Geschäftsführer einer GmbH

Jede GmbH braucht einen Geschäftsführer, sonst ist sie nicht handlungsfähig. Denn die Geschäftsführung ist der persönliche Vertreter einer Gesellschaft nach außen, der gleichzeitig die Gesellschaft nach innen führt. Als Kapitalgesellschaft und juristische Person ist die GmbH auf einen persönlichen Vertreter zwingend angewiesen.

Mit der Übernahme der Geschäftsführung einer GmbH gehen häufig viele Annehmlichkeiten einher, von höheren Bezügen bis hin zu einer stärkeren Reputation. Und auch die Befugnisse sind umfangreicher.

Jedoch hat man als Geschäftsführer einer GmbH auch mehr Verantwortung als einfache Angestellte, weitreichendere Aufgaben und vor allem mehr Pflichten, die zum Teil gesetzlich geregelt sind. Gleichzeitig verliert man einen Teil der gewohnten Arbeitnehmerrechte.

Was man als Geschäftsführer einer GmbH zu beachten hat, erfahren Sie in diesem Beitrag der Anwaltskanzlei Herfurtner, der die wesentlichen Informationen zu diesem Thema bereithält.

Die Rechtsanwälte unserer Kanzlei sind unter anderem im Gesellschaftsrecht, Genussrecht, vorbörsliche Aktien und im Arbeitsrecht tätig. Möchten Sie sich mit einem Rechtsanwalt unserer Kanzlei zu diesem Thema austauschen? Dann kommen Sie hier zur Kontaktaufnahme.

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschäftsführer einer GmbH – Haftung, Rechte und Pflichten
  2. GmbH Geschäftsführer: Wer ist geeignet?
  3. Wer kann nicht GmbH Geschäftsführer werden?
  4. Wie wird man GmbH Geschäftsführer?
  5. Abberufung des GmbH-Geschäftsführers
  6. Der Geschäftsführervertrag
  7. Wer bestimmt das Geschäftsführergehalt?
  8. Sozialversicherungspflicht des GmbH Geschäftsführers
  9. GmbH ohne Geschäftsführer
  10. Muss der GmbH-Geschäftsführer in Deutschland wohnen?
  11. Nachteile und Risiken als Geschäftsführer einer GmbH
  12. Rechtsanwälte beraten

Geschäftsführer GmbH – Haftung, Rechte und Pflichten

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung hat zwei Organe, die Gesellschafterversammlung und den Geschäftsführer. Mit dem Aufsichtsrat kommt ab einer Mitarbeiterzahl von 500 ein weiteres Organ hinzu. Als GmbH Geschäftsführer unterliegt man verschiedenen Pflichten, hat aber auch gewisse Rechte.

Besonders die Pflichten sollte man kennen, damit es nicht zu Pflichtverletzungen kommt, die mitunter schwerwiegende Konsequenzen haben können. Auch die Haftung ist ein ebenso wichtiges wie sensibles Thema.

Wir wollen nachstehend auf diese drei Themen gesondert eingehen, außerdem steht Ihnen ein Rechtsanwalt unserer Kanzlei bei Fragen gerne zur Verfügung:

Pflichten eines Geschäftsführers

Die Pflichten des GmbH Geschäftsführers ergeben sich aus verschiedenen Umständen, namentlich dem Gesetze, dem Gesellschaftsvertrag und dem Anstellungsvertrag.

Pflicht laut GmbH-Gesetz

  • Einberufung der Gesellschafterversammlung: Immer dann, wenn im Interesse der Gesellschaft eine Einberufung erforderlich scheint.
  • Pflicht zur Erhaltung des Stammkapitals: Zahlungsstopp, wenn hiermit eine Unterdeckung des Gesellschaftskapitals einhergehen würde.
  • Insolvenzantragspflicht: Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens, spätestens drei Wochen nach Überschuldung oder Einritt der Zahlungsunfähigkeit.

Pflicht laut Gesellschaftsvertrag

  • Geschäftsordnung und Informationspflichten: Werden die Informationspflichten vernachlässigt, kann dies Schadensersatzforderungen zur Folge haben.
  • Vertretungsbefugnis: Bei mehreren Geschäftsführern einer GmbH ist zu beachten, ob ein Geschäftsführer eine Alleinvertretungsbefugnis hat oder gegenüber Dritten lediglich gesamtvertretungsberechtigt ist, also alleine keine Geschäfte abschließen darf. Verstößt er hiergegen, können die Gesellschafter ihn bei Schäden in Anspruch nehmen.

