Denkmalschutzabschreibung – eine attraktive Möglichkeit für Eigentümer von denkmalgeschützten Immobilien, erhebliche steuerliche Vorteile zu erzielen. Bau- und Instandhaltungskosten können in einem höheren Maße als üblich steuerlich geltend gemacht werden. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, und welche Vorteile ergeben sich konkret? In diesem ausführlichen Blog-Beitrag geben wir Ihnen einen fundierten Überblick über die verschiedenen Aspekte der Denkmalschutzabschreibung. Wir beleuchten die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Vergünstigungen und zeigen praxisnahe Beispiele. Unsere erfahrene Anwaltskanzlei steht Ihnen als kompetenter Partner zur Seite, um alle Fragen rund um das Thema Denkmalschutzabschreibung zu klären.

Was ist die Denkmalschutzabschreibung?

Die Denkmalschutzabschreibung bezeichnet eine steuerliche Vergünstigung für Kosten, die bei der Sanierung, Modernisierung und Erhaltung denkmalgeschützter Immobilien entstehen. Ziel ist es, den Erhalt und die Pflege dieser Kulturgüter zu fördern. Eigentümer solcher Immobilien können die entstandenen Ausgaben über einen bestimmten Zeitraum steuerlich abschreiben und somit ihre Steuerlast erheblich mindern.

Rechtliche Grundlagen und Voraussetzungen

Die rechtlichen Grundlagen für die Denkmalschutzabschreibung finden sich im Einkommenssteuerrecht sowie im Denkmalschutzgesetz der jeweiligen Bundesländer. Für die Inanspruchnahme der Steuervorteile müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

§ 7i Einkommensteuergesetz (EStG)

Gemäß § 7i EStG können Aufwendungen für Baumaßnahmen an einem Baudenkmal über einen Zeitraum von 12 Jahren steuerlich abgeschrieben werden – 8 Jahre lang 9 % und 4 Jahre lang 7 % der Herstellungskosten.

§ 10f Einkommensteuergesetz (EStG)

Für selbst genutzte Baudenkmale bietet § 10f EStG eine andere Möglichkeit der Abschreibung. Über einen Zeitraum von 10 Jahren können jeweils 9 % der Herstellungskosten von der Steuer abgesetzt werden.

Denkmalschutzgenehmigung

Eine wesentliche Voraussetzung für die steuerliche Geltendmachung ist die Denkmalschutzgenehmigung der zuständigen Denkmalschutzbehörde. Ohne diese Genehmigung können die Aufwendungen nicht steuerlich berücksichtigt werden.

Denkmaleigenschaft

Die Eigenschaft als Baudenkmal muss offiziell anerkannt sein. Dies erfolgt durch den Eintrag in die Denkmalliste der jeweiligen Denkmalschutzbehörde des Bundeslandes.

Vorteile der Denkmalschutzabschreibung

Die Denkmalschutzabschreibung bringt zahlreiche Vorteile mit sich, die weit über die steuerliche Entlastung hinausgehen:

Attraktive steuerliche Absetzung

Die Möglichkeit, bis zu 90 % der Modernisierungskosten über einen Zeitraum von 10 bis 12 Jahren steuerlich abzusetzen, führt zu erheblichen Steuerersparnissen.

Wertsteigerung der Immobilie

Durch die umfangreiche Sanierung und Modernisierung wird der Wert der denkmalgeschützten Immobilie gesteigert. Dies macht die Immobilie nicht nur attraktiver für potenzielle Käufer, sondern auch für Mieter.

Kulturgut erhalten

Mit der Sanierung und Modernisierung leisten Eigentümer einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes und der historischen Bausubstanz.

Verfahren der Denkmalschutzabschreibung

Die Inanspruchnahme der Denkmalschutzabschreibung erfordert mehrere Schritte, die sorgfältig geplant und dokumentiert werden müssen. Hier eine Übersicht der wichtigsten Verfahrensschritte:

1. Prüfung der Denkmaleigenschaft

Zunächst muss geprüft werden, ob die Immobilie als Baudenkmal anerkannt ist. Dies erfolgt durch den Eintrag in die Denkmalliste der zuständigen Behörde.

2. Einholung der Denkmalschutzgenehmigung

Für alle geplanten Maßnahmen an der Immobilie ist eine Denkmalschutzgenehmigung erforderlich. Diese wird von der Denkmalschutzbehörde auf Antrag erteilt.

3. Planung und Durchführung der Maßnahmen

Die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sollten sorgfältig geplant und in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde durchgeführt werden. Alle Maßnahmen müssen dabei den denkmalschutzrechtlichen Vorgaben entsprechen.

4. Dokumentation

Eine lückenlose Dokumentation aller Maßnahmen und Kosten ist unerlässlich. Hierzu gehören:

5. Steuerliche Geltendmachung

Die steuerliche Geltendmachung erfolgt im Rahmen der Einkommenssteuererklärung. Hierbei sind die Nachweise und Dokumentationen über die durchgeführten Maßnahmen und entstandenen Kosten beizufügen.

