Cybercrime

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Cybercrime – Machen Sie sich Sorgen wegen Internetkriminalität? Dann wird Ihnen dieser Artikel helfen, genau zu verstehen, was Cybercrime ist, welche Arten krimineller Machenschaften darunter fallen und wie Sie sich davor schützen können.

Dieser Artikel beschreibt das Phänomen Cyberkriminalität, damit Sie genau wissen, vor welchen Bedrohungen Sie sich online schützen können.

Inhaltsverzeichnis Cybercrime

  1. Was versteht man unter Cybercrime?
  2. Welche Arten von Cybercrime gibt es?
  3. Wie Sie sich vor Cyberkriminalität schützen können
  4. Was tun bei Cyberkriminalität?
  5. Ihre Rechte als Cybercrime Opfer

Die digitale Vernetzung bringt im Privaten wie auch im Arbeitsalltag viele Vorteile, bietet Cyberkriminellen aber immer noch eine Vielzahl von Angriffsflächen. Unsere Rechtsanwälte stehen Ihnen daher für Fragen und Hilfestellungen im IT Recht und bei Fällen von Internetbetrug gerne zur Verfügung.

Was versteht man unter Cybercrime?

Cybercrime Definition – Grundsätzlich handelt es sich bei Cybercrime um jede Straftat, die mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien begangen wird.

Sie erfolgt unter der Zuhilfenahme von Computern, Netzwerken oder Hardware-Geräten. Der Rechner oder das Handy dienen hierbei als Zugangsstelle oder als Ziel des Verbrechens.

Derzeit weitverbreitete Erscheinungsformen der Computerkriminalität sind durch die Infektion und die Manipulation von Computersystemen mit Schadsoftware gekennzeichnet:

  • Persönlichen Daten und Zugriffsberechtigungen des Benutzers werden abgegriffen und missbraucht. Dies bezeichnet man auch als Identitätsdiebstahl.
  • Daten und Dateien des Benutzers werden mit sogenannter Ransomware verschlüsselt, um „Lösegeld“ zu erpressen.
  • Botnetze werden zusammengeschaltet, um weitere kriminelle Handlungen zu ermöglichen.

Welche Arten von Cybercrime gibt es?

Das Spektrum illegaler Aktivitäten und Begehungsweisen von Straftaten im oder über das Internet ist breit gefächert. Es reicht vom „Phishing“ persönlicher Zugangsdaten über den Handel mit Waffen und Betäubungsmitteln bis hin zu Netzwerkeinbrüchen, DDoS-Angriffen und der Verbreitung von Malware.

All dies geschieht nicht nur im „sichtbaren“ Internet, sondern auch in den Foren der „Underground Economy“, im DeepWeb und im Darknet.

Zur Cyberkriminalität gemäß der Definition des Bundeskriminalamts im engeren Sinne gehören auch die folgenden Straftaten:

  • Computerbetrug
  • Ausspähen und Abfangen von Daten
  • Täuschung im Rechtsverkehr bei der Datenverarbeitung
  • Datenveränderung
  • Computersabotage
  • Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten (Identitätsdiebstahl)
  • Fälschung von Daten

Identitätsdiebstahl – Phishing

Zur digitalen Identität gehören alle Arten von Konten und zahlungsbezogenen Informationen eines Internetnutzers, wie z. B. Zugangsdaten in den Bereichen

  • Cloud-Computing,
  • Kreditkartendateninformationen,
  • Zahlungsadressen,
  • Kommunikation, E-Mail- und Messengerdienste,
  • E-Commerce, Onlinebanking, Onlinebrokerage, Portale aller Art,
  • Online-Zugriff auf firmeninterne technische Ressourcen.

Digitale Ganoven versuchen beispielsweise durch „Phishing“ an diese Informationen heranzukommen, um sie anschließend gewinnbringend zu verkaufen oder zur Begehung weiterer Straftaten zu nutzen.

Unter „Phishing“ versteht man alle Versuche, an die persönlichen Informationen eines Internet-Nutzers zu gelangen, z. B. durch gefälschte Websites, Nachrichten oder Kurznachrichten, und nach Aneignung dieser Daten mit diesen einen Betrug zu begehen.

