Der geschlossene Schiffsfonds DS-Rendite-Fonds Nr. 125 DS Blue Ocean und DS Blue Wave GmbH & Co. Containerschiffe KG wurde im Jahre 2006 von der Dr. Peters GmbH & Co. Emissionshaus KG aufgelegt und insbesondere im Jahr 2007 an private Anleger vertrieben. Mit einer Mindestsumme von 20.000 Euro konnten sich Anleger an dem Schiffsfonds DS-Fonds Nr. 125 beteiligen.

Gegenstand des Fonds war die Übernahme der Geschäftsanteile der DS Blue Ocean (Gibraltar) Shipping Ltd zu 100%. Die in den Folgebilanzen zutreffend als Finanzanlagen ausgewiesen Beteiligung ist aufgrund einer notwendigen Neubewertung von einem Betrag von Euro 28 Mrd. auf einen Betrag von rund € 6 Millionen im Wert berichtigt worden.

Leider verlief die Beteiligung von Anfang an alles andere als prognosegemäß – die Krise am Schifffahrtsmarkt machte sich umgehend nach Beginn der Laufzeit bemerkbar und die Anleger haben zu keiner Zeit die prognostizierten Ausschüttungen erhalten. Darüber hinaus wurden Sie sogar aufgefordert, die erhaltenen Ausschüttungen zurückzuzahlen. Des Weiteren wurden sie mit der Bitte um freiwillige Nachschüsse zur Kasse gebeten. Mittlerweile steht zu befürchten, dass die Investition zu einem großen Verlust führt. Kunden haben nicht die prospektierten Ausschüttungen erhalten und müssen nun hohe Verluste befürchten.

DS-Rendite-Fonds Nr. 125 DS Blue Ocean und DS Blue Wave GmbH & Co. Containerschiffe KG

Der DS-Rendite-Fonds Nr. 125 DS Blue Ocean und DS Blue Wave GmbH & Co. Containerschiffe KG befindet sich in einer massiven Schieflage. In einem Schreiben an die Anleger vom 26.09.2014 wies die Dr. Peters GmbH & Co. KG darauf hin, dass ohne eine Neukapitalzeichnung der Fondsgesellschaft ein Weiterbetrieb der Fondsschiffe nicht möglich sei. Konkret führte diese aus, dass das Darlehen der Bremer Landesbank, die die Fondsgesellschaft derzeit mit 27,3 Mio. USD fremdfinanziert, dem derzeitigen Wert der Fondsschiffe zumindest entspricht, wenn nicht gar übersteigt. Es steht zu befürchten, dass die Bank die Schiffe verwertet, wenn die geplante Kapitalerhöhung nicht vorgenommen wird. Eine Auszahlung an die Anleger kann nach Verwertung der Schiffe jedoch nicht vorgenommen werden.

Dabei hatten die Anleger der Fondsgesellschaft bereits im Jahr 2010 mit einer Finanzspritze in Form einer Kapitalerhöhung in Höhe von über 2,5 Mio. EUR unter die Arme gegriffen. Jetzt hat sich erwiesen, dass diese erste Kapitalerhöhung nur zu einer kurzfristigen Überbrückung der Zahlungsschwierigkeiten der Fondsgesellschaft geführt hat.

Auszahlungen an die Anleger leistete die Fondsgesellschaft indes nur in einem marginalen Bereich, so dass diese mit dem Totalverlust ihres eingelegten Kapitals rechnen müssen. Denn was den Anlegern häufig in den Beratungsgesprächen von ihrem Anlageberater nicht mitgeteilt wurde, ist die Tatsache, dass die Ausschüttungen der Fondsgesellschaft auch gewinnunabhängig vorgenommen werden können. Werden Ausschüttungen ohne entsprechende Gewinne vorgenommen, so zählt das als eine Auszahlung der Hafteinlage. Diese beträgt bei dem vorliegenden Fondskonzept 20% der Zeichnungssumme. Anleger könnten daher bei der Liquidation der Gesellschaft von den Gläubigern auf Rückzahlung der gewinnunabhängigen Ausschüttungen bis zu einer Höhe von 20% der Zeichnungssumme in Anspruch genommen werden.

DS Blue Wave GmbH & Co. Containerschiffe KG – DS-Rendite-Fonds Nr. 125 DS Blue Ocean

Laut Mitteilung des „fondstelegramm“ wurden die Fondsschiffe Ende Januar 2017 verkauft. Allerdings reicht der Verkaufserlös wohl nicht einmal aus, um die Verbindlichkeiten gegenüber der finanzierenden Bank voll bedienen zu können – und dies obwohl diese offenbar sogar auch auf einen Teil ihrer Forderungen verzichtet hat.

