P&R Container Insolvenz

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P&R Container Insolvenz

P&R Container – nicht die erste Insolvenz eines Container-Anbieters in den letzten Jahren – aber vermutlich einer der größte Anlageskandale der Bundesrepublik.

Eine gute Neuigkeit gibt es für die über 50.000,00 Geschädigten der P&R Container Insolvenz. In Anspruch genommen wird diesmal einer der Gründer der P&R Container Unternehmensgruppe persönlich. Es handelt sich um Heinz Roth, der sich bereits in Untersuchungshaft befindet.

Das Landgericht München gab in einem Eilverfahren dem Antrag auf Erlass eines Arrestbeschlusses statt. Das bedeutet für die Anleger, dass erstmals nicht nur auf das Vermögen der insolventen P&R Containergruppe zugegriffen werden kann.

Ein weiterer Vorteil des gerichtlichen Beschlusses: die Auskunft über die Höhe seines verbleibenden Vermögens kann Roth nicht mehr verweigern. Er hatte zuvor laut Aussage des Insolvenzverwalters lediglich angegeben, es sei ein kleiner zweistelliger Millionenbetrag vorhanden.

Auch weitere Arrestbeschlüsse könnten sich lohnen. Die Zwangsvollstreckung gibt Anlegern möglicherweise eine Chance auf anteilige Erstattung. Dies käme der von P&R ursprünglich versprochenen Investition in Sachwerte vergleichsweise nah.

Wer prüfen lassen möchte, ob sich etwa eine Kontopfändung bei den Verantwortlichen von P&R auch in seinem Fall anbietet, kontaktiert am besten einen erfahrenen Rechtsanwalt.

P&R Container

Was sich vor wenigen Wochen ankündigte, ist nun Gewissheit: P&R Container, der Marktführer für Direktinvestitionen in Seecontainer mit Sitz in der nördlichen Münchner Straße in Grünwald bei München, ist zahlungsunfähig.

Wie das Amtsgericht München bestätigte, wurde Rechtsanwalt Michael Jaffé aus München als vorläufigen Insolvenzverwalter für die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie die P&RGebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH eingesetzt. Die 1993 gegründete Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter ist vor allem auf dem Gebiet des Insolvenzrechts und der Insolvenzverwaltung tätig. Auch bei dem bekannten Insolvenzverfahren des Medienkonzerns KirchMedia wurde Rechtsanwalt Jaffé als Insolvenzverwalter bestellt.

Grünwald klingt nach einer guten Adresse. Denn die Gemeinde im Isartal, genießt als Geschäftssitz bei Anlegern den Ruf eines noblen, finanzstarken und exklusiven Standorts. Auch das Containerunternehmen P&R, das seinen Investoren sehr optimistische Rendite mit Containern versprach, machte sich das jahrelang zu nutze.

Die betroffenen Investoren stellen sich nun die Frage was sie nun für Möglichkeiten haben. Die Anwälte der Kanzlei Herfurtner sehen verschiedene Möglichkeiten das Investment zu retten und raten daher zu einer zeitnahen Überprüfung der Möglichkeiten für Anleger durch einen Anwalt.

ZDFzoom Angelegt und abgesoffen

P&R Container Insolvenz

Doch am 19.03.2018 wurden vorläufige Insolvenzverfahren über drei der vier P&R-Gruppe gehörenden Unternehmen angeordnet. Tausende Investoren bei P&RContainer hoffen nun darauf zumindest einen Teil ihres in das Frachtcontainer-Geschäft gesteckten Geldes wieder zurückzuerhalten. 51 000 Anleger bei P&R Container könnten um bis zu 3,4 Milliarden Euro gebracht worden sein.

Obwohl Anlageskandale in den Medien ständig präsent sind, vertrauen sich die Deutschen regelmäßig schwer durchschaubaren Anlagemodellen an. Viele Anleger investieren deshalb in das Geschäft auf dem grauen Kapitalmarkt, weil dort mit hohen Rendite-Chancen gelockt wird.

Wenn allerdings mit einer dauerhaften Rendite von sechs Prozent oder sogar noch mehr geworben wird, sollten Investoren misstrauisch werden. Ebenso, wenn sie unternehmerische Risiken tragen sollen oder ihnen hohe Kosten in Rechnung gestellt werden.

P&R Container – das Anlagemodell

Das Geschäftsmodell des 1975 gegründeten Unternehmen sieht vor, dass Investoren Container von P&R kaufen. Als neue Eigentümer überlassen diese die Container wieder P&R zur Weitervermietung. Während der Laufzeit von drei- bis fünf Jahren erhalten die Investoren Mietzahlungen. Nach Ablauf dieses Zeitraums erstellt P&R ein Rückkaufsangebot für die Container.

Dies macht die Renditehöhe abhängig vom Rückkaufswert. Ein Rückkaufswert von 65 Prozent wird prognostiziert aber nicht garantiert. Angesichts der Entwicklungen auf dem Container-Markt, könnte man diese Prognose als äußerst optimistisch ansehen. Zumal niemand abschätzen kann wie der Zustand der Container sich nach fünf Jahren auf See verändert.

