Bei der Cannabis Investment Plattform JuicyFields haben Tausende Investoren bereits seit Monaten keinen Zugriff mehr auf ihre Accounts. In mehreren Telegram-Chatgruppen des Unternehmens wurden Erklärungen, vermeintliche Richtigstellungen und Dementis verbreitet, was zur weiteren Verunsicherung der Anleger beitrug.

Gibt es die medizinischen Cannabispflanzen, von denen das Online-Portal Juicyfields.io spricht und an denen sich Investoren bei Anbau, Ernte und Verkauf der Pflanzen vorgeblich beteiligen konnten, tatsächlich? Dies wird aktuell von den Ermittlungsbehörden untersucht.

Hier kommen Sie zum Interview mit unserem Rechtsanwalt Arthur Wilms und Neffets zum Thema JuicyFields.

Vermehrt werden an unsere Kanzlei Erfahrungsberichte von extrem besorgten Anlegern herangetragen, die derzeit nicht mehr auf ihr Konto zugreifen können. Sie fürchten um ihre Gelder und bitten um die Unterstützung unserer Rechtsanwälte.

Schätzungen zufolge könnte sich dieser auf einige Milliarden Euro belaufen. Eine Summe, die Privatanleger in möglicherweise rein fiktive Cannabispflanzen investiert haben.

  • Wer steckt hinter dem Betrug?
  • Welche Chancen haben Anleger, ihre Gelder zurückzuerhalten?
  • Wie hoch ist der Gesamtschaden?

In diesem Beitrag fassen Ihnen die Rechtsanwälte der Kanzlei Herfurtner alle bislang bekannten Informationen zusammen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Tipps und kostenfreie Erstberatung für Anleger
  2. Aktuelle Gefahr durch JuicyFields Klone
  3. JuicyFields Razzia Landeskriminalamt Berlin
  4. Juicyfields.io Website – Informationen
  5. JuicyFields Ermittlungen und Sammelklage
  6. Was sollten Anleger jetzt tun?

Tipps und kostenfreie Erstberatung für Anleger

Unsere Rechtsanwaltskanzlei verzeichnet weiterhin zahlreiche Anfragen von Investoren, die bei JuicyFields Gelder angelegt haben und nun durch unsere Anwälte juristische Schritte prüfen lassen.

Dabei bestehen grundsätzlich viele verschiedene Möglichkeiten, die die Kanzlei Herfurtner je nach Einzelfall ergreift.

Hierzu gehören unter anderem folgende Leistungen:

  1. Sofern dies noch nicht geschehen ist, erstatten wir für Sie Strafanzeige wegen Betrug bei der Polizei beziehungsweise der Staatsanwaltschaft.
  2. Weiterhin übernehmen wir die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden.
  3. Wir arbeiten eng mit IT-Forensikern zur Beweissicherung und Geldrückverfolgung bei Geldüberweisungen und Kryptowährungs-Transaktionen zusammen.
  4. Bei Bestätigung des Straftatbestands Betrug gehen wir alle in Frage kommenden rechtlichen Schritte sowohl im außergerichtlichen Bereich und als auch im Strafverfahren.

Aktuelle Gefahr durch JuicyFields Klon

Sweetfields.io ist eine Internetseite, die augenscheinlich markante Merkmale, Layout, Dienstleistungen und Geschäftsmodell der JuicyFields Plattform kopiert hat. Zu vermuten ist, dass dieser Anbieter unseriöse Absichten hat und die Verunsicherung der JuicyFields-Anbieter nutzen möchte, um an deren Gelder zu kommen. Darum raten unsere Rechtsanwälte von Investitionen ab.

Auf der Startseite bezeichnet sich der Anbieter als „Cannabis-Plattform in den Niederlanden“. Widersprüchlicherweise befindet sich im Fußbereich der Domain eine polnische Unternehmensadresse.

