Internetbetrug ist kein Einzelphänomen. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2019 an die 300.000 Fälle von Straftaten erfasst, bei denen das „Tatmittel“ das Internet war. Dass Internetkriminalität und Internetbetrug in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben, liegt an vielen Faktoren.

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran und verändert das Leben sowohl im beruflichen als auch im privaten Alltag. Nutzten viele Menschen das Internet in seinen Anfängen vorwiegend für Informationszwecke, ist es heutzutage gang und gäbe, online einzukaufen oder auch Verträge über Finanzdienstleistungen im Internet abzuschließen.

Doch was auf der einen Seite bequem und transparent ist, birgt auf der anderen Seite ein sehr großes Betrugspotenzial. Denn im Schutze der Anonymität gibt es einen fruchtbaren Boden für illegale Machenschaften.

Knapp drei Viertel aller Delikte mit dem „Tatmittel Internet“ entfielen 2019 auf Vermögens- und Fälschungsdelikte. Und beim weitaus größten Teil davon ging es um Betrug.

Verbraucher sollten sich schon aus Eigenschutz zum Thema Internetbetrug informieren. Welche Arten von Internetbetrug gibt es? Wie kann man Versuche von Internetkriminalität schon im Vorfeld erkennen und rechtzeitig vorbeugen? Und welche Maßnahmen lassen sich ergreifen, wenn man ein Opfer von Internetbetrug geworden ist?

Antworten liefert dieser Ratgeber zum Thema Internetbetrug. Die Rechtsanwälte der Herfurtner Rechtsanwälte betreten dieses Themenfeld im Arbeitsalltag sehr häufig und unterstützen Betroffene sowohl in gerichtlichen wie auch in außergerichtlichen Auseinandersetzungen.

Sind Sie einem Internetbetrug zum Opfer gefallen oder haben Sie den Verdacht, dass Sie möglicherweise mit einem Betrug konfrontiert wurden? Dann können Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden und sich beraten lassen. An Standorten in Hamburg, Frankfurt am Main, München und Grünwald beraten wir Mandanten aus ganz Europa.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist Internetbetrug?

Verschaffen sich Kriminelle einen rechtswidrigen Vermögensvorteil, indem sie Personen täuschen und sie dazu bringen, Geld ohne adäquate Gegenleistung zu bezahlen, so spricht der Jurist von Betrug. Und findet eine solche Täuschung im Internet statt, so ist schnell die Rede vom Internetbetrug. Ein eigenes Rechtsgebiet (Internetrecht oder Onlinerecht) gibt es jedoch nicht.

Häufig stößt man in Fällen von Internetbetrug auf gut organisierte Banden, die ein globales Netzwerk geknüpft haben und im wahrsten Sinne des Wortes keine Grenzen kennen. Denn online tritt man innerhalb von Sekunden mit Verbrauchern auf der ganzen Welt in Verbindung und kann ihnen diverse Dienstleistungen oder Produkte andienen.

Vor allem vergleichsweise reiche Länder wie Deutschland, Österreich und die Schweiz stehen dabei im Fokus vieler Betrüger. Denn abseits des relativen Wohlstands sind auch die häufig guten Sprachkenntnisse, vor allem in Englisch, für Betrüger interessant.

Besonders im Segment der Finanzdienstleistungen oder Finanzprodukte machen sich viele Anbieter gar nicht erst die Mühe, ihre Online-Angebote auf Deutsch zu präsentieren. Als Verbraucher oder Anleger sollte man auf der Hut sein und mindestens prüfen, ob es plausible Impressumsangaben, Kundenbewertungen oder sogar Lizenzen von Aufsichtsbehörden gibt.

Welche Arten von Internetbetrug gibt es?

Betrugsfälle treten in vielen Facetten auf. Zudem herrscht bei Betrügern ein hoher Grad an Dynamik, sodass immer wieder neue Methoden auftauchen, erfolgreiche verfeinert und erfolglose verworfen werden. Die Motive eines Betrugs können durchaus unterschiedlich sein. Manchen geht es zunächst darum, an sensible persönliche Daten zu gelangen, andere zielen direkt auf die Finanzen ab.