Darüber hinaus gilt Folgendes: aufgrund der Verbindlichkeiten aus Schiffshypotheken von ca. € 23 Millionen, besteht ein nicht durch Vermögenseinlagen gedecktes negatives Kapital der Kommanditisten von rund € 17 Millionen. Damit war ein wesentliches Risiko für die Anleger bereits konzeptionell begründet. Die Einlagen der Kommanditisten sind als Eigenkapital auf jeden Fall nachrangig, so dass bei einem notwendigen Verkauf des Fondsobjekts zunächst die finanzierenden Banken bedient werden. Auch die von den Anlegern zurückgezahlten Ausschüttungen haben keine Sanierung bewirken können

Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten sollte jeder Anleger versuchen, die Beteiligung sofort zurückzugeben. Grundsätzlich sind geschlossene Fonds so konzipiert, dass eine Kündigung oder ein „Ausstieg“ während der Laufzeit nur unter sehr engen Voraussetzungen möglich ist – im Gegensatz zu Anteilen an offenen Fonds ist die Anlage also nicht fungibel. Ein Ausweg für die Anleger kann aber die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen sein; diese führen im Erfolgsfalle dazu, dass die Investition rückabgewickelt wird, d.h. der Anleger erhält das investierte Geld zurück und gibt im Gegenzug die verlustträchtige Fondsbeteiligung zurück.

Schiffsfonds DS-Rendite-Fonds Nr. 125 DS Blue Ocean und DS Blue Wave GmbH & Co. Containerschiffe KG

Solche Schadensersatzansprüche können insbesondere bestehen, wenn der Anleger vor dem Beitritt zur Gesellschaft fehlerhaft beraten wird, aber auch, wenn er die Beteiligung auf der Grundlage des Verkaufsprospektes erworben hat und der Prospekt fehlerhaft ist. So ist beispielsweise der Anlageberater verpflichtet, die Anlage umfassend und richtig darzustellen bzw. derartige Prospektfehler dem Anleger gegenüber richtigzustellen. Regelmäßig sind die Beteiligungen an den DS-Renditefonds durch Banken vermittelt worden. Die Kundenberater haben dabei ebenso regelmäßig verschwiegen, dass die Bank eine erhebliche Provision erhält, die das Agio noch deutlich übersteigt.

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist eine Bank ausnahmslos verpflichtet, bei der Vermittlung von Kapitalmarktprodukten unaufgefordert die Höhe der an sie geflossenen Provisionen aufzudecken. Dem Kunden soll dadurch bewusst werden, dass die Anlageberatung nicht im Interesse des Kunden an einer lukrativen und sicheren Anlage erfolgt, sondern vielmehr aufgrund des Provisionsinteresses der Bank. Zudem lassen sich noch weitere Beratungsfehler herausarbeiten, wie zum Beispiel die mangelnde Aufklärung über Totalverlustrisiken, Währungsrisiken, fehlende Fungibilität, Haftungsrisiken bezüglich erhaltener Ausschüttungen u.w.m.

Was können Anleger unternehmen?

Schiffsfonds DS-Rendite-Fonds Nr. 125 DS Blue Ocean und DS Blue Wave GmbH & Co. Containerschiffe KG

Daneben sind aber auch die künftigen Vertragspartner des Anlegers, Gesellschafters, Kommanditisten oder Treugeber verpflichtet, den Anleger vollständig und richtig durch den Prospekt aufzuklären. Es bestehen mithin mehrere Anspruchsgegner, gegen die der Anleger seinen Anspruch auf Schadensersatz und damit Rückzahlung des investierten Kapitals gegen Rückgabe der verlustreichen Beteiligung geltend machen kann.

Anleger, die dem drohenden Totalverlust nicht tatenlos zusehen möchten, sollten zudem insbesondere die Verjährung Ihrer Ansprüche im Auge behalten; die gesetzliche Höchstverjährung beträgt 10 Jahre und wird taggenau ab der Entstehung des Anspruchs gerechnet; d.h. die Verjährung tritt unterjährig und nicht erst zum Jahresende ein. Als Zeitpunkt der Entstehung des Anspruchs ist regelmäßig das Datum der Beitrittserklärung / der Zeichnung der Anlage zu sehen.

Unter wirtschaftlichen wie rechtlichen Aspekten kann es sich daher durchaus lohnen, Ansprüche auf Rückabwicklung von einem auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen; die Kanzlei Herfurtner vertritt Anleger außergerichtlich und vor Gericht und steht für die rechtliche Unterstützung der Anleger gerne zur Verfügung.