Poland, Gagarin st 158

Genauso wie bei JuicyFields, seien hier Kapitalanlagen in E-Growning möglich. Zu zahlen seien die Investments entweder in Kryptowährung oder per Überweisung – exakt wie bei JuicyFields.

Auch die Sprache, mit der Sweetfields Werbung betreibt, erinnert sehr stark an den unter dringendem Betrugsverdacht stehenden Anbieter JuicyFields.

„Die Plattform für den Cannabisanbau Sweet Fields

Werden Sie der Erste, der in das neue, schnell wachsende Geschäft einsteigt! Was bieten wir an? Wir laden Sie ein, ein legales Geschäft im Zusammenhang mit dem Anbau von Cannabis zu starten. Um dieses Geschäft zu starten, brauchen Sie keine hohen Investitionen und kein Land! Es genügt ein Betrag von 50 Euro. Bereits nach 108 Tagen kann der Investor einen Gewinn erzielen, wie z.B. eine vollständige Rückzahlung der Investition zusammen mit den Zinsen.

Der Anleger bestimmt den Umfang der Investition und legt die Grenzen des künftigen Einkommens fest, indem er die Sorte des Cannabis und die Anzahl seiner Sträucher wählt. Die Wachstumsrate, der Reifegrad und der Ertrag von Cannabis sind unterschiedlich. Auch der Zeitpunkt der Gewinnerzielung und die Höhe des Gewinns sind unterschiedlich. Er reicht von 36 bis 66 %. Jeder kann den besten Weg für sich selbst wählen.“

(20.10.2022, https://sweetfields.io/de/)

Es ist nicht auszuschließen, dass in nächster Zeit weitere Klone von JuicyFields auf dem Markt erscheinen.

JuicyFields Razzia durch Landeskriminalamt Berlin

Am 16. August 2022 durchsuchten Ermittler des Landeskriminalamtes Berlin die Wohnungen von 12 Verdächtigen. Zusätzlich wurden auch Büroräume von insgesamt fünf vermutlich involvierten Firmen an zwei unterschiedlichen Standorten durchsucht.

Das LKA stellte eine Vielzahl von Unterlagen sicher, die nun als Beweismittel ausgewertet werden. An der Razzia war auch die BaFin beteiligt.

Was wir über JuicyFields wissen

JuicyFields hatte seit 2020 E-Growing angeboten. Darunter ist zu verstehen, dass sich Anleger durch Investitionen am Anbau, der Ernte und dem Vertrieb von Cannabispflanzen beteiligen konnten, die für medizinische Zwecke eingesetzt werden sollen.

Den Investoren wurden dabei Renditen von mehr als 100 Prozent jährlich versprochen. Wie genau das Unternehmen dies bewerkstelligen geschweige denn garantieren wollte, verriet es nicht.

Das Unternehmen JuicyFields fungiert auch unter dem Namen Juicy Holdings B.V.

JuicyFields betreibt folgende Webseiten:

https://juicyfields.io/de/
https://juicyfields.io/
https://juicyfields.crowddesk.io

Die Webseite https://juicyfields.io/ war die wichtigste des Unternehmens. Hier hatten die Kunden die Möglichkeit, in vier verschiedene Pflanzen anzulegen: Kaufen, Verkaufen, Gewinn auszahlen – das alles fand in virtuellen Gewächshäusern statt. Bis jetzt ist ungeklärt, ob es die Pflanzen jemals tatsächlich gegeben hat.

Denn schließlich, im Juli 2022, traten erste Ungereimtheiten auf. Die Kunden konnten sich nicht mehr in ihren Konten einloggen. Etwa zur gleichen Zeit wurden auch die Unternehmensinhalte auf den Social Media Kanälen von JucyFields gelöscht. Dies waren die ersten Anzeichen für einen Betrug.

BaFin sprach wiederholt Warnungen aus und führt Ermittlungen durch

Die BaFin warnte Juicy Holdings B.V. im März 2022 davor, ein nachrangiges Darlehen ohne einen von der BaFin genehmigten Prospekt anzubieten. Die Juicy Holding B.V. schaltete daraufhin die Werbe-Website ab. Das überarbeitete Angebot wurde anschließend auf https://juicyfields.io/ veröffentlicht.

