eToro bezeichnet sich als weltweit führende Plattform für Social Trading. Hierunter versteht man den gemeinschaftlichen (Börsen-)Handel.

Das Prinzip ist einfach: Anleger teilen online ihre Meinungen zu den gehandelten Finanzinstrumenten oder geben Einblick in ihr Portfolio und ihre Handelsstrategie.

Das gibt anderen Anlegern die Möglichkeit, die jeweiligen Vorgänge zu kommentieren, sich daran zu orientieren und die Investments (automatisiert) zu kopieren. eToro bezeichnet sein eigenes Angebot hierfür als CopyTraderTM-Technologie. Laut eigenen Angaben stehen weltweit mehr als 6 Millionen Kunden über das eigene Netzwerk „Open Book“ im Austausch.

Online Trading – egal ob alleine oder im Verbund betrieben – birgt einige Risiken, auf welche die Anbieter selbst hinweisen (müssen). Häufig findet sich der Hinweis im Footer-Bereich der Homepage, so auch bei eToro.

Besonders das CFD Trading ist aufgrund der Hebelwirkung nur erfahrenen oder risikoaffinen Anlegern zu empfehlen.

Bei eToro verlieren 65 % der Konten Geld, wenn sie mit CFDs handeln (Eigenauskunft, Stand November 2018).

eToro CopyTrading-Falle WISO-Reportage

Haben auch Sie beim Trading auf eToro Geld verloren? Dann besprechen Sie den Sachverhalt mit einem Rechtsanwalt. Die Kanzlei Herfurtner, niedergelassen in München und Hamburg, steht für weitere Informationen zur Verfügung.

Hier gelangen Sie zur Kontaktaufnahme.

eToro Erfahrungen

Wer ist eToro?

Das Unternehmen wurde im Jahr 2007 auf Zypern gegründet und widmete sich zunächst dem Forex Trading (Devisenhandel). Im Laufe der Zeit wurden Technologien (weiter) entwickelt und weitere handelbare Assets in die Plattform integriert.

Eine Zeit lang konnte mit binären Optionen gehandelt werden, deren Vertrieb an Kleinanleger in der EU untersagte jedoch die ESMA (Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde) im Juli 2018.

eToro – Was wird gehandelt?

Neben CFDs und Währungen kann man heute Aktien, Rohstoffe wie Erdgas, Öl oder Gold, Indizes und ETFs handeln. Darüber hinaus sind auch Investments in Kryptowährungen möglich.

So kann man bei eToro XRP (Ripple) kaufen, darüber hinaus auch Bitcoin, Ethereum, Dash oder Litecoin. Insgesamt stehen 14 verschiedene Kryptowährungen zur Auswahl.

Seit dem 7.11.2018 steht das eToro Wallet zur Verfügung, eine mobile App für Android- und iOS-Betriebssysteme. User können hierin zunächst Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum und Litecoin speichern.

Wo sitzt eToro? Wer reguliert den Anbieter?

Unter dem Dach von eToro sind verschiedene Unternehmen gebündelt:

Die eToro (UK) Ltd. hat ihren Sitz in London und untersteht der Regulierung durch die britische Financial Conduct Authority (FCA), inklusive grenzüberschreitender Lizenz.

Die eToro (Europe) Ltd. ist auf Zypern ansässig und untersteht der Aufsicht der Cyprus Securities and Exchange Commission (CySec). Die von der CySec erteilte grenzüberschreitende Lizenz berechtigt das Unternehmen, Leistungen innerhalb und außerhalb der EU anzubieten. Einen separaten Hinweis über eine Regulierung durch die BaFin in Deutschland gibt es nicht.

Die eToro AUS CapitalAustralia Pty Ltd. besitzt eine Lizenz der ASIC (Australian Securities and Investments Commission).

Wer mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen möchte, kann im Kundencenter Nachrichten übermitteln.

Hingegen führt die einzige angegebene Telefonnummer zu einem Anschluss in Sydney; eine deutsche oder europäische Alternative wird vom Anbieter nicht genannt.

