Online Betrugsmaschen – rechtzeitig erkennen & sich schützen

Identitätsdiebstahl und andere Formen des Betrugs werden zunehmend über das Internet begangen. Die Angreifer bedienen sich einer breiten Palette von Techniken. Sie erfahren in diesem Beitrag, wann und wo Vorsicht geboten ist.

Cybercrime und Internetkriminalität – Betrüger nutzen das Internet zunehmend als Spielwiese, und die Zahl der Fälle nimmt stetig zu. Den polizeilichen Kriminalitätsdaten zufolge hat es in Deutschland im Jahr 2020 über 130.000 Fälle von Computerkriminalität geben. Das ist ein Anstieg von 6,2 % gegenüber dem Vorjahr.

Inhaltsverzeichnis

  1. Online Betrugsmaschen: vielfältig & weitverbreitet
    1.1 Phishing E-Mails
    1.2 Fake Spendenaufrufe
    1.3 Geld für Liebe?
    1.4 Wohnungsinserate gefälscht
    1.5 Falsche Gewinnversprechen
    1.6 Reparaturleistungen PC
    1.7 Erfundene Job-Angebote
    1.8 Prinz aus Afrika – Erbschaft
    1.9 Gefälschte Websites
  2. Online Betrugsmaschen – so schützen Sie sich

Online Betrugsmaschen sind vielfältig und weitverbreitet

Virtuelle Betrügereien sind heute ebenso vielfältig wie die Online-Landschaft an sich. Fast alle Betrügereien gehen zulasten ahnungsloser Opfer, die ihren eigenen Sehnsüchten nachgeben, wobei es meistens um Geld geht oder darum, einer schwierigen Situation zu entkommen.

Auch Daten wie PINs oder Kontonummern, die äußerst sensibel und wichtig sind, können ausspioniert werden. Um das Geld anderer Leute zu stehlen oder Produkte auf Kosten anderer online zu kaufen, begehen manche Betrüger sogar Identitätsdiebstahl. Diese Online Betrugsmaschen sind aktuell zu erkennen:

Phishing in E-Mails

Betrüger verwenden häufig E-Mails, die den Anschein erwecken, von einer Bank, einer Internetplattform oder einem Online-Shop zu stammen, um ihre Opfer zu täuschen. Die Opfer werden häufig aufgefordert, Zugangsdaten einzugeben, während sie eine Website des Absenders besuchen.

Danach werden sie auf eine gefälschte Website umgeleitet, die fast identisch mit der echten zu sein scheint, z. B. ein Online-Shop. Sobald der Empfänger auf den Link in der Phishing-E-Mail klickt und den Forderungen des Betrügers nachkommt, wird er oder sie zum Opfer.

Falsche Spendenaufrufe

Viele Menschen möchten nach einer großen Naturkatastrophe oder anderen Tragödien, die über die Medien in die Welt getragen wurden, helfen. Diese Hilfsbereitschaft wissen Betrüger auszunutzen. Entsprechend richten sie gefälschte Spendenseiten und -konten ein, und schreiben emotionale E-Mails, um Geld für die Opfer zu sammeln, das jedoch nie ankommt.

Solche Betrügereien sind erfolgreich, weil sie die Großzügigkeit und den Großmut der Menschen ausnutzen. Daher sollten Sie in derartigen Situationen immer auf Spendenseiten recherchieren, um herauszufinden, ob die dahinter stehenden Organisationen es ernst meinen mit der Hilfe für Menschen in Not.

Spenden Sie auf keinen Fall an eine Website, bei der Sie den Verdacht haben, dass sie betrügerisch ist. Auf der Website jeder seriösen Wohltätigkeitsorganisation finden Sie eine Erklärung zu den Richtlinien und Steuerunterlagen.

Geld für Liebe – häufige Online Betrugsmasche

Betrüger benutzen fiktive Profile und Bilder auf Dating-Diensten, um ahnungslose Opfer zu täuschen. Sie bauen gezielt eine langfristige virtuelle Beziehung zu ihren Opfern über Chat und gelegentlich auch Telefon auf. Bis zu dem Punkt, an dem sich die „Beziehung“ authentisch anfühlt, machen sie auf diese Weise weiter.

