Job-Scamming Definition – Betrug mit Stellenanzeigen. Die Polizei warnt vor gefälschten Stellenausschreibungen im Internet. Internetkriminelle haben nach Angaben der Behörden ein neues Ziel ausgemacht: Arbeitssuchende.

Mit gefälschten Stellenangeboten auf einschlägigen Online Stellenbörsen versuchen sie, persönliche Informationen über die ahnungslosen Bewerber zu sammeln, um diese zu verkaufen. Aber auch das Eröffnen von Konten die unter anderem der Geldwäsche dienen, wird mit den Daten der Bewerber bezweckt.

Um ihre Ziele zu erreichen, setzen die Betrüger verschiedene Betrugstechniken ein, die Ihnen die Anwälte der Kanzlei Herfurtner in diesem Beitrag erläutern.

Inhaltsverzeichnis

  1. Job-Scamming Definition: Betrug bei Online-Bewerbungen
  2. Vorgehen und Vorhaben der Täter – Datendiebstahl
  3. Jobbetrug: Video-Ident-Verfahren zur Erstellung von Bankkonten
  4. Job-Scamming: So schützen Sie sich! 8 kritische Fragen
  5. Weitere Sicherheitshinweise
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Sie sind Opfer eines Job-Scamming geworden? Kontaktieren Sie im Betrugsfall unsere Rechtsanwälte der Kanzlei Herfurtner und vereinbaren Sie einen ersten Beratungstermin.

Job-Scamming Definition: Betrug bei Online-Bewerbungen

Die Täter veröffentlichen angeblich offene Stellen auf seriösen Jobbörsen, die mit hohen Gehältern, flexiblen Arbeitszeiten und der Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, werben. Auf diese Weise gelingt es ihnen, eine große Zahl von Opfern zu gewinnen. In den Stellenausschreibungen geben sie sich als real existierendes Unternehmen aus.

Gelegentlich werden in den Stellenausschreibungen auch die Namen bekannter Firmen verwendet.

In den letzten Monaten tauchen täglich neue Stellenangebote auf, die Jobs als Remote-App-Tester und Ähnliches anbieten. Die gefälschten Unternehmens-Websites werden über URLs verlinkt, die aussehen, als gehörten sie zu einem seriösen Unternehmen.

Vorgehen und Vorhaben der Täter – Datendiebstahl

Die Angebote wirken meist besonders attraktiv. Ein bekanntes Unternehmen verspricht den Bewerbern ein hohes Gehalt, bei geringer Arbeitszeit sowie vielen Zusatzleistungen, flexiblen Arbeitszeiten und komplett im Homeoffice. Dem Arbeitssuchenden wirkt vorgegaukelt: Hier winkt der absolute Traumjob!

Was hinter Job-Scamming steckt? Der gezielte Diebstahl Ihrer persönlichen Daten.

Es ist üblich, dass Arbeitssuchende bei einer Bewerbung sensible persönliche Daten angeben. Sie haben jedoch keine Ahnung, an wen Sie sie weitergeben, wenn Sie sich im Internet um eine Stelle bewerben.

Nachdem sie eine Bewerbung erhalten haben, nutzen die Kriminellen häufig WhatsApp, um mit den Bewerbern in Kontakt zu treten. Um den Anschein zu wahren, Sie seien echte Geschäftsführer, verwenden sie passende Fotos fremder Personen aus dem Internet als ihre Profilbilder.

Im WhatsApp Chat wird dem Bewerber schnell suggeriert: Er hat den Job. Auch sein Aufgabenbereich wird ihm gleich erklärt. Er soll Gelder empfangen und anschließend an die Unternehmenszentrale überweisen.

Hierfür müsste er ein Bankkonto eröffnen, wofür die Betrüger wiederum Identitätsdokumente des Bewerbers benötigen und dieser ein Videoidentifikationsverfahren durchlaufen, bei dem er alle persönlichen Daten angeben müsse.

Er – der Bewerber – könne beruhigt sein, denn das das Konto würde nur der Überprüfung seiner Identität dienen und wieder gelöscht werden, sobald es nicht mehr benötigt wird. Doch dies ist eine Lüge.

Jobbetrug: Video-Ident-Verfahren zur Erstellung von Bankkonten

Die Realität sieht so aus: Für die Verwaltung der E-Mail-Adresse und der Zugangsdaten für das Konto sind die Kriminellen verantwortlich. Das vom ahnungslosen Bewerber eröffnete Konto steht daraufhin dem vollen Zugriff durch die Betrüger zur Verfügung. In dessen Namen können die Täter nun sämtliche illegalen Aktivitäten wie Geldwäsche laufen lassen.

Da sie aber die Daten des Bewerbers verwenden, droht im Ermittlungsfall durch Strafbehörden unter Umständen auch diesem und nicht ausschließlich den Tätern eine strafrechtliche Konsequenz.

