Firmenstiftung vs. Beteiligungsstiftung

Firmenstiftung - was ist das?

Firmenstiftung: gewährleistet Kontinuität und nachhaltiges Wachstum in Unternehmen. Mit einer Firmenstiftung kann ein Familienunternehmen seine langfristige Lebensfähigkeit durch interne Unternehmensnachfolge sichern.

Trotz des philanthropischen Auftrags kann eine Stiftung dazu dienen, Steuern zu sparen. Auf diese Weise kann das Vermögen des Unternehmens gesichert und die soziale Verpflichtung des Unternehmers erfüllt werden. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen wegen der steuerlichen Vorteile eine gemeinnützige Stiftung gründen.

Im folgenden Beitrag erläutern Ihnen die Anwälte der Kanzlei Herfurtner, worauf es bei der Gründung von Firmenstiftungen ankommt und welche rechtlichen Aspekte zu berücksichtigen sind.

Was ist der Zweck einer Firmenstiftung?

Firmenstiftungen unterscheiden sich von Bürgerstiftungen dadurch, dass ihr Vermögen anders strukturiert ist und sie einen anderen Zweck verfolgen. Ein Unternehmen, d.h. eine wirtschaftlich funktionierende Einheit mit eigenem Namen, ist ein notwendiger Bestandteil (Firma).

Aufgabe der Stiftung ist es, dieses Unternehmen am Laufen zu halten und die damit erwirtschafteten Mittel sinnvoll zu verwenden. Daher haben die Stiftungsvorstände oft die alleinige Kompetenz, wichtige unternehmerische Entscheidungen zu treffen. Firmen- und Beteiligungsstiftungen sind zwei Arten von Unternehmensstiftungen, die es gibt.

Während sowohl die Firmenstiftung als auch die Beteiligungsstiftung eine Beteiligung an dem Unternehmen haben, das sie unterstützen, muss eine klare Grenze zwischen den beiden gezogen werden. Stiftungen mit Kapitalbeteiligung sind die einzige Art von Stiftungen, die in der Praxis existiert, da die Stiftungsstrukturen nicht für die Führung eines Unternehmens geeignet sind.

Rechtliche Rahmenbedingungen für Firmenstiftungen

Wenn ein Unternehmen eine philanthropische Stiftung hat, übernimmt diese die gesamte Arbeit des Unternehmens. Damit „trägt“ sie die Aufgaben des Unternehmens wie jede andere Rechtsform (z.B. die GmbH oder AG).

Firmenstiftungen werden regelmäßig kontrolliert

Da sie jedoch keine eigenen Mitglieder oder Aktionäre haben, unterliegen Stiftungen der staatlichen Aufsicht. Um sicherzustellen, dass die Tätigkeit mit dem Stiftungsauftrag übereinstimmt, führt die Stiftungsaufsicht jährlich eine Überprüfung der Tätigkeit durch. Wichtige Entscheidungen, wie z. B. die Umstrukturierung des Stiftungsvermögens, müssen mit ihrer Zustimmung getroffen werden.

Firmenstiftungen schränken die Handlungsfreiheit ein

Die Stiftungsbehörde ist letztlich für das Wirtschaftsunternehmen verantwortlich, da es sich aus verschiedenen Bestandteilen des Stiftungsvermögens zusammensetzt. Diese Einschränkungen der unternehmerischen Entscheidungsträger schränken nicht nur deren Handlungsfreiheit ein, sondern verlängern auch den Prozess der Entscheidungsfindung. Ein Unternehmen, das vollständig von einer Stiftung finanziert wird, ist daher immer seltener anzutreffen.

Der Unterschied zur Beteiligungsstiftung

Um den Bedürfnissen der langfristigen Stiftung und dem Tagesgeschäft des Unternehmens gerecht zu werden, muss die Firmenstiftung nach den Bedürfnissen beider organisiert sein.

In dieser Hinsicht hat die Beteiligungsstiftung mehr Möglichkeiten als die Firmenstiftung, die Eigentümerin und Betreiberin des Unternehmens ist. Das Unternehmen wird weiterhin als Personen- oder Kapitalgesellschaft mit den gleichen etablierten Organisationsstrukturen betrieben. Legt der Stifter eine Stiftung mit einem bestimmten Zweck fest, erwirbt die Stiftung alle Anteile des Unternehmens und wird zum alleinigen Eigentümer des Unternehmens.

Durch die Trennung der Verwaltung des Unternehmens von den Stiftungseinheiten können Kontrolle und eine logische Aufgabenteilung erreicht werden.

Die Vorteile der Beteiligungsträgerstiftung

Die Partizipations-Inhaberstiftung besitzt im Gegensatz zum Unternehmens-Inhabermodell ausschließlich Anteile an ansonsten etablierten Unternehmen. Die GmbH ist die häufigste Unternehmensform, aber auch andere sind möglich.

