accounts und der Einrichtung eines Kontos inklusive Überweisung der Einlage ist man für den Handel bereit. Mehrheitlich findet man online englischsprachige Angebote. Allerdings hat auch die Zahl deutschsprachiger Websites in diesem Bereich deutlich zugenommen.

In jedem Fall sollten sich Anleger, die den CFD Handel lernen wollen oder die beim CFD Trading Erfahrung mit Verlusten machen mussten, aufgrund der hohen Risiken umfassend informieren. Allerdings unterscheidet sich die Konstellation beim Online-Trading in einem Punkt deutlich von einer Anlage über die Hausbank. Denn häufig muss man beim Online-Trading auf eine umfassende Beratung verzichten.

Umso wichtiger ist eine gründliche Recherche im Vorfeld der Investition. Grundsätzliches zum Thema erfährt man beispielsweise, indem man ein informatives CFD Trading Buch liest oder einen CFD Trading Ratgeber studiert. Zudem gibt es Foren oder spezielle Bereiche auf den Websites der Online-Plattformen, wo Wissen anhand eines CFD Trading Wiki vermittelt wird.

Konditionen beeinflussen die Strategie

Beim CFD Trading wird der Handel direkt mit dem CFD Trading Broker abgewickelt. Dieser bestimmt die An- und Verkaufskurse sowie die Konditionen. Typischerweise ist der Handel beim Daytrading kommissionsfrei, wenn man Positionen innerhalb kurzer Zeit kauft und wieder verkauft.

Verfolgt man eine andere Strategie als die des Daytrading, können die Positionen auch über Nacht (eine oder mehrere) gehalten werden. Für diese sogenannten „Overnight-Positions“ fallen allerdings Kosten an.

Diese richten sich nach dem Tagesschlusskurs, dem Tagesgeldsatz im Interbankenmarkt sowie dem Euro Over Night Index Average (EONIA). Sie werden täglich berechnet und sollten daher in einer Strategie, die über das Daytrading hinausgeht, berücksichtigt werden.

Market Maker wie z. B. die Commerzbank bieten Anlegern die Möglichkeit, beim CFD Trading mit Aktien, Indizes, Rohstoffen, Edelmetallen, Währungen, Zinsen und Futures zu handeln. Das Angebot besteht häufig aus weit über 1.000 Basiswerten.

Ist CFD Trading legal? Die BaFin warnt Anleger vor nicht lizenzierten Unternehmen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt davor, Geschäfte auf Internet-Handelsplattformen einzugehen, die von nicht lizenzierten Anbietern betrieben werden. Dies betrifft insbesondere folgende Geschäfte:

Laut Auskunft der Behörde sei in diesem Zusammenhang besonders auf die Herkunft des Anbieters zu achten. Denn auch wenn eine Website in deutscher Sprache verfasst ist und deutsche Telefonanschlüsse für die Kontaktaufnahme bereithält, bedeute dies nicht automatisch, dass sich der Unternehmenssitz in Deutschland befinde.

Entsprechend sei es denkbar, dass Anbieter zwar den Eindruck eines deutschen oder in Deutschland ansässigen Unternehmens erweckten, tatsächlich aber keine Erlaubnis für ihre Geschäftstätigkeit auf dem deutschen Markt besäßen.

Broker CFD Trading

CFD Trading – Werbung mit Methode

Online-Broker zielen darauf ab, Anleger zu gewinnen, die auf seiner Plattform investieren sollen. Sie setzen für die Strategie zur Gewinnung neuer Kunden unter anderem auf ein Partnerprogramm, das sogenannte Affiliate-Marketing.

Hierbei erhalten Werbepartner als Vermittler eine Provision, wenn sie der Plattform bzw. dem Broker neue Kunden zuführen. Viele Vermittler nutzen für ihr Angebot YouTube als reichweitenstarke Plattform, um Aufmerksamkeit zu generieren. Auch andere soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram kommen als Werbeplattformen zum Einsatz.

