Crypto Lending: Was ist das? Das Verleihen von Kryptowährungen wird als „Crypto Lending“ bezeichnet. Für die Abwicklung dieser Transaktion werden in der Regel spezielle Leihplattformen verwendet. Letztendlich ist es nur ein Kryptowährungskredit.

Der Darlehensgeber und der Darlehensnehmer werden auf der entsprechenden Plattform zusammengebracht. Verschiedene Kryptowährungen, darunter Ether, Binance und Polygon, können auf diese Weise ausgeliehen werden. Anleger in Crypto-Lending-Plattformen können hohe Zinssätze für ihre Investitionen erwarten.

Im folgenden Beitrag erläutern Ihnen die Anwälte der Kanzlei Herfurtner, wie Crypto Lending funktioniert und steuerlich behandelt wird.

Lohnt sich Crypto Lending?

Kreditnehmer- und Geber profitieren beim Crypto Lending aus folgenden Gründen.

Vorteile von Crypto Lending

  • Die P2P-Kreditvergabe wird durch Crypto Lending in die Krypto-Welt gebracht. Eine Crypto Lending-Plattform bringt Investoren, die ihre Coins einsetzen wollen, mit Kreditnehmern zusammen, die eine kurzfristige Finanzierung benötigen.
  • Die Kreditgeber erhalten eine Rendite auf ihre Investition, während die Kreditnehmer ihre Kredite mit Zinsen zurückzahlen. Es besteht kein Ausfallrisiko, da die Einlage jederzeit durch Sicherheiten gedeckt ist.
  • Bei der Absicherung eines Kredits kann ein Kreditnehmer Kryptowährungen als Sicherheiten anstelle von Geld oder anderen Vermögenswerten verwenden. Solange der Goldpreis weiter steigt, wird er davon profitieren können.
  • Fintech-Firmen im Kryptowährungssektor können nun durch die Verwendung von Crypto Lending leichter auf Fremdmittel zugreifen, was ihnen sonst untersagt wäre.
  • Gemäß § 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 4 EStG verlängert das Verleihen einer Kryptowährung die Haltedauer. Dies ist ein heiß umstrittenes Thema. Im Ergebnis kann die Haltedauer eines Wirtschaftsgutes nur dann verlängert werden, wenn es nach dem 31.12.08 angeschafft wurde, zur Erzielung von Einkünften genutzt wird und durch die Nutzung Einkünfte erzielt.

Nachteile von Crypto Lending

Auf der anderen Seiten birgt Crypto Lending Gefahren, da:

  • Kryptowährungen von täglichen Schwankungen – 10 % bis 50 % – betroffen sind,
  • die Zinseinnahmen niedriger als die Schwankungen sein können
  • und hohe Transaktionsgebühren sowie Steuern anfallen.

Wie funktioniert Crypto Lending?

In diesem Abschnitt erklären wir, wie Crypto Lending funktioniert.

  • Beim Lending leiht eine Person einen Teil ihrer Bitcoins für einen bestimmten Zeitraum an einen anderen Nutzer.
  • Die Verleiher werden mit Zinsen in Form einer Kryptowährung ihrer Wahl entschädigt. Der Prozentsatz der gelieferten Bitcoins wird verwendet, um den Geldbetrag zu bestimmen, der gezahlt wird.
  • Zu den im Voraus vereinbarten Bedingungen gehören die Höhe der Zinsen, die Menge der geliehenen Coins und die Dauer ihrer Verwendung.
  • Die geliehene Kryptowährung und die Zinsen werden nach Ablauf der vereinbarten Zeitspanne an den Kreditgeber zurückgegeben.

Welche Rolle spielt der Beleihungsauslauf?

Der Beleihungsauslauf bestimmt die erforderliche Höhe der Sicherheiten (LTV). Das bedeutet, dass der Kreditnehmer das Doppelte des Geldbetrags, den er oder sie leihen würde, aufbringen muss.

Der Beleihungssatz wird auf der Grundlage des aktuellen Marktwerts der Sicherheiten ermittelt. Wenn der Wert der Kryptowährung fällt, steigt der Beleihungsauslauf – dies wird als Nachschusspflicht bezeichnet. Es liegt dann am Kreditnehmer, entweder seine Sicherheiten zu verbessern oder den Kredit zurückzuzahlen, um den vorherigen LTV wiederherzustellen.

