Reiseveranstalter pleite: Das sind Ihre Rechte

Am 3. Juni 2024 meldete die FTI Group, einer der größten Reiseveranstalter Europas, Insolvenz an. Diese Insolvenz betrifft zahlreiche Reisen, die nun ausfallen werden, und zwingt Kunden, sich um die Rückerstattung ihrer geleisteten Zahlungen zu bemühen​

Ein Urlaub soll die schönste Zeit des Jahres sein – doch was passiert, wenn der Reiseveranstalter pleite geht? In einem solchen Fall spielen rechtliche Aspekte eine entscheidende Rolle und Sie sollten wissen, wie Sie als Kunde geschützt sind und welche Handlungsoptionen Ihnen zur Verfügung stehen.

In diesem detaillierten und umfangreichen Blog-Beitrag werden wir diese Fragen beantworten und dabei auf unterschiedlichen Aspekte eingehen:

  • Gesetzliche Grundlagen und Schutzvorkehrungen bei Insolvenz eines Reiseveranstalters
  • Reisemängel und Ihre Rechte als Kunde
  • Konkrete Handlungsoptionen und wie Sie Ihre Ansprüche geltend machen können
  • Beispiele und bewährte Vorgehensweisen für betroffene Reisende
  • FAQs und weitere Ressourcen zum Thema Reiseveranstalter pleite

Wir begleiten Sie in einem chronologischen Ablauf durch mögliche Situationen, in denen Sie als Kunde von der Insolvenz eines Reiseveranstalters betroffen sein könnten und erläutern Ihnen die rechtlichen Rahmenbedingungen und Handlungsempfehlungen.

Aktuell: FTI ist pleite – das sind Ihre Rechte als Kunden

Der Reisekonzern FTI hat Insolvenz angemeldet. Ab morgen sollen Reisen ausfallen. Bleiben Reisende jetzt auf gepackten Koffern und geleisteten Zahlungen sitzen?

Bei Reisebüros bundesweit standen heute die Telefone nicht still, seit am Mittag bekannt wurde, dass der Reiseveranstalter FTI beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag gestellt hat. Kunden, die in den nächsten Tagen in den Urlaub aufbrechen wollten, und Reisende, die schon unterwegs sind, fragen sich, wie es für sie nun weitergeht.

Was bedeutet die Insolvenz für anstehende FTI-Reisen?

Die meisten FTI-Reisen werden ab dem morgigen Dienstag ausfallen. Anspruch auf eine Ersatzreise haben FTI-Kunden nicht. Allerdings besteht bei Pauschalreisen eine gute Chance, den eingezahlten Reisepreis zurückzubekommen. Der gesetzliche Insolvenzschutz greift hier, unterstützt durch den Reisesicherungsfonds, in den die meisten Reiseunternehmen einzahlen. Auch FTI Touristik GmbH und BigXtra Touristik GmbH sind darüber abgesichert.

Wichtig: Dieser Schutz gilt nur für Pauschalreisen, bei denen mindestens zwei verschiedene Reiseleistungen, wie Anreise und Unterbringung, gebucht wurden. Wer nur das Hotel oder den Mietwagen über FTI gebucht hat, geht beim Reisesicherungsfonds leer aus und kann höchstens auf eine Rückerstattung im Insolvenzverfahren hoffen.

Müssen Kunden selbst tätig werden?

Ja, Reisende, deren Urlaub ausfällt, müssen selbst aktiv werden, um ihr Geld zurückzubekommen. Der richtige Ansprechpartner ist der Reisesicherungsfonds, an den sich Reisende direkt wenden sollten. Das Reisebüro oder FTI selbst sind nicht für die Erstattung zuständig. Für die Antragstellung müssen alle reiserelevanten Unterlagen eingereicht werden, wie Reisebestätigung, Buchung und Zahlungsnachweis. Eine erneute Stornierung der Reise ist nicht notwendig, wenn der Reiseveranstalter öffentlich mitteilt, dass Reisen nicht mehr durchgeführt werden.

Was gilt für die, die schon unterwegs sind?

Pauschalreisende können sich auch im Falle einer bereits angetretenen Reise auf den Reisesicherungsfonds verlassen. Dieser garantiert entweder die Fortführung der Reise vor Ort oder organisiert, falls das nicht möglich ist, einen Rücktransport nach Hause. FTI hat auf seiner Webseite angekündigt, dass betroffene Kunden direkt kontaktiert und über die weiteren Schritte informiert werden.

Zusätzliche Informationen

Laut einer Pressemitteilung der FTI Group vom 3. Juni 2024, haben sie gemeinsam mit einem Konsortium von Investoren Maßnahmen zur Stabilisierung des Unternehmens eingeleitet.