Pflicht laut Anstellungsvertrag

  • Wettbewerbsverbot: Oft wird im Anstellungsvertrag ein allgemeines Wettbewerbsverbot vereinbart. Dieses untersagt dem Geschäftsführer, dass er im Wettbewerb gegen die eigene GmbH tätig wird. Zudem kann es ein spezielles Wettbewerbsverbot geben, das Themen wie die Zustimmungspflicht für Nebentätigkeiten oder das Beteiligungsverbot an Unternehmen des Wettbewerbs regelt.
    Außerdem gibt es häufig ein sogenanntes nachvertragliches Wettbewerbsverbot, das verhindern soll, dass ein Geschäftsführer nach seinem Ausscheiden aus der Gesellschaft mit dieser in Konkurrenz tritt. Jedoch darf dieses nachträgliche Wettbewerbsverbot nicht einem Berufsverbot gleichkommen.

Rechte eines Geschäftsführers

Wenn man sich das GmbH-Gesetz anschaut, stellt man fest, dass hier die Pflichten des GmbH-Geschäftsführers hinterlegt sind, nicht aber dessen Rechte. Hierzu gehören beispielsweise die Vergütung oder auch der Urlaubsanspruch. Die Rechte des Geschäftsführers sind im Anstellungsvertrag festgehalten (siehe weiter unten im Text).

Haftung des Geschäftsführers – Sorgfalt des ordentlichen Geschäftsmannes

§ 43 Abs. 1 GmbHG verpflichtet den Geschäftsführer, die Geschäfte der Gesellschaft mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes zu führen. Dabei hat er die Aufgabe, den Gesellschaftszweck nach den Bedürfnissen der Gesellschafter aktiv zu fördern und dabei Schaden von der GmbH abzuwenden.

Kommt der Geschäftsführer seiner Verantwortung nicht nach, ist er gegenüber der Gesellschaft schadenersatzpflichtig. Die weit verbreitete Annahme, dass ein Geschäftsführer nicht persönlich haftet und nur ein geringes Risiko trage, ist daher falsch.

Voraussetzungen für ein Verschulden sind eine Pflichtverletzung, ein Schaden (wenn das Gesellschaftsvermögen beeinträchtigt wird) und ein etwaiges Mitverschulden des Geschäftsführers, der seine Schuldlosigkeit zu beweisen hat.

Die Verantwortlichkeiten des Geschäftsführers, die zu Haftungsrisiken führen, unterteilt man in drei Kategorien: Pflichten in der Phase der Gründung, Haftungsrisiken während des Betriebs der GmbH und Haftungsrisiken in der Krise.

Über die Haftung gegenüber dem Unternehmen für Pflichtverletzungen im Innenverhältnis hinaus kann die Geschäftsführung auch für Schäden gegenüber Dritten im Außenverhältnis haftbar gemacht werden.

Wann haftet der GmbH-Geschäftsführer mit seinem Privatvermögen?

Als Geschäftsführer einer GmbH haftet man persönlich für die ordnungsgemäße Erfüllung seiner Aufgaben mit seinem Privatvermögen. Um eine persönliche Haftung für Schäden zu vermeiden, muss man unter anderem seine Aufgaben mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns erfüllen (§ 43 GmbHG).

Wer kann GmbH Geschäftsführer werden?

Für das Amt des Geschäftsführers einer Kapitalgesellschaft kommt nur eine natürliche Person mit uneingeschränkter Geschäftsfähigkeit infrage. Eine juristische Person kann nicht Geschäftsführer sein. Sowohl Gesellschafter als auch andere natürliche Personen können das Amt des GmbH Geschäftsführers ausüben.

Für ausländische Staatsbürger gilt: Bestellt man Nicht-EU-Bürger zur Geschäftsführung in Deutschland, unterliegen sie ausländerrechtlichen Bestimmungen. Ein GmbH Geschäftsführer muss in der Regel keine formale Qualifikation besitzen. Ausnahmen gibt es für Handlungen, die der Erteilung einer Erlaubnis oder Genehmigung bedürfen.

