Stand: 19.11.2025 (Europe/Hamburg)

Wer bereits Geld an unseriöse Broker oder betrügerische Krypto-Plattformen verloren hat, ist besonders gefährdet, erneut Opfer zu werden – nämlich durch sogenannte „Recovery-Scams“. Zu dieser Kategorie werden von verschiedenen Beobachtern auch Anbieter wie Consulting Advance LP gezählt, die unter consulting-advance.pro mit Cyber- und Krypto-Ermittlungen sowie „Fund Recovery“ werben. Nach bisherigen Erkenntnissen liegen Hinweise auf ein erhöhtes Risiko vor, ohne dass es derzeit eine abschließende rechtliche Einordnung gibt. Der folgende Beitrag stellt die bekannten Fakten dar, ordnet Indizien ein und zeigt, welche Schritte betroffene Anleger prüfen sollten.

Steckbrief zu Consulting Advance LP / consulting-advance.pro

  • Name / Anbieter: Consulting Advance LP (Selbstbezeichnung auf mehreren Websites) (consulting-advance.pro)
  • Haupt-Domain laut Anfrage: consulting-advance.pro (consulting-advance.pro)
  • Weitere genutzte Domains / Markenbezüge:
    • consulting-advance.net (als Kontakt-Domain und in Trustpilot-Einträgen genannt) (Trustpilot)
    • consulting-advance.com (Präsentation als internationales Beratungs- und Marketingunternehmen) (Consulting Advance LP)
    • Hinweis in der Datenschutzerklärung auf „Consulting Advance Intel“ und eine weitere Domain consultingadvanceintel.com (consulting-advance.pro)
  • Selbstbeschreibung (consulting-advance.pro):
    • Cyber- und Krypto-Intelligence, OSINT/HUMINT-Recherche
    • Krypto-Asset-Tracing, „Fund Recovery“, Unterstützung von Anwaltskanzleien und Strafverfolgungsbehörden (consulting-advance.pro)
  • Sitz-/Adressangaben:
    • „UK Headquarters: Suite 2, 5 St Vincent Street, Edinburgh, Scotland“ auf consulting-advance.pro (consulting-advance.pro)
    • Diese Adresse entspricht der im britischen Register für „CONSULTING ADVANCE LP“, Company No. SL018155 (Unternehmensinfo abrufen)
  • Rechtsform laut Anbieter / Register:
    • Limited Partnership (LP) mit Nummer SL018155, registriert am 02.10.2014 in Schottland; Gesellschaftsstatus: „Active“ (Unternehmensinfo abrufen)
  • Regulierung / Lizenzstatus:
    • Kein Hinweis auf eine spezielle Finanz- oder Kryptolizenz in gängigen Aufsichtsregistern; Plattform bewirbt sich als Ermittlungs-/Intelligence-Dienst, nicht als Broker (consulting-advance.pro)
  • Behördliche Hinweise:
    • Eintrag auf der Warnliste von cybercrimepolice.ch (Kantonspolizei Zürich): „Vorsicht vor: consulting-advance.pro – von Nutzern aufgrund verdächtiger Aktivitäten gemeldet, weshalb Vorsicht geboten ist.“ (20.10.2025) (cybercrimepolice.ch)
  • Technische / Reputations-Bewertungen:
    • Sehr niedrige Vertrauenswerte (z. B. „Trust Score 16/100“, Einstufung als „High-Risk / Unsafe“) laut Risiko-Scannern für consulting-advance.pro (Scam Detector)
    • Weitere Risiko-Analyse mit „Poor Trust Score“ (25 %) (ScamDoc)
    • Domain consulting-advance.pro: sehr jung (weniger als ein Monat registriert zum Zeitpunkt der Analyse) (Scam Detector)
  • Nutzerfeedback (Auszug):
    • Auf einer Bewertungsplattform zu consulting-advance.net schildert ein Nutzer, die Firma rede „viel über die Rückholung gestohlener Krypto“, sei aber ein „vollständiger Scam“, der Gelder von Konten abziehe; insgesamt geringe Anzahl von Bewertungen (zwei Rezensionen, gemischte Note) (Trustpilot)