P&R Container Schwierigkeiten – könnte mehr hinter der Insolvenz stecken?

Über die Gründe der Insolvenz von P&R Container gibt es einige Spekulationen, aber die wirklichen Hintergründe werden sich mit der Zeit noch zeigen müssen. Die an die Investoren ausgeschütteten Renditen sollen höher ausgefallen sein als die tatsächlich eingenommenen Container-Mieten. Dieser Verlust könnte durch das das Einsammeln frischer Gelder von neuen Privatinvestoren ausgeglichen worden sein.

P&R Container Schneeball – Handelte es sich um ein Schneeballsystem?

Könnte das Geschäftsmodell von P&R Container also darauf basieren, dass regelmäßige Neu-Investoren das Altgeschäft finanzieren? Wenn ein Finanzierungsmodell auf ständiges Neugeschäft angewiesen ist, wird auch schnell der Verdacht eines Schneeballsystems laut. „Schneeballsysteme“ brechen in sich zusammen, sobald nicht mehr genug frisches Kapital zugeführt wird. Deshalb könnte es ein Warnsignal sein, dass nicht mal ein Jahr vor der Insolvenz, das Neugeschäft um 40% zurückging.

Dadurch könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Mieten und Rückkaufswerte schon in den vergangenen Jahren nur durch das Neugeschäft aufgebracht werden konnte. Ob sich der Verdacht bestätigt und sich hinter dem Geschäft von P&R Container ein Schneeballsystem steckt wird sich zeigen.

Fakt ist jedoch, dass P&R Container am sogenannten grauen Kapitalmarkt tätig war. Finanzanbieter unterliegen hier keiner staatlichen Aufsicht und unterstehen nur wenigen gesetzlichen Vorschriften. Unternehmer locken Investoren oft mit dem Versprechen hoher Rendite-Chancen, verschweigen aber häufig die Risiken die hinter solchen Investitionen stecken.

P&R Container Rückkauf– Was geschieht mit den Investitionen

„Eine solide Investition in Sachwerte“ Mit diesen Worten beschrieb P&R Container selbst ihr Anlagemodell.

Aber in den vergangenen Monaten mussten die Anleger auf ihre Mietauszahlungen warten. Dann erfuhren die Investoren per Brief, dass sich der bevorstehende Rückkauf der Container verzögere. Kurz darauf stoppte P&R auch den Neuverkauf. Und nun läuft für folgende Firmen der P&RGruppe das vorläufige Insolvenzverfahren:

  • P&R Container Vertriebs-Verwaltungs-GmbH
  • P&R Gebrauchscontainer Vertriebs- und Verwaltungs GmbH
  • P&R Container Leasing GmbH

Seit Februar blieben also immer mehr Mietzahlungen aus, einen Monat später folgte der Insolvenzantrag von P&R Container. Nun droht mit der Insolvenz tausenden Anlegern ein finanzieller Verlust. Einen geplanten Rückkauf von Containern sagte P&R Container ebenfalls ab. Laut einigen freizugänglichen Quellen gaben sie wohl als Begründung an, dass ein überraschende Abspringen eines Geschäftspartners dafür verantwortlich wäre.

Es ist nicht der erste Fall einer Insolvenz eines Anbieters von Containerfonds. Im Mai 2016 ging der Anbieter Magellan Maritime in die Insolvenz. Investoren sollten in jedem Fall schnell handeln und sich fachanwaltlich Beratung einholen.

Insolvenz – Welche Möglichkeiten haben Sie?

Bis Stand 05.04.2018 konnte noch nicht die Frage geklärt werden, ob die Investoren die Container wirksam als Eigentum erworben haben.
Daran schließt sich die Frage an, ob im Insolvenzverfahren ein sogenanntes Aussonderungsrecht besteht. Besteht ein solches Recht, sind die Eigentümer nicht Insolvenzgläubiger. Die ihnen gehörenden Container werden demnach auch nicht Teil der Insolvenzmasse, was einen deutlichen Vorteil darstellt.

Um Eigentum an den Containern zu erwerben, muss neben dem Kaufvertrag eine sogenannte Übereignung stattgefunden haben. Im Falle von P&R werden die Container dem Anleger nicht tatsächlich ausgehändigt. Stattdessen sollte der Anleger ein Zertifikat erhalten, in dem das Eigentum bestätigt wird.

Hierdurch kann der P&R Container Anleger genau feststellen, welche Container sich in seinem Eigentum befinden. So können diese sich hinreichend von den anderen unterscheiden. Um das Eigentum beweisen zu können, genügt daher nicht allein der Verwaltungsvertrag. In vielen Fällen kam es offenbar aber nicht zur Erteilung des Zertifikats.

Für die Aussonderungsrecht-Begründung reicht die reine Nennung der Stückzahl und Typenbezeichnung in der Regel nicht. Somit muss sich auch noch herausstellen ob ein Aussonderungsrecht im Insolvenzverfahren geltend gemacht werden könnten.

