Subunternehmervertrag – In der heutigen Geschäftswelt setzen immer mehr Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit Subunternehmern, um spezialisierte Leistungen oder temporäre Projekte zu bewältigen. Dadurch wird der Bedarf an klaren, gesetzeskonformen Vereinbarungen immer größer.

In diesem Blogbeitrag informieren wir Sie umfassend darüber, wie Sie einen Subunternehmervertrag aufsetzen, worauf Sie achten müssen und welche Fallstricke zu vermeiden sind. Wir bieten Ihnen zudem praxisnahe Beispiele, anonymisierte Mandantengeschichten und Checklisten, um Ihre rechtliche Absicherung zu gewährleisten und Ihnen einen nachhaltigen Geschäftserfolg zu ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis:

  • Subunternehmervertrag – Definition und Bedeutung
  • Gesetzliche Vorgaben bei der Zusammenarbeit mit Subunternehmern
  • Haftung des Hauptunternehmers für die Handlungen von Subunternehmern
  • Vertragsinhalt und Gestaltung: wichtige Klauseln und Regelungen
  • Datenschutz und Geheimhaltung
  • Vergütung und Abrechnung im Subunternehmervertrag
  • Leistungsstörungen und Haftung im Subunternehmervertrag
  • Laufzeit, Kündigung und Nachvertragliche Pflichten
  • Tipps für die Verhandlung von Subunternehmerverträgen
  • Häufige Fehler, die bei Subunternehmerverträgen vermieden werden sollten
  • Checkliste: Worauf Sie beim Aufsetzen eines Subunternehmervertrags achten sollten

Subunternehmervertrag – Definition und Bedeutung

Ein Subunternehmervertrag ist eine Vereinbarung zwischen einem Hauptunternehmer und einem Subunternehmer. Der Hauptunternehmer beauftragt den Subunternehmer, einen Teil oder die gesamte ihm vertraglich vereinbarte Leistung für ein Projekt oder eine Tätigkeit zu erbringen.

Die Zusammenarbeit mit Subunternehmern kann für Unternehmen effektiv und wirtschaftlich sein, da sie auf spezialisierte Dienstleister zurückgreifen und sich so auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Damit diese Zusammenarbeit jedoch erfolgreich ist und rechtliche Konflikte vermieden werden, ist der Abschluss eines fundierten, gesetzeskonformen Subunternehmervertrags unerlässlich.

Gesetzliche Vorgaben bei der Zusammenarbeit mit Subunternehmern

Bei der Zusammenarbeit mit Subunternehmern sind diverse gesetzliche Vorgaben zu beachten, unter anderem das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), das Handelsgesetzbuch (HGB) und das Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG). Insbesondere sind die Verträge sorgfältig auf Scheinselbstständigkeit und die Einhaltung von Mindestlohnbestimmungen zu prüfen.

Ein weiteres Thema, das häufig eine Rolle spielt, ist die Arbeitssicherheit. Der Hauptunternehmer sollte sicherstellen, dass der Subunternehmer die gesetzlichen Arbeitsschutzbestimmungen einhält und die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer ergreift. Hierzu gehört auch die ordnungsgemäße Bereitstellung und Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung.

Haftung des Hauptunternehmers für die Handlungen von Subunternehmern

Ein Hauptunternehmer haftet grundsätzlich für die ordnungsgemäße Erfüllung der von ihm übernommenen Vertragspflichten. Diese Haftung erstreckt sich auch auf das Verhalten seiner Subunternehmer. Deshalb ist es unerlässlich, im Subunternehmervertrag Regelungen zu treffen, die das Haftungsrisiko des Hauptunternehmers minimieren, beispielsweise durch Vereinbarungen zu Gewährleistung, Haftungsbegrenzungen und Rücktrittsrechten.

Praxistipp: Hauptunternehmer sollten darauf achten, dass subunternehmerseitige Gewährleistungs- und Haftungsfragen auch auf mögliche Nachunternehmer ausgeweitet werden, um den Haftungsrisiken umfassend vorzubeugen.