Mögliche Treffer & Abgrenzung

Da der Name „Consulting Advance“ in unterschiedlichen Kontexten auftaucht, ist eine Abgrenzung wichtig:

Bezeichnung / Domain Rolle laut Recherche Einordnung in diesem Beitrag
consulting-advance.pro Auftritt als Cyber- und Krypto-Intelligence-/Recovery-Dienst; Warnlisteneintrag bei cybercrimepolice.ch Zentraler Fokus
consulting-advance.net Kontakt-Domain (E-Mail), Trustpilot-Einträge; Risiko-Hinweise von Scoring-Portalen Dem gleichen Angebot zugeordnet
consulting-advance.com Website zu internationalem Consulting/Marketing, „Consulting Advance LP“ für Unternehmen und Investoren Sachlich erwähnt, aber nicht primärer Gegenstand der Warnung (Consulting Advance LP)
Consulting Advance LP (Companies House, SL018155) Britische Limited Partnership, seit 2014 registriert, Adresse St Vincent Street, Edinburgh Relevanter Registereintrag; Verbindung zur Website wird vom Anbieter behauptet, kann extern jedoch nicht abschließend verifiziert werden (Unternehmensinfo abrufen)

Nach bisherigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass consulting-advance.pro und consulting-advance.net auf das gleiche Geschäftsmodell von Consulting Advance LP verweisen. Ob und inwieweit die reale LP im britischen Register aktiv hinter der Online-Plattform steht, lässt sich von außen nicht zweifelsfrei beurteilen.

Geschäftsmodell und Versprechen des Anbieters

Selbstbild als Cyber- und Krypto-Intelligence-Dienst

Consulting Advance LP präsentiert sich auf consulting-advance.pro als spezialisierter Anbieter für:

  • Cyber-Intelligence
  • Krypto-Ermittlungen und Asset Tracing
  • „Fund Recovery“ nach Krypto-Betrug
  • Unterstützung von Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden

Hierzu wird auf den Einsatz von OSINT (Open Source Intelligence), HUMINT (Human Intelligence) und „cutting-edge cyber tools“ verwiesen. Die Leistungen sollen weltweit einsetzbar sein und sich an Opfer von Online-Betrug richten. (consulting-advance.pro)

Der Anbieter spricht von über 40 Jahren kumulierter Erfahrung seiner Experten in den Bereichen Cyber-Intelligence, Krypto-Ermittlungen, Asset Tracing und „Offshore Legal“. (consulting-advance.pro)

Zielgruppe: Geschädigte Anleger und Unternehmen

Die Plattform adressiert ausdrücklich:

  • Geschädigte von Krypto-Betrug und Online-Scams
  • Anwaltskanzleien, die gerichtsfeste Informationen benötigen
  • Unternehmen, die Cyber-Risiken, Betrugsstrukturen und digitale Spurensuche auslagern möchten

Im Mittelpunkt stehen mutmaßlich Personen, die bereits einen Verlust erlitten haben und nun auf Rückholung von Kryptowerten oder Vermögenswerten hoffen. (consulting-advance.pro)

Dienstleistungen: Was wird angeboten?

Nach bisherigen Erkenntnissen umfassen die beworbenen Leistungen:

  • Krypto-Tracing & Asset Recovery: Nachverfolgung von Transaktionen, Identifizierung von Wallets und angeblichen Tätern, Ziel „fund recovery“
  • Cyber-Ermittlungen: Aufdeckung von Betreibern verdächtiger Websites, Analyse von Betrugsstrukturen
  • Compliance-Services: Unterstützung bei Krypto-Compliance und AML-Fragestellungen
  • Expert Witness / Unterstützung von Behörden: Bereitstellung von Expertise für Strafverfolgungsbehörden und Gerichte (consulting-advance.pro)

Ein besonderes Augenmerk gilt der „Fall-für-Fall-Analyse“, bei der jeder Mandat individuell geprüft und eine maßgeschneiderte Strategie versprochen wird.

