Fördermittel für barrierefreies Wohnen – ein Thema von enormer Bedeutung, sowohl für Menschen mit Behinderungen als auch für ältere Mitbürger, die ihre Unabhängigkeit und Lebensqualität bewahren möchten. Kein Wunder also, dass viele Betroffene und ihre Angehörigen nach Unterstützungsmöglichkeiten suchen, um ihre Wohnsituation entsprechend anzupassen. Doch die Informationen sind oft zersplittert, und die Antragstellung kann verwirrend sein. In diesem Artikel bieten wir Ihnen einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Fördermöglichkeiten und beschreiben detailliert den Antragsprozess. Lesen Sie weiter, um praktische Tipps und wertvolle Einblicke zu erhalten!

Warum barrierefreies Wohnen wichtig ist

Barrierefreies Wohnen ist essenziell, um allen Menschen ein Höchstmaß an Mobilität und Unabhängigkeit zu ermöglichen. Besonders betroffen sind:

  • Menschen mit körperlichen Behinderungen
  • Senioren, die altersbedingt in ihrer Mobilität eingeschränkt sind
  • Personen, die nach einer Operation oder einem Unfall mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit leben

Ohne barrierefreie Anpassungen können alltägliche Aufgaben wie das Benutzen der Toilette, das Baden oder das Verlassen des Hauses zu unüberwindbaren Hürden werden. Dies führt nicht nur zu einer Verringerung der Lebensqualität, sondern oft auch zu mehr Pflegebedürftigkeit und zusätzlichen Kosten für Unterstützungsleistungen.

Gesetzliche Grundlagen und Förderprogramme

Das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (BGG)

Eine der grundlegenden gesetzlichen Grundlagen für barrierefreies Wohnen in Deutschland ist das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (BGG). Dieses Gesetz fördert die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und setzt Standards für bauliche Maßnahmen, um Barrierefreiheit zu gewährleisten.

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung bietet finanzielle Unterstützung für bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnsituation. Gemäß § 40 SGB XI können Versicherte einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds erhalten. Dies umfasst:

  • Einbau von Treppenliften
  • Anpassungen des Badezimmers
  • Schaffen von Schwellenfreiheit

KfW-Förderprogramme

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet spezielle Förderprogramme wie den „Altersgerecht Umbauen – Kredit (159)“ und den „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455)“. Diese Programme unterstützen sowohl private Hausbesitzer als auch Mieter bei baulichen Maßnahmen, um Barrieren abzubauen und die Wohnqualität zu erhöhen.

Unterschiedliche Förderarten im Überblick

Zuschüsse

Zuschüsse sind finanzielle Hilfen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Sie sind besonders attraktiv, da sie sofortige finanzielle Entlastung bieten. Häufig gibt es regionale Programme, die ergänzend zu bundesweiten Förderungen beantragt werden können.

Kredite

Förderkredite werden zu besonders günstigen Konditionen vergeben und müssen über einen bestimmten Zeitraum zurückgezahlt werden. Diese Kredite eignen sich besonders gut für größere Umbaumaßnahmen, die hohe Kosten verursachen.

Steuerliche Vorteile

Barrierefreie Maßnahmen können auch steuerlich geltend gemacht werden. Aufwendungen für behindertengerechte Umbauten können als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG abgesetzt werden, sofern die zumutbare Eigenbelastung überschritten wird.

Praktische Schritte zur Beantragung von Fördermitteln

Bedarfsermittlung

Der erste Schritt ist die Ermittlung des individuellen Bedarfs. Welche Maßnahmen sind notwendig, um Barrierefreiheit herzustellen? Dies kann durch eine fachliche Beratung, beispielsweise durch einen Architekten oder einen spezialisierten Ingenieur, erfolgen.

Kostenvoranschläge einholen

Um Fördermittel erfolgreich zu beantragen, benötigen Sie in der Regel mehrere Kostenvoranschläge von Handwerksunternehmen. Diese dienen als Grundlage für die Bewilligung und sind Voraussetzung für viele Antragsverfahren.

Antragsformular ausfüllen

Das Ausfüllen des Antragsformulars kann eine Hürde sein. Es ist wichtig, alle benötigten Informationen und Dokumente vollständig einzureichen. Unvollständige Anträge werden oft zurückgewiesen, was den Prozess unnötig verlängert.