Wie bei dem letzten Angebot wurde auch hier kein von der BaFin geprüfter Verkaufsprospekt mit allen erforderlichen Angaben veröffentlicht. Dieses Cannabis-Investmentangebot wird Mitte Juni 2022 von der BaFin verboten werden.

Im Juli 2022 sprach die BaFin weitere Verbraucherwarnungen aus und teilt mit, dass sie gegen Juicy Holdings B.V. wegen möglicher Verstöße gegen das Kapitalanlagegesetzbuch ermittelt.

Infolgedessen hat die BaFin am 3. Juni 2022 der Juicy Holdings B.V. (Amsterdam, Niederlande) untersagt, der Öffentlichkeit eine Anlage in Cannabispflanzen der Sorten JuicyFlash, JuicyMist, JuicyKush und JuicyHaze anzubieten. Dementsprechend ist es Juicy Holdings derzeit nicht möglich, in Deutschland öffentlich für diese Anlagen zu werben. Die BaFin gab das Verbot auf ihrer Website bekannt.

Die BaFin begründete das Verbot damit, dass es sich bei den genannten Anlagemöglichkeiten um „Vermögensanlagen“ nach dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) handelt. Vor Beginn des öffentlichen Angebots in Deutschland, das unter anderem über die Website https://juicyfields.io/de/ erfolgte, war Juicy Holdings daher gesetzlich verpflichtet, einen von der BaFin gebilligten Verkaufsprospekt zu erstellen. Die Aufsichtsbehörde behauptete, das Unternehmen sei dieser Pflicht nie nachgekommen.

Deutliche Warnung und Bußgeld

Neben den üblichen Hinweisen auf die Prospektpflicht und den Bereich der BaFin-Aufsicht enthält die BaFin-Mitteilung einen ungewöhnlich deutschlich formulierten Vorschlag für Anleger, die Geld bei Juicy Holdings angelegt haben.

Sie rät, bei Betrugsverdacht sofort Anzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft zu erstatten. Darüber hinaus „empfiehlt die BaFin den Betroffenen, bei Bedarf mit einem Anwalt zu sprechen“, um mögliche zivilrechtliche Schadensersatzansprüche geltend zu machen.

Außerdem forderte die Bafin Anfang Juli ein Zwangsgeld in Höhe von einer Million Euro von dem Unternehmen JuicyFields, weil es sich nicht an das Verkaufsverbot gehalten hat. Dieses Schreiben war auf der deutschen und englischen Version der Juicy Fields-Webseite zu finden.

Zunächst dachten einige Besucher, die Seite sei kompromittiert worden. Bei näherer Betrachtung stellte sich jedoch heraus, dass die Betreiber die Datei selbst hochgeladen hatten.

JuicyFields – undurchsichtiges Geschäftsmodell

Als Branchenführer schien JuicyFields Pionierarbeit beim „E-Growing“ von medizinischem Cannabis zu leisten. Scheinbar wurden dank der Erträge der Anlagen hohe Gewinne in Form von Dividenden an die Investoren ausgeschüttet.

Die Erträge und extrem profitablen Renditen variierten stark von Pflanze zu Pflanze. JuicyFields bot vier verschiedene Pflanzentypen an.

Die JuicyFlash-Variante war mit 50 € am preiswertesten, konnte aber nur einmal gepflückt werden. Dabei wurde mit 1,50 Euro pro Gramm Verkaufspreis geworben. Das eingenommene Geld lag bei 68 € bis 83 €.

Der Preis von JuicyMist lag mit 2.000 Euro deutlich darüber. Allerdings klangen hier sowohl der Ertrag als auch der Verkaufspreis besser. Bei vier Ernten pro Jahr sollte das Jahreseinkommen zwischen 1.200 und 1.600 Euro liegen.

