Internetkriminalität – Beispiele und Zahlen

Internetkriminalität – offizielle Statistiken zeigen einen deutlichen Anstieg von Straftaten die dem Bereich Internetkriminalität zuzuordnen sind. Doch was genau ist Internetkriminalität? Welche Methoden wenden die Betrüger an? Wie kann man sich vor Cyber-Attacken schützen.

In diesem Ratgeber beantworten wir, die Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner, Ihnen all diese Fragen. Wir nennen Ihnen Beispiele für Kriminalität im Internet, gehen auf neueste Daten zur Internetkriminalität in Deutschland ein und sagen Ihnen, wie Sie Angriffe mit dem Tatmittel Internet erkennen können.

Sie haben rechtliche Fragen oder wünschen eine Terminvereinbarung? Wir bieten Opfern von Internetkriminalität umfassende anwaltliche Beratung – bundesweit. Kontaktieren Sie uns jetzt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Internetkriminalität – Begriffserklärung
  2. Fälle von Internetkriminalität: offizielle Zahlen
  3. Internetkriminalität: Beispiele für Betrugsmethoden
    3.1 Phishing
    3.2 Hoaxes
    3.3 Betrug
    3.4 Cyber-Erpressung
    3.5 Botnets
  4. Gezielte Angriffe auf Unternehmen
  5. Internetkriminalität – Tatort Cyberspace
  6. Surface Web und Dark Web
  7. Internetkriminalität: Rechte von Betrugsopfern

Internetkriminalität – Begriffsdefinition

Was versteht man unter dem Begriff „Internetkriminalität“?

Die rechtliche Definition eines Verbrechens beruht auf dem Begriff der Kriminalität (lateinisch crimen: Anschuldigung, Anklage, Schuld, Verbrechen).

Der Begriff „Kriminalität“ wird verwendet, um kriminelle Aktivitäten als allgemeines Phänomen zu beschreiben und nicht als Straftat oder die inhaltliche Idee von Kriminalität als Verhalten eines Einzelnen (Makrophänomen).

Internetkriminalität oder Cyberkriminalität umfasst alle Straftaten, die im Internet stattfinden oder das Internet in irgendeiner Weise nutzen.

Es gibt viele verschiedene Arten von Internetkriminalität, darunter Internetbetrug, Datenspionage, Identitätsdiebstahl, Urheberrechtsverletzungen und Cyberterrorismus.

In Deutschland machen Betrugsdelikte den Großteil aus (ca. 80 %), wobei laut Bundeskriminalamt (BKA) der Warenkreditbetrug an der Spitze steht.

Hinzu kommt die so genannte IuK-Kriminalität. Kriminalität im Zusammenhang mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Hier steht das Phishing im Vordergrund.

  • Computerbetrug
  • Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten
  • Fälschung von Beweisdaten
  • Täuschung im Rechtsverkehr mit Datenverarbeitung sowie
  • Datenmanipulation und Computersabotage…

… werden vom BKA unter dem Begriff Computerbetrug zusammengefasst.

Taktiken und Verfahren des so genannten Cyberwar („Netzkrieg“) sind im Fluss. Es ist nicht immer offensichtlich, ob ein Angriff auf das Internet im Einzelfall kriminellen oder militärischen bzw. politischen Zwecken dient.

Die Cyberangriffe werden immer besser, das „Malware-Business“, d.h. die Schadsoftware, wird immer ausgefeilter.

Fälle von Internetkriminalität: Statistik

Im Jahr 2020 verzeichnete das Bundeskriminalamt in Deutschland 320.323 Straftaten, bei dem das Internet das Tatmittel war. Von allen Straftaten im Bereich Vermögens- und Fälschungsdelikte wurden 75,8 Prozent mit dem Tatmittel Internet begangen. Allein 73,1 Prozent davon waren Internet-Betrugsdelikte.

Ein Problem ist, dass sich viele Menschen der Risiken nicht bewusst sind.

Verschärft wird das Problem durch den fahrlässigen Umgang mit Daten in sogenannten Mitmach-Internet-Apps, insbesondere in den immer beliebter werdenden sozialen Netzwerken. Nutzer geben in ihren Online-Nutzerprofilen häufig unbedarft umfangreiche biografische Daten an. Solche Daten wiederum sind weithin verfügbar.

