Stand: 15.09.2025, Europe/Hamburg

Quinvex Capital wirbt offenbar als digitale Investitionsplattform im Kryptobereich und verspricht attraktive Renditen und innovative Strategien.

Für Anleger stellt sich die Frage, ob es sich um ein seriöses Angebot handelt oder ob Indizien für ein hohes Risiko oder betrügerisches Vorgehen vorliegen.

Nach bisherigen Erkenntnissen bestehen Unklarheiten über Regulierung, Impressum und Geschäftspraktiken, weshalb eine fundierte Prüfung notwendig ist.

Dieser Beitrag bietet einen umfassenden, vorsichtigen Überblick über Fakten, Indizien und mögliche Handlungsoptionen für Betroffene.

Steckbrief / Überblick

  • Name des Anbieters: Quinvex Capital

  • Domain(en): quinvexcapital.com, quinvexcapital.net (beide werden im Zusammenhang genannt)

  • Behauptetes Leistungsangebot: Kryptowährungs-Investments, automatisierter Handel, hohe Renditen (z. B. über WhatsApp-Investmentgruppen)

  • Angebliche Vertretende (laut Plattform/Medien): „Professor“ Friedrich Kohlmann, „Assistentin“ Nadine Wagner, Team in Deutschland (Frankfurt), angeblich gegründet 2015

  • Werbeversprechen: hohe und garantierte Renditen, einfache Nutzung über Apps, professionelle Beratung, Nutzung von KI/Trading-Strategien

  • Zahlungswege laut Nutzerberichten / Scamberichten: häufig Krypto-Transfers, Überweisungen, Nutzung über WhatsApp-Gruppen

  • Impressum / Unternehmensangaben: unklar; keine eindeutigen Angaben zu Firmensitz, Rechtsform oder Registereintrag festgestellt

  • Lizenzstatus laut öffentlichen Registern: bisher keine erkennbare Lizenz bei BaFin, FCA, FINMA, CySEC etc.

  • Behördliche Hinweise oder Warnungen: Es liegen Online-Berichte und Hinweise von Rechtsanwälten vor, wonach Quinvex Capital mutmaßlich nicht seriös ist

  • Nutzerfeedback: Berichte über WhatsApp Investment Scam, keine Trades, keine Auszahlungen, Druck zum weiteren Einzahlen

  • Namensvarianten und Apps: QUINVEXMAX (App), Quinvex App, Quinvexcapital-Netzwerk

Geschäftsmodell & Werbeversprechen

Angebliches Geschäftsmodell

Quinvex Capital präsentiert sich als Plattform, die Kryptowährungsinvestments, automatisiertes Trading und Investmentberatung kombiniert. Nach Darstellung in Presseartikeln wird behauptet:

  • Firmengründung 2015 in Frankfurt

  • Nutzung von KI-basiertem Handel („KI-Handel“)

  • Expansion nach Deutschland, globaler Ansatz

  • Personalia wie „Professor Friedrich Kohlmann“ sollen Seriosität ausstrahlen

Zielgruppe

  • Privatpersonen, die über WhatsApp-Gruppen oder Apps angesprochen werden

  • Anleger mit Fokus auf einfache, schnelle Renditen und Krypto-Investments

Rendite-/Bonusversprechen

  • In diversen Reviews wird von „significant returns“, „guaranteed profit“ berichtet

  • App-Plattformen versprechen scheinbar einfache und sichere Erträge

Kanäle

  • Werbung per WhatsApp-Investmentgruppen

  • App-Angebote (QUINVEXMAX)

  • Presseartikel und PR-Beiträge in Bereichen Wirtschaft/Finanzen

  • Social Media nicht eindeutig nachgewiesen, aber möglich

AGB-/Fee-Struktur

  • Keine öffentlich einsehbaren AGB bekannt

  • Laut Nutzerberichten (Scam-Analysen): oft Gebühren vor Auszahlung, angeblich zur „Freischaltung“ oder „Gebühren für Auszahlung“

  • Häufig Anschuldigungen, dass Gewinne nur gegen weitere Zahlungen freigegeben werden

Typische Warnsignale (Red Flags)

  • Garantierte hohe Renditen: in unseriösen Quellen wird von „guaranteed profit“ gesprochen – an sich ein Alarmzeichen.