Zudem hat einer der dargestellten Affiliate Partner eine eigene WhatsApp-Gruppe gegründet. Dort macht er Werbung für CFD Trading und preist vermeintliche Gewinne in großer Höhe an.

Das Trading wird dabei als erfolgreiche Methode verkauft, wie man sich in nur wenigen Wochen oder Monaten einen neuen Sportwagen und eine neue Luxusuhr leisten könne. Allerdings kommt im Video auch ein Anleger zu Wort, der sich dazu bekennt, über 30.000 EUR verloren zu haben.

Die Risiken beim CFD Trading sind hoch und sie sind real. Umso bedeutsamer ist es, sich – gerade beim anonymen Online-Trading – sehr genau mit der Materie zu beschäftigen und dabei insbesondere den jeweiligen Anbieter zu durchleuchten.

Ein guter Anhaltspunkt zur Prüfung ist die Website der Trading-Plattform. Häufig genügen diese deutschen Standards nicht, da sie kein rechtsverbindliches Impressum besitzen. Entsprechend herausfordernd ist es bei Schwierigkeiten, sein Anliegen an der richtigen Stelle zu adressieren.

CFDs und Margin Trading

In der Regel sind Broker für CFDs als Market-Maker zuständig. (Market Maker sind – meist große – Marktteilnehmer, die durch An- und Verkaufsaktivitäten für bestimmte Vermögenswerte für Liquidität sorgen.) CFDs werden über den Broker im Rahmen des Margin Trading mit einem Margin-Konto angeboten. Zudem können CFDs nicht von einem Broker gekauft und an einen anderen Broker verkauft werden.

Beim Margin Trading muss der Anleger auf seinem Margin Account eine Sicherheit („Margin“) hinterlegen. Die Höhe der jeweiligen Margin hängt von mehreren Faktoren (Risiko, Volatilität) ab und unterscheidet sich innerhalb der Assetklassen und auch von Anbieter zu Anbieter.

Diese Sicherheitsleistung in Form von Geld oder Wertpapieren dient dazu, jederzeit in der Lage zu sein, Verbindlichkeiten zu begleichen, die aus Termin-Positionen entstehen können. Anleger müssen einen bestimmten Prozentsatz eines Trades hinterlegen. Die restliche Position wird durch den Broker fremdfinanziert bzw. gehebelt.

Während man beispielsweise beim Kauf einer Aktie im Wert von 100 € tatsächlich 100 € bezahlen muss, kann bei einem Aktien-CFD im Wert von 100 € schon ein Bruchteil in Höhe von 20 € ausreichen. Dieser Sachverhalt kann die Strategien von Anlegern erheblich beeinflussen.

Beispielhafte Marginraten

Der Hebel des Brokers kann dazu führen, dass man das X-fache seiner eigentlichen Einlage zum Trading einsetzen kann. Es wird dem Anleger somit praktisch kurzfristig ein Kredit vom Broker eingeräumt. Sowohl Gewinne als auch Verluste werden sofort auf dem Margin Account vermerkt.

Institutionelle Investoren können im Gegensatz zu Privatanlegern einen viel größeren Hebel ansetzen und somit deutlich größere Summen bewegen. Das potenziert sowohl die Gewinnaussichten als auch die Verlustmöglichkeiten.

Bei manchen Online-Tradingplattformen ist es möglich, sich als professioneller Händler einstufen zu lassen. Die möglichen Konsequenzen sollte man stets im Hinterkopf haben.

Sollte die Einstandsmargin, also der Betrag, den man zur Eröffnung einer Position hinterlegt, aufgrund von Verlusten aufgebraucht sein, kommt es zum sogenannten „Margin-Call“. Das bedeutet, dass der Anleger aufgefordert wird, Geld nachzuschießen. Diese erneute Zahlung bezeichnet man als „Halte-Margin“, um die Position aufrechtzuerhalten.

Kommt der Anleger der Zahlungsaufforderung der Halte-Margin nicht nach, wird die offene Position geschlossen und die Einlage ist verloren.