Zahlungswege und Vergütungsmodelle

Konkrete Preisangaben oder eine detaillierte Gebührenordnung sind im frei zugänglichen Bereich der Website nicht ersichtlich. Typischerweise arbeiten derartige Recovery-Dienstleister mit:

  • Vorschusszahlungen (Retainer) für Prüfungen und Ermittlungen
  • Erfolgsabhängigen Honoraren („success fee“)
  • Kombinationsmodellen aus Fix- und Erfolgsanteil

Ob Consulting Advance LP solche Modelle nutzt und in welcher Höhe, ist öffentlich nicht transparent dokumentiert. Dies stellt für Anleger ein relevantes Informationsdefizit dar.

Widersprüchliche Rechts- und Markendarstellung

Auffällig sind mehrere Inkonsistenzen:

  • Die Website verweist auf die britische Limited Partnership Consulting Advance LP (SL018155) und gleichzeitig auf „Consulting Advance LP Inc.“ in der Datenschutzerklärung. (Unternehmensinfo abrufen)
  • Eine zusätzliche Marke/Domain „Consulting Advance Intel“ taucht im Zusammenhang mit dem Datenschutztext auf. (consulting-advance.pro)

Solche Inkonsistenzen müssen nicht zwingend unseriös sein, erschweren aber die rechtliche Einordnung und die Zuordnung von Verantwortlichkeiten.

Typische Warnsignale (Red Flags)

Auch wenn Consulting Advance LP sich formal nicht als Broker, sondern als Dienstleister für Opfer von Betrug versteht, zeigen sich nach bisherigen Erkenntnissen mehrere klassische Warnsignale, die Anleger kennen sollten.

1. Recovery-Scam-Risiko

Das Geschäftsmodell „Wir holen Ihr bereits verlorenes Geld zurück“ ist grundsätzlich anfällig für Missbrauch. Häufig werden:

  • hohe Erwartungen geweckt („Wir können Ihr Geld zurückholen“)
  • vermeintliche Ermittlungserfolge kommuniziert
  • zusätzliche Zahlungen verlangt, um die angebliche Rückholung abzuschließen

In einer Trustpilot-Bewertung wird Consulting Advance (consulting-advance.net) vorgeworfen, man rede viel über die Rückholung gestohlener Krypto, entziehe dann aber weitere Gelder bzw. Krypto vom Konto des Kunden. (Trustpilot)

2. Warnliste der Cybercrime-Police Zürich

Die Plattform consulting-advance.pro ist auf der Warnliste von cybercrimepolice.ch (Kantonspolizei Zürich) als „verdächtige Onlineplattform“ aufgeführt. Begründung: Sie wurde von Nutzern aufgrund verdächtiger Aktivitäten gemeldet; es wird ausdrücklich zu Vorsicht aufgerufen. (cybercrimepolice.ch)

Zwar handelt es sich hierbei nicht um eine finanzaufsichtsrechtliche Einstufung, aber um einen Hinweis einer staatlichen Stelle (Polizei), der aus Anlegersicht sehr ernst genommen werden sollte.

3. Sehr junge Domain und niedrige Vertrauenswerte

  • consulting-advance.pro ist eine sehr junge Domain (weniger als ein Monat zum Zeitpunkt der Risikoanalyse).
  • Mehrere Risiko-Scanner vergeben extrem niedrige Vertrauenspunkte (z. B. 16/100) und stufen die Seite als „High-Risk“ oder „Unsicher“ ein. (Scam Detector)

Automatische Bewertungen sind zwar keine gerichtlichen Feststellungen, liefern aber ein technisches Indiz für eine Risikolage.

4. Intransparente Struktur

  • Unterschiedliche Domains (pro, net, com, ggf. weitere)
  • Verweis auf verschiedene Markenbegriffe („Consulting Advance LP“, „Consulting Advance LP Inc.“, „Consulting Advance Intel“)
  • Fehlende klare Angaben zu Aufsichtsbehörden oder spezifischen Lizenzen

Dies erschwert Betroffenen, im Streitfall eine greifbare juristische Gegenpartei zu identifizieren.

5. Allgemeine Risiken bei „Fund Recovery“-Diensten

Verbraucherschutzstellen warnen seit Jahren, dass Opfer von Online-Trading-Betrug häufig ein zweites Mal angegangen werden: erst durch den vermeintlichen Broker, dann durch angebliche „Recovery-Experten“, die neue Gebühren verlangen, ohne tatsächlich Gelder zurückzuführen. (Verbraucherzentrale.de)

Vor diesem Hintergrund ist besondere Vorsicht angebracht, wenn ein Anbieter hohe Erfolgsaussichten suggeriert, ohne die rechtlichen und tatsächlichen Grenzen von Asset Recovery transparent darzustellen.