Nicht immer ist ein Internetbetrug auf den ersten Blick offensichtlich. Bei einer ausbleibenden Lieferung aus einem Online-Shop würde man recht schnell bemerken, dass man einem Betrug aufgesessen ist. Anders sieht beispielsweise bei Identitätsdiebstahl aus, wenn Daten vom Personalausweis „gekapert“ werden. Hier tritt der Schaden häufig mit einer gewissen Zeitverzögerung ein.

Viele Betrüger zielen auch darauf ab, Schadsoftware auf dem Computer von Geschädigten zu installieren (sogenannte „Malware“). Diese Schadsoftware dient dazu, die persönlichen Daten des Computernutzers oder -besitzers auszuspionieren und diese für Betrugszwecke zu verwenden.

Die folgenden Internetbetrug Beispiele gehören zu den gängigsten. Wer sich mit ihnen beschäftigt, wird verinnerlichen, wie man Internetbetrug vermeiden kann.

Unseriöse Finanzdienstleister (Anlagebetrug)

Wer sich damit beschäftigt, sein Kapital gewinnbringend anzulegen, stellt schnell fest, dass die „guten Zeiten“ längst passé sind. Wo man vor Jahren mit klassischen Sparprodukten wie Tagesgeld oder Festgeld noch vernünftige Renditen erzielen konnte, sind die Erträge derzeit vielerorts kaum noch nennenswert.

Das veranlasst Anleger, nach Alternativen zu suchen, nicht selten im Internet. Dort geben sich Betrüger oft als angebliche Finanzberater oder Online-Broker aus. Die späteren Opfer der Betrugsfälle werden zunächst durch vielversprechende Werbeanzeigen oder durch unaufgeforderte Werbeanrufe auf die vermeintlichen Dienstleistungen aufmerksam gemacht.

Mit Finanzprodukten wie Kryptowährungen, Devisen (Forex Trading) oder auch Differenzkontrakten (CFD Trading), seien enorme Renditen möglich. Doch in unserer täglichen Praxis im Bereich Anlegerschutze stellen wir vermehrt fest, dass die Investoren vielfach Opfer von Anlagebetrug werden.

Worauf Anleger achten sollten

Renditen im niedrigen zweistelligen Bereich hören sich vordergründig nicht ausgeschlossen an. Dennoch befinden sie sich weit über dem Durchschnitt, den vertrauenswürdige, konservative Anlagen derzeit erzielen. Bei solchen Zahlen sollten Investoren also hellhörig werden.

Auch das Vorliegen der nachfolgenden Indizien kann für Sie ein Anzeichen sein, dass es sich bei Ihrem Finanzdienstleister um einen unseriösen Anbieter handelt:

  • Die Firma sitzt im Ausland und besitzt keine Zulassung.
  • Es gibt keine Geschäftsstelle in Deutschland oder in der Europäischen Union.
  • Es wird keine persönliche Besprechung vor Ort angeboten.
  • Risiken werden nicht vollumfänglich adressiert.

Was ist zu tun, wenn Sie bereits investiert haben?

Wenn Sie befürchten, bereits bei einem unseriösen Finanzdienstleister investiert zu haben, kann ein Blick auf die Warnliste der Herfurtner Rechtsanwälte zu weiterer Klarheit verhelfen.

Haben Sie bereits Verluste erlitten? Gibt es Schwierigkeiten bei der Auszahlung Ihres Guthabens? Dann sollten Sie zunächst davon absehen, weitere Beträge einzuzahlen. Vorzugswürdig ist es, zunächst das Gespräch mit dem Vertragspartner zu suchen und eine gemeinschaftliche Lösung anzustreben.

Kommen Sie bei der direkten Ansprache Ihres Vertragspartners nicht zu einer konstruktiven Lösung, können Sie Rechtsbeistand suchen und sich an einen Rechtsanwalt wenden.

Die Anwaltskanzlei Herfurtner Rechtsanwaltsgesellschaft mbH wird in Fällen von Anlagebetrug konsultiert und vertritt Investoren unter anderem in rechtlichen Fachgebieten wie Bank– und Kapitalmarktrecht sowie Aktienrecht.

Phishing

Eine der ältesten und bekanntesten Betrugsmaschen ist das sogenannte „Phishing“. Das spätere Opfer erhält zunächst eine E-Mail, die entweder von einer ihm bekannten Person oder einem Unternehmen zu kommen scheint. Die E-Mail enthält einen oder mehrere Links, welche direkt zu den Seiten der Betrüger führen.

