Stern Options ist ein Anbieter für Binary Options – einem hochriskanten Finanzprodukt, das heute oft mit Betrug und Abzocke in Verbindung steht. Auch Stern Options könnte sich unter den schwarzen Schafen der Branche einreihen. Jüngste Warnungen durch Finanzaufsichtsbehörden und Hinweise von Rechtsanwälten legen nahe, dass es sich bei Stern Options um Scam oder unlautere Geschäftsmethoden handeln könnte.

Stern Options ist als Anbieter für den Handel mit Binary Options seit Juli 2016 am Markt aktiv. Darauf deuten die Aufzeichnungen von Internet-Archiven hin. Laut dem Internet-Dienst Alexa kommen die meisten Besucher der Webseite www.sternoptions.com aus Großbritannien, der Anteil beläuft sich auf über 40 %. Doch auch Deutschland und Saudi-Arabien weisen einen hohen Besucheranteil auf. Diese Statistik lässt Rückschlüsse auf Anleger und Investoren zu, die Angebote von Stern Options nutzen.

Stern Options: Erfahrungen und Handel mit binären Optionen

Auch wenn Stern Options auf einer offiziellen Facebook-Seite Glasgow als Standort angibt, befindet sich der eigentliche Unternehmenssitz in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Bereits solche undurchsichtigen Konstellationen wie bei Stern Options sollten Anleger zur Vorsicht aufrufen und könnten ein Indiz für Betrug sein. Wer sich als Investor unsicher ist, sollte bereits vorab einen Anwalt einschalten oder gänzlich von Kapitaleinlagen absehen. Die Gefahr des Verlustes investierter Gelder erscheint in solchen Fällen zu hoch.

Auf der Webseite von Stern Options soll der Anschein von Professionalität erzeugt werden. Dort wird auf eine „hochmoderne Trading-Plattform“, fleißige „Support-Mitarbeiter“ und die „einzigartige Rentabilität binärer Optionen“ hingewiesen. Als Trading-Möglichkeiten stehen Binary Options, CFD, 60-Sekunden-Trades, Ladder-Trading, Paar-Trading und weitere Finanzprodukte zur Verfügung. Zuletzt erschien auf der Webseite von Stern Options jedoch ein Hinweis, dass der Handel mit binären Optionen momentan nicht möglich sei.

Behörden warnen vor Stern Options und deren Binary Options

Am 2. Juni 2017 veröffentlichte die FCA in Großbritannien eine Warnmeldung bezüglich Stern Options. Die FCA ist die britische Finanzaufsichtsbehörde, die im Jahr 2013 eigens für den Konsumenten- und Anlegerschutz ins Leben eingeführt wurde. „Wir glauben, dass Stern Options ohne Genehmigung Finanzprodukte in Großbritannien anbietet“, so die FCA. Für Stern Options muss diese Meldung ein harter Schlag gewesen sein, schließlich stammen die meisten Besucher der Webseite aus Großbritannien. Jedes Unternehmen in Großbritannien muss über eine entsprechende Lizenzierung der FCA verfügen, um Finanzdienstleistungen oder Finanzprodukte anbieten, bewerben und verkaufen zu dürfen. Dazu zählen natürlich auch die Binary Options von Stern Options. Die FCA warnte vor Geschäften mit Anbietern, die über keinerlei Genehmigungen verfügen und wies auf das FCA-Register hin, das alle regulierten und somit sicheren Unternehmen auflistet.

Am 11. Juli 2017 warnte auch die Finanzaufsichtsbehörde in Neuseeland vor vermeintlichem Betrug durch Stern Options. Demnach erhielt die FMA Berichte über sogenannte „Cold Calls“, also Kaltakquise, die in Neuseeland nicht erlaubt ist. Wer in diesem Land Finanzdienste anbietet, muss zudem über die nötigen Registrierungen und Lizenzen verfügen, welche für Stern Options nicht vorliegen. Die FMA empfahl daher äußerste Vorsicht bei Geschäften mit Stern Option und setzte das Unternehmen auf eine Liste von Unternehmen, die unter Betrugsverdacht stehen.

Spot Capital Markets: der zwielichtige Betreiber von Stern Options

Besucht man die Webseite von Stern Options, kann man ganz offen erfahren, dass der Anbieter binärer Optionen eine Marke des auf Zypern ansässigen Unternehmens Spot Capital Markets ist. Spot Capital Markets ist zwar bei der zypriotischen Finanzaufsichtsbehörde CYSEC registriert, geriet aber bereits in negative Schlagzeilen. Zu diesem Unternehmen lassen sich mehrere Anbieter zuordnen, darunter auch OptionWeb (Link auf Blog-Beitrag). Etwas widersprüchlich wirkt der auf der Webseite befindliche Hinweis zum Bezahlservice BP1 LP, der die Webseite besitzt und betreibt. Für BP1 LP liegen ebenfalls Warnmeldungen für Investoren vor.