Cybercrime Schadsoftware

Für Phishing nutzen Cyberkriminelle typischerweise schädliche Programme (Malware). Tag für Tag entstehen neue Malware-Programme, die darauf abzielen, die Schutzstellen zu umgehen und Sicherheitsschwachstellen auszunutzen.

  • Cybercrime Malware verbreitet sich durchdas Herunterladen infizierter Anhänge, die in der Regel als Bestandteil von interessenerweckenden Nachrichten verschickt werden.
  • Cyberkriminelle stellen präparierte Seiten ins Internet; die Malware wird beim Aufruf einer solchen Seite heruntergeladen und auf dem Rechner des Nutzers installiert.
  • Cyberkriminelle nehmen mittels persönlich adressierter Phishing- oder Infektionsmails gezielt zu bestimmten Personen Kontakt auf, um Informationen zu erhalten oder den PC des Opfers zu schädigen.
  • Die Verteilung erfolgt über Soziale Netzwerke, wo infizierte Anhänge und entsprechende Links geteilt werden.

Aufgrund der raschen Zunahme der Nutzung von Smartphones auf der ganzen Welt verbreiten Cyberkriminelle ebenfalls zunehmend Malware, die speziell für Mobiltelefone entwickelt wurde, um z. B. das TAN-Verfahren beim Online-Banking zu umgehen.

Ähnlich wie bei PCs werden Smartphones durch das Herunterladen von schädlichen Apps beim Aufruf „infizierter“ Verbindungen und Websites oder durch das Einschleusen von Cybercrime-Anwendungen infiltriert.

Betrügerische Broker nutzen aktuell vermehrt diese Techniken.

Datendiebstahl durch Social Engineering

Die anfälligste Verbindung in der Sicherheitskette ist normalerweise der Nutzer selbst. Cyberkriminelle sind sich dessen bewusst.

Entsprechend verleiten sie ihre Opfer durch geschickte mentale Steuerung zu Aktivitäten, welche die Sicherheit ihrer Informationen aufs Spiel setzen. Sie missbrauchen menschliche Neigungen wie Interesse oder Angst, um an Informationen zu gelangen oder Computer zu infizieren.

Dabei werden die potenziellen Opfer gezielt ausgewählt, z. B. anhand von Daten, die in Sozialen Netzwerken weitergegeben werden.

Beispiele für Social Engineering-Angriffe sind:

  • Der Versand persönlicher und vertrauenerweckender E-Mails mit der Aufforderung, aus bestimmten Gründen vertrauliche Informationen preiszugeben. Das kann zum Beispiel zur vermeintlichen Verifizierung eines Online-Banking-Accounts geschehen.
  • Das Angebot telefonischer Unterstützung zur Lösung eines fiktiven Computerproblems. Wenn die Opfer die vom Täter beschriebenen Schritte auf dem Computer oder im Netzwerk befolgen, kann eine breite Palette von Malware installiert werden.
  • Das Erstellen eines Duplikats eines aktuellen Benutzerkontos in Sozialen Netzwerken. Hierbei werden vertrauenerweckende Nachrichten, die eine E-Mail-Adresse oder eine Mobiltelefonnummer enthalten, an die Kontakte des Benutzers gesendet. Beim Anklicken der E-Mail-Adresse oder Telefonnummer wird Schadcode auf das entsprechende Gerät aufgespielt.
  • Der gezielte Versand von E-Mails mit gefährlichen Anhängen an Personen, die zuvor als geeignetes Ziel identifiziert wurden, z. B. durch Informationen aus sozialen Medien.

Digitale Erpressung

Bei der digitalen Erpressung verwenden Cyberkriminelle häufig sogenannte Ransomware.

Auf kompromittierten Systemen werden kryptografische Methoden verwendet, um Daten und Dokumente zu verschlüsseln, auf welche der Besitzer dann keinen Zugriff mehr hat. Um den Zugang wieder freizuschalten, wird ein Lösegeld gefordert.

Entsprechende Schadsoftware oder illegale „Dienste“, die für solche Erpressungen genutzt werden können, lassen sich in Dark-Economy-Foren kaufen. So wird sichergestellt, dass keine spezifischen IT-Kenntnisse erforderlich sind, um digitale Erpressung zu betreiben.