Achtung

Wer bereits Opfer eines Online-Scams war, ist emotional und finanziell in einer Ausnahmesituation. In dieser Lage sind Versprechen wie „Wir holen Ihr Geld zurück“ besonders verführerisch – und damit auch besonders gefährlich. Jede zusätzliche Zahlung an einen unbekannten Dienstleister sollte erst nach gründlicher rechtlicher Prüfung erfolgen.

Regulierung und Lizenzlage

Eintrag im britischen Unternehmensregister

Im britischen Handelsregister (Companies House) ist Consulting Advance LP mit der Nummer SL018155 seit dem 02.10.2014 als Limited Partnership mit Sitz in Edinburgh eingetragen, Status „Active“. (Unternehmensinfo abrufen)

Dies ist ein Fakt: Die Gesellschaft existiert als Rechtsträger. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass:

  • die Online-Plattform consulting-advance.pro im Sinne einer Finanzaufsicht reguliert wäre oder
  • eine bestimmte Erlaubnis als Finanzdienstleister oder Kryptodienstleister vorliegt.

Finanzaufsichtliche Lizenz?

Nach bisheriger Recherche:

  • Es findet sich kein Eintrag von „Consulting Advance LP“ in gängigen öffentlichen Registern großer Finanzaufsichten (z. B. BaFin, FCA, FINMA, FMA, CySEC) als reguliertes Finanzdienstleistungsunternehmen. (BaFin)
  • Das Geschäftsmodell wird auf der Website selbst ausdrücklich als Ermittlungs-/Intelligence-Dienst dargestellt, nicht als Broker oder Vermögensverwalter. (consulting-advance.pro)

Nach bisherigen Erkenntnissen ist daher keine spezielle Finanzdienstleistungs- oder Kryptolizenz ersichtlich.

Polizeiliche Warnliste statt Aufsichtseintrag

Die Kantonspolizei Zürich führt consulting-advance.pro auf ihrer Warnliste für verdächtige Onlineplattformen. Dies ist kein aufsichtsrechtlicher, sondern ein kriminalpräventiver Hinweis – verändert aber die Risikoeinschätzung erheblich. (cybercrimepolice.ch)

Behördliche Warnungen (falls vorhanden)

Behörde / Stelle Datum Kernaussage
Cybercrimepolice.ch (Kantonspolizei Zürich) 20.10.2025 Aufnahme von consulting-advance.pro in die Warnliste „Verdächtige Onlineplattformen“; Plattform wurde von Nutzern aufgrund verdächtiger Aktivitäten gemeldet; expliziter Hinweis, dass Vorsicht geboten ist. (cybercrimepolice.ch)

Weitere explizite Warnungen von Finanzaufsichtsbehörden zu Consulting Advance LP oder den genannten Domains waren zum Stand 19.11.2025 nicht öffentlich auffindbar.

Nutzerfeedback und externe Bewertungen

Trustpilot & Co.

Auf einer großen Bewertungsplattform zu consulting-advance.net liegen nur sehr wenige Bewertungen vor (zwei Rezensionen, durchschnittliche Note knapp unter „neutral“). In einer der Rezensionen wird die Firma stark kritisiert: Man rede viel über die Rückholung gestohlener Kryptowährungen, sei aber „ein kompletter Scam“, der Gelder aus den Konten der Kunden abziehe. (Trustpilot)

Wichtig: Einzelne Bewertungen können auch überzogen, manipuliert oder unvollständig sein. Dennoch handelt es sich – zusammen mit anderen Indizien – um ein Warnsignal.