Der Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2020, herausgegeben vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), beschreibt die aktuelle Situation als angespannt. Besonders warnt die Publikation vor:

  • massenhaften Angriffen mit schadhaften Programmen auf Firmen, Ämter, Behörden, institutionelle Einrichtungen sowie Privatpersonen.
  • gezielt geplante Cyber-Attacken mit Schadsoftware.
  • Betrugsmaschen in Verbindung mit der besonderen Wirtschafts- und Arbeitssituation während der COVID-19-Pandemie. Bewusstes „Spiel“ mit Emotionalität, Existenzängsten, Sorgen sowie der Herausforderung, behördliche Auflagen zu verstehen und korrekt umzusetzen. Darunter:
    • angebliche Soforthilfe für Unternehmen
    • Zahlungen bei Kurzarbeit
    • falsche Bankmitarbeiter usw.

Internetkriminalität melden und anzeigen

Das Internet und die sozialen Medien haben unser tägliches Handeln und unsere Kommunikation tiefgreifend beeinflusst. Niemand – weder beruflich noch privat – möchte auf die Vorteile der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien verzichten.

Kriminelle haben damit jedoch ein neues Betätigungsfeld und neue Wege gefunden, um Straftaten zu begehen.

Die Sicherheitsbehörden müssen ein klares und aktuelles Bild von der Lage, den Täterstrukturen und den Straftatbeständen haben, um Straftaten über das Internet erfolgreich bekämpfen zu können. Dies kann durch das Einreichen einer Strafanzeige und die Übermittlung möglichst vieler Informationen an die Polizei geschehen.

Mit anderen Worten: Wenn Sie Opfer eines Internetverbrechens geworden sind, erstatten Sie Anzeige! Wenden Sie sich gerne an unsere Kanzlei – wir beraten Sie zum Thema Strafanzeige wegen Betrug erstatten.

Vorbeugende Maßnahmen und das Wissen um die Gefahren können Ihnen in vielen Situationen helfen, nicht Opfer einer Straftat im Internet zu werden.

Internetkriminalität: Beispiele für Betrugsmethoden

Zu Ihrem Schutz vor Internetkriminellen sollten Sie sich regelmäßig über gängige aber auch neue Betrugsmaschen informieren. Seien Sie stets vorsichtig im Umgang mit Ihren Daten. Schützen Sie Ihr Unternehmen vor Angriffen, indem Sie Ihre Mitarbeiter in Sicherheitsvorkerhrungen vor Cyberkriminalität schulen und sparen Sie nicht an Maßnahmen im Bereich IT-Sicherheit.

Pishing

Kriminelle sind auf der Suche nach jeder Art von Zugangsdaten, die es ihnen ermöglichen, Online-Dispositionen zu treffen, die anderen schaden und ihnen selbst Vorteile bringen, z. B. die Bestellung von Produkten oder die Manipulation von Aktienkursen. Wenn es um die illegale Nutzung von Daten geht, ist es gängige Praxis, zunächst Informationen zu sammeln und dann „Geschäftsmodelle“ um diese herum zu erstellen.

Hoaxes

Falsche Geschichten, ähnlich wie Zeitungsstreiche, werden im Internet als Hoaxes (Scherzartikel) verbreitet. Petitionen gegen angeblich skandalöse Geschäftspraktiken (z. B. „Verkauf von Bonsai-Kätzchen“), Bitten um Knochenmarkspenden für fiktive Personen und Finanzberatung sind einige Beispiele.

Betrügerische Viren- und Wurmwarnungen und Handlungsanweisungen können, wenn sie vom Endbenutzer befolgt werden, erhebliche Probleme im Computersystem verursachen. Dazu gehören die Zerstörung von Systemdateien und die Beschädigung anderer Daten.

Betrug

In betrügerischen E-Mails werden falsche Versprechungen gemacht, wie z. B. das Versprechen von schnellem Geld oder einfachen Möglichkeiten, reich zu werden. Zu Beginn müssen Sie dem Empfänger eine kleine Geldsumme schicken. Das eigentliche Ziel der Masche ist es, Menschen um ihr Geld zu betrügen.