Ist die Erteilung einer Erlaubnis an den Nachweis bestimmter Fähigkeiten oder technischer Kenntnisse geknüpft, muss der GmbH Geschäftsführer diese Anforderungen erfüllen, es sei denn, das betreffende Gewerbe erlaubt die Delegation von Erfahrung und technischen Kenntnissen an einen leitenden Mitarbeiter.

Dieser muss regelmäßig weisungsbefugt sein und die Befugnis und Verantwortung haben, die Aufsicht zu führen. Erfüllt ein angestellter Geschäftsführer eines Handwerksunternehmens die handwerksrechtlichen Voraussetzungen, kann das Unternehmen beispielsweise Dienstleistungen erbringen, die der Handwerksrolle unterliegen.

Wer kann nicht GmbH Geschäftsführer werden?

Unter bestimmten Umständen ist es nicht möglich, jemanden zum Geschäftsführer zu bestellen. Dies ist der Fall, wenn jemandem aufgrund eines gerichtlichen Urteils oder einer vollstreckbaren Entscheidung einer Verwaltungsbehörde untersagt ist, einen Beruf oder ein Gewerbe auszuüben, sofern der Unternehmensgegenstand ganz oder teilweise mit dem Gegenstand des Verbots übereinstimmt (§ 6 Abs. 2 GmbhG).

Ein weiteres Ausschlusskriterium sind Verurteilungen wegen vorsätzlich begangener Straftaten wie zum Beispiel Insolvenzverschleppung, Insolvenzstraftaten gemäß StGB oder falsche Angaben nach GmbH- oder Aktiengesetz.

Mit Ausnahme der Zeit, in der der Straftäter von den Behörden in einer Einrichtung untergebracht war, gilt dieser Ausschluss von der Erlaubnis zur Tätigkeit als Geschäftsführer mit einer Dauer von fünf Jahren nach Beendigung der Strafe.

Wie wird man GmbH Geschäftsführer?

Im GmbH-Gesetz ist festgelegt, dass der Geschäftsführer einer GmbH von der Gesellschafterversammlung bestellt wird (§ 46 Nr. 5 GmbHG). Für die Bestellung des Geschäftsführers wird ein Beschluss der Gesellschafterversammlung benötigt.

Damit die Bestellung wirksam wird, muss sich die betreffende Person mit ihrer Bestellung einverstanden erklären. Zudem ist die Bestellung des Geschäftsführers gemäß § 10 GmbHG im Handelsregister einzutragen. Allerdings wird die Bestellung auch ohne Eintrag bereits rechtlich wirksam.

Nach der Bestellung des Geschäftsführers der GmbH vertritt dieser die Gesellschaft sowohl gerichtlich als auch außergerichtlich. Zwar lässt sich die Vertretungsbefugnis des Geschäftsführers nicht einschränken, jedoch ist dieser an die Weisungen der Gesellschafter gebunden.

Wie viele Geschäftsführer einer GmbH kann es geben?

Nach § 6 Abs. 1 GmbHG kann eine GmbH einen oder mehrere Geschäftsführer haben. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so sind sie, soweit der Gesellschaftsvertrag nichts anderes bestimmt, nur gemeinschaftlich vertretungsberechtigt (§ 35 Abs. 2 S. 1 GmbHG).

In einigen GmbHs sind ein oder mehrere Gesellschafter gleichzeitig Geschäftsführer (sogenannte Gesellschafter-Geschäftsführer oder geschäftsführende Gesellschafter). In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle hat eine GmbH jedoch angestellte Geschäftsführer (sogenannte Fremdgeschäftsführer), die nicht am Kapital beteiligt sind (z. B. wenn große Konzerne Tochter-GmbHs unterhalten).

GmbH Geschäftsführer nach Privatinsolvenz

Trotz eines Insolvenzverfahrens ist es möglich, weiterhin in der Geschäftsführung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu arbeiten. Denn zur teilweisen Befriedigung der Gläubigerinnen und Gläubiger muss man entsprechende Einkünfte erzielen.