Technische Risiko-Scans

Spezialisierte Websites zur Risikoanalyse stufen consulting-advance.pro als:

  • sehr jung (Domain wenige Wochen alt),
  • technisch auffällig und
  • mit sehr niedrigem Vertrauensscore (z. B. 16/100, „high-risk, unsafe“) ein. (Scam Detector)

Eine andere Seite attestiert consulting-advance.net einen „leicht niedrigen“ Score und äußert Unsicherheit hinsichtlich der Seriosität. (ScamAdviser)

Es handelt sich dabei um automatisierte Einschätzungen, keine behördlichen Urteile. Im Zusammenspiel mit der polizeilichen Warnliste und der Recovery-Scam-typischen Zielgruppe entsteht jedoch ein plausibles Risikoprofil.

Übergreifende Muster

Zusammengefasst zeigen die zugänglichen Hinweise:

  • Marketing als hochspezialisierter „Retter“ für Krypto-Opfer
  • Sehr junge Recovery-Domain, trotz älterer LP-Eintragung
  • Polizeiliche Warnliste („verdächtige Onlineplattform“)
  • Negative Nutzerberichte und sehr geringe Anzahl echter Erfahrungsstimmen

Dies alles rechtfertigt zumindest die Einstufung als hoch riskantes Angebot, ohne bereits eine straf- oder zivilrechtliche Bewertung vorwegzunehmen.

Rechtliche Optionen für Betroffene

Wer Consulting Advance LP bereits beauftragt und Zahlungen geleistet hat – insbesondere im Zusammenhang mit Krypto-„Fund Recovery“ –, sollte gegebenenfalls folgende Optionen prüfen.

1. Zivilrechtliche Ansprüche

Je nach Vertragsgestaltung und Sachverhalt kommen in Betracht:

  • Rückforderung wegen ungerechtfertigter Bereicherung (§ 812 BGB), wenn für bezahlte Honorare keine entsprechende Gegenleistung erbracht wurde.
  • Schadensersatzansprüche (§§ 280, 823, 826 BGB) bei Täuschung über Erfolgsaussichten, Qualifikation oder Rechtslage.
  • Anfechtung wegen arglistiger Täuschung (§ 123 BGB), falls falsche Tatsachen vorgespiegelt wurden (z. B. sichere Rückholung, garantierte Erfolge).

Ob solche Ansprüche aussichtsreich sind, hängt stark von der Beweislage und den konkreten Kommunikations-/Vertragsunterlagen ab.

2. Zahlungswege: Banken, Karten, Krypto

Kreditkarte / Lastschrift

  • Über die kartenausgebende Bank kann ein Chargeback geprüft werden (z. B. bei nicht erbrachter Leistung oder mutmaßlich betrügerischer Transaktion).
  • Hier kommen je nach Kartensystem unterschiedliche Reason Codes in Betracht (z. B. „Services not provided“).

SEPA-Überweisung

  • Kurzfristig kann die Hausbank einen Überweisungsrückruf versuchen; ist das Geld bereits gutgeschrieben, hängt der Erfolg von der Mitwirkung der Empfängerbank ab.

E-Money / Payment-Dienstleister

  • Je nach Anbieter können eigene Beschwerdeverfahren und Chargeback-Mechanismen bestehen; zugleich stellt sich die Frage, ob den Dienstleister Prüfungs- und Sorgfaltspflichten trafen.

Krypto-Transaktionen

  • Blockchain-Transaktionen sind grundsätzlich irreversibel.
  • Dennoch kann durch Blockchain-Analyse, Wallet-Tracing und Meldung an regulierte Börsen versucht werden, Vermögenswerte aufzuspüren und ggf. einfrieren zu lassen. (hub.hslu.ch)

Gerade im Krypto-Bereich ist es wichtig, sehr frühzeitig zu handeln, da Werte schnell weitertransferiert werden können.

3. Rolle der Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden

  • Finanzaufsichtsbehörden (z. B. BaFin) können bei Verdacht auf unerlaubte Finanzdienstleistungen informiert werden – auch wenn Consulting Advance LP formal kein Broker ist, sondern im Umfeld des Asset Recovery agiert. (BaFin)
  • Strafanzeigen (etwa wegen Betrugs) können geprüft werden, wenn objektive Anhaltspunkte für eine Täuschung vorliegen.

Gerade bei internationalen Konstellationen (britische LP, Server an anderem Standort, Kunden in der EU) ist die Zusammenarbeit von Strafverfolgungsbehörden verschiedener Länder relevant.