Kreditnehmer, die ihren Kredit nicht pünktlich zurückzahlen, riskieren, dass ihre Sicherheiten von der Krypto-Kreditplattform eingezogen werden. Daher wird ein Kryptokredit immer so weit wie möglich besichert.

Steuern auf Crypto Lending

Es ist noch nicht geklärt, wie die Einnahmen aus Crypto Lending in Deutschland besteuert werden. Im Wesentlichen gibt es zwei Interpretations-Möglichkeiten, die Ihnen die Anwälte der Kanzlei Herfurtner präsentieren.

Zinsen aus Crypto Lending als zusätzliche Einnahmequelle

Das deutsche Einkommensteuergesetz (EStG) sieht einen Freibetrag von maximal 256 Euro vor, wenn die durch Crypto Lending erzielten Zinseinnahmen Einkünfte aus sonstigen Leistungen im Sinne des § 22 Nr. 3 EStG sind. Für Beträge, die diese Grenze überschreiten, gelten Einkommensteuersätze zwischen 18 und 45 Prozent.

Einkünfte aus Crypto Lending werden vom Bundesfinanzministerium nun zu den sonstigen Leistungen gezählt. Auch die Haltedauer wäre davon betroffen. Um Steuern auf Veräußerungsgewinne zu vermeiden, lagern die meisten Krypto-Investoren ihre Coins ein Jahr lang, bevor sie sich die Gewinne auszahlen lassen. Bei einer Anleihe für 10 Jahre wird der Zeitrahmen erweitert.

Leihzinsen auf Kryptowährungen als Kapitaleinkünfte

Nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG könnten die Einnahmen aus dem Crypto Lending als Kapitaleinkünfte eingestuft werden, da es sich beim Crypto Lending im Wesentlichen um ein herkömmliches verzinsliches Darlehen handelt. Kryptowährungen hingegen sind keine Kapitaleinkünfte, da sie nicht mit Geldgeschäften verbunden sind.

Das Steuerrecht betrachtet Kryptowährungen nicht als Geld im herkömmlichen Sinne, sondern als geldwerte Vorteile. Die Bedenken des BMF sind für die einzelnen Finanzämter nicht bindend, da sie bisher nicht genehmigt wurden. Anleger hingegen sollten sich darauf einstellen, dass der Gesetzgeber die Auslegung des BMF in Kürze übernimmt. Damit würde das Krypto-Lending stark an Attraktivität verlieren.

Crypto Lending – Diskussionen zur Besteuerung

Krypto-Investoren sollten ihre Leiheinnahmen nicht ohne Rücksprache mit Steuerexperten steuerlich erfassen, da die Finanzämter das Crypto Lending bisher unterschiedlich behandeln.

Kann man mit Kryptowährung Gewinne erzielen?

Es wird davon ausgegangen, dass die fraglichen Vermögenswerte selbst als Einnahmequelle genutzt werden. Die wichtigste Frage ist also, ob die Kryptowährung einen Gewinn abwirft oder nicht.

Bei der Kreditvergabe hingegen wird in der Regel nicht mit der Kryptowährung an sich, sondern mit dem Kreditgeschäft Geld verdient (als Einkommen aus der Forderung). Unter bestimmten Umständen kann die einjährige Haltefrist beibehalten werden, da es keine Anzeichen für einen Missbrauch gibt.

Müssen Krypto-Investoren künftig höhere Steuern zahlen?

Das Bayerische Landesamt für Steuern hat geprüft, dass es sich bei den erhaltenen Zinsen nicht um einen Abfluss von „sonstigem Fremdwährungsguthaben“ handelt, sondern um einen Abfluss der eigentlichen Kapitalforderung.

Darüber hinaus hat das Bundesfinanzministerium (BMF) den Entwurf eines Schreibens zur Besteuerung von digitalen Währungen veröffentlicht. Darin werden verschiedene Positionen vertreten, die zu einem höheren Steuersatz für Krypto-Investoren führen könnten. Bleibt das BMF bei seiner Position, werden alle deutschen Finanzämter in die Pflicht genommen.

Es besteht dann die Möglichkeit, dass Steuerbescheide rückwirkend geändert werden. Ein Einspruch und eine Klage sind unausweichlich, wenn Sie nicht viel Geld an Steuernachzahlungen und Zinsen zahlen wollen. Wenn Sie Fragen oder Bedenken haben, zögern Sie bitte nicht, die Anwälte der Kanzlei Herfurtner zu kontaktieren.