Wer jedoch mit einem Gewerbeverbot belegt wurde oder einschlägige Vorstrafen hat, kann gemäß § 6 GmbHG von der Tätigkeit als Geschäftsführer ausgeschlossen werden. Im Gesetz (§ 6 Abs. 2 GmbHG) sind die einschlägigen Straftaten aufgeführt, die jemanden von der Tätigkeit als Geschäftsführer ausschließen.

Schwieriger verhält es sich, wenn man zusätzlich zur Geschäftsführung auch Gesellschafter werden möchte, weil der Insolvenzverwalter Zugriff auf dieses Vermögen hat. Dies sollte man im Vorfeld mit dem Insolvenzverwalter besprechen. In der Wohlverhaltensphase stellt sich diese Frage nicht mehr.

Abberufung des GmbH-Geschäftsführers

Sobald ein Geschäftsführer von den Gesellschaftern der Gesellschafterversammlung abberufen wurde, endet die Organstellung als Gesellschaftsorgan der GmbH. Gleichzeitig entfallen die satzungsmäßigen und gesetzlichen Befugnisse.

Ordentliche und außerordentliche Abberufung

Eine Abberufung durch Gesellschafterversammlung kann ordentlich und außerordentlich aus wichtigem Grund erfolgen. Wichtige Gründe liegen beispielsweise vor, wenn der Geschäftsführer grob seine Pflichten verletzt hat oder nicht dazu fähig ist, die Geschäfte der Gesellschaft ordnungsgemäß zu führen.

Die Abberufung setzt einen ordnungsgemäßen Beschluss der Gesellschafterversammlung voraus und ist im Handelsregister einzutragen. Außerdem muss die Gesellschafterversammlung eine Kündigung des Geschäftsführervertrags beschließen, wobei die Kündigung entweder fristgerecht oder in Einzelfällen auch fristlos erfolgen kann.

Kündigung vonseiten des Geschäftsführers

Darüber hinaus kann der Geschäftsführer auch von sich aus gegenüber der Gesellschaft sein Amt niederlegen und eine Kündigung aussprechen. Dazu benötigt er keine wichtigen Gründe.

Auch den Zeitpunkt der Kündigung kann er frei wählen, jedoch ist hierbei darauf zu achten, dass der Gesellschaft durch seine Kündigung kein Schaden entsteht. Denn in diesem Fall kann er von den Gesellschaftern unter Umständen haftbar gemacht werden.

Der Geschäftsführervertrag

In den meisten Fällen handelt es sich bei dem Anstellungsvertrag des GmbH-Geschäftsführers nicht um einen Arbeitsvertrag, sondern um einen Dienstvertrag, der den Bedingungen des BGB unterliegt. Das Arbeitsrecht findet daher nur in begrenzten Fällen Anwendung.

Der Geschäftsführervertrag, auch Geschäftsführeranstellungsvertrag genannt, ist eine wichtige Ergänzung zur Bestellung zum Geschäftsführer einer GmbH. Das GmbHG regelt bereits Teile der Rechte und Pflichten des Geschäftsführers, nicht aber sein Gehalt oder andere damit verbundene Fragen. Diese sind daher gesondert in einem Vertrag zu regeln, etwa in einem Geschäftsführervertrag oder einem Geschäftsführeranstellungsvertrag.

Eine Organstellung ist kein Arbeitsverhältnis

Die Geschäftsführung wird in der Regel von der Gesellschafterversammlung oder durch den Gesellschaftsvertrag bestellt und leitet das Unternehmen. Diese sogenannte Organstellung lässt sich nach dem Bundesgerichtshof (BGH) nicht mit einem Arbeitsverhältnis vereinbaren, was bedeutet, dass ein Geschäftsführer laut BGH kein Arbeitnehmer sein kann.

Anerkennung als Arbeitnehmer

Bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen erkennt das Bundesarbeitsgericht den GmbH-Geschäftsführer jedoch als Arbeitnehmer an.

Ein Rechtsanwalt kann bei der Errichtung eines Geschäftsführervertrags assistieren und dabei die Interessen von allen beteiligten Vertragspartnern berücksichtigen. Die Kanzlei Herfurtner ist unter anderem im Gesellschaftsrecht und im Arbeitsrecht tätig und unterstützt Sie gerne mit umfangreichen Informationen.

Wer bestimmt das Geschäftsführergehalt?