Inzwischen gibt es Ransomware-Versionen, die nicht nur lokale Dateien verschlüsseln, sondern auch auf Netzwerkverzeichnisse abzielen. Derartige Angriffe gelten vor allem Unternehmen, die bestimmte Netzwerkverzeichnisse verwenden.

Bei der digitalen Erpressung ist der Trend zu erkennen, die Zahlung anonym über digitale Währungen abzuwickeln, wobei meist der Bitcoin im Vordergrund steht.

DDoS-Angriffe – Cybercrime Attacken

Sogenannte Botnetze entstehen, wenn eine große Anzahl von Computersystemen, oft mehrere Tausend, mit Schadcode infiziert und über Command-and-Control-Server miteinander verbunden werden, um von Kriminellen zur Ausführung bestimmter Handlungen genutzt zu werden.

Diese Botnetze werden häufig für gezielte Angriffe auf die Verfügbarkeit bestimmter Websites, sogenannte DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service), oder für den massenhaften Versand von Spam-Mails eingesetzt.

Botnetze und ihre Fähigkeiten sind ein wesentlicher Bestandteil der Netzwerke von Cyberkriminellen und werden mittlerweile in Dark Economy-Foren als Produkt verkauft. Auch weniger IT-versierte Täter mieten Botnetze und führen erfolgreich Cyberangriffe zu geringen Kosten durch.

Infizierte Rechner

Der Computer wird durch die Installation von Malware auf dem Gerät beschädigt.

Derartige „Viren“ können über verschiedene Wege auf das Gerät gelangen, z. B. durch das Öffnen von E-Mail-Anhängen, durch eine „Drive-by-Infektion“ beim Besuch kompromittierter Websites oder durch das Hochladen nicht verifizierter Dateien, wie z. B. im Usenet und in Filesharing/P2P-Netzwerken (Peer-to-Peer), wo die Malware in der Regel als Video- oder Tondatei getarnt ist.

Außerdem werden zunehmend Soziale Netzwerke für den Austausch von Apps genutzt. Die Gefahr hierbei liegt in Nachrichten mit kompromittierten Anhängen, die von vermeintlichen Bekannten oder Verwandten an nichts ahnende Netzwerkbenutzer gesendet werden.

Öffnet man derartige Anhänge oder lässt entsprechende Verbindungen guten Gewissens zu, kann das Gerät infiziert werden.

Wie Sie sich vor Cyberkriminalität schützen können

Sie sind sich nun der Gefahren bewusst, die von Cybercrime ausgehen. Wie können Sie sich also besser davor schützen? Hier sind einige leicht zu befolgende Ratschläge:

1. Verwenden Sie eine Antiviren-Software und halten Sie diese auf dem neuesten Stand

Eine Antiviren-Software scannt Ihr Gerät auf Bedrohungen und entfernt diese, bevor sie ein Problem verursachen. Diese Maßnahme schützt Ihr Gerät und Ihre Daten vor Cyberkriminalität und gibt Ihnen Sicherheit. Wenn Sie eine Antiviren-Software einsetzen, stellen Sie sicher, dass Sie diese stets auf dem neuesten Stand halten, um zu jeder Zeit den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten.

2. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie persönliche Daten herausgeben sollen, tun Sie es nicht

Geben Sie niemals vertrauliche Informationen über das Telefon oder per E-Mail weiter, bevor Sie sich davon überzeugt haben, dass die Leitung oder der Empfänger sicher und vertrauenswürdig ist. Sprechen Sie zudem vorab persönlich mit der Person, welche die Daten bei Ihnen anfragt.

3. Verwenden Sie sichere Passwörter gegen Cybercrime

Stellen Sie sicher, dass Sie sichere Passwörter verwenden, die man nicht erraten oder nachvollziehen kann. Noch besser ist es, einen Passwort-Generator zu nutzen, um nach dem Zufallsprinzip starke Passwörter zu erstellen und diese auch gleich sicher zu speichern.