Dann starten sie mit ihrer eigentlichen Absicht und bitten das Opfer um Geld. Meistens geht es zunächst um kleinere Beträge, um etwa eine Fahrkarte zu finanzieren, damit man sich wiedersehen kann. Jedoch werden im Laufe der Zeit die Forderungen immer größer.

Gefälschte Wohnungsinserate

Mit gefälschten Anzeigen für besonders schöne und preiswerte Wohnungen versuchen Betrüger, die Wohnungskrise auszunutzen und an das Geld ihrer Opfer zu kommen. So verlangen die Betrüger eine Vorauszahlung von den potenziellen Mietern, zum Beispiel als Anzahlung oder für die erste Monatsmiete.

Sobald das Geld überwiesen ist, werden jedoch der Mietvertrag und die versprochenen Schlüssel nicht ausgehändigt.

Versprechen auf angeblichen Gewinn

Die Opfer werden per E-Mail benachrichtigt, dass sie einen hohen Geldbetrag oder einen wertvollen Gegenstand gewonnen haben. Dann werden sie darüber informiert, dass zusätzliche Gebühren, z. B. für die Bearbeitung oder einen Notar, fällig seien.

Die Zahlung per Banküberweisung oder über Dienstleister wie Western Union seien die einzigen Möglichkeiten, die den Opfern zur Verfügung stünden, um die Gebühren zu begleichen. Tatsächlich jedoch erschweren diese Methoden lediglich, das Geld später zurückzuholen.

Grundsätzlich gilt: Wer nicht Lotto spielt, kann auch nicht im Lotto gewinnen. Und wer nicht an einer Verlosung oder einem Preisausschreiben teilgenommen hat, kann dafür auch keinen Preis erhalten.

Angebot für Computer-Reparaturdienstleistungen

Jemand von einem großen Softwareunternehmen ruft an und behauptet, PC-Probleme wie langsame Internetverbindungen oder lange Ladezeiten beheben zu können. Details erhalte man per separater E-Mail. Sobald man jedoch die E-Mail eines Betrügers öffnet, lädt man eine Fernzugriffsanwendung herunter, die dem Betrüger Zugang zum eigenen Computer verschafft.

Das klingt zunächst sehr nützlich, denn nicht alle Nutzer verfügen über weitreichende Computerkenntnisse. Tatsächlich ermöglicht man es dem Betrüger jedoch, Malware auf dem Rechner zu installieren. Und sobald der Virus installiert ist, können die Betrüger auf alle Dateien, Daten und persönlichen Informationen zugreifen.

Deshalb sollte man niemals unaufgeforderte Angebote zur Computerreparatur annehmen und niemandem gestatten, den eigenen Computer aus der Ferne zu benutzen.

Online Betrugsmasche mit gefälschten Job-Inseraten

In gefälschten Online-Stellenangeboten werden Arbeitssuchenden regelmäßig ideale Arbeitsplätze und attraktive Gehälter versprochen. Anschließend werden die Bewerber telefonisch zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Und kurz darauf liegt ein unterschriftsreifer Arbeitsvertrag vor.

Jedoch müssten je nach Art der Aufgabe noch einige Dinge angeschafft werden, um die Stelle antreten zu können. Uniformen, Arbeitsschuhe und eine bestimmte Hemd- und Hosenkombination sind einige Beispiele. Entsprechend wird der neue Mitarbeiter gebeten, all diese Dinge im Voraus bezahlen und das Geld an das Unternehmen überweisen.

Der Prinz braucht Hilfe oder das vermeintliche Erbe

Nicht selten erhält man unverhofft eine E-Mail, in der man um eine schnelle Geldüberweisung gebeten wird. Besonders populär ist der „nigerianische Prinzen-Betrug“, wahlweise stammen diese E-Mails auch von angeblichen Geschäftsleuten, die dabei Hilfe benötigen, einige Millionen Dollar aus dem Land zu bringen.