Vertragsinhalt und Gestaltung: wichtige Klauseln und Regelungen

Ein gut strukturierter Subunternehmervertrag enthält zahlreiche Klauseln, die eine klare rechtliche Grundlage für die Zusammenarbeit schaffen. Hierzu zählen unter anderem:

  • Vertragsparteien und -gegenstand
  • Leistungsbeschreibung und -umfang
  • Termine und Fristen (z. B. für die Leistungserbringung oder Abnahmen)
  • Preise, Zahlungsbedingungen und Abrechnungsmodalitäten
  • Regelungen zur Änderung und Erweiterung der Leistung
  • Gewährleistung und Haftung
  • Auftragsmanagement und Zusammenarbeit
  • Vertraulichkeit, Datenschutz und Geheimhaltungspflichten
  • Rechte und Pflichten im Hinblick auf geistiges Eigentum
  • Laufzeit und Kündigung
  • Nachvertragliche Pflichten
  • Geltungsbereich und Gerichtsstand

Ein rechtssicherer Subunternehmervertrag sollte immer individuell auf das konkrete Projekt abgestimmt sein und alle wesentlichen Aspekte berücksichtigen.

Datenschutz und Geheimhaltung

In Zeiten der Digitalisierung ist der Schutz von sensiblen Daten und Geschäftsgeheimnissen von zentraler Bedeutung. Daher sollten Subunternehmerverträge Regelungen zur Vertraulichkeit und Geheimhaltung enthalten, um sicherzustellen, dass wichtige Informationen der beteiligten Unternehmen nicht an Dritte weitergegeben werden.

Zudem müssen die Parteien sicherstellen, dass sie die geltenden Datenschutzbestimmungen einhalten und den Schutz personenbezogener Daten gewährleisten. Hierbei ist insbesondere die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu beachten.

Vergütung und Abrechnung im Subunternehmervertrag

Ein wichtiger Aspekt im Subunternehmervertrag ist die Regelung der Vergütung für erbrachte Leistungen. Dabei sollte klar definiert sein, welche Leistungen von der Vergütung erfasst sind und ob ggf. Nebenkosten oder Zuschläge entstehen. Häufig finden sich in Subunternehmerverträgen Pauschalpreise, Stundensätze oder eine Kombination aus beiden Modellen. Ebenfalls wichtig sind Regelungen zur Rechnungsstellung, zum Zeitpunkt der Fälligkeit und zu Zahlungsbedingungen (z. B. Skonti oder Zahlungsverzug).

Leistungsstörungen und Haftung im Subunternehmervertrag

Unabhängig von einer sorgfältigen Vertragsgestaltung können während der Vertragslaufzeit Probleme auftreten, die sich auf die Erfüllung der vertraglichen Pflichten auswirken.

Hierzu zählen beispielsweise Leistungsverzögerungen oder -mängel. Der Subunternehmervertrag sollte daher Regelungen zur Behandlung solcher Leistungsstörungen enthalten, insbesondere zur rechtzeitigen Information der Vertragspartner, zu Abhilfe- und Nachbesserungsansprüchen sowie zur Haftung bei vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzungen.

Laufzeit, Kündigung und nachvertragliche Pflichten

Ein weiterer wichtiger Aspekt eines Subunternehmervertrages ist die Vereinbarung von Laufzeit, Kündigungsmöglichkeiten und nachvertraglichen Pflichten. In der Regel haben Subunternehmerverträge eine bestimmte Laufzeit, die sich entweder auf die Dauer eines Projekts oder auf die Erbringung einer bestimmten Leistung bezieht.

Eine genaue Regelung zur ordentlichen und außerordentlichen Kündigung sowie zu den Gründen und Fristen ist unerlässlich, um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Nachvertragliche Pflichten können beispielsweise die Rückgabe von Arbeitsmitteln, die Rückerstattung von Vorschüssen oder die Einhaltung von Geheimhaltungs- und Wettbewerbsverboten umfassen.