Diese Seiten sehen, ebenso wie die vorausgegangene E-Mail, einem seriösen Absender zum Verwechseln ähnelt. Folglich passiert es nicht selten, dass die Angeschriebenen bereitwillig persönliche Daten hinterlassen, welche somit direkt in die Hände der Betrüger gelangen.

Hierbei kann es sich um Kreditkartendaten oder Passwörter handeln, im Rahmen von Identitätsdiebstahl aber auch um Geburtsdatenangaben. Besonders häufig geben sich die Absender als Bank, Stromanbieter, Internet-Provider oder Behörde aus.

Sind die Daten hinterlegt, haben die Betrüger vollen Zugriff auf Accounts oder Bankkonten, zu denen sie sich die Zugangsdaten „geangelt“ haben. (Daher stammt die Bezeichnung „Phishing“.)

Was kann ich gegen Phishing-Mails tun?

Ein entscheidender Punkt im Schutz gegen Betrugsfälle dieser Art ist es, eine betrügerische E-Mail zu erkennen. Betrüger versenden in der Regel eine Vielzahl dieser Mails gleichzeitig. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Anrede. Denn nicht selten werden die „Phishing-Mails“ ohne persönlichen Adressatenbezug verschickt.

Wird man nicht persönlich angesprochen, sondern etwa mit „Sehr geehrter Kunde“, gilt es besonders aufmerksam zu werden. Entsprechend sollte der Inhalt des Schreibens kritisch hinterfragt werden.

Passt dieser optisch oder inhaltlich nicht zu der bisherigen Kommunikation mit dem Unternehmen, sollte man den Erhalt der E-Mail am besten mit dem vermeintlichen Versender persönlich besprechen.

Das Gespräch mit einem persönlichen Kundenberater hilft im Zweifel bei der Vorbeuge und dabei, einen persönlichen Schaden durch Computerbetrug rechtzeitig abzuwenden.

Gefälschte Onlineshops

Die 100 umsatzstärksten Onlineshops setzen allein in Deutschland Jahr für Jahr um die 40 Milliarden Euro um. Im Internet einzukaufen ist beliebt und etabliert – und ruft genau deshalb auch viele Betrüger auf den Plan. Einen Onlineshop einzurichten, bedeutet heutzutage keinen großen Aufwand mehr. Die Hürde, einen „Fake Onlineshop“ zu betreiben, ist entsprechend niedrig.

Bei einem gefälschten Onlineshop zielen Betrüger darauf ab, dass Kunden Waren auf einer Internetseite bestellen und mit einer Zahlungsart ihrer Wahl bezahlen. Der tatsächliche Versand der Ware ist in diesen Fällen von Anfang an nicht geplant. Während man bei manchen Shops aufgrund des Erscheinungsbild skeptisch werden kann, sehen andere täuschend echt aus.

Falls Sie vergeblich auf eine Bestellung warten, und befürchten, einem Fake-Shop zum Opfer gefallen zu sein, sollten Sie zunächst ausschließen, dass es sich nicht lediglich um eine Verspätung handelt. Prüfen Sie zunächst, ob Sie sich aktuell noch in dem vom Händler angegebenen Lieferzeitraum befinden.

Laut BGH-Rechtsprechung sind Internethändler verpflichtet, ihren Kunden klare Lieferzeiten mitzuteilen. Diese dürfen insbesondere nicht in den AGB versteckt werden.

Wie erkenne ich einen „Fake-Onlineshop“?

Regelmäßig sehen sich die Anwälte der Herfurtner Rechtsanwälte mit der Frage konfrontiert, ob es sich bei einer bestimmten Onlinepräsenz um die eines seriösen Unternehmens handelt. Die Nachfrage bei einem Rechtsanwalt ist potenziell geeignet, sich davor zu schützen, Opfer eines Internetbetrugs zu werden.