Prüfung und Bescheid

Nachdem der Antrag gestellt wurde, erfolgt eine Prüfung durch die zuständige Stelle. Dies kann einige Wochen bis Monate dauern. Bei positiver Prüfung erhalten Sie einen Bescheid über die Bewilligung der Fördermittel.

Checkliste: Wichtige Unterlagen für den Antrag

  • Ausgefülltes Antragsformular
  • Kostenvoranschläge von Handwerksunternehmen
  • Nachweis über die Notwendigkeit der Maßnahme (ärztliches Attest oder Gutachten)
  • Nachweise über Ihre Einkommensverhältnisse
  • Planungsunterlagen vom Architekten oder Ingenieur
  • Evtl. Fotos der aktuellen Wohnsituation

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wer kann Fördermittel für barrierefreies Wohnen beantragen?

Grundsätzlich können sowohl Eigentümer als auch Mieter Fördermittel für barrierefreie Maßnahmen beantragen. Wichtig ist, dass die Notwendigkeit der Maßnahmen nachgewiesen wird.

Wie hoch sind die Zuschüsse der Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung gewährt Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme. Leben mehrere Anspruchsberechtigte in einem Haushalt, kann der Zuschuss auf bis zu 16.000 Euro erhöht werden.

Welche Maßnahmen werden konkret gefördert?

Gefördert werden unter anderem der Einbau von Treppenliften, die Schaffung von Schwellenfreiheit, die Anpassung von Badezimmern und der barrierefreie Umbau von Küchen.

Fallbeispiele aus unserer Praxis

Familie M.: Barrierefreies Badezimmer

Die Familie M. aus München hatte Schwierigkeiten mit dem in die Jahre gekommenen Badezimmer. Durch die Pflegeversicherung und einen Zuschuss der KfW-Bank konnte ein modernes, barrierefreies Badezimmer mit begehbarer Dusche und behindertengerechtem WC eingerichtet werden. Die Familie schätzt die gewonnene Unabhängigkeit und Lebensqualität sehr.

Herr K.: Treppenlift für mehr Mobilität

Herr K., Rentner aus Berlin, hatte nach einem Hüftbruch Schwierigkeiten, die Treppe zu seiner Wohnung zu bewältigen. Durch den Einbau eines Treppenlifts, gefördert durch die Pflegeversicherung, konnte er weiterhin in seiner gewohnten Umgebung leben. Die Mobilität und Sicherheit sind durch diese Maßnahme deutlich gestiegen.

Konkrete Hilfestellung durch die Anwaltskanzlei Herfurtner

Die Antragstellung für Fördermittel kann komplex und zeitaufwendig sein. Unsere Kanzlei unterstützt Sie gern bei:

  • Der Ermittlung des individuellen Bedarfs
  • Der Einholung und Prüfung der Kostenvoranschläge
  • Dem Ausfüllen des Antragsformulars
  • Der Kommunikation mit Behörden und Ämtern

Fazit: Fördermittel für barrierefreies Wohnen erfolgreich nutzen

Die Beantragung von Fördermitteln für barrierefreies Wohnen kann herausfordernd sein, doch mit der richtigen Vorbereitung und Unterstützung ist es möglich, wertvolle finanzielle Hilfen zu erhalten. Eine barrierefreie Wohnsituation trägt maßgeblich zur Erhöhung der Lebensqualität und zur Erhaltung der Selbstständigkeit bei. Sollten Sie Fragen haben oder Unterstützung benötigen, zögern Sie nicht, uns von der Kanzlei Herfurtner zu kontaktieren. Wir stehen Ihnen mit unserer Erfahrung und Kompetenz zur Seite und begleiten Sie durch den gesamten Antragsprozess.

 

Unsere Rechtsanwälte stehen Ihnen bundesweit und im deutschsprachigen Ausland zur Verfügung.

Rechtsanwalt Arthur Wilms - Kanzlei Herfurtner

Arthur Wilms | Rechtsanwalt | Associate

Vincent Bork Kanzlei Hefurtner

Vincent Bork | Rechtsanwalt | Associate

Anwalt Wolfgang Herfurtner Hamburg - Wirtschaftsrecht

Wolfgang Herfurtner | Rechtsanwalt | Geschäftsführer | Gesellschafter

Kundenbewertungen & Erfahrungen zu Herfurtner Rechtsanwälte. Mehr Infos anzeigen.

Aktuelle Beiträge aus dem Rechtsgebiet Immobilienrecht