Trotzdem werden Reisen, die nach dem 4. Juni 2024 starten sollten, nicht mehr stattfinden​ (FTI Group)​. Weitere Informationen und Unterstützung könnten betroffene Reisende über die eigens eingerichtete Support-Hotline und die Webseite der FTI Group erhalten.

Reiserücktrittsversicherungen helfen in diesem Fall nicht weiter, da sie nur greifen, wenn der Reisende aus persönlichen Gründen wie Krankheit die Reise nicht antreten kann oder abbrechen muss.

Sie sind von der FTI-Pleite betroffen und wünschen eine rechtliche Beratung? Kontaktieren Sie unsere Rechtsanwälte.

Gesetzliche Grundlagen und Schutzvorkehrungen, wenn der Reiseveranstalter pleite ist

Um die Rechte der Kunden bei Insolvenz eines Reiseveranstalters zu verstehen, ist es wichtig, die gesetzlichen Grundlagen und Vorschriften zur Absicherung der Zahlungen und Erstattungsansprüchen der Kunden zu kennen. Die entsprechenden Regelungen finden sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und im deutschen Reiserecht. Hier sind einige wichtige Vorschriften aufgeführt:

  • § 651k BGB: Absicherung vor Insolvenz für Pauschalreisen
  • § 651l BGB: Rechte und Pflichten des Reiseveranstalters und des Kunden bei Insolvenz
  • § 115 Insolvenzordnung (InsO): Insolvenzantragspflicht und Konsequenzen

§ 651k BGB: Absicherung vor Insolvenz für Pauschalreisen

Nach § 651k BGB ist der Reiseveranstalter verpflichtet, dem Kunden eine „Insolvenzabsicherung“ anzubieten. Das bedeutet konkret, dass bereits vor Vertragsbeginn eine Sicherheitsleistung vorzuweisen ist, welche die Zahlungen der Kunden im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters schützt. Diese Sicherheitsleistung kann in Form einer Bankbürgschaft, einer Versicherung oder einer staatlichen Garantie erfolgen.

Im Falle einer Insolvenz steht den Kunden somit eine Absicherung zu, die gewährleistet, dass bereits gezahlte Reisepreise erstattet werden und entstehende Kosten für die Rückbeförderung übernommen werden. Wichtig ist hierbei, dass Sie als Kunde sicherstellen, dass Ihnen der Reiseveranstalter einen sogenannten „Sicherungsschein“ als Nachweis der Insolvenzabsicherung ausgehändigt hat. Dieser Sicherungsschein ist im Falle einer Insolvenz eine unverzichtbare Legitimation für die Geltendmachung Ihrer Ansprüche.

§ 651l BGB: Rechte und Pflichten des Reiseveranstalters und des Kunden bei Insolvenz

Bei Insolvenz des Reiseveranstalters stellt § 651l BGB die Rechte und Pflichten der beteiligten Vertragsparteien klar. Zum einen besteht für den Kunden ein Kündigungsrecht, das heißt, er kann den Vertrag fristlos kündigen und hat Anspruch auf Rückerstattung des Reisepreises. Zum anderen hat er das Recht, seine Ansprüche gegen den Insolvenzabsicherer geltend zu machen, um entsprechende Zahlungen einzufordern.

Der Reiseveranstalter muss dem Kunden auf Verlangen unverzüglich alle Informationen bezüglich der Geltendmachung der Ansprüche mitteilen, insbesondere Name und Anschrift des Sicherungsgebers und den Erhalt des Sicherungsscheins. Darüber hinaus endet die Pflicht zur Leistungserbringung des Reiseveranstalters im Falle einer Insolvenz.

§ 115 Insolvenzordnung (InsO): Insolvenzantragspflicht und Konsequenzen

Die Insolvenzordnung (InsO) gibt zudem die gesetzlichen Vorgaben für das Insolvenzverfahren und die Antragspflicht von Unternehmen. Nach § 115 InsO besteht für juristische Personen (z. B. GmbH) die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, wenn sie zahlungsunfähig oder überschuldet sind. Die Insolvenz kann sowohl von Gläubigern (z. B. Kunden) als auch vom Schuldner selbst beantragt werden.

Im Insolvenzverfahren werden die Forderungen der Gläubiger von einem Insolvenzverwalter geprüft und ggf. bedient. Hierbei ist zu beachten, dass Kundenforderungen meist in der Insolvenztabelle nicht privilegiert sind und daher möglicherweise nur anteilig oder gar nicht erfüllt werden.