  • WhatsApp-Investmentgruppen: bekannte Methode bei Anlage-Betrugsversuchen, Druck durch Gruppenkommunikation.

  • Unklare Personen: „Professor Friedrich Kohlmann“, „Nadine Wagner“ teils als AI-generierte oder fiktive Profile beschrieben.

  • Keine Lizenzierung oder Impressum: keine Nachweise zu offiziellen Registern, keine Adresse, keine Rechtsform.

  • Gebühren vor Auszahlung: Anwaltliche Berichte beschreiben, dass Gebühren verlangt werden, bevor Auszahlungen möglich sind.

  • Intransparente App-Modelle: Apps wie QUINVEXMAX sollen angeblich Investitionen ermöglichen, aber Analysequellen bezeichnen sie als betrügerisch.

  • Aggressive Upsells: Betroffene berichten, dass nach ersten Einzahlungen weitere große Investitionen gefordert werden.

  • Recovery-Scam-Risiko: Anwaltliche Quellen warnen vor nachträglichem Kontakt durch „Helfer“, die gegen Gebühr angeblich Rückholung versprechen.

Achtung: Diese Warnsignale basieren auf Nutzerberichten und journalistischen/Scam-Quellen. Sie stellen keine gerichtsfesten Tatsachen dar, liefern aber starke Indizien für problematisches Vorgehen.

Regulierung & Lizenzlage

  • BaFin (Deutschland): keine Registrierung oder Lizenz für Quinvex Capital ersichtlich.

  • FCA (UK): keine Einträge verfügbar.

  • FINMA (Schweiz), CySEC (Zypern), FMA (Österreich): keine Hinweise auf Regulierung.

  • Bewertung: Nach bisher zugänglichen Informationen ist keine gültige Finanzlizenz vorhanden. Plattform wirbt nicht mit einer bekannten Finanzaufsicht oder Lizenznummer. Keine Lizenz ersichtlich.

Behördliche Warnungen

  • Keine offizielle Warnung einer Finanzaufsichtsbehörde gefunden.

  • Allerdings: Rechtsanwaltliche Beitrage (z. B. bei anwalt.de) warnen aktiv davor, Quinvex Capital und Quinvexcapital.net bzw. QUINVEXMAX als Anlage zu nutzen. Es wird dort von mutmaßlichem Betrug gesprochen.

  • Zusammenfassung aus anwaltlichen Infoquellen:

    • Quinvex Capital sei mutmaßlich ein Fake.

    • Nutzer bekommen laut Berichten zuerst kleine Auszahlungen, danach blockiert.

    • Name Quinvex wird häufig mit App-Variante (QUINVEXMAX) verbunden.

  • Anmerkung: Diese Verhaltensempfehlungen stammen nicht von Behörden, sondern aus anwaltlicher und journalistischer Sicht.

Erfahrungsberichte & Nutzerfeedback

  • Reddit/Webforen: In einem Beitrag wird berichtet, das Geld sei „direkt in die Hände von Betrügern gegangen“, keine Trades, keine Gewinne, keine Auszahlung. Nutzer schreiben, dass es nie ein echtes Investmentkonto gegeben habe.

  • Tracingfundsonline: berichtet, dass „Professor Friedrich Kohlmann“ und „Nadine Wagner“ angeblich gefälschte Profile seien, KI-generiert. Beschreibt das System als WhatsApp Investment Group Scam mit Versprechen von hoher Rendite, bei der am Ende Auszahlungen verhindert werden.

  • Anwalt.de: In mehreren Beiträgen wird erwähnt, dass Quinvex Capital bzw. Quinvex App oder QUINVEXMAX als 100 %iger Betrug eingestuft werden. Typische Hergänge: erstes Investment, App zeigt Gewinne, dann Gebühren, danach Blockierung.

