Kreditkartenbetrug – Ratgeber und Tipps vom Rechtsanwalt. Als bargeldloses Zahlungsmittel ist die Kreditkarte weit verbreitet. Immer mehr Menschen machen davon Gebrauch, auch dank des wachsenden Online-Handels. Leider steigt mit der zunehmenden Verbreitung von Kreditkarten auch die Zahl der Kreditkartenbetrüger.

Kreditkarteninformationen sind sehr wertvoll. Daher sollten Sie Ihre Karte und die damit verbundenen Daten stets schützen. Niemand kann garantieren, dass Ihre Kreditkarte niemals missbraucht wird. Sie können den Kriminellen das Leben schwer machen, wenn Sie einige Grundregeln beachten.

Die Informationen, die Sie in diesem Beitrag finden, werden Ihnen helfen, wenn Sie Opfer eines Kreditkartenbetrugs geworden sind oder Sie sich vor einem solchen Betrug schützen möchten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Kreditkartenbetrug: Was ist das?
  2. Verschiedene Betrugsmethoden in Verbindung mit Kreditkarten
  3. Wie kommen Täter an Kreditkarteninformationen?
  4. Schutz vor Kreditkartenbetrug – 3 Tipps
  5. Handlungsempfehlungen für Betrugsopfer
  6. Wer haftet im Fall von Kreditkartenbetrug?
  7. Betrug: Wie ist die Rechtslage in Deutschland?
  8. Kreditkartenbetrug: Das sollten Sie jetzt tun!
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Kreditkartenbetrug: Was ist das?

Kreditkartenbetrug liegt vor, wenn jemand die Kreditkartendaten eines Anderen stiehlt oder verändert und sie für unberechtigte Einkäufe verwendet. Mehrere Millionen Euro gehen jährlich durch Kreditkartendiebstahl verloren, und diese Zahl steigt weiter an.

Verschiedene Betrugsmethoden in Verbindung mit Kreditkarten

Betrüger können Kreditkarten auf verschiedene Weise für ihre illegalen Zwecke ausnutzen. Um Einkäufe zu tätigen, muss man die Kreditkarte nicht einmal in der Hand haben. Für eine Transaktion sind nur die Basisinformationen der Karte erforderlich.

Diebstahl von Bankkarten

Betrüger können mit einer gestohlenen Kreditkarte schnell Einkäufe tätigen. Da bei vielen Kreditkarten lediglich eine Unterschrift zur Sicherheit erforderlich ist, führen Betrüger häufig sofort Transaktionen mit gestohlenen Kreditkarten durch.

Diebstahl elektronischer Daten

Bei Transaktionen, die mit einer Kreditkarte über das Internet getätigt werden, muss der Kunde dem Einzelhändler zunächst seine Kreditkartendaten mitteilen. Für schnelle Online-Transaktionen oder Überweisungen durch Kriminelle werden nur die Kartennummer, der Name des Karteninhabers und die Prüfziffer benötigt.

Datenklau durch Ransomware und Hackerangriffe

Die Kreditkartendaten der Kunden werden häufig von kriminellen Organisationen und Hackern gestohlen.

Dies bedeutet, dass eine Kreditkarte für Verbraucher nie völlig sicher ist. Daher sollten Sie ständig auf der Hut vor Kreditkartendiebstahl sein. Je eher Sie erkennen, dass Ihre Kreditkarte missbraucht wurde, desto besser.

Zugang zu Kreditkarteninformationen

Bei Online-Transaktionen sind Kreditkarteninformationen ein häufiges Ziel für Datendiebe. Infizierte Anhänge in E-Mails werden von Kriminellen regelmäßig genutzt, um Computer mit Malware zu infizieren. Eine weitere beliebte Methode ist die Umleitung auf gefälschte Websites, auf denen die Benutzer aufgefordert werden, ihre persönlichen Daten einzugeben.

Wenn ein Verbraucher seine Kreditkarte verliert, ist er ebenfalls der Gefahr des Betrugs ausgesetzt. Diebe können Online-Transaktionen durchführen, sobald sie die Kreditkartennummer und die Prüfziffer auf der Rückseite der Karte haben.

In vielen Geschäften ist es inzwischen möglich, mit einer Unterschrift zu bezahlen. Das macht einen Kreditkartendiebstahl wahrscheinlicher, als wenn man eine PIN eingeben müsste.

Hacking-Versuche bei Banken und E-Commerce-Websites sind regelmäßig erfolgreich. Ihre Kreditkartendaten müssen demnach besonders geschützt werden.

Vor Kreditkartenbetrug schützen – 3 Tipps

Es ist unmöglich, das Risiko eines Missbrauchs Ihrer Daten völlig auszuschließen. Unsere Ratschläge helfen Ihnen allerdings, die Gefahr zu minimieren, der Sie ausgesetzt sind.