Bestehen Ansprüche auf Schadenersatz?

Was P&R Container Investoren ebenfalls anwaltlich prüfen lassen sollten, ist ob im Rahmen einer fehlerhaften Anlageberatung / Anlagevermittlung Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können. Sollte Ihnen die Investitionen ohne entsprechende Hinweise auf Risiken empfohlen oder angeboten worden sein, so kann nach Prüfung des Sachverhalts je nach Einzelfall die Möglichkeit durchaus bestehen.

Dies gilt auch für die unterbliebene Aufklärung über die Bedeutung des Zertifikats. Vor allem wenn nicht ausreichend über die Nachteile aufgeklärt wurde, die durch ein Fehlen entstehen. Hierdurch könnten Schadensersatzansprüche begründet werden.

Die Beratung von Investoren muss immer anleger- und objektgerecht erfolgen. Ebenfalls muss auf ein vorhandenes Totalverlustrisiko deutlich hingewiesen werden. Bei Investitionen auf dem sogenannten grauen Kapitalmarkt kommt es in zahlreichen Fällen zu Falschberatung.

Anlagevermittler locken Kunden oft mit hohen Renditeversprechen, verschweigen dabei allerdings die großen Risiken. Nicht selten ist die Empfehlung von Anlagen auf dem grauen Kapitalmarkt nicht angemessen und somit fehlerhaft. Insbesondere dann, wenn unmissverständlich zum Ausdruck gebracht wurde, dass eine konservative und sicherheitsorientierte Anlage gewünscht ist.

Kanzlei mit Fachrichtung Bank- und Kapitalmarktrecht

Wir beraten und unterstützen Anleger die ein Container-Investment bei P&R getätigt haben. Mandanten sollten in jedem Fall schnell handeln und sich anwaltliche Beratung einholen.

Die Kanzlei Herfurtner betreut Mandanten in den Bereichen Bank- und Kapitalmarktrecht und Anlegerschutz. Unsere Anwälte besprechen mit Ihnen gerne das weitere Vorgehen.

Was wir für Sie tun können

Die Anwälte der Kanzlei Herfurtner helfen betroffenen Anlegern und finden für sie die beste Möglichkeit ihre Ansprüche schnell und effizient durchzusetzen. Unter anderem durch:

  • die Überprüfung der P&R Container Verträge auf Rechtswirksamkeit
  • die Überprüfung der Rechtswirksamkeit der Anlagevermittlung beziehungsweise Vermittlung
  • Feststellung der zustehenden Ansprüche
  • Prüfung des Bestehens eines Aussonderungsrechts
  • Forderungsanmeldung
  • Durchsetzung der Ansprüche im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten
  • Überprüfung der Möglichkeit von Schadensersatzansprüche gegenüber Banken und sonstigen Kapitalanlagedienstleistern

Die Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner ist im Wirtschaftsrecht, insbesondere im Bank- und Kapitalmarktrecht, Anlegerschutz, Gesellschaftsrecht und Immobilienrecht tätig.

Unsere Anwälte helfen Anlegern im Bankrecht, Kapitalmarktrecht und Kapitalanlagerecht bei Falschberatung durch Banken, Anlageberater, Finanzdienstleister und Vermögensverwalter. Gerne prüfen wir auch in Ihrem Einzelfall die Möglichkeiten und Ansprüche zum Insolvenzverfahren von P&R Container.
Weitere Berichte zu diesem Thema:

2018-09-18T11:15:28+00:0005/04/2018|Kategorien: Kapitalanlagerecht|4 Kommentare

4 Kommentare

  1. Klaus-Dieter K. 17. April 2018 um 17:11 Uhr - Antworten

    Ich war mehr also geschockt als ich auf der Website las, das im Bereich „Investitionsangebote“ kein öffentliches P&R Angebot verfügbar war. Etliche Vertriebspartner erhielten auch von P&R die Anweisung keine weiteren Verträge für die Containerverkaufsangebote Nr. 5005, 6005 abzuschließen.

  2. Peter 12. April 2018 um 17:55 Uhr - Antworten

    Man munkelt, dass Auszahlungen an viele Anleger aus den Container-Vermietungsgeschäften nur über neue Investments möglich seinn konnten. Ob das dann ein Schneeballsystem ist werden die Gerichte klären müssen. Der Insolvenz-Verwalter wird die See-Container weiter vermieten wollen.

  3. Johannes T. 5. April 2018 um 17:46 Uhr - Antworten

    Ich frage mich, ob sich die Gruppen von Anlegern bei P&R Container am Ende einigen können. Wa passiert mit dem Vermögen in der P&R Gruppe? Wie werden sich Altanleger verhalten?

    • Hanni 12. April 2018 um 13:50 Uhr - Antworten

      Eine spannende Frage wäre auch: Hat P&R überhaupt eigenes Vermögen? Wenn die einzelnen Container Eigentum der einzelnen Anleger sind, dürfte es da wenig Masse geben.

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