4. Öffnen Sie niemals E-Mail-Anhänge von Spammern

E-Mail-Anhänge sind ein häufiger Weg für Ransomware oder andere Formen der Cyberkriminalität. Öffnen Sie daher niemals einen Anhang von einer unbekannten Quelle, um zu verhindern, dass Sie Ihr Gerät infizieren. Besonders beliebt sind vermeintliche Nachrichten von Banken und Zahlungsdienstleistern, um Ihr Konto zu schützen. Suchen Sie das persönliche Gespräch mit Ihrem Ansprechpartner, wenn Sie unsicher sind.

5. Pflegen Sie die neuesten Versionen der Software und des Betriebssystems

Indem Sie Ihre Programme und Ihr Betriebssystem regelmäßig aktualisieren, erhalten Sie die neuesten Sicherheitsupdates, um Ihr Gerät zu sichern.

6. Klicken Sie nicht auf Links in Spam-Newslettern oder auf nicht vertrauenswürdigen Websites

Auch das Anklicken von Links in Spam-E-Mails, in Tweets oder auf anonymen Seiten birgt die Gefahr, ein Opfer von Cybercrime zu werden. Vermeiden Sie solche Klicks, um Ihren Online-Schutz zu gewährleisten.

7. Wenn etwas illegal zu sein scheint, kontaktieren Sie sofort die Organisation

Legen Sie auf, wenn sich jemand als Mitarbeiter eines bekannten Unternehmens (z. B. Ihre Bank) ausgibt und bei einem Telefonat nach Ihren persönlichen Daten fragt. Rufen Sie stattdessen die entsprechende Firma zurück und wählen Sie dabei die Telefonnummer, die auf der offiziellen Webseite angegeben ist. Somit stellen Sie sicher, dass Sie nicht mit einem Cyberkriminellen sprechen.

8. Seien Sie wachsam, was Ihren Kontostand angeht

Behalten Sie Ihr Bankkonto stets im Auge und kontaktieren Sie sofort Ihre Bank, wenn sie auf nicht nachvollziehbare Transaktionen stoßen. Sollte tatsächlich ein Diebstahl vorliegen, wird die Bank dies feststellen.

Unsere Ratschläge sollen Sie davor schützen, ein Opfer von Cybercrime zu werden. Darüber hinaus ist es wichtig, so schnell wie möglich zu reagieren, falls Sie dennoch ein Ziel von Cyberkriminellen geworden sind.

Was tun bei Cybercrime?

Die offiziellen Kriminalitätszahlen der Polizei weisen zwar auf einen Anstieg der Vorfälle im Zusammenhang mit Cyberkriminalität hin, geben aber die Ergebnisse der Untersuchungen zu diesem Phänomen nicht genau wieder.

Wenn man sich dem Cybercrime aus polizeilicher Sicht nähert, muss man von einer sehr großen Dunkelziffer ausgehen.

Dies bedeutet, dass wahrscheinlich nur ein begrenzter Prozentsatz der Straftaten von der Polizei und den Strafverfolgungsbehörden identifiziert oder erkannt wird.

  • Wo kann ich Internetkriminalität melden? Wählen Sie im Falle einer unmittelbaren Gefahr die 110! Die Polizei wird alles tun, um Sie zu schützen.
  • Wenn Sie technisch versiert sind, können Sie den Nachweis sichern, z. B. indem Sie ihn ausdrucken oder als Screenshot speichern. Wenn Sie dazu selbst nicht in der Lage sind, bitten Sie jemanden, den Nachweis für Sie zu sichern.
  • Eine Strafanzeige im Falle von Cybercrime können Sie bei jeder Polizeidienststelle erstatten.
  • Wenn Sie Ihre Anzeige erstatten, übergeben Sie sämtliche Fakten an die Behörde. Dies ist wichtig für Rückfragen und ein lückenloses Nachvollziehen.
  • Vorhandene Dateninhalte – wie E-Mails, Chat-Protokolle in Messenger-Systemen, Multimedia-Bilder oder -Aufzeichnungen und so weiter – sind wertvolle Informationen für die Strafverfolgungsbehörden.

Ihre Rechte als Cybercrime Opfer

Je nach Art der begangenen Cyberkriminalität können Sie unterschiedliche Schutzmaßnahmen und Rechtsverfahren in Anspruch nehmen.