Hebel und Differenzkontrakte – große Gewinnchance auch bei kleinen Beträgen?

Hebel durch Fremdfinanzierung, das sieht auf den ersten Blick attraktiv aus. Denn hierdurch werden scheinbar auch Kleinanlegern Strategien eröffnet, ohne viel Eigenkapital auf dem Handelskonto enorme Gewinne zu verzeichnen. Ist nun ein hoher Hebel ein guter Hebel? Und gilt: „Je höher der Hebel, desto besser das Geschäft“?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich mit beiden möglichen Szenarien beim CFD Handel auseinandersetzen – mit Gewinnen und mit Verlusten.

Verluste durch hohe Hebel – welchen Schutz erhalten Kleinanleger?

Denn bei gehebelten Trades machen sich Kursänderungen in beide Richtungen viel stärker bemerkbar als ohne Hebel. Die Auswirkungen, gerade im Vergleich zu anderen Anlageformen, sind beim Handel mit Differenzkontrakten oft dramatisch. Selbst minimale Kursschwankungen können bei einem hohen Hebel dazu führen, dass das gesamte eingesetzte Eigenkapital schlagartig verloren geht.

Darüber klären viele Broker ihre Kunden nicht hinreichend auf. Es ist daher äußerste Vorsicht geboten, gerade wenn die Hebelwirkung als großartige Verdienstmöglichkeit im Vordergrund steht. Fragen zu den hiermit verbundenen Risiken sollte der interessierte Anleger in jedem Fall stellen.

ESMA als Regulierungsbehörde

Um die Gefahr solch hoher Verluste gerade für Kleinanleger einzudämmen, griff die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority) ein.

Schon seit geraumer Zeit wurden Beschwerden geschädigter Anleger und Verbraucherschutzorganisationen laut. Erst seit Anfang des Jahres 2018 verfügt die ESMA jedoch über die Kompetenz, Verbots- und Einschränkungsmaßnahmen zum CFD Trading zu erlassen.

Am 27.03.2018 hat die Behörde im Zusammenhang mit der Hebelwirkung eine neue Regel eingeführt, die enorme Auswirkungen nach sich zog:

Hebel-Reduzierung beim CFD Trading als wichtigster Punkt des ESMA-Beschlusses vom 27.03.2018

Viele Broker und Verbände, unter anderem der Deutsche CFD-Verband, machten anhand von Stellungnahmen ihre Einwände deutlich. Dennoch beschloss die Behörde unter anderem eine Begrenzung für maximal mögliche Hebel beim CFD Trading ab dem 01.08.2018.

Diese Begrenzung wurde mit Beschluss vom 26. September 2018 für eine dreimonatige Periode mit Beginn ab 1. November 2018 erneuert und ab dem 1. Februar 2019 erneut um drei Monate verlängert.

Ausschlaggebend für die erneute Verlängerung war laut ESMA unter anderem die Tatsache, dass „seit Erlass des Beschlusses (EU) 2018/796 keine nationale zuständige Behörde eine eigene nationale Produktinterventionsmaßnahme im Sinne von Artikel 42 der Verordnung (EU) Nr. 600/2014 ergriffen“ habe.

Es folgten weitere Verlängerungen, die jedoch schließlich ausliefen. Stand Januar 2021 halten jedoch die landeseigenen Aufsichtsbehörden die Regeln aufrecht.

ESMA-Beschluss und seine Folgen: welche Änderungen ergaben sich?