Da dies jedoch in der Praxis häufig nicht umgehend möglich sein wird, bieten sich die nachfolgenden Kriterien an, um die Seriosität eines Anbieters einzuschätzen. Bei deren Auftreten sollte man sich zweimal überlegen, ob man auf das Angebot des Händlers eingeht:

  • Die Preise liegen erheblich unter dem marktüblichen Durchschnitt.
  • In den Artikelbeschreibungen gibt es viele Grammatik- sowie Rechtschreibfehler.
  • Die für das Produkt verwendeten Werbebilder sind von minderer Qualität.
  • Es liegen keine AGB vor.
  • Der Homepage fehlt ein rechtsgültiges Impressum.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit „Fake-Onlineshops“ gemacht? Dann teilen Sie diese mit einem Kommentar am Endes dieses Beitrags und weisen Sie andere interessierte Leser auf die Gefahr hin.

Lottogewinn / „Nigerianischer Prinz“ / unverhoffte Erbschaft

Betrüger machen sich oft zunutze, dass viele Menschen auf monetäre Anreize reagieren. So gibt es E-Mails, in denen der Adressat darüber informiert wird, dass ihm eine große Menge Geld zustehe. Nicht selten geht es hier um sieben- oder achtstellige Euro- oder Dollarbeträge. Und nicht selten sind diese Nachrichten in Englisch verfasst und kommen vermeintlich aus dem Ausland.

Obwohl es im Kern immer um dasselbe geht, variiert der Grund. Mal habe der oder die Angeschriebene in einer Lotterie gewonnen (an der nie teilgenommen wurde). Mal sei ein Prinz aus Nigeria in den Besitz großer Geldsummen gelangt, die er mithilfe des Adressaten außer Landes schaffen wolle. Und mal stehe dem E-Mail-Empfänger ein imposantes Erbe zu.

In all diesen Fällen lockt das große Geld. Um an den Reichtum zu gelangen, solle man jedoch zunächst einen meist vierstelligen Dollarbetrag überweisen, um die Formalitäten abwickeln zu können. Lässt man sich darauf ein, stellt man allerdings schnell fest, dass die Überweisung des zugesagten Vermögens ausbleibt – und die Betrüger ihr Ziel erreicht haben.

Auf verdächtige Mails angemessen reagieren

Wer eine E-Mail erhält, in der die Chance auf einen signifikanten Vermögenszuwachs angekündigt wird, sollte allergrößte Vorsicht walten lassen. Vor eventuellen Lotteriegewinnen sollte man sich nicht täuschen lassen. Hat man an keiner Lotterie teilgenommen, kann man auch nichts gewinnen. Eine „zufällig“ Ziehung ist per se verdächtig.

Auch dass ein nigerianischer Prinz als letzten Retter in der Not eine ihm unbekannte Person in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz kontaktiert, ist eher unwahrscheinlich. Ebenso verhält es sich mit der Erbschaft. Zwar mag es Fälle des unbekannten reichen Onkels in Amerika gegeben haben, aber in der Regel kann man auch bei diesen Geschichten von Betrug ausgehen.

So oder so – bevor man Geld investiert, um an mehr Geld zu gelangen, sollte man äußerst kritisch sein und sich so gut es geht über die Umstände informieren.

Abofallen

Beim Surfen im Internet landet man unter Umständen auf speziellen Seiten, auf denen besondere Angebote erhältlich seien. Meistens sind die günstigen Preise sehr groß dargestellt, die Haken hingegen sehr klein und versteckt. Die Falle schnappt zu, sobald man ein Antrags- oder Anmeldeformular ausfüllt und versendet – ohne Kenntnis, dass hierdurch Kosten entstehen.

Auch wenn man mit dem Smartphone im Internet unterwegs ist, passiert es schnell, dass man eine „aufploppende“ Werbeanzeige antippt. Wird dabei unwissentlich und unfreiwillig ein Abonnement abgeschlossen, spricht man von einer sogenannten „Abofalle“.

Nachdem der Betrogene sich auf das Angebot eingelassen und seinen Antrag versandt hat, erhält er zeitnah Rechnungen und Mahnungen von den Betrügern. Im Rahmen dieser Form des Internetbetrugs wurden sogar schon gefälschte Gerichtsurteile versendet und die Opfer zur Zahlung des gefälschten Richterspruchs aufgefordert.

Wie verhalte ich mich bei Rechnungen von Drittanbietern?