Sorgsamer Umgang mit Ihren Daten

Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Kreditkartendaten missbraucht werden, ist größer, wenn Sie sie an viele Unternehmen weitergeben. Diese Unternehmen sind selbst zwar nicht in illegale Aktivitäten verwickelt, vielmehr steigt die Wahrscheinlichkeit eines Cyberangriffs auf Ihre persönlichen Daten, wenn Sie sie bei vielen Organisationen speichern.

Daher sind auch die technischen Sicherheitsmaßnahmen der Online Shops unterschiedlich. Bevor Sie also Ihre persönlichen Daten an einen Online-Händler weitergeben, sollten Sie sich etwas Zeit nehmen, um Ihre Optionen zu prüfen. Das Gleiche gilt für Smartphone-Anwendungen, die ebenfalls Zugriff auf Ihre Kreditkartendaten haben.

Bewahren Sie Ihre PIN und Ihre Kreditkarte nie am selben Ort auf. Im Falle eines Missbrauchs werden Sie für den entstandenen Schaden haftbar gemacht und der groben Fahrlässigkeit bezichtigt.

Fokus auf Kreditkartenabrechnung

Prüfen Sie jede einzelne Kreditkartenabrechnung gründlich.

Betrüger können zum Beispiel eine so genannte „Testgebühr“ verlangen, um zu sehen, ob der Kunde eine echte Person ist. Meistens werden nur ein paar Cent von Ihrem Bankkonto abgezogen.

Die Kriminellen werden daraufhin versuchen, nach und nach so viel Geld wie möglich von Ihrem Konto zu stehlen, wenn Ihre Bank dies nicht entdeckt und es nicht meldet.

Setzen Sie sich sofort mit Ihrer Bank in Verbindung und lassen Sie Ihre Karte sperren, wenn Sie verdächtige Aktivitäten mit Ihrer Kreditkarte feststellen. Es ist ratsam, Ihre Rechnungen auch nach der Sperrung der Karte im Auge zu behalten.

Vorsicht beim Online Shopping

Das Internet ist zu einem Hauptziel für Kreditkartenbetrüger geworden. Wenn Sie aufgefordert werden, persönliche Daten einzugeben, sollten Sie die URL in Ihrem Online-Browser genau überprüfen.

Ein fehlendes „https://“ in der URL-Zeile oder das Fehlen des Anbieters der ursprünglichen Website in der Adresszeile sind verräterische Zeichen dafür, dass Sie auf eine gefälschte Website umgeleitet wurden.

Wenn Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Website haben, sollten Sie eine Transaktion oder die Dateneingabe auf jeden Fall vermeiden.

Die großen Kreditkartenaussteller Visa und Mastercard haben als eine der ersten das 3D Secure-Verfahren eingeführt, um Ihre Online-Einkäufe zu schützen. Eine TAN und eine Kreditkartennummer sind zwei der Möglichkeiten, Ihre Identität mit „Verified by Visa“ bzw. „Mastercard Secure Code“ zu verifizieren.

Seit Ende 2020 ist ein solches zweistufiges Sicherheitssystem erforderlich.

Handlungsempfehlungen für Opfer von Kreditkartenbetrug

Wenn Sie trotz Ihrer Bemühungen Opfer eines Kreditkartenbetrugs werden, bewahren Sie einen kühlen Kopf und befolgen Sie diese Schritte.

Lassen Sie Ihre Karte sperren

Sobald Sie einen Betrugsverdacht haben, sollten Sie Ihre Kreditkarte sperren lassen. Dazu können Sie die gebührenfreie Notruf-Hotline 116 116 anrufen. Wenn Sie eine Kreditkarte besitzen, wird die Notrufnummer Sie umgehend an die richtige Stelle weiterleiten.

Um zu verhindern, dass Ihre Kreditkarte verwendet wird, muss Ihre Bank jedoch an diesem Programm teilnehmen. Ist dies nicht der Fall, können Sie sich direkt an Ihr Bankinstitut wenden.

Ihre vollständigen Kreditkarteninformationen sind für die Sperrung erforderlich, unabhängig davon, wo Sie anrufen.

Lassen Sie sich von Ihrer Bank schriftlich bestätigen, dass Sie den Verlust Ihrer Kreditkarte gemeldet haben. Zur Aushändigung einer solchen Bestätigung sind die Finanzinstitute verpflichtet. Hiermit sichern Sie sich ab und kommen Ihrer Pflicht nach – insbesondere in Bezug auf mögliche Haftungsfragen äußerst relevant.

Neben der Sperrung von Kreditkarten können Sie auch die Sperrung von Mobiltelefonkarten, Bankkarten und die elektronische Identifizierungsfunktion von Personalausweisen über die Sperr-Notrufnummer 116 116 veranlassen und damit einen Missbrauch Ihrer sensiblen Daten verhindern.

