ThomasLloyd bezeichnet die ThomasLloyd Group, ein Beratungs- und Investmentunternehmen, welches 2003 gegründet wurde.

Nach eigenen Angaben zählt das Unternehmen zu den weltweit führenden Impact Investoren und Klimafinanzierern mit aktuellen Vermögenswerten von über 3,7 Milliarden Euro für mehr als 60.000 private Anleger und institutionelle Investoren.

Die Hauptverwaltung befindet sich in Zürich, der Sitz der Konzernmuttergesellschaft der Gruppe ist London.

ThomasLloyd Auszahlungen

Seit Oktober 2020 hat ThomasLloyd die monatlichen Auszahlungen gestoppt. Betroffen sind die geschlossenen Fonds

  • CTI 20,
  • CTI Vario D,
  • CTI 5 D,
  • und CTI 9 D

Bereits die Ausschüttungen für Juni, Juli und August 2020 erfolgten später als geplant. Betroffen waren dort Investoren der

  • Cleantech Infrastrukturgesell­schaft mbH & Co. KG.,
  • Dritte Cleantech Infrastrukturgesell­schaft mbH & Co. KG.,
  • und Fünfte Cleantech Infrastrukturgesell­schaft mbH & Co. KG.

Begründet wurde die Entscheidung mit einem erhöhtem Geldbedarf, der durch die Beteiligung an drei Solarkraftwerken auf den Philippinen, die ThomasLloyd 2015 verkauft hatte, entstanden sei.

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ThomasLloyd Verbraucherschutz

Bereits 2019 machte ThomasLloyd negative Schlagzeilen. Stiftung Warentest setzte die geschlossenen Fonds CTI 5 D, CTI 9 D und CTI Vario D auf die Warnliste für Geldanlagegebote.

Begründet wurde die Entscheidung mit folgenden Argumenten:

  1. Die benannten Fonds wurden aufgelegt vor Inkrafttreten des strenge Kapitalanlagegesetzbuches im Juli 2013. Dabei wurden von ThomasLloyd keine konkreten Investitionen benannt. „Blind Pools“ sind jedoch gerade für Privatanleger ungeeignet.
  2. Privatanleger müssen sich über viele Jahre binden und ihnen droht der Totalverlust.
  3. Die Berechnung der Renditen ist unüblich und die Kennzahlen kaum verständlich.
  4. Zwar hat ThomasLloyd viel Geld von Anlegern eingesammelt, dem stehen jedoch nur wenige durchgeführte Projekte gegenüber.

ThomasLloyd Erfahrungen

ThomasLloyd war bei Anlegern mit Investitionen in Infrastrukturprojekte in Asien. Geworben wurde mit Anlagelösungen, die 100 % nachhaltig seien. Die Anlagen würden also zwingend immer auch ökologische und soziale Ziele verfolgen, sodass der Anleger sicher sein könne, dass sein Geld ausschließlich in nachhaltige Projekte fließe.

Die Renditeversprechen verfehlten scheinbar nicht ihr Ziel. Bereits 2018 zeichneten 50.000 Anleger insgesamt 147,8 Millionen Euro.

Kritik bereits 2013

2013 führte Stiftung Warentest einen Test zu Vermögensanlagen durch. Geprüft wurde dabei, ob die Angaben der Anbieter auf ihrem Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Zu den Infrastrukturfonds CTI 8 und CTI 15 stellte ThomasLloyd zunächst kein Informationsblatt auf der Internetseite zur Verfügung. Begründet wurde dieser Umstand damit, dass nur eine „aktualisierte“ Fassung der Kurzinformationen zugänglich sein müsse. Da nur die ursprüngliche Fassung bestehe und keine „aktualisierte“, müsse diese auch nicht veröffentlicht werden.

Dies wurde jedoch zwischenzeitlich nachgeholt.

Rückzahlungsangebot über Null Euro

Auch 2019 folgten weitere ungewöhnliche Nachrichten rund um ThomasLloyd.

Anleger erhielten Post mit einer Frist bis Ende Februar. Hintergrund war eine Umstrukturierung des Unternehmens. Zwei ThomasLloyd-Firmen sollten zur CT Infra­structure Holding (CTIH) mit Sitz in London verschmelzen.

Die Genussrecht- und Genusschein-Inhaber, die bereits gekündigt hatten und auf die Auszahlung ihrer Gelder warteten, sollten innerhalb der Frist entscheiden, ob sie an der Kündigung festhalten wollen oder zu Aktionären ohne Stimmrecht werden.

Was nach einer Alternative klingt, dürfte sich angesichts des angebotenen Rückzahlungspreises nicht also solche dargestellt haben: Im Februar 2019 belief sich der Rückzahlungspreis auf 0,00 Euro.

ThomasLloyd – Was steckt dahinter?

Stiftung Warentest weist daraufhin, dass ThomasLloyd zwar sehr viel Geld eingesammelt hat, jedoch nur wenig hiervon in Projekte in Asien investiert hat. Das Unternehmen wiederum begründete dieses Missverhältnis mit gewinnunabhängigen Entnahmen, Ausschüttungen, Platzierungskosten und Zinsen.

Der größte Anteil des Kapitals sei in zwei in zwei südostasiatische Biomassekraftwerke investiert worden. Weitere Infrastrukturprojekte konnte Stiftung Warentest den veröffentlichten Unterlagen nicht entnehmen.

Die nunmehr gestoppten Ausschüttungen erwecken weitere Zweifel an dem Renditeversprechen von ThomasLloyd.

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Autor: Rechtsanwalt Arthur Wilms*

*Herr Rechtsanwalt Arthur Wilms ist an unserem Standort in Frankfurt am Main tätig. Er berät Mandanten, die Opfer eines Anlagebetruges oder einer fehlerhaften Anlageberatung geworden sind und vertritt diese gegenüber Unternehmen, Anlageberatern, Banken, Schlichtungsstellen und Ermittlungsbehörden im internationalen Rechtsverkehr.