  • Resch-Rechtsanwälte Warnliste: Liste Quinvex Capital als Anlage-Betrug, Anleger würden gezielt um ihr Kapital gebracht.

  • Scamminder: Bewertet Quinvexcapital.net als Scam; weist auf mangelnde Informationen und unklare Struktur hin.

  • Muster:

    1. Kontakt via WhatsApp / App.

    2. Kleine Einzahlung, erste Gewinne dargestellt.

    3. Forderung nach Gebühren oder weiteren Investitionen.

    4. Auszahlung verweigert, Konto gesperrt.

    5. Keine Reaktion des Supports.

Rechtliche Optionen für Betroffene

  1. Vertragliche Ansprüche / Schadensersatz:

    • Prüfung von Vertragsverhältnissen – oft nur mündlich oder digital.

    • Bei Täuschung oder arglistiger Werbung könnten Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche bestehen.

  2. Chargeback (Kreditkarte):

    • Wenn per Kreditkarte bezahlt, könnte eine Rückbuchung möglich sein („Dienstleistung nicht erbracht“).

  3. SEPA-Rückruf (Lastschrift):

    • Innerhalb von acht Wochen möglich; bei unautorisierten Lastschriften bis zu 13 Monate nach Zahlung.

  4. Bank oder Zahlungsdienstleister kontaktieren:

    • Unterstützung verlangen, etwa unter Hinweis auf bekannte Scam-Fälle; ggf. versucht die Bank, Zahlungen zu stoppen oder aufzuklären.

  5. Krypto-Aspekte:

    • Krypto-Transfers in der Regel irreversibel.

    • Wenn Gelder auf bekannte Börsen oder Wallets gehen, dort Freeze-Request einreichen.

    • Blockchain-Analyse zur Nachverfolgung möglich; aber erfolgreicher Rückfluss selten.

  6. Strafrechtliche Anzeige:

    • Bei Betrugsverdacht können Anleger Strafanzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft erstatten.

    • Unterstützung durch Cybercrime-Ermittler sinnvoll.

  7. Zivilklage / internationale Vollstreckung:

    • Abhängig vom Sitz der Betreiber ist internationale Klage sinnvoll; aber oft schwierig, wenn Anbieter anonym oder im Ausland ist.

  8. Unterstützung durch Anwälte / Verbraucherzentralen:

    • Rechtsberatung einholen; ggf. bei Sammelverfahren oder großangelegten Schadensfällen kooperieren.

Sofort-Checkliste bei Verdacht

  • Zahlung sofort einstellen – keine weiteren Einzahlungen leisten.

  • Kommunikationen sichern (WhatsApp-Chats, App-Screenshots, E-Mails).

  • Zahlungsbelege sammeln (Transaktionsdaten, Bankauszüge, Wallet-Adressen, Hashes).

  • Screenshots der App / Plattform erstellen (Werbung, Versprechen, Namen).

  • Support-Kontakte dokumentieren (Telefon, Chat, Email).

  • Chargeback / SEPA-Rückruf prüfen – möglichst sofort handeln.

  • Bank bzw. Zahlungsdienstleister informieren – Hinweis auf Scam-Verdacht geben.

  • Anzeige erstatten – bei Polizei / Staatsanwaltschaft.

  • Anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen – Beweise auswerten und rechtliche Schritte planen.

Beweissicherung – welche Unterlagen sammeln

  • Screenshots von Werbeversprechen (z. B. garantierte Renditen, KI-Handel, Profilbilder).

  • Chats / App-Screens – insbesondere erste Nachrichten, Versprechen, Hinweis auf Gewinne.

  • AGB (falls vorhanden) oder Textpassagen der Plattform.

  • Zahlungsnachweise – Überweisungen, Kreditkartendaten, Wallet-Transaktionen mit Datum und Betrag.

  • Dauerhafte Daten – z. B. Plattform-Domain, App-Name, Release-Datum, Version.