Tipps für die Verhandlung von Subunternehmerverträgen

Die Verhandlung eines Subunternehmervertrags sollte immer auf Augenhöhe und unter Berücksichtigung der Interessen beider Parteien erfolgen. Einige Tipps, die Ihnen bei der Verhandlung helfen können, sind:

  • Kommunizieren Sie Ihre Erwartungen und Bedenken klar und deutlich
  • Bereiten Sie sich gut auf die Verhandlungen vor und haben Sie Alternativangebote und Kompromisse parat
  • Seien Sie bereit, auf die Wünsche und Bedürfnisse des Vertragspartners einzugehen
  • Konzentrieren Sie sich auf eine langfristige Zusammenarbeit und den gemeinsamen Erfolg
  • Holen Sie sich bei Unsicherheiten rechtlichen Rat von einem erfahrenen Anwalt

Indem Sie eine offene und konstruktive Verhandlung führen, legen Sie den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Häufige Fehler, die bei Subunternehmerverträgen vermieden werden sollten

Es gibt einige typische Fehlerquellen, die bei der Gestaltung von Subunternehmerverträgen zu Problemen führen können. Dazu zählen unter anderem:

  • Unzureichende oder ungenaue Leistungsbeschreibung
  • Fehlende Regelungen zur Leistungskontrolle und -abnahme
  • Widersprüchliche oder unklare Vereinbarungen zur Vergütung
  • Fehlende Regelungen zur Haftung und Gewährleistung
  • Unzureichender Schutz von vertraulichen Informationen und Datenschutz
  • Fehlender Hinweis auf geltende Gesetze und Vorschriften
  • Mangelhafte Regelungen zur Kündigung und nachvertraglichen Pflichten

Um solche Fehler zu vermeiden, sollten Sie den Vertrag sorgfältig prüfen, anpassen und ggf. rechtlichen Rat einholen.

Checkliste: Worauf Sie beim Aufsetzen eines Subunternehmervertrags achten sollten

Schlussendlich fassen wir die wichtigsten Punkte für das Aufsetzen eines Subunternehmervertrags noch einmal zusammen:

  • Definieren Sie klar und präzise die Vertragsparteien und den Vertragsgegenstand.
  • Vereinbaren Sie eine ausführliche Leistungsbeschreibung, die alle benötigten Informationen enthält.
  • Beachten Sie die gesetzlichen Vorgaben und Regelungen für die Zusammenarbeit mit Subunternehmern.
  • Regeln Sie die Haftung des Hauptunternehmers für die Handlungen von Subunternehmern im Vertrag.
  • Vereinbaren Sie Regelungen zur Geheimhaltung und zum Datenschutz, die den geltenden Vorschriften entsprechen.
  • Legen Sie die Vergütung und Abrechnungsmodalitäten eindeutig fest.
  • Regeln Sie die Laufzeit, Kündigung und nachvertragliche Pflichten im Vertrag.
  • Beachten Sie bei der Verhandlung des Vertrags die Interessen beider Seiten und streben Sie eine faire Lösung an.

Falls Sie unsicher sind oder rechtliche Fragen haben, zögern Sie nicht, sich an unsere Kanzlei zu wenden. Unser erfahrenes Team von Rechtsanwälten steht Ihnen gerne zur Seite und unterstützt Sie bei der Erstellung eines rechtssicheren Subunternehmervertrags.

Fazit: Rechtliche Absicherung und erfolgreiche Zusammenarbeit durch einen soliden Subunternehmervertrag

Die Zusammenarbeit mit Subunternehmern kann für Unternehmen viele Vorteile bringen, etwa die Nutzung von spezialisiertem Know-how oder die Bewältigung von temporären Kapazitätsspitzen. Um jedoch rechtliche Konflikte und Haftungsrisiken zu vermeiden, ist der Abschluss eines fundierten und gesetzeskonformen Subunternehmervertrags unerlässlich.

In diesem Beitrag haben wir Ihnen die wichtigsten Aspekte bei der Erstellung eines Subunternehmervertrags aufgezeigt, von gesetzlichen Vorgaben über Haftung und Vertragsinhalt bis hin zu Tipps für die Verhandlung und häufige Fehlerquellen. Mit unserer Checkliste können Sie sich einen Leitfaden für den erfolgreichen Abschluss eines Subunternehmervertrags an die Hand geben.

Wir empfehlen Ihnen, in der Vertragsgestaltung stets sorgfältig vorzugehen und gegebenenfalls rechtlichen Rat einzuholen. Unsere Kanzlei steht Ihnen bei Fragen und Unsicherheiten jederzeit zur Verfügung und unterstützt Sie bei der Erstellung eines rechtssicheren Vertrags, der die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit bildet.

Unsere Rechtsanwälte stehen Ihnen bundesweit und im deutschsprachigen Ausland zur Verfügung.

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