  • Oft ist es von Vorteil, einen Rechtsbeistand zu suchen. Ein Anwalt vertritt Ihre Rechte vor Gericht und kann bei Ihrer Anhörung vor Gericht oder bei der Staatsanwaltschaft anwesend sein. Außerdem bietet die Opferorganisation WEISSER RING Opfern von Straftaten beim Erstgespräch mit einem Staatsanwalt Unterstützung an.
  • Auch die Nachwirkungen eines Verbrechens können problematisch sein. Je nach Umstand werden finanzielle oder psychologische Beeinträchtigungen, oder sogar beides, Ihr zukünftiges Leben mehr oder weniger stark beeinflussen.
  • In bestimmten Fällen können Sie das Gericht bitten, Ihnen einen eigenen „Opferanwalt“ zu benennen. Der Opferanwalt setzt sich dann in Disziplinarverfahren und vor Gericht für Ihre Belange ein. Wenn das Gericht Ihrem Antrag stattgibt, erbringt der Opferanwalt seine Dienste ohne Kosten für Sie.
  • Sie können auch Anspruch auf psychosoziale Prozessbegleitung haben.
  • Auf Antrag können sie gegebenenfalls als „Nebenkläger“ im Strafverfahren auftreten. Dies erweitert Ihre Möglichkeiten. Über die Teilnahme an Gerichtsverhandlungen als Nebenkläger erfahren Sie mehr, wenn Sie Ihren Anwalt konsultieren.
  • Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung gegen Cybercrime haben, prüfen Sie in Abstimmung mit dem Anbieter, ob die Kosten übernommen werden können. Sollten Sie keine Rechtsschutzversicherung haben, prüfen Sie die Details zur zukünftigen Kostenübernahme.
  • Es gibt Opferhilfeeinrichtungen, die Ihnen vor und nach dem (Straf-)Prozess helfen und Sie unterstützen.
  • Wenn Sie Opfer von Cyberkriminalität geworden sind, haben Sie Zugang zu denselben umfassenden Hilfs- und Rehabilitationsdiensten wie die Opfer anderer Straftaten.
  • Scheuen Sie sich darüber hinaus nicht, sich in ärztliche Behandlung zu begeben, um das Erlebte zu verarbeiten.

Die Anwälte der Kanzlei Herfurtner stehen Ihnen im IT-Recht und bei allen Fällen von Cybercrime für eine kostenfreie Erstberatung zur Verfügung.

Cybercrime Nachrichten

Cybercrime Polizei Bayern – erneuter Ermittlungserfolg im Zusammenhang mit Online-Trading: Sie sollen Tausende von deutschsprachigen Anlegern betrogen haben. Nun wurden in Bulgarien fünf Tatverdächtige verhaftet und zahlreiche Objekte durchsucht.

Gemeinsam mit bulgarischen Strafverfolgungsbehörden konnten die Zentralstelle Cybercrime Bayern sowie die Kriminalinspektion Bamberg, flankiert vom BKA, Maßnahmen gegen eine Gruppe weltweit operierender mutmaßlicher Anlagebetrüger ergreifen.

Dabei sei eine internationale Tätergruppe für einen Schaden in Millionenhöhe verantwortlich. Somit gehörten Anleger aus mehreren europäischen Ländern, die ihr Kapital beim Online-Trading vermehren wollten, zu den Geschädigten.

Cybercrime Polizei Bayern: dritter Erfolg

Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und das Polizeipräsidium Oberfranken teilen in ihrer Pressemitteilung vom 16. März 2021 mit, dass allein in Deutschland mehrere tausend Anleger den Machenschaften der vermeintlichen Tätergruppe zum Opfer gefallen seien.

Mit den ergriffenen Maßnahmen gegen Internetbetrug knüpfen die Ermittler an die sogenannten „Action Days“ im April und im Dezember 2020 an. Schon damals konnten Tatverdächtige aus Serbien, Bulgarien und der Ukraine verhaftet werden, denen Betrug in großem Stil zur Last gelegt wird.

