Online Broker Schadensersatz – Die Börsenmärkte verzeichneten die stärksten Kurseinbrüche seit mehr als zehn Jahren. Bedingt durch die aktuelle weltpolitische Lage, sowie der Verbreitung des Coronavirus besteht großer Bedarf flexibel und kurzfristig an den Finanzmärkten handeln zu können.

Kunden von Online-Brokern mussten nicht nur dabei zusehen, wie ihr Depot stetig an Wert verlor, sondern waren darüberhinaus komplett machtlos dagegen vorzugehen. Aufgrund massenhafter Zugriffe schienen die IT-Systeme vorübergehend zu versagen.

Haben Sie Schwierigkeiten auf Ihr Online-Depot zuzugreifen? Blieb es Ihnen verwehrt, beispielsweise Teil- oder Komplettverkäufe zu tätigen?

Ihnen steht ein Anwalt für einen Austausch zu dieser Thematik zur Verfügung. Gerne beraten wir Sie in einem unverbindlichen und kostenlosen Erstberatungsgespräch.

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Online Broker Schadensersatz – Haftung wegen Verzögerungen beim Handel?

Online Handel bietet regelmäßig vor allem den Vorteil, schnell auf dem Aktienmarkt agieren zu können. In Zeiten der Globalisierung sind wirtschaftliche Spannungen teilweise kaum vorhersehbar und bedürfen rascher Eingriffe in den Finanzmarkt.

Insbesondere aufgrund der Verbreitung des Coronavirus (Covid-19-Pandemie) haben die internationalen Märkte mit starken Kurseinbrüchen zu kämpfen. Gerade in Zeiten stark schwankenden Kursen erwarten Anleger im Online Handel eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Verwaltung und Organisation ihres Depots.

Wie ist die Rechtslage?

Zunächst ist zu untersuchen, aus welchem Grund ein Zugriff auf das Depot nicht möglich war oder ein Handel nicht stattfinden konnte.

Insbesondere ein technisches Versagen der EDV kann bereits eine vertragliche Pflichtverletzung darstellen, welche die weitere Überprüfung von konkreten Schadensersatzansprüchen zulässt. Nicht selten werben Online Broker ausdrücklich mit der Ausführung sekundenschneller Order.

Auch in diesem Zusammenhang besteht, wenn Aufträge erst mit stundenlanger Verzögerung ausgeführt werden, Möglichkeiten, die Anbieter unmittelbar in Haftung zu nehmen. In diesem Zusammenhang hat das Landgericht Nürnberg-Fürth ein Urteil erlassen (siehe Landgericht Nürnberg-Fürth, Az. 14 O 9971/98). Eine zeitnahe Prüfung wird empfohlen.

Online Broker – Haftung auf Schadensersatz: Wirksamer Ausschluss durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs)?

Nicht selten versuchen Unternehmer gewisse Risiken über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen durch AGB-Klauseln vermeintlich auf den Verbraucher umzuwälzen.

Dies hat selbstverständlich rechtliche Grenzen, die im Rahmen des Verbraucherschutzes gewährleistet werden müssen. So wurde beispielsweise vom Bundesgerichtshof entschieden, dass die Pflicht zur zeitnahen Ausführung der Order seitens der Online Broker nicht durch AGBs auszuschließen sind (siehe BGH, Urteil vom 12.12.2000, Az. XI ZR 138/00).

Informieren Sie sich gerne bei einem Rechtsanwalt, welche individuellen Rechte Ihnen zustehen. Zunächst ist dabei zu überprüfen welcher Betreiber das Online Depot zur Verfügung stellt, sowie welche AGBs dem zugrunde liegen.

Bei Brokern, die sich darauf berufen, dass die Verzögerung darauf zurückzuführen ist, dass diese durch das Handeln eines dritten Vertragspartner entstanden sind, entschied bereits das Oberlandesgericht Nürnberg mit Urteil vom 24.11.2003, (Az. 8 U 36/03): Danach haftet der Broker für das Verschulden von Erfüllungsgehilfen und kann damit ebenfalls haftbar gemacht werden. Auch dies eröffnet die Prüfung zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen.

Welcher Schaden ist zu ersetzen?

Aufgrund einer größeren Verzögerung der Order durch den Online Broker können signifikante Vermögensschäden entstehen. Es wird dem Anleger die Möglichkeit genommen, die Aktien später teurer oder billiger weiterzuverkaufen.

Grundsätzlich sieht das BGB (Bürgerliche Gesetzbuch) gemäß § 249 BGB die sogenannte „Naturalrestitution“ vor. Danach ist der Geschädigte so zu stellen, als wäre das schädigende Ereignis nie eingetreten.

Darüber hinaus erfasst das Gesetz auch den entgangenen Gewinn als Schaden. Wird also beispielsweise der Auftrag des Kunden vom Online Broker zu spät ausgeführt, so besteht der Schaden in der Kursdifferenz zwischen dem gewünschten Handelszeitpunkt und dem tatsächlichen Zeitpunkt.

Problematisch können hier durchaus Fragen der Beweisbarkeit werden.

Rechtsanwalt Felix Pritschet rät deshalb:

Insbesondere bei der Abwicklung von Rechtsgeschäften im Internet, sollte der Verbraucher stets unter Berücksichtigung stellen, dass bei späteren Problemen die Beweisbarkeit einzelner Transaktionen und Bewegungen auf der Homepage eine herausragende Rolle spielen wird. Es wird deshalb empfohlen regelmäßig Daten in Form von Screenshots oder PDF-Ausdruck lokal abzuspeichern und diese zu sichern.

Gerne überprüfen wir auch Ihre Unterlagen im Zusammenhang mit der Durchsetzung von Ansprüchen. Kontaktieren Sie uns unverbindlich in unserem Kontaktformular oder auch telefonisch zu unseren Gesprächszeiten.

Unser Sekretariat vereinbart mit Ihnen gerne einen Erstberatungstermin mit unseren Rechtsanwälten.

Online Broker Schadensersatz – Aktuelle Entwicklung

Kürzlich wurde berichtet, dass einige Online Brokern Probleme bei der Ausführung von Aufträgen hatte.

Das System zeigte den Kunden eine Fehlermeldung „Response Queue Error“ an. Andere Benutzer erklärten, dass sie zeitweise nicht auf ihr Konto zugreifen konnten.

Erst durch das Neuladen der Homepage konnte dieser Fehler behoben werden. In solchen Fällen kann es durch zwischenzeitlich hohe Aktienschwankungen zu horrenden Verlusten oder Gewinneinbußen kommen. In solchen Fällen besteht dringender Handlungsbedarf, Ansprüche anzumelden.

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen und politischen Situation ist es nicht auszuschließen, dass demnächst bei weitere Online-Brokern durch die große Nachfrage nach schnellem Handel technische Probleme auftreten können.

Anleger sind Kursverlusten jedoch nicht schutzlos ausgesetzt. Vielmehr besteht die Möglichkeit, die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen zu prüfen.