„Pflanzen und Anbaumanagementdienste, die von lizenzierten Anbaupartnern der Juicy Holdings B.V. angeboten werden“, sollten vom Investor erworben werden. Die Anlegergelder sollten zu Anfang auf das Konto der „Juicy Grow GmbH“ in Deutschland eingezahlt und zu einem späteren Zeitpunkt an die „Juicy Holdings B.V.“ in den Niederlanden überwiesen werden.

Ist Juicyfields nur ein weiteres Schneeballsystem?

In der Geschäftswelt sind Ponzi-Betrügereien, Pyramidensysteme oder Schneeballsysteme nicht ungewöhnlich. Auch JuicyFields steht im Verdacht, ihre Anleger mit einem solchen System in die Irre geführt zu haben.

Offenbar war das Geschäft zu gut, um es sich entgehen zu lassen. Der elektronische Anbau, das sogenannte eGrowing, von medizinischem Marihuana wurde über die Website juicyfields.io ermöglicht. Es wurde behauptet, dass die Renditen im zweistelligen Prozentbereich liegen würden.

Anfangs hielten die Betreiber der Plattform das Versprechen, wie es für „Geschäftsmodelle“ dieser Art typisch ist. Zumindest gab es für die Investoren eine gewisse Rendite. In der Folgezeit kamen jedoch weder die Zahlungen noch der Zugang zu den Kundenkonten zustande.

Die Auszahlungen an die Anleger in einem Schneeballsystem werden durch die Einlagen künftiger Anleger finanziert und nicht durch die angeblichen Erträge, die durch das vorgebliche Geschäftsmodell entstehen. Und die Gewinne von JuicyFields nahmen zunächst zu.

Daraus ergeben sich jedoch im weiteren Verlauf mehr Zahlungsverpflichtungen. Eine solche Unternehmensstruktur ist zum Scheitern verurteilt. Wie bei JuicyFields ist es nur eine Frage der Zeit.

Was sagen die Verantwortlichen von JuicyFields?

Bis zu Beginn des Jahres trat Alan Ganse als CEO des Unternehmens auf. Zu den Betrugsvorwürfen befragt, äußerte er, nicht für die Investmentplattform oder den Bereich Finanzen verantwortlich gewesen zu sein.

Für die Vorfälle machte er die Komplexität der Unternehmensstruktur sowie einen internen Machtkampf zwischen neuen und alten Eigentümern verantwortlich.

Juicy Fields: Website noch online

Während die Kundenkonten gesperrt sind und die Anleger sich seit nun Mitte Juli nicht mehr einloggen können, ist die Anbieter Webseite immer noch online. Regelmäßig ändern sich hier die Informationen. Nicht bekannt ist allerdings, wer die Internetseite betreibt und die aktuellen Inhalte erstellt.

Aktuell ist auf der Domain von JuicyFields ein Text zu lesen, der auf sehr deutliche Art Vorwürfe erhebt und Verantwortlichkeiten zuschreibt. Wir haben Ihnen einen Teil aus dem englischen Original ins Deutsche übersetzt.

„Update für alle unsere Juicy-Mitglieder

Es sieht so aus, als ob Gorath von Luxbourgh aufgrund seiner Lügen und Betrügereien endlich den Druck zu spüren bekommt. Die Behörden haben offenbar seine Wohnungen und Geschäfte, einschließlich LC Med, durchsucht. Trotz aller Gerüchte, die auf dem Markt über die angeblichen Machenschaften von JuicyFields kursieren, ist die wahre Situation viel einfacher zu erklären. Von Luxbourg hat versucht, unser Unternehmen und Ihr Geld zu stehlen, und um ihn daran zu hindern, haben die Banken auf unsere Bitte hin alle unsere Bankkonten eingefroren.