Gegen die festgenommenen Tatverdächtigen wurden von der Zentralstelle Cybercrime Bayern, in Zusammenarbeit mit der Ermittlungskommission der Kriminalpolizeiinspektion Bamberg, bereits im Vorfeld des Zugriffs Haftbefehle aufgrund von gewerbs- und bandenmäßigem Betrug erwirkt. Entsprechend erfolgte die Inhaftierung aufgrund der deutschen Fahndungsmaßnahmen.

Die Nationalitäten der Tatverdächtigen gibt die Behörde mit Bulgarien, Montenegro und Tschechien an. Über die Festnahmen hinaus wurden in Sofia Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und zahlreiches Beweismaterial sichergestellt. Überdies seien auch in Berlin Durchsuchungsbeschlüsse durch die Kriminalpolizeiinspektion Bamberg vollstreckt worden.

Anlagebetrug mit Trading-Plattformen: So gingen die Täter vor

Cybercrime Polizei Bayern – ein aktuelles Thema. Im Fokus des „Action Day“ vom 16. März 2021 stand eine Tätergruppe, die in den vergangenen Jahren europaweit für empfindliche Vermögensschäden bei Privatanlegern verantwortlich sein soll. Dabei folgte der Kapitalanlagebetrug einem strikten Schema. Folglich habe die Gruppe eine Reihe von Online-Trading-Plattformen betrieben, die auf verschiedenen Domains erreichbar gewesen seien.

Auf diesen professionell gestalteten Websites habe man den Anschein erweckt, Handelsplattformen für das Trading mit Finanzinstrumenten wie Kryptowährungen, Differenzkontrakte (CFD Trading) oder Währungspaare (Forex Trading) zu betreiben. Entsprechend habe der Anleger den Eindruck gewonnen, eine Handelsplattform bedienen zu können und ein Handelskonto zu führen.

Tatsächlich jedoch seien die von Kunden einbezahlten Gelder nie investiert worden. Darüber hinaus habe es weder Rückzahlungen noch Gewinnausschüttungen gegeben. Überdies sei es aufgrund vermeintlich missglückter Trades zu massiven Verlusten gekommen, die in einigen Fällen bis hin zum Totalverlust gereicht hätten.

Cybercrime Definition

Mit Cybercrime bezeichnet man gemeinhin Straftaten, bei denen das Internet eine wesentliche Rolle spielt. Entsprechend kann man in diesem Zusammenhang auch von Internetkriminalität sprechen.

Im Strafgesetzbuch ist der sogenannte „Computerbetrug“ in § 263a geregelt. Das Strafmaß reicht von einer Geldstrafe bis zu einem Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren.

Welche Anleger sind nun betroffen?

Das aktuelle Deliktsphänomen sei nach Auskunft der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und des Polizeipräsidiums Oberfranken der internationalen Cyberkriminalität zuzurechnen.

Betroffen seien allein in Deutschland mehrere tausend Anleger, hinzu kämen weitere Geschädigte in vielen europäischen Ländern. Die genaue Zahl der Betrugsopfer ließe sich nicht ermitteln, da viele Investoren ihre Verluste auf das ihnen im Vorfeld bekannte Investitionsrisiko zurückführten.

Die Ermittlungsbehörden teilten auch mit, welche für den Anlagebetrug eingesetzten Plattformen im Kontext des aktuellen Fahndungserfolges im Fokus gestanden hätten. So sei es für den Zeitraum 2018 bis April 2020 vor allem um diese Anbieter gegangen:

Cybercrime Polizei Bayern: Erfolg internationaler Zusammenarbeit

Die Erfolge bei der Bekämpfung des Cybertrading-Betrugs seien auf die enge und engagierte Kooperation mit ausländischen Ermittlungsbehörden zurückzuführen. In erster Linie seien hier das in Sofia ansässige „Bulgarian Specialised Prosecutor’s Office“ sowie die Generalstaatsanwaltschaft von Kiew zu nennen.

Auch das Bundeskriminalamt mit Sitz in Wiesbaden sei wesentlich am Ermittlungserfolg beteiligt gewesen. So habe das BKA vor allem eine wichtige Rolle als Schnittstelle für den schnellen Informationsaustausch über die Landesgrenzen hinweg gespielt.

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Patrick Wilson
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