Die Vergütung von Geschäftsführern einer GmbH wird von der Gesellschafterversammlung festgelegt. Der Geschäftsführer kann sein Gehalt auch selbst bestimmen, wenn er der einzige Gesellschafter ist. Die sogenannte Gesamtausstattung des Gehalts setzt sich aus verschiedenen Vergütungsbestandteilen zusammen, die man im Vertrag festhält:

  • Grundgehalt als monatliches Festgehalt
  • Weihnachts- und Urlaubsgeld
  • Firmen-Pkw
  • Pensionszusagen und andere Versorgungsleistungen
  • Boni/Gratifikationen
  • alles andere an Sachleistungen wie Rabatte, Ausrichtung von Privatfeiern auf Firmenkosten, Anmietung von Wohnungen etc.

Welche Vergütung für einen Geschäftsführer angemessen ist, führt regelmäßig zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Steuerbehörden und Unternehmen.

Das Finanzamt setzt drei Kriterien an, um zu ermitteln, ob das Gehalt des GmbH-Geschäftsführers angemessen ist: den internen und den externen Fremdvergleich sowie den Halbteilungsgrundsatz.

Letzterer besagt im Prinzip, dass nach Abzug aller Geschäftsführervergütungen ein Jahresüberschuss in der Gesellschaft zu verbleiben hat, der mindestens der Gesamtvergütung aller Geschäftsführer entspricht.

Geschäftsführer einer GmbH ohne Gehalt

In manchen Fällen stellt sich die Frage, ob man als Geschäftsführer einer GmbH auch ohne ein Gehalt arbeiten kann. Dies trifft oft dann zu, wenn die Gesellschaft nur einen Gesellschafter hat und dieser gleichzeitig deren Geschäftsführung darstellt, zum Beispiel bei einer Ein-Personen-GmbH. Denn gerade frisch nach dem Gründen der Gesellschaft will man die Ausgaben der Gesellschaft unter Umständen so weit wie möglich reduzieren.

Im Prinzip haben die Anteilseigner der GmbH über die Gesellschafterversammlung die vollständige Kontrolle über die Vergütung von Gesellschafter-Geschäftsführern. Entsprechend kann die Tätigkeit des Gesellschafter-Geschäftsführers für die Gesellschaft entgeltlich oder unentgeltlich ausgeübt werden.

Ist die Tätigkeit des Geschäftsführers unentgeltlich, muss die Gesellschaft jedoch mit steuerlichen Konsequenzen rechnen, wenn es zu einer verdeckten Gewinnausschüttung kommt.

Arbeitnehmer oder nicht?

Ein Gesellschafter-Geschäftsführer ist grundsätzlich kein Arbeitnehmer, zumindest dann nicht, wenn er eine wesentliche Beteiligung an der GmbH besitzt. Außerdem muss er in seiner Entscheidungsfreiheit nicht eingeschränkt sein und ohne festen Zeitplan arbeiten.

Er muss alleine zeichnungsberechtigt und in seinem Einflussbereich unbeschränkt, d. h. nicht weisungsgebunden sein. Zwischen der Gesellschaft und dem Gesellschafter-Geschäftsführer besteht dann kein Arbeits-, sondern ein Dienstverhältnis.

Für die Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses ist die Vergütungsvereinbarung von entscheidender Bedeutung, insbesondere aus steuerrechtlicher Sicht. Fehlt eine vertragliche Vergütungsregelung, gilt es als stillschweigend anerkannt, wenn die Leistung nach den Umständen nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.

Die Höhe der Vergütung kann frei vereinbart werden, der Leistungsaustausch muss aber fremdüblich vergleichbar sein. Die Vergütung kann im ersten Jahr gesenkt und anschließend auf der Grundlage vorher festgelegter Parameter erhöht werden. Richtet sich die Vergütung ausschließlich nach der Leistung, stuft das Finanzamt sie als verdeckte Gewinnausschüttung ein.

Sozialversicherungspflicht des GmbH Geschäftsführers

Ob der Geschäftsführer einer GmbH sozialversicherungspflichtig ist oder nicht, hängt im Wesentlichen von seiner Entscheidungsmacht ab. Hierbei gilt, dass keine Sozialversicherungspflicht vorliegt, wenn der Geschäftsführer

  • zu mindestens 50 % an der Gesellschaft beteiligt ist oder
  • er einen Beschluss verhindern kann, weil er eine Sperrminorität hat.