Stern Options – immer mehr Behörden greifen ein

Riskante Wetten und hohe Gewinne in kurzer Zeit – mit diesem verlockenden Modell ziehen die binären Optionen seit einigen Jahren unzählige Anleger in ihren Bann. Investoren setzen wie bei Stern Options auf fallenden oder steigende Kurse, manchmal nur über einen Zeitraum von Stunden oder wenigen Tagen. Wird die Wette gewonnen, winken enorme Renditen, doch wer daneben liegt, verliert seinen Einsatz. Mit dem hochriskanten Finanzderivat der Binary Options haben weltweit bereits unzählige Anleger ihre Vermögen verloren. Doch die Gefahr der binären Optionen liegt nicht nur bei den waghalsigen Wetten, sondern auch bei dubiosen Anbietern, die auf Abzocke und Betrug aus sind. Manipulierte Kurse, verweigerte Auszahlungen, fehlende Regulierung durch Finanzbehörden und Unternehmenssitze im fernen Ausland wie bei Stern Options machen es Investoren dann schwer, ihr angelegtes Kapital oder Gewinne ohne die Hilfe einer Rechtsanwaltskanzlei zurückzuerhalten.

Der Betrug mit binären Optionen hat mittlerweile eine lange Geschichte, die sich über viele Länder zieht. Der wohl prominenteste Vertreter ist Banc de Binary, die nach einem Einschreiten der Behörden SEC und CFTC ihre Geschäfte in den USA beenden und eine Strafzahlung in Höhe von 11 Millionen US-Dollar hinnehmen musste. Seither warnt die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde generell vor dem Handel mit binären Optionen, in Belgien, Kanada und Israel sind Binary Options bereits untersagt. Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin äußerte sich im Jahr 2016 kritisch über binäre Optionen und behält die Entwicklung im Auge. „In den allermeisten Fällen verlieren Anleger bei dieser Art von Wetten. Wir müssen Verbraucher vor solchen Angeboten schützen“, kommentierte Elisabeth Roegele, Leiterin der BaFin.

Stern Options – Beratung durch einen Anwalt beim Betrug mit binären Optionen

Auch wenn der Handel mit binären Optionen für einen Anleger über lange Zeit hinweg reibungslos erfolgte, sollte man sich dem Risiko eines Investitionsverlustes stets bewusst sein – gerade bei Anbietern mit Unternehmenssitz im Ausland. Steht ein Binary-Options-Unternehmen vor dem Aus, bedeutet das für den Anleger meist den Totalverlust investierter Gelder, solange er keine Gegenmaßnahmen über einen Rechtsanwalt einleitet. Die Gründe für die Beendung der Geschäftstätigkeiten eines Anbieters wie Stern Options können vielfältig sein – beispielsweise fehlende Liquidität oder empfindliche Geldstrafen durch fehlende Lizenzen. Betroffene sollten in diesen Fällen schnell reagieren. Das erste Anzeichen ist eine Verzögerung bei angeforderten Auszahlungen des Nutzerkontos für binäre Optionen. In solchen Fällen kann das Einschalten einer Rechtsanwaltskanzlei für Anlegerschutz, Aktienrecht, Bankrecht oder Kapitalmarktrecht viel bewirken. Mit einer fundierten Betreuung durch ein versiertes Kanzleiteam wird jeder Fall analysiert und schließlich rechtliche Mittel erwogen. Diese können selbst dann wirksam sein, wenn das Unternehmen für Binary Options im Ausland ansässig ist.

Stern Options – rechtliche Betreuung

Die Anwaltskanzlei Herfurtner berät Privatpersonen und Unternehmen in rechtlichen Gebieten wie Bankrecht, Kapitalmarktrecht, Wirtschaftsrecht und Gesellschaftsrecht. Die Rechtsanwälte der Kanzlei vertreten Mandanten, die mit Stern Options negative Erfahrungen erleben mussten. Die Rechtsberatung erfolgt konkreter bei Themen wie Rückerstattung investierter Gelder oder Herausgabe einbehaltener Gewinne. Herfurtner Rechtsanwälte betreuen Mandaten in Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Benelux-Staaten in Rechtsfragen aus dem Bereich binäre Optionen.

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