Die größte und am meisten beachtete Änderung betraf die Obergrenze für Hebel beim Handel mit CFDs für Privatanleger. Es ergeben sich dadurch die folgenden Kennzahlen:

  • Major-Forex-Paare: maximaler Hebel von 30:1
  • Forex-Paare aus Nebenwährungen: maximaler Hebel von 20:1
  • Große Indizes (DAX, Dow Jones, S&P 500 etc.): maximaler Hebel von 20:1
  • Kleinere Indizes: maximaler Hebel von 10:1
  • Einzelne Aktien: maximaler Hebel von 5:1
  • Gold: maximaler Hebel von 20:1
  • Andere Rohstoffe: maximaler Hebel von 10:1
  • Kryptowährungen: maximaler Hebel von 2:1

Darüber hinaus ergaben sich weitere Änderungen. So wurden etwa Bonuszahlungen der Plattformen als Belohnung für weitere Einzahlungen untersagt. Auch wurde es den Anbietern verboten, die Handelskonten ihrer Kunden ins Minus rutschen zu lassen.

Weiterhin müssen die Broker jetzt offensichtlicher und erkennbarer auf die CFD Trading Gefahren aufmerksam machen. Dies geschieht beispielsweise durch einen prominenten Hinweis auf der Website des Anbieters, aus dem hervorgeht wie viel Prozent der Kleinanlegerkonten Verluste beim CFD Trading auf der Plattform erlitten haben.

Regulierung durch die ESMA-Erklärung – Schutz der Kleinanleger oder Beschränkung der Gewinnmöglichkeit?

Zur Begründung führte die ESMA in einer Presserklärung zu Beschränkungen des CFD Tradings und dem Verbot binärer Optionen wörtlich aus:

„In Verbindung mit dem historischen Zinstief stellen diese Produkte ein verlockendes Angebot für Kleinanleger dar, weil sie hohe Renditen versprechen und auf benutzerfreundlichen Online-Plattformen gehandelt werden können. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass Kleinanleger aufgrund der mit diesen Produkten einhergehenden Risiken und – im Falle von CFD Handel – des überaus großen Hebeleffekts erhebliche Verluste erleiden.“

Die Behörde möchte also dafür sorgen, dass Privatpersonen besser vor Gefahren geschützt werden. Insbesondere geht es um die oft schnell eintretenden, hohen Verluste. Fraglich war, ob diese Form der Regulierung bei den Anlegern auf Gegenliebe stoßen würde.

Denn vielfach las man in Foren und Blogs, dass sich durch die Einschränkung der Hebelwirkung nun nicht mehr so gute Gewinne erzielen ließen. Auch solche Trader, die sich des Risikos bewusst wären und verantwortungsvoll mit ihrem Kapital umgingen, würden dabei angeblich benachteiligt.

Es gäbe schließlich auch andere Anlageprodukte mit Totalverlustrisiko und viele andere Broker, deren Produkte ebenfalls mit Hebelwirkungen und Totalverlustrisiko verbunden seien. Diese würden jetzt durch die Regulierung stärkeren Zulauf erhalten. Nicht zuletzt wurde die Strategie beanstandet, da sämtliche Regulierungen zum CFD Trading zunächst zeitlich begrenzt wurden.

Nach Meinung einiger Online-Magazine stellte dies bereits die Glaubwürdigkeit der getroffenen Maßnahmen infrage.

Traden als professioneller Kunde – legale Umgehung der geänderten Bestimmungen?

Es ist daher wenig verwunderlich, dass viele Anbieter und ihre Kunden nach Auswegen suchten. Es ging darum, mit den gewohnten Gewinnspannen weiter am CFD Trading teilnehmen zu können. Eine Möglichkeit ist, sich als professioneller Trader registrieren zu lassen. Anleitungen hierfür finden sich an verschiedenen Stellen im Internet.

In der Tat hat die ESMA in ihrem Verlängerungsbeschluss (EU) 2019/155 festgestellt, dass die Anzahl der Anleger, die sich auf schriftlichen Antrag als professionell einstufen ließen, im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen hat.

Doch zahlt es sich wirklich aus, wenn private Anleger den Hebel im CFD-Trading nutzen können? Zu beachten ist, dass nicht nur die Trader Vorteile von höheren Gewinnen haben. Es dürften vor allem die Anbieter der Trading Plattformen sein, die befürchten, dass ihre Produkte durch die Einschränkungen der ESMA weniger attraktiv werden.