  • Zeugnisaussagen oder Erfahrungsberichte – eigene oder von anderen Betroffenen.

  • Time-Line führen – wann Kontakte stattfanden, wann Zahlungen, wann Reaktionen kamen.

FAQ

1. Woran erkenne ich unseriöse Broker oder Plattformen wie Quinvex Capital?
Unrealistisch hohe Gewinne, keine Lizenz, fehlende Impressumsangaben, unerklärlicher Druck zur Einzahlung, Betrugsberichte – alles klare Warnsignale.

2. Was tue ich, wenn ich Auszahlungen nicht bekomme?
Zahlung beenden, Bank oder Zahlungsdienstleister sofort informieren, Chargeback oder SEPA-Storno prüfen, Beweise sammeln, Anzeige erstatten.

3. Kann ich Krypto-Transfers rückgängig machen?
Im Normalfall nein. Nur bei Verwahrung durch Drittanbieter (z. B. Exchange) kann man einen Freeze-Request versuchen. Blockchaintransaktionen sind technisch irreversibel.

4. Gibt es eine Regulierungsstelle für solche Anbieter?
Ja – in Deutschland ist es die BaFin. Es gibt keine Hinweise, dass Quinvex Capital dort reguliert ist.

5. Woran erkenne ich, ob Personen in solchen Plattformen echt sind?
Fehlende Profile in Branchenverzeichnissen, kein LinkedIn, widersprüchliche Angaben, verdächtige Fotos – oft handelt es sich um fiktive Profile.

6. Sollte ich Anzeige erstatten?
Ja. Strafanzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft kann nicht nur helfen, sondern auch als Nachweis dienen für weitere rechtliche Schritte.

7. Was ist ein Recovery-Scam und wie schütze ich mich?
Einserseits Abzocke, bei der “Helfer” nach Verlust gegen Gebühr „Geld zurückholen“ versprechen. Schutz: keine Zahlungen an Dritte nach initialem Verlust leisten.

8. Kann meine Bank haftbar gemacht werden, wenn sie Zahlungen an solche Anbieter ausgeführt hat?
Unter Umständen ja – wenn sie erkennbare Warnsignale ignoriert hat. In manchen Fällen konnte Haftung durch Pflichtverletzung geltend gemacht werden.

Fazit: Quinvex Capital – Hochgepriesenes Konzept oder gefährlicher Betrugsfall?

Quinvex Capital gibt sich gerne seriös – mit smartem Branding, KI-Wachstumsversprechen, deutschen Namen und App-Anwendungen. Jedoch zeigen sich nach Recherche erhebliche Ungereimtheiten: unklare Lizenzsituation, fehlende Transparenz, aggressive WhatsApp-Strategien, keine belastbaren Verweise auf echte Investitionen. Verlässliche Erfahrungsberichte mit positiven Ergebnissen fehlen; stattdessen gibt es zahlreiche Hinweise auf Scam-Modelle: erst kleine Gewinne, dann Gebühren, Absperrung von Auszahlung.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Es liegen Hinweise vor, dass Quinvex Capital mutmaßlich kein seriöses Investmentunternehmen ist, sondern eher in Richtung betrügerischer Plattformen tendiert. Anleger sollten höchstmögliche Vorsicht walten lassen, keine weiteren Einzahlungen leisten, alle Belege sichern und ggf. umgehend rechtliche Schritte einleiten.

Die Kanzlei Herfurtner steht betroffenen Anlegern zur Verfügung, um individuelle Situationen zu prüfen und rechtliche Optionen zu erläutern.

Hinweis: Die Ausführungen beruhen auf öffentlich zugänglichen Informationen zum Zeitpunkt des oben genannten Stands. Es handelt sich nicht um eine abschließende Bewertung und keine Rechtsberatung. Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bedeuten keine Feststellung eines straf- oder zivilrechtlich gesicherten Sachverhalts.

Wolfgang Herfurtner | Rechtsanwalt | Geschäftsführer | Gesellschafter

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