Unter Umständen kann es vorkommen, dass die Abrechnung des Abo-Betreibers über den Mobilfunkanbieter des Endkunden übermittelt wird. In dieser Konstellation treten die Betrüger als Drittanbieter auf. Wenn Sie Adressat einer solchen Rechnung sind, gilt es das Folgende zu beachten:

In der überwiegenden Anzahl der Fälle ist kein gültiger Vertrag geschlossen worden. Ein solcher kommt nur zustande, wenn Sie willentlich einen „Zahlungspflichtig kaufen/Bestellen“-Button angeklickt haben. Hierzu wurden Anbieter im Rahmend der sogenannten „Button-Lösung“ im Jahr 2012 vom Gesetzgeber verpflichtet.

Widersprechen Sie daher der Forderung und setzen Sie sich mit dem Anbieter in Kontakt, falls eine gerichtliche Mahnung eintrifft.

Des Weiteren können Sie das ungewollte Abonnement bei der Abrechnungsfirma deaktivieren und den entstandenen Betrag zurückfordern. Führt dies nicht um Erfolg, können Sie ihren Mobilfunkbetreiber kontaktieren und das Geld nach Beanstanden der Rechnung zurückfordern.

Sollten diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg nach sich ziehen, kann das Einschalten einer professionellen Rechtsberatung angezeigt sein. Diese wird Ihren konkreten Einzelfall prüfen und weitere rechtliche Schritte mit Ihnen besprechen.

Kreditkartenbetrug

Auch der Missbrauch von Kreditkartendaten erfolgt zunehmend online. Er ist somit dem Bereich des Internetbetrugs zuzuordnen. Die Betrüger gelangen entweder durch das „Hacken“ von Online-Shops an die hinterlegten Daten der Kunden oder machen sich das „Phishing“ zunutze.

Meist erhalten die Opfer dabei eine E-Mail, in welcher ihr angebliches Bank- oder Kreditkartenunternehmen sie dazu auffordert, Kreditkartendaten zum Zwecke der turnusmäßigen Aktualisierung und Prüfung einzugeben.

Hat der Täter mithilfe dieser aufwändig und professionell gestalteten E-Mail die Daten seines Opfers abgegriffen, verkauft er diese weiter oder erwirbt damit selbst Dienstleistungen und Waren im Netz.

Wie erfahre ich, ob meine Kreditkartendaten in die Hände von Betrügern gelangt sind?

Eine vorsorgliche Erkundigung, ob die eigenen Daten bereits in unautorisierte Hände gelangt sind, ist aktuell kaum möglich. Geschädigte werden oftmals erst spät durch die Bankabbuchung oder die Kreditkartenrechnung auf den Betrug aufmerksam gemacht.

Mit schneller anwaltlicher Hilfe lassen sich negative Schufa-Einträge und gerichtliche Verfahren vermeiden. Auch für die Kommunikation mit dem Bankunternehmen als Gegenseite ist es ratsam, rechtlichen Beistand hinzuzuholen. Viele Banken bestehen bei Phishing-Fällen auf die Zahlung und beschuldigen ihre Kunden, nicht sorgsam mit den Kreditkartendaten umgegangen zu sein.

Unbedarfte Erklärungsversuche des Geschädigten werden in solchen Fällen häufig negativ ausgelegt. Die Anwälte der Kanzlei Herfurtner beraten allgemein bezüglich des weiteren Vorgehens und unterstützen bei der Korrespondenz zur Abwehr nicht berechtigter Forderungen und der Verhinderung beziehungsweise Löschung nicht gerechtfertigter Schufa-Einträge.

Zudem begleiten die Anwälten Geschädigte sowohl in außergerichtlichen Verfahren als auch vor Gericht.

Strafe für begangenen Internetbetrug

Sobald man bemerkt, dass man einem Internetbetrug aufgesessen ist, folgt unweigerlich die Frage, wo man Internetbetrug melden soll. Wie bei allen Straftaten sollte man auch bei Cybercrime die Polizei einschalten und Strafanzeige stellen. Dies kann auf dem Revier oder auch auf der zuständigen Internetwache (oder auch „Onlinewache“) geschehen.

Welche Internetwache für den Geschädigten zuständig ist, lässt sich beispielsweise in Erfahrung bringen, in dem man in einer Suchmaschine nach der Begriffskombination Internetwache und Wohnort oder Internetwache und Postleitzahl sucht.