Reisemängel und Ihre Rechte als Kunde

Nicht nur, wenn der Reiseveranstalter pleite ist, können Kunden von unliebsamen Überraschungen betroffen sein, sondern auch bei Reisemängeln. Hierbei ist es wichtig, die grundlegenden Rechte und Pflichten sowie Schritte zur Geltendmachung von Ansprüchen zu kennen.

  • § 651d BGB: Abhilfe bei Reisemängeln und Kündigung des Vertrags
  • § 651e BGB: Minderung des Reisepreises bei Reisemängeln
  • § 651f BGB: Schadensersatz wegen Reisemängeln

§ 651d BGB: Abhilfe bei Reisemängeln und Kündigung des Vertrags

Beanstandet ein Kunde einen Reisemangel, so hat ihn der Reiseveranstalter unverzüglich abzustellen (§ 651d Abs. 1 BGB). Kommt der Reiseveranstalter dieser Verpflichtung nicht nach und besteht der Mangel fort, so ist der Kunde berechtigt, selbst Abhilfe zu schaffen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen von dem Reiseveranstalter zu verlangen (§ 651d Abs. 2 BGB).

Bei erheblichen Reisemängeln kann der Kunde den Reisevertrag fristlos kündigen, wenn der Reiseveranstalter eine vom Kunden bestimmte angemessene Frist verstreichen lässt, ohne Abhilfe zu leisten (§ 651d Abs. 3 BGB). Eine Fristsetzung ist nicht erforderlich, wenn der Reiseveranstalter die Abhilfe verweigert oder wenn eine sofortige Abhilfe notwendig ist.

§ 651e BGB: Minderung des Reisepreises bei Reisemängeln

Bei Vorliegen von Reisemängeln steht dem Kunden das Recht zu, den Reisepreis zu mindern (§ 651e BGB). Die Minderung tritt für die Dauer des Mangels in Kraft und berechnet sich anteilig, bezogen auf den gesamten Reisepreis. Eine Minderung ist jedoch ausgeschlossen, wenn der Kunde nachträglich schuldhaft Rügen unterlässt, d. h. wenn er den Mangel nicht unverzüglich anzeigt.

§ 651f BGB: Schadensersatz wegen Reisemängeln

Der Kunde hat zudem das Recht, Schadensersatz bei Reisemängeln zu verlangen (§ 651f BGB). Dies kann sowohl aufgrund der Minderung des Reisepreises erfolgen als auch bei Fällen, in denen der Kunde weitergehende Schäden (z. B. entgangene Urlaubsfreuden) geltend machen möchte. Die Geltendmachung von Schadensersatz setzt jedoch voraus, dass der Reiseveranstalter den Mangel zu vertreten hat, d. h. ein Verschulden trifft.

Reiseveranstalter pleite: Konkrete Handlungsoptionen und wie Sie Ihre Ansprüche geltend machen können

Nachdem wir nun die gesetzlichen Grundlagen und Rechte der Kunden im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters oder bei Reisemängeln beleuchtet haben, möchten wir Ihnen konkrete Handlungs- und Vorgehensweisen aufzeigen, um Ihre Ansprüche geltend zu machen.

Schritte bei Insolvenz des Reiseveranstalters

  1. Prüfen Sie den Sicherungsschein: Stellen Sie sicher, dass Ihnen der Reiseveranstalter einen Sicherungsschein ausgehändigt hat. Dieser stellt Ihre Legitimation und Absicherung dar und ist bei der Geltendmachung Ihrer Ansprüche unverzichtbar.
  2. Kontaktieren Sie den Sicherungsgeber: Wenden Sie sich unverzüglich an den auf dem Sicherungsschein angegebenen Sicherungsgeber (z. B. Versicherung) und informieren Sie diesen über die Insolvenz des Reiseveranstalters.
  3. Überprüfen Sie Ihre Zahlungen und offenen Forderungen: Erstellen Sie eine detaillierte Aufstellung aller geleisteten Zahlungen und eventueller noch offener Forderungen (z. B. Rückerstattungsansprüche).
  4. Melden Sie Ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter: Im Rahmen des Insolvenzverfahrens sollten Sie Ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Beachten Sie hierbei mögliche Fristen und Formvorgaben.
  5. Erwägen Sie anwaltliche Unterstützung: Sollten Ihre Ansprüche nicht oder nur teilweise erfüllt werden oder bestehen Unsicherheiten, kann eine professionelle anwaltliche Unterstützung hilfreich sein, um Ihre Interessen durchzusetzen.

