Green City AG – Insolvenzantrag. Am 24.1.2022 hat die Green City AG einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München gestellt. Ausschlaggebende Gründe hierfür sind sowohl eine drohende Überschuldung als auch Zahlungsunfähigkeit. Zudem gab das Unternehmen bekannt, dass Gespräche mit Investoren nicht abgeschlossen werden konnten, um die Krise zu überwinden.

Im folgenden Beitrag erfahren Sie, was Anleger nun zu erwarten haben und wie es zur Insolvenzbeantragung kam.

Inhaltsverzeichnis

  1. Sind Kapitalanlagen gefährdet?
  2. Green City AG Insolvenz: Wie kam es dazu?
  3. Weitere Insolvenzen sind nicht ausgeschlossen
  4. Operatives Geschäft ist nicht gefährdet
  5. Wer ist die Green City AG

Green City AG – sind Kapitalanlagen gefährdet?

Insgesamt hat die Green City AG 250 Millionen Euro von Geldanlegern eingenommen. Das gesamte Kapital hat das Unternehmern in erneuerbare Energien investiert. Ob und in welchem Maße die Anleihen, Aktien und Genussrechte gefährdet sind, lässt sich aktuell noch nicht feststellen. Der Insolvenzantrag wurde jedenfalls bereits angenommen.

Zudem hat das Amtsgericht München die Insolvenzverwaltung der Green City AG in die Wege geleitet. Für die Insolvenzverwaltung ist aktuell Rechtsanwalt Axel Bierbach verantwortlich. Dieser ist gewillt, eine gemeinsame zufriedenstellende Lösung mit Geldanlegern, Investoren aber auch Lieferanten zu finden.

Die Green City AG hat Anleihen für folgende Tochtergesellschaften emittiert:

  • Green City Solarimpuls I GmbH & Co. KG
  • Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG
  • Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG

Darüber hinaus hat sie die Green City Jubiläumsanleihe / Tranche B, die Green City Anleihe II sowie die Green City Anleihe 2022 herausgegeben.

Sie haben Kapital in die Green City AG investiert und sorgen sich nun um Ihre Anlagen? Oder Sie planen eine kollektive Interessensgemeinschaft betroffener Anleger zu gründen? Dann wenden Sie sich an die Anwälte der Kanzlei Herfurtner. Diese beraten Sie umfassend und vertreten Sie, falls Sie Insolvenzansprüche geltend machen möchten.

Green City AG Insolvenzantrag: Wie kam es dazu?

Im letzten Jahr gab es Komplikationen und zeitliche Verzögerungen bei der Umsetzung von Windkraft- und Solarprojekten. Dies ist ein entscheidender Grund dafür gewesen, dass 2021 mehr als die Hälfte des Grundkapitals verloren ging. Darüber hinaus kam es zu starken Umsatz- und Ertragseinbußen aufgrund Wertberichtigungen von finanziellen Forderungen sowie der Beteiligung an Tochtergesellschaften.

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist, dass folgende Konzerngesellschaften finanzielle Schwierigkeiten hatten und dies dem Kapitalmarkt mitteilten.

  • Green City Solarimpuls I GmbH & Co. KG
  • Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG
  • Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG

Weitere Insolvenzen sind nicht ausgeschlossen

Finanzexperten befürchten , dass ein Domino-Effekt einsetzt und Tochtergesellschaften der Green City AG auch Insolvenz beantragen könnten. Für diese Prognose spricht die Tatsache, dass die GCE Kraftwerkspark I GmbH – eine Projektgesellschaft der Green City AG – bereits jetzt schon einen Antrag auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat. Zuvor waren sowohl zeitliche Verzögerungen bei Kreditrückführungen als auch beim Verkauf von Assets aufgetreten.

Operatives Geschäft ist nicht gefährdet

Ob Windkraft-, Wasserkraft-  oder Photovoltaikprojekte: Aktuell ist davon auszugehen, dass alle bereits begonnenen Projekte zu Ende geführt werden. Allein in Deutschland setzt die Green City AG vier Projekte um. Bis März 2022 sollen noch vier weitere Bauprojekte hinzukommen. Laut einer Pressemitteilung seien die Löhne der beschäftigten Mitarbeiter bis einschließlich März durch die Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Dies sei insbesondere aufgrund der Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes möglich.

Wer ist die Green City AG?

Die Green City AG mit Sitz in München finanziert, baut, entwickelt und betreibt Erneuerbare-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) europaweit. Hauptanteilseigner ist der Verein Green City, der in den Aufsichtsrat zwei Mitglieder entsendet. Im Gegensatz zur Green City AG legt der Green City e.V. sein Hauptaugenmerk auf den Münchner Großraum. Aktuell beschäftigt die Green City AG europaweit ca. 150 Mitarbeiter.

Die Green City AG sieht sich auf ihrer Website selbst als ein Energiewende-Unternehmen. Grundsätzlich zielt sie darauf ab:

  • Die Produktion von Ökostrom voranzutreiben,
  • Ökostrom-Kraftwerke verstärkt auszubauen
  • und die Finanzierung von Solar- sowie Windkraftwerken zu verbessern.

Da sich die Green City AG leidenschaftlich für die Verkehrs- und Energiewende einsetzt, hat sie bereits zahlreiche Auszeichnungen, wie etwa den Corporate Design Preis, erhalten.