In jedem Fall sollte man Computerbetrug anzeigen, nicht zuletzt für die Versicherung, wenn man den Vorfall meldet. Zusätzlich tut man gut daran, auch Verbraucherschutzorganisationen über den Betrug zu informieren. Denn so gibt man anderen die Möglichkeit, sich davor zu schützen, dasselbe Schicksal zu erleiden.

Im Idealfall gelingt es der Polizei, die Betrüger zu ermitteln und zu überführen, um sie vor Gericht zu bringen. Den zu erwartenden Strafrahmen für Internetbetrüger legt in Deutschland das Gesetz fest. Im Regelfall droht dem Betrüger eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Die konkrete Höhe des Strafmaßes wird von einem Richter nach den jeweiligen Umständen des konkreten Einzelfalls festgelegt. Als Entscheidungskriterien unterliegen diesbezüglich zumeist die nachfolgenden einer Bewertung:

  • die Höhe des entstandenen Schadens,
  • die konkrete Anzahl der einzelnen Taten,
  • die Art der Begehung,
  • ggf. die kriminelle Vorgeschichte des Täters sowie dessen einschlägige Vorstrafen,
  • die Bemühungen den Schaden zu ersetzen.

Wann verjährt Internetbetrug? Diese Frage ist für geschädigte Verbraucher relevant, die sich zur Wehr setzen wollen. Das Gesetz kennt den Fall des Betrugs (§ 263 Abs. 1 StGB) sowie den Betrug in besonders schwerem Fall (§ 263 Abs. 3 StGB). Die Verjährungsfrist beginnt in dem Moment, in dem der Vermögensschaden entsteht.

Bei einem „normalen“ Betrug beträgt die Verjährungsfrist fünf Jahre. Bei besonderer Schwere verdoppelt sich die Verjährungsfrist und beträgt zehn Jahre.

Internetstrafrecht / Internetrecht

Ein eigenes „Internetstrafrecht“ gibt es übrigens nicht. Vielmehr werden bei der Feststellung von derartigen Straftatbeständen verschiedene Rechtsgebiete berührt. Entsprechend gibt es auch kein Gesetzbuch, das sich ausschließlich mit Straftaten im Internet beschäftigt und daher als Internetstrafrecht bezeichnet werden könnte.

Der Gesetzgeber kennt auch kein reines Internetrecht. Dennoch kann man von Internetrecht sprechen, wo man sich mit rechtlichen Problemen befasst, die ihren Ursprung im Internet haben. Somit ist das Internetrecht eine Schnittstelle von Rechtsgebieten im Bereich des Internets.

Versicherung gegen Internetbetrug

Wer haftet bei Internetbetrug? Dies ist eine berechtigte Frage, denn der Schaden, der durch Internetbetrug entsteht, ist oft erheblich. Weil der durch Internetbetrug verursachte Schaden in den letzten Jahren insgesamt stetig zugenommen hat, rückt die Thematik auch in das Blickfeld der Versicherungen. Immer häufiger bieten Anbieter sogenannte „Cybercrime-Versicherungen“ an.

Diese können unter Umständen eine sinnvolle Absicherung sein. Die Versicherten sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass auch eine Versicherung lediglich vor den finanziellen Risiken schützen kann. Der mit der Beseitigung der Schäden einhergehende Arbeitsaufwand wird regelmäßig nicht kompensiert.

So oder so – der Ärger ist immer groß, der Schaden sehr häufig. Daher sollte man sich als Verbraucher des Problems „Internetbetrug“ bewusst sein. Wo Angebote zu gut erscheinen oder falls nach persönlichen Daten gefragt wird, ist eine gesunde Skepsis angebracht.

Der Anwalt für Internetbetrug als erster Ansprechpartner

Wer dennoch auf einen der vielen Tricks der Betrüger hereinfällt, kann Hilfe bei Internetbetrug in Anspruch nehmen. In manchen Fällen kann es angeraten sein, eine professionelle Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen.

Die Kanzlei Herfurtner Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mit Büros in München, Grünwald, Frankfurt und Hamburg betreut Mandanten aus ganz Europa.

Zu unserem Alltag gehört es, sich regelmäßig den Herausforderungen der digitalisierten Gesellschaft auf einer juristischen Ebene zu stellen. Aus diesem Grund gehört die Beratung von Mandanten im Zusammenhang mit Internetbetrug sowie das IT-Recht im Allgemeinen schon seit Langem zu unseren Schwerpunkten.