Manchmal werden diese Bankkonten samt Zugangs- und Identitätsdaten des Betrugsopfers auch im Darknet verkauft.

Das Opfer wird in der Regel erst später auf den Betrug aufmerksam. Wird das Konto missbraucht, können hohe Schadensersatzansprüche entstehen.

Die oben beschriebene Methode ist nur ein Beispiel von vielen, die bei der als Job-Scamming bekannten Praxis angewandt werden. In anderen Fällen werden Sie aufgefordert, eine kostenpflichtige Hotline zu nutzen, um sich für eine Stelle zu bewerben oder für eine teure Software zu bezahlen.

Auch der reine Handel mit Ihren persönlichen Daten aus Ihrem Lebenslauf ist äußerst lukrativ für die Kriminellen.

Job-Scamming: Schützen Sie sich!

Bleiben Sie skeptisch und versuchen Sie sich diese 8 Fragen zu beantworten:

  1. Wer ist der angebliche Arbeitgeber, wie lauten seine E-Mail-Adresse und seine Internetadresse?
  2. Geben Sie bei Google den Namen des angeblichen Unternehmens und das Stichwort Erfahrungen ein. Werten Sie die Ergebnisse aus. Vielleicht finden Sie einen direkten Hinweis auf weitere Betrugsopfer.
  3. Suchen Sie das Unternehmen auf Xing oder LinkedIn – insbesondere den angeblichen Ansprechpartner/Personaler bei dem Sie sich laut Stellenanzeige bewerben sollen.
  4. Machen die Stellenanzeige und der Webauftritt des Arbeitgebers einen seriösen Eindruck?
  5. Gibt es ein Impressum auf der Website?
  6. Ist das vermeintliche Unternehmen offiziell registriert? (Handelsregister, Bundesanzeiger, Unternehmensregister)
  7. Sollte es sich um die Stellenanzeige einer bekannten Firma handeln, suchen Sie sich aus Telefonbuch oder Internet eine Telefonnummer heraus und fragen Sie nach, ob diese Stelle tatsächlich vakant ist.
  8. Sind Gehaltsangaben und sonstige Versprechen in der Job-Annonce realistisch oder „zu gut um wahr zu sein“?

Job-Scamming: Beachten Sie auch folgende Hinweise

WhatsApp ist kein sicheres Mittel zur Übermittlung sensibler persönlicher Daten. Auch wirkt die Kontaktaufnahme über einen solchen Messenger-Dienst keinesfalls seriös.

Lassen Sie sich nicht von der Aufforderung einer Bank zu einem Video-ID-Verfahren täuschen, wenn Sie selbst kein Konto beantragt haben.

  1. Prüfen Sie: Gibt es einen Anbieter für die Video-Identifizierung? Ist er echt und behördlich zugelassen? Wenn Sie im Laufe eines Bewerbungsprozesses plötzlich aufgefordert werden, Geld zu überweisen, eine Bestellung aufzugeben oder einen Kauf zu tätigen, sollten Sie mit äußerster Vorsicht vorgehen.
  2. Opfer eines solchen Betrugs und alle, die einen begründeten Verdacht haben, sollten sich sofort an die Polizei wenden und Anzeige erstatten. Sammeln Sie dazu Beweise (Screenshots, Ausdrucke, Kontaktdaten/Telefonnummer der Betrüger).

Um einen Betrug so schnell wie möglich zu melden, sollten Sie sich an die Polizei wenden. Dies kann in vielen Fällen auch online geschehen. Wenn Sie eine Anzeige bei der Polizei erstatten möchten, lesen Sie unseren Leitfaden für die Erstattung einer Strafanzeige wegen Betrugs.

Auch unsere Anwälte stehen Ihnen dabei zur Seite. Wir beraten Sie in einem Betrugsfall umfassend und vertreten Ihre Interessen gerichtlich und außergerichtlich.

Als Nächstes müssen Sie sich mit Ihrer Bank oder dem jeweiligen Kreditinstitut in Verbindung setzen. In der Regel ist ein Polizeibericht erforderlich, bevor ein Finanzinstitut Maßnahmen ergreift.

Maßnahmen im Fall von Job-Scamming

Die Verwendung eines Video-Ident-Verfahrens bei einer Online-Bewerbung ist absolut inakzeptabel. Sie sollten niemals ein Konto mit Hilfe von Video-Identifikation in einem Bewerbungsverfahren einrichten, egal wie bequem dies auch sein mag.

  1. Wenn Sie bereits an einem solchen Verfahren teilgenommen haben, müssen Sie Ihr Konto unter Umständen sperren lassen.
  2. Wenn Sie Ihre persönlichen Daten an einen Fremden weitergegeben haben, sollten Sie bei den Behörden Strafanzeige erstatten. Denn die Kriminellen brauchen nur Kopien Ihrer persönlichen Ausweispapiere, um Straftaten zu begehen.