Wir begrüßen es, wenn die Behörden ihre Ermittlungen fortsetzen, damit die Wahrheit endlich für alle sichtbar und hörbar wird. In der Zwischenzeit haben wir einen Plan in die Tat umgesetzt, der es uns ermöglichen wird, mit unserem eigenen Geld Einnahmen zu erzielen, um zumindest die Gelder aller bestehenden Anleger, die auf den Bankkonten liegen, zurückzuzahlen.“

(20.10.2022, https://juicyfields.io/)

Noch kurz zuvor waren folgende Texte zuoberst zu lesen:

„Trotz aller Gerüchte, die auf dem Markt über die angeblichen Machenschaften von JuicyFields kursieren, ist die wahre Situation viel einfacher zu erklären. Von Luxbourg hat versucht, unser Unternehmen und Ihr Geld zu stehlen, und um ihn daran zu hindern, haben die Banken auf unsere Bitte hin alle unsere Bankkonten eingefroren.“ (22.09.2022, https://juicyfields.io/)

„Recovery Programm, Betrüger und Verantwortung

Hallo E-Growers!

Der Sommer 2022 neigt sich dem Ende zu, aber wir alle haben noch einen langen gemeinsamen Weg vor uns, und eine brandneue Seite der JF-Bewegung beginnt in diesem Moment, wenn ihr diese E-Mail lest. Bevor ihr einen Blick darauf werft, solltet ihr eines verstehen.

Das Feedback, das wir in euren E-Mails erhalten, sowie das persönliche finanzielle Desaster und vieles mehr, das jeder, der an dem Projekt beteiligt war, erlebt hat, liegt in der Verantwortung der Eigentümer. Und wir, das Team, das die Idee der Ko-Kultivierung hatte, fühlen die Bitterkeit des Ganzen.“ (22.09.2022, https://juicyfields.io/)

Wie zuvor bereits erwähnt, ist unklar, wer aktuell die Website von JuicyFields betreibt. Dies ist ebenso intransparent, wie das gesamte Geschäftsmodell.

Interessant sind in jedem Fall die derzeitigen Kontaktinformationen auf der Internetseite. Hier ist nun keine Adresse in den Niederlanden (Amsterdam), sondern in Dänemark angegeben:

Jansen Grow ApS
CVR-Nr. 43303503
Juristische Adresse

Havnegade 39, 1058 København K, Dänemark
E-mails:

press@juicyholdings.com
refund@juicyholdings.com
legal@juicyholdings.com
Die JuicyFields AG ist an diesen Cannabis-Unternehmen beteiligt:

60% Cannabis international
20% Formula Swiss, Dänemark
20% Vertical, Schweiz

Exit Scam – Wie hoch sind die Verluste?

JuicyFields selbst spricht von insgesamt 500.000 registrierten Kunden auf der Investmentplattform. Der Kundenstamm erstreckt sich über Europa, Lateinamerika, Afrika und Asien.

Entweder mittels Banküberweisung oder Zahlungen mit Kryptogeldern wie Bitcoin, konnten die Kunden Investitionen zwischen 50 und 180.000 Euro tätigen.

Aggressive Werbung mit unfassbar hohen Renditen

Für ein seriöses Image und um das Vertrauen von Investoren weltweit zu gewinnen, setzte das Unternehmen JuicyFields seit 2020 auf eine konsequente Marketing- und Werbestrategie.

Auf verschiedenen Internetseiten, in Telegram Chatgruppen, verschiedenen Social Media Kanälen und auf Youtube wurden groß angelegte Werbemaßnahmen angewendet. Sogar mit Influencern wurde gearbeitet und die Investitionsplattform auf internationalen Messen beworben.

Darüber hinaus trat JuicyFields als Sponsor verschiedener Veranstaltungen und Ausstellungen auf und war mehrmals im Forbes Magazin. Bei den Investments in medizinisches Cannabis wurden zum Teil Gewinne in Höhe von jährlich mehr als 100 % versprochen.

Und der Marketingplan schien lange Zeit aufzugehen. Investoren berichteten lange Zeit von einer unproblematischen Auszahlung ihrer Gewinne. Die positiven Erfahrungsberichte kurbelten das Interesse der Kleinanleger an JuicyFields weiter an.