In diesen Fällen handelt es sich nicht um ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis und ergo entfällt die Pflicht zur Sozialversicherung.

Andere Anzeichen für eine sozialversicherungsfreie Tätigkeit

Darüber hinaus gibt es weitere Fälle, in denen es sich um eine sozialversicherungsfreie Tätigkeit des Geschäftsführers handeln könnte. Zum Beispiel bei Familien-GmbHs oder bei der Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH.

Weitere Indizien können das Fehlen einer Weisungsgebundenheit oder ein mit der Geschäftsführertätigkeit verbundenes, erhebliches Unternehmerrisiko sein. Besonders aus finanziellen Gründen spielt die Sozialversicherungspflicht bzw. deren Entfall eine wichtige Rolle für eine GmbH.

Denn ist der GmbH Geschäftsführer sozialversicherungspflichtig, so muss die Gesellschaft zum einen die Sozialversicherungsbeträge vom Gehalt einbehalten und eventuell zusätzlich den Arbeitgeberanteil leisten.

Ist die Sachlage nicht eindeutig oder bei Unsicherheit kann man einen Rechtsanwalt hinzuziehen, der zum Thema Sozialversicherung berät und zum konkreten Fall eine Einschätzung abgibt.

GmbH Geschäftsführer Krankenversicherung

Viele GmbH-Geschäftsführer überschreiten aufgrund ihrer Vergütung die Jahresarbeitsentgeltgrenze und sind damit von der Versicherungspflicht befreit. Eine Befreiung ist jedoch auch unabhängig von der Höhe der Vergütung möglich, da die Versicherungsgrenze, also das Mindestjahresarbeitsentgelt, das zu einer freien Wahl der Krankenversicherung (privat oder gesetzlich) berechtigt, nur für Arbeitnehmer gilt.

Entsprechend gilt: Ist man nicht als Arbeitnehmer einzustufen, hat man die freie Wahl, in welcher Form man sich krankenversichern lassen möchte.

GmbH ohne Geschäftsführer

Eine GmbH kann grundsätzlich nicht ohne Geschäftsführung existieren, da sie keine natürliche Person ist. Ohne Geschäftsführung ist eine GmbH entsprechend handlungsunfähig. Doch was passiert, wenn der Geschäftsführer einer GmbH ausfällt, zum Beispiel aus Krankheitsgründen?

Besteht die Geschäftsführung aus mehr als einer Person, ist die andere Person bzw. Personen prinzipiell dazu in der Lage, die Geschäfte der Gesellschaft weiter zu führen. Allerdings wird es problematisch, wenn vereinbart wurde, dass die Geschäftsführung nur gemeinsam handeln oder entscheiden kann.

Fällt ein Geschäftsführer über einen absehbaren Zeitraum aus, muss für diesen Zeitraum ermittelt werden, ob die Gesellschaft auch ohne ihn auskommen kann.

Es dürfen also keine Termine oder Handlungen anstehen, für die der Geschäftsführer der GmbH unabdingbar ist. Hierzu gehören beispielsweise Gerichtstermine oder fällige Unterschriften für Steuerklärungen, Kreditanträge und Ähnliches.

Bei einem längeren Ausfall besteht akuter Handlungsbedarf für die Gesellschaft. So kann zunächst eine Notgeschäftsführung beim zuständigen Amtsgericht beantragt werden.

Überdies können Aufgaben bei einer mehrköpfigen Geschäftsführung von anderen Geschäftsführern der GmbH übernommen werden. Zudem kann die Gesellschaft durch Prokuristen des Unternehmens vertreten werden, wobei unter Umständen die Bestimmung durch Eintrag ins Handelsregister aufgehoben werden muss, dass nur mit der Geschäftsführung zusammen entschieden werden darf.

Muss der GmbH-Geschäftsführer in Deutschland wohnen?

Für deutsche GmbHs gilt: Mitglieder der Geschäftsführung einer GmbH müssen ihren Wohnsitz nicht in Deutschland haben. Auch ein Aufenthaltsrecht in Deutschland ist nicht erforderlich, um als Geschäftsführer bestellt zu werden.