Sofort-Checkliste bei Verdacht

Praxis-Tipp

Wenn Sie Consulting Advance LP oder einen anderen „Fund Recovery“-Dienst beauftragt haben und ein ungutes Gefühl haben, können Sie sich an folgender Checkliste orientieren:

  1. Zahlungen sofort stoppen
    • Keine weiteren Überweisungen oder Krypto-Transfers.
    • Keine zusätzlichen „Gebühren“, „Steuern“ oder „Freigabekosten“ zahlen, die plötzlich gefordert werden.
  2. Kommunikation sichern
    • E-Mails, Chat-Verläufe, Messenger-Nachrichten, Telefonnotizen sichern.
    • Screenshots der Website, des Kundenbereichs und der angeblichen Ermittlungsberichte erstellen.
  3. Zahlungsnachweise sammeln
    • Kontoauszüge, Kreditkartenabrechnungen, Transaktionsbestätigungen.
    • Bei Krypto-Transaktionen: Wallet-Adressen, Tx-Hashes, Zeitstempel.
  4. Zugangsdaten schützen
    • Passwörter für E-Mail, Online-Banking, Wallets ändern.
    • Falls Fernwartung (AnyDesk, TeamViewer etc.) erlaubt wurde: Programme entfernen, Geräte prüfen.
  5. Bank / Zahlungsdienstleister informieren
    • Verdacht schildern, Chargeback-/Rückrufmöglichkeiten prüfen.
    • Prüfen, ob weitere Zahlungen blockiert werden können.
  6. Rechtliche Ersteinschätzung einholen
    • Frühzeitig eine spezialisierte Kanzlei kontaktieren, um Chancen und Risiken zu bewerten.
  7. Strafanzeige prüfen
    • Sachverhalt mit allen Unterlagen bei Polizei oder Staatsanwaltschaft vorstellen, falls ein Betrugsverdacht naheliegt.

Beweissicherung: Welche Unterlagen sollten gesammelt werden?

Für jede weitere rechtliche, aufsichtsrechtliche oder strafrechtliche Maßnahme ist sorgfältige Beweissicherung entscheidend:

  • Vertragsunterlagen
    • Angebote, Mandatsverträge, AGB, Auftragsbestätigungen, ggf. Signaturen.
  • Kommunikation
    • Schriftwechsel (E-Mail, Chat), Gesprächsnotizen, Mitschriften von Telefonaten.
    • Aussagen zu Erfolgsaussichten („Wir holen Ihr Geld sicher zurück“) und zu Gebühren.
  • Transaktionen
    • Zahlungsbelege (Überweisungsaufträge, Kreditkartenabrechnungen, Zahlungsdienste-Belege).
    • Krypto-Transaktionen mit Hash, Zeit und Gegenadresse.
  • Werbematerial
    • Screenshots von Werbeanzeigen, Social-Media-Posts oder Landingpages, durch die Sie auf den Anbieter aufmerksam wurden.
  • Technische Spuren
    • Hinweise auf Remote-Zugriffe (Installationsbestätigungen, Log-Dateien, AnyDesk-IDs etc.).
  • Zeitliche Abläufe
    • Chronologie: Erstkontakt – Beauftragung – Zahlungen – angebliche Maßnahmen – aktuelle Situation.

Je strukturierter diese Informationen vorliegen, desto besser können professionelle Berater (Anwälte, Forensiker, Ermittler) den Fall einschätzen.

FAQ – Häufige Fragen von Anlegern

1. Woran erkenne ich unseriöse „Recovery“-Dienste?
Unter anderem an überzogenen Versprechen („Wir holen Ihr Geld sicher zurück“), fehlender Transparenz zu Kosten, fehlender oder unklarer Regulierung, sehr jungen Domains, widersprüchlichen Firmenangaben und plötzlichen Zusatzforderungen („Steuern“, „Bearbeitungsgebühren“) vor angeblichen Auszahlungen.

2. Was tun, wenn ein Recovery-Dienst plötzlich weitere Gebühren verlangt?
In der Regel sollten Sie keine zusätzlichen Zahlungen leisten, bevor der Fall rechtlich geprüft wurde. Häufig ist dies ein typisches Muster von Recovery-Scams. Stattdessen: Kommunikation und Belege sichern, Zahlungswege blockieren, rechtliche Beratung einholen.