Denn diese verdienen selbstverständlich mit. Es gilt: Je höher die potenziellen Gewinnchancen, desto größer die Hoffnung auf das schnelle Geld. Und entsprechend mehr Zulauf haben die Online Trading-Plattformen.

Bevor Sie auf den Schutz der Regulierungsbehörde bewusst verzichten, lassen Sie sich im Zweifel durch einen Rechtsanwalt beraten.

CFD Trading Steuer

CFD Trading und Steuern

Werden beim Handel mit Differenzkontrakten Gewinne erzielt, sind diese ebenso steuerpflichtig wie die Gewinne aus anderen Anlagegeschäften wie Aktien oder Fonds. Steuerlich werden CFDs als Termingeschäfte behandelt und fallen daher unter die seit dem Jahr 2009 in Deutschland gültige Abgeltungssteuer.

Die Abgeltungssteuer ist eine pauschale Steuer und richtet sich demnach nicht nach dem persönlichen Steuersatz des Anlegers, es sei denn, dieser läge unterhalb des Pauschalsatzes. Sie beträgt 25 % des Gewinns, je nach Fall zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag. Bei Anbietern aus dem Inland wird die Steuer automatisch einbehalten und direkt ans Finanzamt abgeführt.

Bei ausländischen Anbietern muss sich der Anleger hingegen selbst um die Anzeige und Zahlung der Steuern an das zuständige Finanzamt kümmern. Dies gilt auch für den Fall, dass ein Anbieter in Deutschland Zweigstellen unterhält.

CFD Handel – Erfahrungen mit Abzocke und Betrug?

Beim CFD-Handel steht jeder Gewinnmöglichkeit ein entsprechendes Risiko gegenüber. Durch eine Verfügung der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) vom 08.05.2017 dürfen Broker Privatkunden beim CFD Trading keine Kontrakte mit Nachschusspflicht anbieten.

Das bedeutet, dass Anleger insofern Schutz genießen, als der Verlust maximal auf die Höhe der Einlage begrenzt wird. Ist diese jedoch aufgebraucht, spricht man vom Totalverlust.

Bis zum Eingreifen der BaFin trugen Anleger ein wesentlich höheres Risiko. Denn aufgrund der Verpflichtung zum Ausgleich von Verlusten konnte innerhalb kürzester Zeit deutlich mehr als der ursprüngliche Investitionsbetrag verloren werden.

Das CFD Trading ist aber immer noch nur für diejenigen Anleger geeignet, die ein hohes Risiko in Kauf nehmen wollen.

CFD Trading Broker Erfahrungen

Besonders beim CFD Trading für Anfänger bzw. CFD Trading für Einsteiger sollte man mehrere Aspekte prüfen. Grundsätzlich ist für den Handel mit Differenzkontrakten ein CFD-Depot bei einem Broker oder einem Kreditinstitut zu eröffnen.

Zunächst sollte man ermitteln, welche CFDs und Basiswerte wie z. B. Aktien und Währungen zur Verfügung stehen. Denn hierin unterscheiden sich die einzelnen CFD Trading Anbieter, wobei das Angebot nicht selten über 1.000 verschiedene Basiswerte unterschiedlicher Risikoklassen umfasst. Auch ein angebotenes Demokonto kann für Testzwecke interessant sein.

Zu den Online-Tradingplattformen, die das CFD Trading anbieten, gehören unter vielen anderen zum Beispiel:

CFD Trading Plattformen

Neben der Zuverlässigkeit des Brokers kommt es beim CFD Trading auch darauf an, welche CFD Trading Software zum Einsatz kommt und welche Funktionen diese hat.