Jedoch muss der Geschäftsführer die Anmeldung der Gesellschaft zur Eintragung ins Handelsregister in öffentlich beglaubigter Form persönlich unterzeichnen. Wird die Führung der Geschäfte überwiegend von Deutschland aus betrieben, ist besonders auf eventuell vorhandene Aufenthaltsgenehmigungen zu achten.

Das GmbH-Gesetz kennt weder für die Staatsangehörigkeit noch für den Wohnsitz eines Geschäftsführers Regelungen. Ebenso ist der Geschäftsführer frei in der Wahl seines gewöhnlichen Aufenthaltsortes. Auch das Beherrschen der deutschen Sprache als Voraussetzung gibt es im GmbH-Gesetz nicht.

Nachteile und Risiken als Geschäftsführer einer GmbH

Die Nachteile für Geschäftsführer einer GmbH beziehen sich im Wesentlichen auf den Verlust des alten Arbeitsverhältnisses und des Kündigungsschutzes sowie auf das Risiko von Rechtsstreitigkeiten, die schnell ins Geld gehen können.

Denn alle bisherigen Arbeitsverhältnisse zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer enden sofort, wenn der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer einen neuen, dokumentierten Geschäftsführervertrag abschließen.

Nur wenn es im Geschäftsführervertrag fixiert ist oder beim mündlich abgeschlossen Vertrag berücksichtigt wird, ist eine Rückkehr in das alte Arbeitsverhältnis nach Beendigung der Geschäftsführertätigkeit möglich. Zudem gilt: Auch wenn man vor seiner Tätigkeit in der Geschäftsführung der GmbH Angestellter des Unternehmens war, genießt man keinen Schutz vor Abberufung.

Daher ist eine Kündigung ohne Grund möglich, es muss einzig die vereinbarte Kündigungsfrist eingehalten werden. Eine ordentliche Kündigung ist nur dann zulässig, wenn der Arbeitsvertrag befristet ist und dies vertraglich vereinbart wurde. Ansonsten kann der Vertrag nur dann außerordentlich vorzeitig gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.

Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes

Die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes kann dagegen laut Rechtsprechung vertraglich beschlossen werden. Der Bundesgerichtshof erklärte dies in einem Urteil vom 10. Mai 2010 (2 ZR 70/09) für zulässig.

Überdies hat ein Geschäftsführer ein unverhältnismäßig größeres Kostenrisiko als ein Arbeitnehmer, wenn er gekündigt wird und den Rechtsweg beschreiten will. Denn das Handeln eines Geschäftsführers ist häufig nicht durch eine allgemeine Rechtsschutzversicherung gedeckt und eine spezielle Rechtsschutzversicherung ist teuer.

Finanzielle Belastung

Und weil Geschäftsführer verpflichtet sind, vor dem Amtsgericht zu klagen, müssen sie sich durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen. Dabei haben sie einen Gerichtskostenvorschuss zu zahlen, der mehrere tausend Euro betragen kann, damit das Gericht ihre Klage überhaupt behandelt.

Außerdem ist im Falle einer Niederlage nicht nur der eigene Rechtsanwalt zu vergüten, sondern auch der gegnerische Anwalt. Bei einer durchschnittlichen Geschäftsführervergütung steigt das Kostenrisiko in der ersten Instanz schnell auf 30.000 Euro an.

Hinzu kommt, dass Rechtsstreitigkeiten vor den Zivilgerichten mitunter deutlich länger dauern als vergleichbare Fälle vor den Arbeitsgerichten.

Rechtsanwälte beraten

Unsere Rechtsanwälte stehen Unternehmen in Fragen des Gesellschaftsrechts zur Verfügung. So assistieren wir etwa bei der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen des Unternehmens gegen die Geschäftsführung, beim Anstellungsvertrag oder bei der Abwehr von Haftungsansprüchen.

Zudem informieren wir unsere Mandanten regelmäßig über die aktuelle Rechtsprechung. Für einen unverbindlichen Informations-Austausch können Sie sich an einen unserer Rechtsanwälte wenden und hier Kontakt mit unserer Kanzlei aufnehmen.

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Markus Moser
Rechtsanwalt / Senior Associate

Erfahrungen & Bewertungen zu Herfurtner Rechtsanwälte