Schritte bei Reisemängeln

  1. Dokumentieren Sie den Mangel: Fertigen Sie Fotos oder Videos der Mängel an und notieren Sie Datum, Uhrzeit und Ort der Entdeckung. Sammeln Sie auch mögliche Zeugenaussagen von Mitreisenden.
  2. Melden Sie den Mangel unverzüglich: Zeigen Sie den Mangel unverzüglich bei der örtlichen Reiseleitung oder direkt bei der Kundenservice-Hotline des Reiseveranstalters an. Es ist wichtig, dass Sie nicht warten, um Ihre Mängelanzeige vorzunehmen.
  3. Fordern Sie Abhilfe: Verlangen Sie vom Reiseveranstalter, dass er den Mangel unverzüglich beseitigt. Setzen Sie hierbei ggf. eine angemessene Frist und weisen Sie darauf hin, dass Sie bei fruchtlosem Ablauf der Frist selbst Abhilfe schaffen und Ersatz der Aufwendungen verlangen oder den Reisevertrag fristlos kündigen werden.
  4. Erstellen Sie eine Mängelliste: Führen Sie nach Rückkehr aus dem Urlaub eine vollständige Liste aller auftretenden Mängel und daraus resultierenden Ansprüche (Minderung, Schadensersatz) auf.
  5. Schicken Sie Ihre Forderungen schriftlich an den Reiseveranstalter: Übermitteln Sie Ihre Forderungen und die Mängelliste innerhalb eines Monats nach dem vertraglich vereinbarten Ende der Reise schriftlich per Einschreiben an den Reiseveranstalter. Bewahren Sie eine Kopie auf.
  6. Erwägen Sie anwaltliche Unterstützung: Sollten Ihre Forderungen vom Reiseveranstalter nicht anerkannt oder nur teilweise erfüllt werden, suchen Sie professionelle anwaltliche Hilfe, um Ihre Ansprüche durchzusetzen.

Beispiele und bewährte Vorgehensweisen für betroffene Reisende

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Beispiele und bewährte Vorgehensweisen von betroffenen Reisenden, falls der Reiseveranstalter pleite ist, oder bei Reisemängeln aufzeigen:

  • Fall 1 – Insolvenz vor Reisebeginn: Ein Kunde hat eine Pauschalreise gebucht und bereits vollständig bezahlt. Der Reiseveranstalter meldet vor Reisebeginn Insolvenz an. Der Kunde sollte sich umgehend an den Sicherungsgeber wenden und seine bereits geleisteten Zahlungen sowie die Ausfallleistung für die geplante Reise geltend machen. Hierbei ist der vorliegende Sicherungsschein essenziell.
  • Fall 2 – Insolvenz während der Reise: Ein Kunde befindet sich bereits auf der Pauschalreise, als die Insolvenz des Reiseveranstalters bekannt wird. In diesem Fall sollte der Kunde unverzüglich mögliche Mehrkosten für die Rückreise oder sonstige während der Reise entstandene Aufwendungen dokumentieren und anschließend beim Sicherungsgeber geltend machen. Auch hier ist der Sicherungsschein unerlässlich.
  • Fall 3 – Reisemängel: Ein Kunde entdeckt während der Reise eine erhebliche Mangelhaftigkeit seines Hotelzimmers (z. B. stark verschmutzte oder defekte Einrichtung, Lärmbeeinträchtigung). Er meldet den Mangel umgehend bei der Reiseleitung und setzt eine angemessene Frist zur Abhilfe. Nach fruchtlosem Ablauf der Frist kann der Kunde den Reisepreis mindern und/oder Schadensersatz geltend machen. Nach der Reise sollte er die Ansprüche schriftlich gegenüber dem Reiseveranstalter anmelden.

Die genannten Beispiele zeigen, dass in den unterschiedlichen Fällen unterschiedliche Vorgehensweisen und Ansprüche bestehen. Es ist daher ratsam, sich in jedem Fall genau über die jeweiligen Rechte und Pflichten zu informieren und ggf. anwaltliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

FAQs zum Thema Reiseveranstalter pleite und Reisemängeln

Lassen Sie uns Ihnen mit den häufigsten Fragen und ihren Antworten weiterhelfen.

Kann ich, wenn der Reiseveranstalter pleite ist, den vollen Reisepreis zurückfordern?

Grundsätzlich ja, sofern Ihnen der Reiseveranstalter einen Sicherungsschein ausgehändigt hat und Sie Ihre Ansprüche beim Sicherungsgeber geltend machen. Im Insolvenzverfahren kann es jedoch passieren, dass Sie (je nach Höhe der Sicherheitsleistung und der Anzahl der betroffenen Kunden) nur einen Teil des Reisepreises zurückerhalten.

