Ombudsmann – Bedeutung: Ein Ombudsmann ist ein neutraler Dritter, der als Vermittler zwischen Kunden und Finanzorganisationen wie Banken, Versicherungen und Kreditgebern von Hypotheken fungiert. Auch das Job Center hat vielfach vor Ort eine Ombudsstelle für seine Kunden eingerichtet. Die wesentlichste Aufgabe des Ombudsmannes ist es, mit der erzielten Einigung allen Beteiligten den Gang vor Gericht zu ersparen.

Als Alternative zum Gerichtsverfahren können Sie das Ombudsmann-Verfahren nutzen. Der Verbraucher muss für diese Art der Schlichtung nicht bezahlen.

In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie Sie den richtigen Ombudsmann für Ihr Anliegen finden. Und in welchen Fällen ein Ombudsmann zum Einsatz kommt.

Was macht ein Ombudsmann?

Wie bereits erwähnt, ist der Ombudsmann oder die Ombudsfrau eine Person, die in einem Streitfall zwischen den betroffenen Parteien vermittelt. Gegenüber stehen sich in diesen Streitigkeiten zumeist Verbraucher und Institutionen wie Banken, Sparkassen oder Versicherungen – insbesondere Krankenversicherungen.

Ein Ombudsmann muss sich in Schlichtungen absolut unparteiisch verhalten. Er kommt zum Einsatz, wenn die Fronten zwischen zwei oder mehreren Interessensgruppen verhärtet sind und ein qualifizierter Vermittler benötigt wird, um ein Gerichtsverfahren zu verhindern.

Auch ein ganzer Ombudsrat kann diese Aufgabe des neutralen Streitschlichters übernehmen, anstatt dass eine einzelne Person die Rolle des Ombudsmanns oder der Ombudsfrau ausfüllt.

Unter bestimmten Umständen sind Ombudsleute befugt, verbindliche Entscheidungen für die Anbieter zu treffen.

So läuft das Ombudsmannverfahren ab:

  1. Wenn Ihre Beschwerde zulässig ist, wird eine Voruntersuchung durchgeführt. Je nach Bedarf müssen Sie zusätzliche Unterlagen bereitstellen, damit die Beschwerde behoben werden kann.
  2. Im Idealfall hat die Institution bereits entschieden, dass Ihre Beschwerde berechtigt ist. Dabei hat sie sich bestenfalls bereit erklärt, Ihrer Bitte nachzukommen.
  3. Wenn dies nicht der Fall ist, erhalten Sie die Stellungnahme und haben die Möglichkeit, auf diese zu reagieren. Dann wird der Ombudsmann zu einem Ergebnis kommen.

Wer bezahlt den Ombudsmann?

Verbraucher, die die Dienste eines Ombudsmannes, einer Ombudsfrau oder eines Ombudsrats in Anspruch nehmen, müssen keinerlei Kosten tragen. Die Schlichtungsstellen werden schließlich von den jeweiligen Institutionen finanziert.

Hier wird Verbrauchern demnach eine vollkommen kostenlose Alternative zum Gerichtsverfahren angeboten.

Sofern ein Kunde mit der Empfehlung des Ombudsmanns nicht einverstanden ist, steht ihm der Rechtsweg im Anschluss immer noch offen.

Wann können Verbraucher einen Ombudsmann einschalten?

Ein Verbraucher und seine Bank, Versicherungsgesellschaft, Bausparkasse oder andere Organisation können von Zeit zu Zeit in einer bestimmten Frage unterschiedlicher Meinung sein.

Beispiele für Unstimmigkeiten sind:

  • eine als ungerechtfertigt empfundene Gebühr,
  • eine verweigerte Versicherungsleistung – Rechtsschutz, Unfallversicherung, Hausratsversicherungen u.ä.,
  • Berechnung von Leistungen aus Lebensversicherungen,
  • die Höhe eines Bonuszinses bei einem Bausparvertrag.Für die private Krankenversicherung gibt es in Berlin eine eigene Schlichtungsstelle, bei der es häufig zu Streitigkeiten wegen Versicherungsleistungen kommt. An dieser Schlichtungsstelle sind die meisten großen deutschen Kranken- und Pflegeversicherungsunternehmen beteiligt.