Außerdem wird eine Stiftung nicht dadurch zu einer Firmenstiftung, dass sie einzelne Anteile an einem Unternehmen besitzt (z. B. an einer großen Aktiengesellschaft). Stattdessen sind die Anteile an einer Kapitalgesellschaft Teil eines breit gefächerten Portfolios von Vermögenswerten.

Firmenstiftungen üben Einfluss auf Aktiengesellschaften aus

Firmenstiftungen hingegen sollen den Aktionären die Möglichkeit geben, die vollständige oder zumindest die Mehrheitsbeteiligung an einem Unternehmen auszuüben. Die Firmenstiftung hat einen direkten Einfluss auf die Gesellschaft, da sie Aktien des Unternehmens besitzt.

Insbesondere die Geschäftsführer einer GmbH können direkt vom Vorstand Weisungen erhalten. Es ist die Aufgabe der Stiftungsorgane, unternehmerische Entscheidungen zu treffen. Deshalb gibt es überhaupt eine Firmenstiftung.

Aus welchen Gründen sind Firmenstiftungen sinnvoll?

Eine Möglichkeit, die Kontinuität eines Unternehmens zu sichern, ist die Gründung einer Firmenstiftung. Vor allem mittelständische Unternehmer, die einen Verkauf oder eine Auflösung ihres Unternehmens vermeiden wollen, um ihr Erbe zu erhalten, dürften an dieser Art von Plan interessiert sein.

Anstelle einer Firmenstiftung sollten andere gesellschaftsrechtliche Möglichkeiten, wie z. B. ein Familienpool, in Betracht gezogen werden. Auch die Zusammenlegung und Absicherung von Unternehmensvermögen ist eine Option. Weitere Überlegungen betreffen die Frage, ob das betreffende Unternehmen dauerhaft unter dem Dach einer Stiftung angesiedelt werden kann oder nicht.

Für kleinere Unternehmen kann eine Regelung in Form einer Doppelstiftung steuerlich vorteilhaft sein.

Rechtsanwälte gestalten die rechtliche Struktur

CSR-Consulting bietet Unternehmern, die eine Unternehmensgründung im Sinne der sozialen Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR) anstreben, folgende Vorteile.

  • Es gibt eine Reihe rechtlicher Kriterien, die bei der Gründung einer Unternehmensstiftung beachtet werden müssen, weshalb juristische Hilfe unerlässlich ist.
  • Die Zusammenarbeit mit einem Rechtsanwalt und nicht mit einem Steuerberater wird sich für die Stiftung über viele Jahre hinweg auszahlen.
  • Darüber hinaus berät der Anwalt über den Sitz der Stiftung, die steuerlichen Folgen sowie die bundes- und landesrechtlichen Vorschriften.
  • Gleichzeitig kann der Anwalt die Stiftung bei der Mittelbeschaffung und den Anlagemöglichkeiten für das Stiftungsvermögen kompetent beraten.
  • Der Anwalt kann auch prüfen, welche Art von Stiftung überhaupt in Frage kommt.
  • Unternehmen können aus einer Vielzahl anderer Optionen wählen, z. B. einer Mischform aus einer privaten Stiftung und einer Aktiengesellschaft.

Das Stiftungsrecht gilt auch für Firmenstiftungen

Die wichtigsten Grundsätze des Stiftungsrechts gelten rechtlich gesehen auch für die Firmenstiftung. Darüber hinaus gibt es keine Debatte mehr über die Gültigkeit von Unternehmensstiftungen.

Um schwerwiegende Probleme für die Stiftung oder die Gesellschaft aufgrund mangelnder Flexibilität bei der Reaktion auf künftige Entwicklungen zu vermeiden, sollte das Stiftungsrecht nicht zu starr sein. Gemäß dem Stiftungsrecht sind für Firmenstiftungen die folgenden rechtlichen Aspekte entscheidend.

  1. Es ist möglich, dass das Unternehmen im Rahmen des Stiftungsgeschäfts (Erstfinanzierung der Stiftung durch den Stifter) oder erst nach der Gründung der Stiftung auf die Stiftung übertragen wird.
  2. Die Unternehmensstiftung muss, wie jede andere unabhängige Stiftung, vom zuständigen Stiftungsorgan genehmigt werden. In bestimmten Rechtsordnungen unterliegen privatnützige Stiftungen wie Familienstiftungen jedoch einer stark eingeschränkten Stiftungsaufsicht.
  3. Die üblichen Steuergesetze gelten auch für die Stiftung und das Unternehmen. Handelt es sich um eine Familienstiftung, sind Erbschaftssteuern zu berücksichtigen. Handelt es sich um eine gemeinnützige Unternehmensstiftung, sind vollständige Steuerbefreiungen möglich.

Es ist immer eine gute Idee, das Stiftungsvermögen unter steuerlichen Gesichtspunkten zu betrachten und in Erwägung zu ziehen, Betriebsgrundstücke oder andere Vermögenswerte in die Stiftung einzubringen und sie dann dem Unternehmen zur Nutzung zu überlassen.