Praktikabel sind Kursanzeigen in Echtzeit und die Möglichkeit, direkt aus dem Chart handeln zu können. Werden diese Optionen angeboten, sollten die vom CFD Broker dafür verlangten Gebühren transparent gestaltet sein. Auch die Gebühren je Transaktion können stark differieren. Die folgenden Fragen gilt es im Rahmen der CFD Trading Strategie zu beantworten:

  • Welche Haltekosten für Overnight-Positionen bestehen?
  • Welche Mindesteinzahlung ist zu leisten? Bei den Preisen für Spreads für die einzelnen Basiswerte ergeben sich oft Unterschiede bei CFDs auf Futures.
  • Bietet der CFD Broker Funktionen wie z. B. Stopp-Loss-Orders, Limit-Orders, Trailing-Stopps oder Take-Profit-Orders?
  • Welche Maximalhebel werden für das CFD Trading angeboten?
  • Welche Kontotypen stehen zur Verfügung und welche Leistungen verbergen sich dahinter?
  • Wird ein Demokonto für eine CFD Trading Simulation angeboten?
  • Kommt ein CFD Trading Bot für automatisiertes Trading zum Einsatz?
  • Wird der CFD Trading Anbieter tatsächlich reguliert und ist die Regulierung nachvollziehbar?
  • Ist eine CFD Trading App Bestandteil des Angebots?

Im Internet findet man zahlreiche Verweise auf Websites, auf denen Online-Broker getestet werden. Solch einen CFD Trader Vergleich sollte man bei einer Risikobewertung mit einbeziehen. Gleichwohl ist zu beachten, dass viele der Publikationen von den CFD Trading Anbietern selbst initiiert, unterstützt oder veröffentlicht werden.

Denn häufig finanzieren sich solche Testseiten durch (indirekte) Werbung für Trading-Plattformen. Deshalb ist eine hundertprozentige Objektivität zur Fragestellung „Wer ist bester CFD Trader?“ nicht unbedingt vorauszusetzen.

5 wichtige Hinweise: CFD Trading Tipps

Für das tägliche CFD Trading sind viele Aspekte wichtig. Dazu gehören die Stabilität der Software, ein guter Support vonseiten des Dienstleisters und die angebotenen Dienstleistungen wie z. B. eine telefonische Ordermöglichkeit.

Viel wichtiger ist allerdings zunächst diese Frage: Ist der jeweilige Anbieter von CFD Trading seriös? Denn es gibt einige schwarze Schafe, die sich in dem stark wachsenden Markt des Online Broking bewegen. Anleger sollten sich diese Fragen beim CFD Trading stellen und beantworten, bevor sie ihr Kapital investieren:

  1. Erfolgt die Aufbewahrung von Kundengeldern getrennt vom Geld des Brokers?
  2. Welche Finanzaufsichtsbehörde überwacht den Trading Anbieter?
  3. Gibt es eine Einlagensicherung und wie hoch ist diese?
  4. Wo befindet sich der Hauptsitz des Brokers?
  5. Gibt es negative Erfahrungen von Kunden?

Rechtliche Situation in Österreich

Nach dem Bundesgesetz zur Verhinderung der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung im Finanzmarkt (FM-GwG) sind seitens der Kredit- und Finanzinstitute in Österreich umfangreiche Pflichten zu erfüllen.

Die Institute sind unter anderem zur permanenten Risikoanalyse verpflichtet. Transaktionen, die verdächtig erscheinen, sind zu überprüfen. Diese Analyse ist für die Finanzmarktaufsichtsbehörde in Österreich, die FMA, bereitzuhalten und ggf. zu übermitteln. Auch gegenüber den Kunden bestehen Sorgfaltspflichten.

Gemäß FM-GwG sind die Institute unter bestimmten Voraussetzungen dazu verpflichtet, umfangreiche Informationen zum Zweck der Geschäftsbeziehung einzuholen und Angaben kritisch zu überprüfen.

Neben diesen allgemeinen bestehen auch verstärkte Sorgfaltspflichten, sofern es sich um eine grenzüberschreitende Korrespondenzbankbeziehung handelt. Sofern die Korrespondenzbanken in Drittländern ansässig sind, müssen entstehende Risiken angemessen beherrscht und gemindert werden.

