Rechtsfolgen bei Bauschäden – Ein neues Haus wird gebaut, und bereits nach kurzer Zeit zeigen sich erste Bauschäden. Sei es fehlerhafte Dichtungen, Risse in den Wänden oder eine ungenügende Wärmedämmung – solche Mängel können zu erheblichen rechtlichen Auseinandersetzungen führen. Doch was tun, wenn es zum Streit kommt? In diesem Artikel beleuchten wir die verschiedenen Facetten von Bauschäden und ihren rechtlichen Folgen und geben praxisnahe Tipps, wie Sie sich wehren können.

Bauschäden und ihre Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen für Bauschäden gehören:

  • Fehler in der Planung: Schon kleine Fehler in der Planungsphase können später zu großen Problemen führen.
  • Mangelhafte Bauausführung: Oftmals sind es Fehler bei der Ausführung der Bauarbeiten, die zu Schäden führen.
  • Schlechte Materialqualität: Minderwertige Baumaterialien erhöhen das Risiko von Schäden erheblich.
  • Falsche Nutzung oder Pflege: Auch nach Fertigstellung des Baus können Fehler bei der Nutzung oder Pflege zu Schäden führen.

Diese Ursachen zeigen, wie vielfältig die Gründe für Bauschäden sein können und dass sie nicht immer leicht zu identifizieren sind.

Rechtsgrundlagen bei Bauschäden

Das Werkvertragsrecht (§ 631 ff. BGB)

Das deutsche Werkvertragsrecht ist die wesentliche rechtliche Grundlage bei Bauschäden. Nach § 631 BGB ist der Unternehmer verpflichtet, das Werk, also das Bauprojekt, frei von Sachmängeln zu erstellen. Bei Mängeln haftet der Unternehmer gemäß § 634 BGB für die Beseitigung der Mängel, Kostenübernahme oder sogar Schadenersatz.

Hierzu zählen:

  • Nacherfüllung (§ 635 BGB): Der Unternehmer hat das Recht zur Nachbesserung.
  • Minderung (§ 638 BGB): Der Besteller kann eine Herabsetzung der Vergütung verlangen.
  • Schadenersatz (§ 636, 280, 281 BGB): Bei schuldhaft herbeigeführten Mängeln kann Schadenersatz verlangt werden.

VOB/B (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen)

Viele Bauverträge beziehen sich auf die VOB/B, die spezielle Regelungen für Bauverträge enthält. Sie ist besonders praxisnah und detailliert in Bezug auf die Ausführung und Abnahme der Bauleistungen. Auch hier besteht ein Rechtsanspruch auf Nachbesserung und gegebenenfalls Ersatzleistungen.

Schritte zur Konfliktbewältigung

Dokumentation der Mängel

Die gründliche Dokumentation aller Bauschäden ist essenziell. Hierzu können folgende Schritte beitragen:

  1. Fotodokumentation
  2. Zeugenaussagen
  3. Gutachten durch Experten

Eine lückenlose Dokumentation verschafft Ihnen eine starke Ausgangslage im Falle eines Rechtstreits.

Mängelanzeige und Fristsetzung

Dem Unternehmer sollte eine Mängelanzeige mit einer angemessenen Frist zur Behebung der Mängel zugestellt werden. Dies ist der erste Schritt, um den Unternehmer zur Verantwortung zu ziehen.

Einschaltung eines Sachverständigen

In vielen Fällen ist die Begutachtung durch einen neutralen Sachverständigen notwendig. Ein solches Gutachten kann entscheidend sein, um die Sachlage klar darzustellen.

Rechtliche Schritte

Sollte keine Einigung erzielt werden, können folgende rechtliche Schritte eingeleitet werden:

Die Auswahl der Maßnahmen hängt vom Einzelfall ab und sollte immer in Absprache mit einem Anwalt erfolgen.

Rechtsprechung und Praxisbeispiele

Beispiel 1: Der undichte Neubau

In einem Fall wurde ein Neubau durch unsachgemäße Planung und Ausführung undicht. Der Bauherr setzte eine Frist zur Nachbesserung, doch der Unternehmer reagierte nicht. In der anschließenden Klage erhielt der Bauherr Recht, und der Unternehmer musste die Kosten für die Nachbesserung sowie Schadenersatz leisten.

Beispiel 2: Mangelhafte Wärmedämmung

Ein anderes Beispiel betraf eine unzureichende Wärmedämmung, die zu erheblichen Heizkosten führte. Hier wurde aufgrund eines unabhängigen Gutachtens festgestellt, dass minderwertige Materialien verwendet wurden. Der Bauherr konnte erfolgreich Schadenersatzansprüche durchsetzen.

Tipps zur Vermeidung von Bauschäden

Qualifizierte Planer und Handwerker wählen

Die Auswahl qualifizierter und erfahrener Planer und Handwerker ist der Grundstein für ein erfolgreiches Bauprojekt. Referenzen und Prüfungen können hier Abhilfe schaffen.

Regelmäßige Kontrollen

Regelmäßige Kontrollen während der Bauphasen können frühzeitig Mängel aufdecken und beheben. Dies kann durch eine unabhängige Bauüberwachung erfolgen.

Vertragsgestaltung

Die Vertragsgestaltung sollte detailliert und rechtlich einwandfrei erfolgen. Hierzu gehört auch die Einbeziehung spezialisierter Anwälte.

Fazit

Bauschäden und die daraus resultierenden rechtlichen Konflikte sind komplex und meist belastend für alle Beteiligten. Eine gründliche Planung, sachkundige Handwerker und regelmäßige Kontrollen können viele Probleme von vornherein vermeiden. Sollte es dennoch zu rechtlichen Konflikten kommen, stehen wir, die Kanzlei Herfurtner, Ihnen zur Seite, um Ihre Interessen bestmöglich zu vertreten und die optimalen Lösungen zu finden. Zögern Sie nicht, uns bei Fragen oder Anliegen zu kontaktieren.

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