Website und Kontoeröffnung

Die Website des Online Brokers wird in 18 Sprachen angeboten, unter anderem gibt es eine deutsche Version, die unter https://www.etoro.com/de/ zu erreichen ist. Auf der Homepage steht das Angebot der Social Trading-Plattform im Vordergrund. Außerdem stellt ein Ticker aktuelle Kurse verschiedener Finanzinstrumente dar.

Darüber hinaus werden drei Kunden mit Angaben über die jeweils erzielten Gewinne im Rahmen der Teilnahme am Social Trading gezeigt. Des Weiteren gibt es einen Teaser, der den User dazu einlädt, ein sogenannter „Popular Investor“ zu werden, der sein Wissen anderen Anlegern zur Verfügung stellt.

Kundenstimmen, Presse-Clippings sowie ein Anmeldeformular schließen den Inhalt der Homepage ab.

eToro Login und Demokonto

Um die Plattform nutzen zu können, ist zunächst die Registrierung sowie die Eröffnung eines Kontos notwendig. Eingeloggte User können im WebTrader zwischen einem Demokonto und einem echten Konto wechseln.

Bei Nutzung des Demokontos handelt man mit virtuellem Geld. Für die Eröffnung eines Kontos werden laut eToro Kosten nicht berechnet.

Grundsätzlich stuft das Unternehmen alle Kunden gemäß der europäischen MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) als Privatkunden ein. Demzufolge profitieren Anleger hierbei von der Möglichkeit zur Inanspruchnahme des Fonds zur Einlagensicherung, von begrenzten Hebeln zur Risikominderung oder auch dem Wegfall der eToro Nachschusspflicht im Rahmen von CFD Trades.

Auf schriftlichen Antrag und nach positiver Prüfung kann man auch als professioneller Kunde eingestuft werden. Für diese Gruppe bietet eToro Hebel ohne Beschränkung, dafür entfällt die Schutzvorkehrung des Entschädigungsfonds für Investoren. Außerdem sind Auszahlungen gebührenfrei, und es besteht die Möglichkeit zur Inanspruchnahme einer Kreditlinie.

eToro Mindesteinzahlung

Die Höhe der Mindesteinlage ist abhängig davon, aus welchem Land der Trader kommt und ob er als Privatkunde agiert oder ein Geschäftskonto eröffnet. Sie reicht von 200 USD bis 10.000 USD.

Möchte man bei eToro Geld einzahlen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Banküberweisung (mindestens 2.000 USD), Kredit-/Debit-Karte, Paypal, E-Wallet (Neteller, Skrill, WebMoney), China Union Pay, Wirecard und Yandex. Für nicht verifizierte Konten gilt eine Einzahlungs-Obergrenze von 2.250 USD.

Je nach gewählter Methode steht das Guthaben entweder sofort oder nach bis zu fünf Tagen auf dem eigenen Konto zur Verfügung. Wer sich von eToro Geld auszahlen lassen möchte, muss dabei die eToro Gebühren berücksichtigen: Für jede eToro Auszahlung werden 25 USD fällig.

Bei nicht genutzten Konten mit Guthaben wird nach 12 Monaten eine Inaktivitätsgebühr berechnet, bei Konten ohne Guthaben nach vier Monaten. Als Kostenübersicht gibt es auf der Website einen Teilbereich, der die verschiedenen Gebührenarten (beispielsweise Gebühren über Nacht etc.) auflistet. Wie verdient eToro Geld? Diese Frage wird hier beantwortet.

Tradingplattformen

Lange Zeit konnte man über den sogenannten WebTrader und die Social Trading-Plattform Open Book handeln, beides selbst entwickelte Technologien. Heute sind diese beiden Plattformen vereint, und die gebündelte Software nennt sich schlicht eToro.

Gleiches gilt für die mobile App, die zunächst für beide Plattformen separat erhältlich war. Aber auch das mobile Trading mit eToro passiert heute auf einer einzigen Anwendung, die es für Android- und iOS-Geräte gibt.

So steht einem Trader mit eToro die benötigte Technologie vollumfänglich zur Verfügung, ohne dass man eToro mit Metatrader betreiben muss. Die Nutzung mit einer anderen Trading-Software ist ausgeschlossen.

Was ist eToro CopyTraderTM?