Etliche Privatinvestoren steckten ihre ganzen Ersparnisse in die Cannabis-Plattform. Einige nahmen sogar Kredite auf. Betroffene tauschen sich mittlerweile im Internet aus und ziehen Vergleiche zwischen JuicyFields und dem großen Betrugsfall rund um die digitale Währung OneCoin.

Als Drahtzieherin wird Ruja Ignatova auf der Liste vom FBI geführt – unter den weltweit meistgesuchten Personen. Der wirtschaftliche Gesamtschaden durch OneCoin soll vier Milliarden US-Dollar betragen.

Der Schaden durch JuicyFields wird derzeit auf eine Summe zwischen einer zweistelligen Millionenhöhe und Milliardenbeträgen geschätzt.

JuicyFields: ein moderner Wirtschaftskrimi

Nach aktuellem Ermittlungsstand hat JuicyFields zumindest teilweise das Schneeballsystem angewendet. Hierbei werden die Gelder von neuen Kunden illegal dazu benutzt, „ältere“ Kunden auszubezahlen.

Ebenfalls wurden einige Anleger mit Prämien an JuicyFields gebunden, wenn diese Neukunden anlocken konnten. Dass Investitionen in die Cannabisindustrie so attraktiv für Anleger sind, ist gar nicht so verwunderlich.

Die Branche wächst, seitdem der Konsum von Cannabis weltweit in mehreren Ländern für die medizinische Behandlung legalisiert wurde. Sogar für den privaten Konsum ist die pflanzliche Droge in manchen US-Staaten und in Kanada zugelassen.

Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern sind politische Debatten und Regierungspläne zur Legalisierung von Cannabis seit Jahren Thema und rücken in greifbare Nähe.

JuicyFields Ermittlungen und Sammelklage

Die Staatsanwaltschaft Berlin leitet Ermittlungen gegen die Hintermänner der Plattform. Gemeinsam mit dem Berliner Landeskriminalamt ermittelt die Staatsanwaltschaft auch zur Höhe des entstandenen Gesamtschadens durch JuicyFields.

Zuletzt wurden laut Staatsanwaltschaft Berlin gegen bisher 4 Gesellschaften Vermögensarreste vollstreckt, die jeweils mehr als 2,5 Millionen Euro betragen.

Jeder betroffene Anleger von JuicyFields hat die Möglichkeit, Strafanzeige wegen Betrug bei der Polizei zu erstatten und sollte dies – so der Rat unserer Rechtsanwälte – auch tun. Denn nur durch diesen Schritt tauchen die Investoren im Ermittlungsverfahren auf.

Unserer Rechtsanwaltskanzlei ist bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Berlin bereits mehrere Fälle betreut, sodass das Zustandekommen eines Sammelverfahrens wahrscheinlich ist.

Nichtsdestotrotz sollten Geschädigte nicht darauf warten, sondern jetzt handeln und den wahrscheinlichen Betrugsfall auch am Wohnort zur Anzeige bringen, um gegebenenfalls spätere Ansprüche vollstrecken zu können.

Was sollten Anleger jetzt tun?

Der wichtigste Rat ist: Handeln Sie zeitnah. Neben dem Stellen einer Strafanzeige sollten Investoren auch einen Schritt weitergehen und die Dienste eines Rechtsanwalts in Anspruch nehmen.  Ein Anwalt, der sich mit Anlagebetrug auskennt, verfügt über weitreichende Möglichkeiten.

Die Rechtsanwälte der Kanzlei Herfurtner bieten Ihnen zunächst ein kostenfreies Erstgespräch an, in dem Sie uns Ihre Erfahrungen schildern können. Anschließend werden wir eine Einzelfallprüfung vornehmen und Ihnen realistisch und ehrlich erläutern, welche Erfolgschancen wir sehen.

Kommt ein Mandat zustande, setzen wir uns gewissenhaft für Ihre Interessen ein.