CFD Trading Betrug

Betrug durch CFD Broker – Was können Geschädigte tun?

Besteht der Verdacht, dass Kurse manipuliert wurden? Kann es sein, dass betrügerisches Handeln des Plattform-Betreibers vorliegt? Dann stehen Ihnen unsere Anwälte für eine Beratung kurzfristig zur Überprüfung Ihres Anliegens und zur Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Anbieter von CFD Trading haben die Verpflichtung, Anleger umfassend über die hohen Risiken zu informieren. Bei einer unzureichenden Beratung oder fehlenden Hinweisen bestehen Schadensersatzansprüche. Auch die Rückabwicklung des Geschäfts kann möglicherweise gefordert werden.

Anleger, die Opfer eines Betruges geworden sind, sollten ihre Möglichkeiten durch einen Anwalt prüfen lassen. In vielen Fällen ist es möglich, bereits getätigte Investitionen zurückzuholen. Die Herfurtner Rechtsanwälte arbeiten eng mit internationalen Behörden und Finanzinstituten zusammen.

Wir bieten betroffenen Anlegern und Kunden folgende Dienstleistungen bei Verlusten durch CFD Trading:

  1. Anwaltliches Anspruchsschreiben an CFD Broker

Unsere Rechtsanwälte machen Ihren Anspruch auf Schadenersatz direkt bei Ihrem CFD Trading Broker geltend. Viele seriöse Broker sind zu einer außergerichtlichen Einigung bereit. Denn sie wollen der Einleitung von Ermittlungsverfahren durch Finanzaufsichtsbehörden oder gar Staatsanwaltschaften entgehen. Auf diesem Wege lassen sich regelmäßig Vergleiche mit verschiedenen Anbietern erzielen.

  1. Einschaltung von Polizei und Finanzaufsichtsbehörde

Es existieren deutschlandweit bereits mehrere Sammelverfahren gegen bestimmte Broker bei Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner vertritt Geschädigte und steht in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden.

Staatsanwaltschaften und Finanzaufsichtsbehörden im In- und Ausland können Bankkonten der Betrüger sperren und Vermögenswerte sicherstellen. Europol und Interpol wiederum koordinieren die internationale Zusammenarbeit der Behörden.

  1. VISA, Master Card, American Express – Rückzahlung möglich

Wird die Einlage über eine Zahlung per Kreditkarte geleistet, genießen Geschädigte den Schutz ihres Kreditkartenanbieters. Bereits gezahlte Beträge können unter bestimmten Voraussetzungen zurückgebucht werden. Ob die nötigen Voraussetzungen hierfür vorliegen, prüfen unsere Rechtsanwälte für Sie.

  1. Überweisungen lassen sich nach dem CFD Trading zurückbuchen

In einigen Fällen besteht die Möglichkeit der Rückbuchung einer Banküberweisung. Auch Monate nach der Überweisung konnten die Herfurtner Rechtsanwälte Zahlungen von Mandanten zurückholen. Dabei spielt es keine Rolle, dass die Konten der Broker sich häufig im Ausland befinden.

Anwaltliche Beratung

Haben Sie schlechte CFD Trading Erfahrungen gemacht und Geld verloren? Dann sollten Sie schnell handeln. Zunächst sollten weitere Zahlungen an die Online-Trading-Plattform unterbleiben, auch wenn diese vom Anbieter angeregt werden, um Verluste wettzumachen. Vielmehr sollte man mit dem Vertragspartner ergründen, weshalb es zu Verlusten kam und ob diese plausibel nachvollziehbar sind.

Bei unbefriedigender Rückmeldung seitens des Online-Brokers können Investoren Anlegerschutz suchen und sich an einen Rechtsanwalt wenden. Wir analysieren Ihren Fall und zeigen Ihnen Handlungsmöglichkeiten auf. Für eine direkte Kontaktaufnahme mit einem unserer Rechtsanwälte klicken Sie hier.

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