Häufig geht es auch um den plötzlichen Tod eines unbekannten Verwandten, der denselben Nachnamen trägt wie der Empfänger der Nachricht. Allen Maschen ist gleich: Der Absender benötigt Hilfe und der Angeschriebene erhalte für seine Hilfe einen Teil der Millionen. Dabei liefert der Absender gerade genug Informationen, um die Legitimität des Angebots in den Augen des Empfängers zu belegen.

Allerdings dauere es aus verschiedenen Gründen immer eine Zeit, bis das Geld ankomme – und in der Zwischenzeit muss man mehrere kleine Zahlungen leisten, um den Geldfluss zu erleichtern.

Gefälschte Websites

Wer eine Suchmaschine nutzt, um die Website seiner Bank zu finden, läuft Gefahr, auf eine gefälschte Website weitergeleitet zu werden. Diese sehen oftmals dem Original sehr ähnlich, weil sie gestalterische Elemente der Website der Hausbank verwenden.

Über gefälschte Webseiten versuchen Betrüger, Menschen dazu zu verleiten, ihre Kontodaten und Passwörter preiszugeben oder eine Telefonnummer zu wählen und einem angeblichen Bankvertreter ihre persönlichen Daten mitzuteilen. Überdies fordern Betrüger dazu auf, die Kontrolle über den eigenen Computer abzugeben, damit der Fachmann bestimmte Tätigkeiten ausführen könne.

Online Betrugsmaschen: So schützt man sich vor Abzocke und Betrug

Gewinne aus heiterem Himmel, ohne an einer Lotterie teilgenommen zu haben, ein plötzliches Erbe oder Geldgeschenke von Fremden: Wenn ein Angebot zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das mit ziemlicher Sicherheit auch. Vor Betrugsversuchen ist man nie gefeit. Sie schützen sich weitestgehend, indem Sie die folgenden Punkte beachten.

6 Tipps zum Schutz vor Online Betrug

  1. Oftmals stammen die Betrüger aus dem Ausland und sind der deutschen Sprache nicht bis ins Detail mächtig. Das führt automatisch zu Fehlern auf Websites. Deshalb sollte man penibel darauf achten, welche Qualität eine Website in Bezug auf Orthografie und Grammatik hat. Auch eine unprofessionelle Gestaltung des Web-Auftritts ist verdächtig.
  2. Geben Sie niemals Ihre Kontodaten an einen Ihnen unbekannten Anrufer weiter. Passwörter und PIN für EC- und Kreditkarten werden niemals von echten Bankangestellten oder gar der Polizei abgefragt.
  3. Wenn Sie eine Dating-Plattform nutzen und dem Partnersuchenden nicht im echten Leben in die Augen geschaut haben, sehen Sie davon ab, eventuell verlangte finanzielle Hilfestellung zu leisten.
  4. Wenn Sie mit Fremden oder Firmen zu tun haben, die Sie nicht kennen, zahlen Sie nie etwas im Voraus! So wird nicht selten der Ausgleich von Kosten für die Bearbeitung von Geschenken oder Preisen verlangt, aber auch angebliche Stellenangebote oder Angebote für neue Mietobjekte seien nur gegen Zahlung verfügbar.
  5. Vermeiden Sie es, Unbefugten Zugriff auf Ihren Computer oder Ihre persönlichen Daten zu gewähren. Im Falle einer tatsächlichen Störung werden Banken, Internetanbieter oder Behörden niemals einen Zugang verlangen.
  6. Als allgemeine Richtlinie gilt: Öffnen Sie niemals Anhänge von unbekannten Absendern in einer E-Mail-Nachricht. Dies ist eine der häufigsten Online Betrugsmaschen. Wenn die E-Mail einen Anhang oder einen Link enthält, sollten Sie wachsam sein, da Sie möglicherweise aufgefordert werden, darauf zu klicken oder die Anlage zu öffnen und persönliche Daten preiszugeben.

Opfer von Online Betrug – was tun?

Sollten Sie bereits zum Opfer von Online Betrug geworden sein, beraten unsere Rechtsanwälte Sie bundesweit. Wir unterstützen Sie, wenn Sie Strafanzeige wegen Betrug erstatten möchten und vertreten Ihre Interessen sowohl gerichtlich als auch außergerichtlich. Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie einen Beratungstermin.

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