Der CopyTraderTM bietet Anlegern die Möglichkeit, die Trades von anderen Anlegern aus dem Social Network (Social Trader oder Popular Investor) zu kopieren. Das funktioniert automatisch, und sollte der kopierte Trader einen Gewinn machen, spiegelt sich dieser Gewinn auf dem eigenen Konto.

Trainingsangebot

Im Rahmen der Fort- und Weiterbildung unterhält der Anbieter eine sogenannte Trading-Akademie. Diese ist in die Website integriert, die Inhalte stehen in deutscher Sprache zur Verfügung.

Die Schulungsmaßnahmen unterscheiden sich in Webinare, eKurse und Trading Videos. Ferner geht es inhaltlich um den Forex Handel, um Strategien, um die Psychologie des Handelns oder um Analysen. Auch ein Glossar mit einer Erklärung der wichtigsten Begriffe, also eine Art eToro Wiki, ist als Video verfügbar.

Kundengewinnung, Werbung

Um das Unternehmen einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, schloss man unter anderem im Sommer 2018 Sponsoring- und Werbepartnerschaften mit hochklassigen Fußballvereinen.

In Deutschland ist das Unternehmen Premium-Partner des Bundesligisten Eintracht Frankfurt; in der britischen Premier League wurde mit sieben Vereinen eine Werbepartnerschaft eingegangen. Das Besondere daran: Genauso wie man bei eToro Bitcoin kaufen kann, wird die Bezahlung der Werbeleistungen ausschließlich per Bitcoin abgewickelt.

Der Online Broker betreibt darüber hinaus ein Affiliate Programm im Rahmen des sogenannten Partner Marketings. Dabei erhalten angeschlossene Werbepartner (Affiliates) eine Provision, wenn sie der Plattform neue User zuführen und diese zu Kunden werden.

eToro und Steuern

Erzielt man beim Trading auf der Plattform einen Gewinn, fällt dieser als Kapitalertrag unter die Abgeltungssteuer. Diese sieht vor, Gewinne aus Kapitalerträgen pauschal mit 25 % zu versteuern.

Für Einzelpersonen ist ein Freibetrag von 801 Euro pro zu berücksichtigen, für Verheiratete verdoppelt sich dieser auf 1.602 Euro. Da eToro seinen Geschäftssitz nicht in Deutschland hat, lässt sich die Steuer nicht automatisch abführen, sondern ist bei der persönlichen Steuererklärung am Jahresende zu berücksichtigen.

Verluste beim Online Trading

Wer sich für das Trading im Internet interessiert, findet eine Reihe von Anbietern, welche die hierfür benötigte technische Infrastruktur vorhalten. Neben eToro sind dies beispielsweise Oanda, Plus 500, Roboforex, FXCM, Saxo Bank, CMC Markets oder Swissquote.

Alle Online Plattformen weisen einen entscheidenden Unterschied auf, wenn man sie mit einer klassischen „Anlage-Plattform“ wie einer Bank vergleicht: Meistens fehlt der persönliche Ansprechpartner. Dies hat zur Folge, dass man als Anleger auf Beratungsgespräche verzichten muss.

Ohne Beratung jedoch fällt es vielen schwer, die Risiken zu beurteilen, die spezifische Investments mit sich bringen. Denn CFD Handel, Forex Trading oder auch der Kauf von Kryptowährungen sind allesamt komplex und erklärungsbedürftig.

Eine falsche Einschätzung von Risiken kann schnell dazu führen, dass das Investment nicht die gewünschten Erträge erzielt. Häufig müssen Anleger sogar Verluste hinnehmen, in einigen Fällen bis hin zum Totalverlust der Einlage.

In solchen Fällen sollte man sich zunächst an den Betreiber der Plattform wenden um aufzuklären, wie es zu den Verlusten kommen konnte.

Im Vorfeld kann man auch das Gespräch mit einem Rechtsanwalt erwägen, um eventuell bestehende Ansprüche zu prüfen. Die Anwaltskanzlei Herfurtner kann auch die Kommunikation mit dem Online Broker übernehmen und sich ggf. um die Durchsetzung der Ansprüche bemühen.