Welche Fristen muss ich bei der Geltendmachung von Mängelansprüchen beachten?

Mängel müssen unverzüglich vor Ort angezeigt werden. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub sollten Sie Ihre Ansprüche innerhalb eines Monats nach dem vertraglich vereinbarten Ende der Reise schriftlich gegenüber dem Reiseveranstalter anmelden.

Was passiert, wenn ich den Reisemangel erst nach meiner Rückkehr anzeige?

Wenn Sie den Mangel nicht unverzüglich vor Ort anzeigen, verlieren Sie Ihren Anspruch auf eine Minderung des Reisepreises (§ 651e Abs. 2 BGB). Sie können jedoch eventuell noch Schadensersatz geltend machen, sofern der Reiseveranstalter den Mangel zu vertreten hat (§ 651f BGB). Auch hier sollten Sie aber beachten, dass möglichst keine lange Verzögerung zwischen Rückkehr und Anzeige entsteht.

Wie kann ich meine Entschädigung berechnen, wenn der Reiseveranstalter pleite ist?

Die Höhe der Entschädigung ist abhängig von dem ursprünglich gezahlten Reisepreis, etwaigen Mehrkosten für die Rückreise und sonstigen entstandenen Aufwendungen. Sie sollten eine detaillierte Aufstellung aller Ihrer Forderungen erstellen und beim Sicherungsgeber bzw. im Insolvenzverfahren anmelden.

Müssen Fluglinien betroffene Kunden zurückfliegen, wenn der Reiseveranstalter pleite ist?

Grundsätzlich müssen Fluggesellschaften keine kostenfreien Rückflüge für Kunden bei Insolvenz des Reiseveranstalters anbieten. Jedoch sollten sie den betroffenen Kunden die Möglichkeit geben, einen kostenpflichtigen Rückflug zu buchen. Die dabei entstehenden Mehrkosten können im Rahmen der Insolvenzabsicherung geltend gemacht werden.

Reiseveranstalter pleite: Abschließende Worte und Empfehlungen

Die Insolvenz eines Reiseveranstalters oder Reisemängel können die Urlaubsfreude erheblich trüben. Für Kunden ist es daher von großer Bedeutung, ihre Rechte und Handlungsoptionen zu kennen, um bei solchen unliebsamen Überraschungen angemessen reagieren zu können. Unser Ratgeber gibt Ihnen hierfür die gesetzlichen Grundlagen und praxisnahe Handlungsempfehlungen an die Hand.

In vielen Fällen kann eine anwaltliche Beratung und Vertretung sinnvoll sein, um Ihre berechtigten Forderungen durchzusetzen. Sollten Sie in einer solchen Situation Unterstützung benötigen oder weitere Fragen haben, zögern Sie nicht, sich an eine Anwaltskanzlei zu wenden.

Unsere Rechtsanwälte stehen Ihnen bundesweit und im deutschsprachigen Ausland zur Verfügung.

Rechtsanwalt Arthur Wilms - Kanzlei Herfurtner

Arthur Wilms | Rechtsanwalt | Associate

Philipp Franz Rechtsanwalt

Philipp Franz | Rechtsanwalt | Associate

Anwalt Wolfgang Herfurtner Hamburg - Wirtschaftsrecht

Wolfgang Herfurtner | Rechtsanwalt | Geschäftsführer | Gesellschafter

Kundenbewertungen & Erfahrungen zu Herfurtner Rechtsanwälte. Mehr Infos anzeigen.

Aktuelle Beiträge aus dem Rechtsgebiet Zivilrecht

Anspruchsanmeldung: So sichern Sie Ihre Ansprüche effektiv

Eine erfolgreiche Anspruchsanmeldung kann den Unterschied zwischen einem couragierten Erfolg und einem unerfreulichen Verlust bedeuten. Egal, ob Sie eine langjährige Geschäftsbeziehung führen, in eine Vertragsstreitigkeit geraten oder Schadensersatzansprüche geltend machen wollen – die korrekte Durchsetzung ... mehr

Einbringungsgutachten: So bewerten Sie Vermögenswerte korrekt

Im komplexen Feld des Unternehmensrechts spielen Einbringungsgutachten eine essenzielle Rolle. Die korrekte Bewertung von Vermögenswerten bei Gesellschaftsgründungen, Kapitalerhöhungen und Umstrukturierungen ist unverzichtbar für rechtssichere Transaktionen und wirtschaftlichen Erfolg. Einbringungsgutachten sind gutachterliche Bewertungen zur Feststellung des ... mehr