Praxisbeispiele und Fallstudien

Um die Vorteile und den Ablauf der Denkmalschutzabschreibung zu verdeutlichen, betrachten wir zwei anonymisierte Fallstudien aus unserer Kanzleipraxis:

Fallstudie 1: Sanierung eines Fachwerkhauses

Ein Investor erwarb ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus, das umfangreich saniert werden musste. Nach Prüfung der Denkmaleigenschaft und Einholung der Denkmalschutzgenehmigung begann er mit der Sanierung. Die Kosten in Höhe von 500.000 Euro konnten gemäß § 7i EStG über einen Zeitraum von 12 Jahren abgesetzt werden. Der Investor profitierte von erheblichen Steuervorteilen und konnte das sanierte Fachwerkhaus zu einem deutlich höheren Wert verkaufen.

Fallstudie 2: Eigennutzung einer Jugendstilvilla

Eine Familie kaufte eine denkmalgeschützte Jugendstilvilla und plante umfassende Modernisierungsmaßnahmen, um das Gebäude selbst zu nutzen. Nach Einholung der erforderlichen Genehmigungen wurden die Maßnahmen durchgeführt. Die Kosten in Höhe von 300.000 Euro konnten gemäß § 10f EStG über 10 Jahre steuerlich geltend gemacht werden. Die Familie profitierte von der steuerlichen Entlastung und dem gesteigerten Wert ihrer Immobilie.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Bei der Denkmalschutzabschreibung tauchen häufig ähnliche Fragen auf. Hier sind einige der häufigsten Fragen und unsere Antworten:

  • Welche Kosten können abgeschrieben werden? Abgeschrieben werden können alle Kosten, die für die Instandsetzung, Sanierung und Modernisierung des Baudenkmals anfallen, sofern sie den denkmalschutzrechtlichen Vorgaben entsprechen.
  • Muss die gesamte Immobilie ein Baudenkmal sein? Ja, die Denkmaleigenschaft muss für das gesamte Gebäude anerkannt sein. Eine Teildenkmaleigenschaft reicht nicht aus.
  • Kann ich die Abschreibung auch bei selbst genutzten Immobilien in Anspruch nehmen? Ja, gemäß § 10f EStG können auch selbst genutzte Baudenkmale abgeschrieben werden.
  • Wie lange dauert der Prozess der Genehmigung? Die Dauer der Genehmigung variiert je nach Behörde und Komplexität der Maßnahmen. Eine frühzeitige Antragstellung und sorgfältige Vorbereitung können den Prozess beschleunigen.

Checkliste: Schritte zur Denkmalschutzabschreibung

Hier finden Sie eine Checkliste zur Orientierung, welche Schritte zur erfolgreichen Inanspruchnahme der Denkmalschutzabschreibung zu beachten sind:

  • Prüfung der Denkmaleigenschaft der Immobilie
  • Einholung der Denkmalschutzgenehmigung für geplante Maßnahmen
  • Detailplanung der Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen
  • Sorgfältige Dokumentation aller Maßnahmen und Kosten
  • Einreichung aller Nachweise und Dokumentationen zusammen mit der Steuererklärung
  • Regelmäßige Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde

Rechtliche Beratung und Unterstützung

Die Inanspruchnahme der Denkmalschutzabschreibung setzt sowohl eine sorgfältige Planung als auch die Einhaltung komplexer rechtlicher Vorgaben voraus. Unsere Anwaltskanzlei bietet umfassende Beratungs- und Unterstützungsleistungen in diesem Bereich:

  • Rechtsberatung zur Inanspruchnahme der Denkmalschutzabschreibung
  • Unterstützung bei der Einholung aller erforderlichen Genehmigungen
  • Begleitung bei der Planung und Durchführung der Maßnahmen
  • Dokumentation und Nachweisführung
  • Beratung zu steuerlichen und finanziellen Aspekten

Fazit: Denkmalschutzabschreibung als attraktive Steuervergünstigung

Die Denkmalschutzabschreibung bietet Eigentümern von denkmalgeschützten Immobilien attraktive steuerliche Vorteile, unterstützt den Erhalt wertvoller Kulturgüter und führt oft zu einer Wertsteigerung der Immobilie. Eine sorgfältige Planung, lückenlose Dokumentation und rechtliche Absicherung sind entscheidend, um die Vorteile voll auszuschöpfen. Unsere erfahrene Anwaltskanzlei steht Ihnen in allen Phasen des Verfahrens als kompetenter Partner zur Seite und unterstützt Sie dabei, Ihre steuerlichen Möglichkeiten optimal zu nutzen und Ihre denkmalgeschützte Immobilie erfolgreich zu erhalten.

Möchten Sie mehr über die Denkmalschutzabschreibung erfahren oder benötigen Sie Unterstützung bei der Inanspruchnahme? Kontaktieren Sie uns für ein persönliches Beratungsgespräch.

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