Cyber-Erpressung

Malware – manchmal auch als Ransomware bezeichnet – ist ein Werkzeug, mit dem Cyberkriminelle Geld von ihren Opfern erpressen. Die Daten der infizierten Computer werden verschlüsselt, und die einzige Möglichkeit, sie zu entschlüsseln, ist die Zahlung eines Lösegelds.

Fernzugriffe auf zahlreiche Computer (Botnets)

Hacker infizieren Computer mit Malware und nutzen Botnetze, um die Schadsoftware weltweit zu verbreiten. Damit ermöglichen sie sich Zugriff auf eine Vielzahl von Computern und deren Daten.

Internetkriminalität – Angriffe auf die deutsche Wirtschaft

Cyberkriminelle aus aller Welt haben es auf deutsche Unternehmen abgesehen. Ziel dieser Gruppen ist der Datendiebstahl oder die digitale Erpressung. Etwa durch Drohungen oder DDoS-Angriffe auf deutsche Firmen. Dies gilt sowohl für mittelständische Unternehmen als auch für weltweite Großkonzerne.

Unspezifische, breit angelegte Angriffe wie Ransomware gefährden dagegen die IT-Infrastrukturen von Unternehmen jeder Größe.

Es sind nicht nur technologische Schwachstellen, die es Internetkriminellen ermöglichen, Unternehmen erfolgreich anzugreifen. Auch die Mitarbeiter sind ein wichtiges Einfallstor. Diese handeln häufig nicht böswillig, sondern lassen Angriffe durch Unachtsamkeit oder ein Missverständnis der Situation zu.

Der Aufbau bzw. die Stärkung eines technischen und sozialen Sicherheitsbewusstseins im Unternehmen ist daher äußerst wichtig, um Mitarbeiter vor Betrügereien wie Phishing und Social Engineering zu schützen.

Der Digitalverband Bitkom veröffentlichte kürzlich die Ergebnisse seiner Umfrage, an denen insgesamt 1.000 Unternehmen unterschiedlichster Branchen teilnahmen. Die Befragung zeigt die prekäre Lage deutscher Unternehmen und erschreckende Zahlen im Bereich Internetkriminalität.

  1. Neun von zehn Firmen sind zum Opfer von Datendiebstahl, Unternehmensspionage und Sabotage-Aktionen in Verbindung mit Ransomware geworden.
  2. Straftaten mit dem Tatmittel Internet – Erpressung, Nötigung, System- und Betriebsausfälle – mehr als 4 Mal so hoch wie in den Jahren 2018 und 2019.
  3. Der gesamte Schaden für die Wirtschaft in Deutschland umfasst 2020/21 etwa 223 Milliarden Euro.
  4. Häufigste Betrugsmasche in diesem Zusammenhang: die Störung des Betriebsablaufs durch Angriffe mit Schadsoftware und damit verbundene Erpressung.
  5. Weiterhin Diebstahl von Daten der Kunden, Geschäftspartner, Lieferanten und sensible interne Unternehmensinformationen.
  6. Besondere Situation: Corona Pandemie und steigende Anzahl an Mitarbeitern die im Homeoffice – ohne nennenswerte IT-Sicherheitsmaßnahmen – tätig sind. Zunehmende Cyber-Attacken durch Phishing-Mails, betrügerische Anrufe und Hacking.

Internetkriminalität – Tatort Cyberspace

Cyberkriminalität ist ein weit gefasster Begriff, der ein breites Spektrum an kriminellen Aktivitäten umfasst, die im oder über das Internet stattfinden.

Internetkriminalität unterscheidet sich von Computerkriminalität. Bei letzterem wird der Computer in der Regel auch dann als Tatwaffe eingesetzt, wenn kein Internetzugang vorhanden ist.