Ombudsleute bringen die Gegenseite dazu, eine Erklärung abzugeben, und legen dann einen Schlichtungsplan vor. Es gibt mehrere Fälle, in denen dies ausschließlich für die Institution und nicht für den Kunden bindend ist.

Ombudsmann Versicherung – Aufgaben

Vor allem Verbraucherschlichtungsstellen wie der Ombudsmann für Versicherungen sind in der Gesellschaft sehr bekannt. Ihre Aufgabe ist es, versicherungsbezogene Probleme zu lösen.

Ein objektiver, schneller und unbürokratischer Ombudsmann für Versicherungen kann die Versicherer zur Zahlung von bis zu 10.000 Euro zwingen, nachdem er ihre Entscheidungen überprüft hat. Außerdem ist es seine Aufgabe, die Ergebnisse der Überprüfung auf leicht verständliche Weise darzustellen.

Der Versicherungsombudsmann ist ein Vermittler zwischen dem Versicherten und dem Versicherungsunternehmen. In Deutschland können Versicherungsombudsleute auf einen einzigen Bereich spezialisiert sein, aber sie können auch viele Bereiche abdecken, insbesondere bei Tarifen, die nicht weit verbreitet sind.

Wenn Sie ein Problem mit Ihrer Versicherung haben, kann der Ombudsmann als Vermittler für Sie tätig werden. Der Ombudsmann wird den Versicherungsfall bewerten und anschließend ein Urteil in diesem Zusammenhang abgeben. In den meisten Fällen akzeptieren die Versicherungsgesellschaften die Feststellungen des Ombudsmannes.

Wie lange dauert ein Ombudsmannverfahren?

In den meisten Fällen, kommen Ombudsleute innerhalb weniger Wochen bis maximal drei Monaten zu einer Entscheidung. Komplizierte Streitfälle können länger dauern. Allerdings ist eine Überschreitung von 90 Tagen laut Verbraucherstreitbeilegungsgesetz nur unter bestimmten Voraussetzungen gestattet.

Wann ist ein Ombudsmannverfahren nicht möglich?

Nicht alle Fälle werden vom Ombudsmann bearbeitet. Das Schlichtungsverfahren kann nicht in Anspruch genommen werden, wenn:

  1. ein wahrscheinlicher Anspruch bereits verjährt ist,
  2. das Organ sich gegenüber dem Antragssteller auf Verjährung beruft,
  3. eine Klage bereits eingereicht wurde,
  4. der Kunde und das Institut eine Einigung erzielt haben,
  5. eine andere Schlichtungsstelle bereits eingeschaltet wurde
  6. oder der Verbraucher lediglich eine Rechtsberatung wünscht.

Wie wende ich mich an einen Ombudsmann?

Je nach Art der Institution, mit der der Kunde in Konflikt gerät, kann er zwischen verschiedenen Bürgerbeauftragten wählen. Sehen Sie sich in der Regel die Vertragsunterlagen an. Dort sind meist der Name des Ombudsmannes und die Kontaktinformationen aufgeführt.

Auf den Websites der meisten Organisationen finden Sie unter „Ombudsmann“ oder „Schlichtung“ die entsprechenden Informationen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wer der Ombudsmann Ihrer Institution ist, fragen Sie nach.

Auch Schlichtungsstellen und das Internet können Ihnen bei der Suche nach einer Antwort helfen. Auf ihren Websites geben diese Organisationen häufig eine Liste der Organisationen an, für die sie zuständig sind. Wenn Sie nach Kontaktinformationen für andere Schlichtungsstellen suchen, werden Sie dort vielleicht ebenfalls fündig.

Was bringt mir ein Ombudsmann?

Die Arbeit des Ombudsmannes ist eine nützliche Alternative zu kostspieligen und langwierigen Gerichtsverfahren. Es ist wichtig zu verstehen, dass der Ombudsmann bei seiner Entscheidung, ob ein Versicherungsanspruch berechtigt ist oder nicht, eine Reihe von Faktoren berücksichtigt. Dabei muss er beispielsweise die Kosten der Schäden im Blick behalten.

Der Ombudsmann ist weder ein Staatsbediensteter noch ein Vertreter eines Versicherungsunternehmens.

Es handelt sich um neutrale Freiwillige, die sich zu Organisationen oder Schiedsstellen zusammengeschlossen haben.