Melden Sie unverzüglich den Kreditkartenbetrug

Bei Verdacht auf Kreditkartenbetrug sollten Sie neben Ihrem Finanzinstitut auch die Polizei benachrichtigen. Überprüfen Sie auch die Richtigkeit dieser Informationen.

Es macht nichts, wenn die Karte nicht gestohlen wurde, Sie aber dennoch vermuten, dass jemand die Karte missbraucht hat.

Buchen Sie Ihr Geld zurück

Sie haben das Recht, Ihr Geld zurückzubekommen, wenn Sie Ungenauigkeiten auf der Abrechnung feststellen. Es gibt eine gesetzliche Frist von acht Wochen, aber meistens haben Sie mehr Zeit.

Das liegt daran, dass die Kreditkartenunternehmen in ihren Richtlinien häufig langwierige Rückbuchungsverfahren festgelegt haben. Dennoch sollten Sie es mit diesen Möglichkeiten nicht übertreiben, denn die Vorschriften zwingen Sie zu einer raschen Reaktion sobald Sie einen Betrug feststellen.

Auf den Websites der Anbieter stehen die notwendigen Formulare zum Download bereit. Transaktionen, die mehrfach von Ihrem Konto abgebucht wurden oder die Sie nicht getätigt haben, können Anlass für eine Beschwerde bei Ihrem Kreditinstitut sein.

Geld Weg: Wer haftet im Betrugsfall?

Nach einem Kreditkartendiebstahl kann es unterschiedliche Möglichkeiten der Haftung geben. Wenn die Karte eines Karteninhabers gestohlen oder missbräuchlich verwendet wird, beschränkt der Gesetzgeber die Haftung des Karteninhabers auf 50 Euro. Diese Bestimmung ist in Artikel 675v des Bürgerlichen Gesetzbuchs enthalten.

In den allgemeinen Geschäftsbedingungen der verschiedenen Anbieter wird erwähnt, wann ein Karteninhaber für den Verlust oder Diebstahl seiner eigenen Karte verantwortlich ist.

Wer grob fahrlässig oder vorsätzlich eine Straftat begeht, muss damit rechnen, dass er für seinen Schaden selbst verantwortlich gemacht wird.

Er haftet also für die gesamte Summe.

Geht die Karte jedoch verloren oder wird sie gestohlen und wird sie nicht so schnell wie möglich bei Ihrem Finanzinstitut gemeldet, handelt es sich um grobe Fahrlässigkeit.

Eine weitere grobe Nachlässigkeit ist es, die PIN und die Kreditkarte am gleichen Ort wie die Brieftasche aufzubewahren.

Betrug – wie ist die Gesetzeslage in Deutschland?

Das deutsche Strafgesetzbuch (StGB) widmet dem Kreditkartenbetrug eine Reihe von Paragrafen.

§ 266b StGB: Hier wird der Betrug vom Karteninhaber selbst begangen. Obwohl er weiß, dass er sich das Geld nicht leisten kann, setzt er seine Kreditkarte trotzdem ein.

Es handelt sich um Computerbetrug nach § 263a StGB, wenn das Datenverarbeitungsverfahren an der Kasse oder im Internet sowie an Geldautomaten manipuliert wird.

Der Einsatz von gefälschten oder gestohlenen Kreditkarten wird nach § 152a StGB mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet.

Kriminelle, die einen Kreditkartenbetrug begehen, müssen je nach Art der Tat mit hohen Strafen rechnen, darunter auch Gefängnisstrafen und hohe Geldstrafen.

Kreditkartenbetrug: Das sollten Sie jetzt tun!

Seien Sie sich jedoch darüber im Klaren, dass Sie bei Unachtsamkeit oder gar Unehrlichkeit für alle Schäden, die durch Ihr Handeln entstehen, verantwortlich sind.

Schützen Sie sich vor Datendiebstahl und Ausbeutung, indem Sie ein paar einfache Richtlinien befolgen.

  1. Ist Ihre Kreditkarte verschwunden? Ist es möglich, dass sie gestohlen wurde? Oder sind Sie überrascht, wenn Sie auf Ihrem Kontoauszug Transaktionen sehen, die Sie nicht selbst getätigt haben? Dann lassen Sie Ihre Kreditkarte sofort sperren!
  2. Sie können entweder die gebührenfreie Nummer 116 116 anrufen oder Ihre Bank kontaktieren, um Ihre Karte zu sperren.
  3. Wenn Ihre Kreditkarte gestohlen wurde, wenden Sie sich sofort an die Polizei.
  4. Handeln Sie schnell und warten Sie nicht allzu lange damit, unberechtigte Abbuchungen zurückzufordern.
  5. Nehmen Sie sich im Betrugsfall einen Anwalt, der Ihre Interessen und Forderungen gegen die Bank vertritt.