Das Thema Onlinesicherheit bezieht sich auf den Schutz vor Cyberkriminalität. Im Gegensatz zur Internetsicherheit, die sowohl Online- als auch materielle Bedrohungen der Internetinfrastruktur umfasst, bezieht sich dieser Ausdruck auf den Schutz vor Bedrohungen der Infrastruktur selbst, wie z. B. Cyberkriminalität.

Cybermobbing, Cyberterrorismus und Volksverhetzung sind nur einige Beispiele für die vielen Straftaten die unter dem Begriff Internetkriminalität zusammengefasst sind. Weitere Beispiele sind Internetbetrug, Datenausspähung, das Teilen von Kinderpornografie.

Surface Web & Dark Web

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass sich der Begriff „Tatort“ bei der Internetkriminalität nicht auf einen bestimmten physischen Ort bezieht. Vielmehr bezieht er sich auf die Geschwindigkeit und das Ausmaß, mit der die Verbrechen über das Internet begangen werden können. Einige Teile des Internets sind für manche Nutzer verborgen.

Im Surface Web, dem sichtbaren Web, decken Suchmaschinen wie Google die Orte ab, die deutlich sichtbar sind.

Das Deep Web und das Dark Web sind zwei Teile des „unsichtbaren“ Internets, in denen die meisten kriminellen Aktivitäten stattfinden.

Das Deep Web besteht größtenteils aus Datenbanken und Webseiten und ist nicht in den Ergebnissen von Suchmaschinen enthalten.

Dafür gibt es eine Reihe von Beispielen, z. B. Webseiten, die aufgrund von Zugangsbeschränkungen (z. B. Intranet-Webseiten) oder Identitätsnachweisen nur von bestimmten Personen eingesehen werden können. Suchmaschinen können darin nichts finden. Auch alle Datenbank- und Dateiformate, die zu kompliziert sind, um indexiert zu werden, fallen in diese Kategorie.

Das Dark Web ist vielmehr ein Netzwerk, in dem sich die Nutzer manuell miteinander verlinken. Da es schwierig ist, von außen hineinzukommen, schafft dies den erforderlichen Rahmen für die Exklusivität. Meistens müssen neue Benutzer von einem bestehenden Teilnehmer eingeladen werden.

Im Vergleich zum sichtbaren Teil des Internets bietet dies eine Anonymität und Exklusivität, die man sonst nirgendwo bekommt. Das hat zur Folge, dass in diesem Bereich die Internetkriminalität sehr verbreitet ist.

Opfer von Internetkriminalität – Hilfe vom Anwalt

Je nach Art der begangenen Cyberkriminalität können Sie eine Reihe von Ansprüchen geltend machen.

Die Einschaltung eines Rechtsbeistands ist in sehr vielen Fällen von Vorteil.

Sie können sich darauf verlassen, dass er bei jeder Vernehmung durch das Gericht oder die Staatsanwaltschaft anwesend sein wird, da er Ihre Interessen vor Gericht vertritt. Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, sollten Sie sich erkundigen, inwieweit die Rechtskosten bzw. Anwaltskosten von Ihrer Versicherung übernommen werden.

Unter bestimmten Umständen können Sie beim Gericht beantragen, dass für Sie ein „Opferanwalt“ bestellt wird. In Strafverfahren und vor Gericht wird der Opferanwalt Ihre Interessen vertreten. Die Arbeit des Opferanwalts ist für Sie kostenlos, wenn das Gericht Ihrem Antrag zustimmt.

Sie können vor Gericht als Nebenkläger auftreten, wenn Sie dies wünschen. Dadurch werden Ihre gesetzlichen Rechte gestärkt.

Je nach Ihren Umständen können Sie auch Anspruch auf psychosoziale Unterstützung während des Verfahrens haben.

Um Gewaltopfer zu unterstützen, bietet der WEISSER RING einen Beratungsscheck für ein erstes Gespräch mit einem Anwalt an. Während des gesamten Strafverfahrens und darüber hinaus stehen Ihnen Opferhilfegruppen zur Seite. Sie unterstützen Sie auch in allen anderen Bereichen Ihres Lebens.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie zum Opfer von Internetkriminalität geworden sind. Unsere Rechtsanwälte der Kanzlei Herfurtner beraten Sie gewissenhaft und umfassend.

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