3. Kann ich Zahlungen an Consulting Advance LP oder ähnliche Anbieter rückgängig machen?
Das hängt vom Zahlungsweg ab: Kreditkartenzahlungen können ggf. per Chargeback angefochten werden, SEPA-Überweisungen sind nur kurzfristig rückrufbar. Krypto-Transaktionen sind technisch irreversibel, können aber forensisch nachverfolgt werden; hier sind Sperrungen über Börsen/Wallet-Provider nur in Ausnahmefällen möglich.

4. Ist Consulting Advance LP automatisch ein Betrug, weil eine Warnlisteintragung existiert?
Nein. Die Warnliste der Polizei oder anderer Stellen deutet auf verdächtige Aktivitäten hin, ist aber keine gerichtliche Verurteilung. Aus Anlegersicht ist sie dennoch ein starkes Indiz, extrem vorsichtig zu sein.

5. Ich habe bereits Geld an einen Recovery-Dienst gezahlt – lohnt sich ein weiteres Vorgehen überhaupt?
Das lässt sich nur im Einzelfall beantworten. Relevante Faktoren sind Höhe der Zahlungen, Zahlungsweg, vorhandene Unterlagen und die Möglichkeit, Vermögenswerte oder Verantwortliche zu identifizieren. Eine individuelle Erstberatung kann die Erfolgsaussichten besser einschätzen.

6. Wie kann ich mich generell vor unseriösen Anbietern schützen?

  • Grundsatz: „Kein Geld ohne gründliche Prüfung“
  • Domains und Firmenregister prüfen
  • Warnlisten von Polizei und Finanzaufsicht konsultieren
  • Auf realistische Aussagen zu Chancen und Risiken achten
  • Bei Unsicherheit lieber keine Zahlungen leisten und vorab fachkundigen Rat einholen.

Fazit: Wenn aus Hilfeversprechen ein zweites Risiko wird

Consulting Advance LP tritt nach außen als professionelle Cyber- und Krypto-Ermittlungseinheit auf, die Opfer von Online-Betrug bei der Rückholung ihrer Gelder unterstützen will. Zugleich zeigen die Recherchen:

  • eine sehr junge Recovery-Domain consulting-advance.pro mit niedrigen Vertrauensbewertungen,
  • eine polizeiliche Warnlisteintragung als „verdächtige Onlineplattform“ bei cybercrimepolice.ch,
  • ein nur schwer durchschaubares Geflecht aus Domains und Markenbegriffen sowie
  • einzelne, aber deutliche Negativberichte von Nutzern. (cybercrimepolice.ch)

Gleichzeitig existiert eine formell eingetragene britische Limited Partnership mit identischem Namen, deren tatsächliche Rolle im operativen Plattformgeschäft von außen nicht abschließend geklärt werden kann. (Unternehmensinfo abrufen)

In der Gesamtschau sprechen die Indizien dafür, dass Consulting Advance LP / consulting-advance.pro aus Sicht betroffener Anleger ein erhebliches Risiko darstellt – insbesondere, weil sich das Angebot an bereits geschädigte Personen richtet, die auf Rückholung ihrer Verluste hoffen. Ob im Einzelfall straf- oder zivilrechtlich ein Betrug vorliegt, ist Aufgabe der zuständigen Gerichte und Strafverfolgungsbehörden.

Die Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner steht Anlegerinnen und Anlegern, die mit Consulting Advance LP oder ähnlichen Recovery-Diensten in Kontakt waren, für Anfragen, eine erste rechtliche Einordnung und die Durchsetzung möglicher Ansprüche zur Verfügung.

Hinweis: Die nachfolgenden Ausführungen beruhen auf öffentlich zugänglichen Informationen zum Zeitpunkt des oben genannten Stands. Es handelt sich nicht um eine abschließende Bewertung und keine Rechtsberatung. Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bedeuten keine Feststellung eines straf- oder zivilrechtlich gesicherten Sachverhalts.

Wolfgang Herfurtner | Rechtsanwalt | Geschäftsführer | Gesellschafter

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