Trading Betrug2021-11-25T10:28:25+01:00

Trading Betrug – angebliche Helfer betrügen Online-Trader ein zweites Mal

Trading Betrug ist ein Phänomen, mit dem sich Rechtsanwälte und Kanzleien regelmäßig konfrontiert sehen. Denn viele Anleger nutzen die Möglichkeit, am PC oder unterwegs online mit verschiedenen Assets zu handeln.

Allerdings gibt es auch viele unseriöse Anbieter, die lediglich auf das Kapital der Investoren aus sind und mit dem eingezahlten Geld verschwinden. Oftmals stößt man dann im Rahmen von Recherchen auf vermeintliche Helfer, die versprechen, das Geld für den Anleger zurückzuholen.

Das Problem dabei: Auch hier tummeln sich viele Betrüger, welche die Notsituation des Online-Traders ausnutzen und ihn ein zweites Mal um sein Geld bringen wollen. Die meisten von ihnen segeln unter falscher Flagge und geben sich als Aufsichtsbehörde, Mediator oder sogar als Rechtsanwaltskanzlei aus.

Man sollte sich auf derlei Angebote niemals einlassen, sondern gründlich prüfen, mit wem man es zu tun hat.

Inhaltsverzeichnis

Trading Betrug: angebliche Online-Trading-Plattformen

CFD-Trading und Devisenhandel sowie das Trading mit binären Optionen sind hochspekulative Geschäfte mit einem erheblichen Verlustrisiko. Aufgrund der niedrigen Zinsen für klassische Anlageprodukte wie Festgeld oder Tagesgeld erfreuen sich alternative Investmentmöglichkeiten jedoch zunehmender Beliebtheit.

Entsprechend gibt es im Internet diverse Angebote für Online-Trading mit den verschiedensten Finanzinstrumenten. Wie so oft treiben hier schwarze Schafe ihr Unwesen und locken Anleger mit großen Renditeversprechen und vermeintlich ohne Verlustrisiko auf fragwürdige Plattformen für Online-Trading.

Nach den ersten vermeintlichen Erfolgen erleben die Anleger hier jedoch nur noch Verluste, die nicht selten im Totalverlust der getätigten Anlage enden.

Außerdem sind viele Fälle bekannt, bei denen die (behaupteten) Gewinne aus verschiedenen, vorgeschobenen Gründen nicht ausgezahlt werden. Wer zum Opfer eines derartigen Betrugs wurde, möchte natürlich sein Geld zurückerhalten.

An dieser Stelle setzen Betrüger und fragwürdige Dienstleistungsunternehmen an und machen sich die Not der betrogenen Anleger zunutze. Denn vorgebliche Behörden, Anwaltskanzleien, Steuerexperten oder Mediatoren bieten den betrogenen Anlegern vermeintlich die Möglichkeit, ihr verlorenes Geld zurückzuholen.

Angebliche Helfer spiegeln Seriosität vor

Diese „helfenden Hände“, die behaupten, der Retter des geschädigten Anlegers zu sein, agieren häufig mit visuell beeindruckenden Websites. Insbesondere die Firmierung und das Corporate Design sind oft an die bekannter Anwaltskanzleien, europäischer Institutionen und Schiedsgerichte angelehnt.

Zudem adressieren die Betrüger die Geschädigten sehr direkt, indem sie fragen, ob man von einem Broker betrogen worden sei. Überdies sei man als Dienstleister auf Trading Betrug spezialisiert und assistiere dabei, die Gelder zurückzuholen. Dabei gehe man effizient vor und räume Streitigkeiten in kurzer Zeit aus dem Weg.

Die Websites dieser Anbieter haben meist ein Impressum mit einer E-Mail-Adresse und einer Telefonnummer, um einen seriösen Auftritt zu stützen. Häufig wird der Sitz des Unternehmens mit Großbritannien, Malta oder Zypern angegeben.

Weil alles geschliffen und geschäftsmäßig wirkt, ist es auf den ersten Blick schwer zu erkennen, wer sich hinter dieser Fassade tatsächlich verbirgt.

So locken angebliche Helfer ihre Opfer

Die angeblichen „Helfer“ sitzen zwischen den Stühlen, weil sie die zu verklagenden Anbieter auf ihrer Website als Mitglied oder Kunden ausweisen. Entsprechend ist es schwer vorstellbar, dass die „Mediatoren“ nun von ihren eigenen Mitgliedern Geld für die betrogenen Anlegern zurückfordern.

Stattdessen kann man davon ausgehen, dass „Schlichter“ und Online-Broker zusammenarbeiten, um Privatanleger ein weiteres Mal zu betrügen. Das erklärt im Übrigen auch, wie die „Helfer“ an die Kontaktinformationen der Kunden gelangt sind.

Und nicht nur das: Da die anrüchigen Online-Broker auf den Firmen-Websites als Kunden oder Mitglieder aufgeführt sind, können Suchmaschinen die Websites der angeblichen Helfer schnell finden.

Um es mit den Worten eines Laien auszudrücken: Wenn ein Opfer von Trading Betrug im Internet nach Hilfe sucht, stehen die Chancen gut, dass es auf einen weiteren Betrug hereinfällt.

Betrüger nutzen Notlage der Opfer aus

Wer im Rahmen von Online-Trading auf einer Internetplattform viel Geld verloren hat, möchte dies meistens kompensieren – und ist dazu bereit, noch mehr Kapital zu investieren, in der Hoffnung, damit die Einlage zurückzuholen.

Das ist den Betrügern bekannt, die jetzt nur noch die richtige Ansprache finden und ihre Opfer überreden müssen. Die Folge: vermeintliche Helfer betrügen ein zweites Mal.

Folglich werben dubiose Dienstleister, fiktive Schlichter und ausgedachte Finanzaufsichtsbehörden in einschlägigen Foren und auf verschiedenen Medien über soziale Netzwerke für ihr Angebot, die Opfer von Trading Betrug zu unterstützen.

Von Anlegern, die Opfer eines Internetbetrugs wurden, wissen wir, dass sie von den Betrügern telefonisch kontaktiert wurden. Dort habe man Verständnis für die Notlage aufgebracht und versprochen, den Schaden schnell rückgängig zu machen.

Die derart Angesprochenen sind oft darüber erstaunt, dass der angebliche Helfer im Besitz ihrer persönlichen Daten ist. Man kann wohl davon ausgehen, dass es die betrügerischen Broker selbst sind, die diese Daten sammeln und weitergeben.

Im Fall von Trading Betrug Finanzaufsichtsbehörden kontaktieren

Sich als Behörde oder Anwaltskanzlei auszugeben, die ausschließlich Rechtsmittel gegen verdächtige Broker einlegen könne, ist nicht nur unredlich, sondern auch unwahr. Denn jeder EU-Mitgliedstaat hat seine eigene unabhängige Finanzaufsichtsbehörde, welche dazu in der Lage ist, Rechtsverstöße zu ahnden.

In Deutschland wendet man sich beispielsweise an die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Andere bekannte Behörden sind die FCA (Großbritannien), die CySec (Zypern) oder auch die FMA für Österreich oder die FINMA für die Schweiz.

Fadenscheinige Ausreden bei Erfolgsmeldungen

Wer nach einem Trading Betrug die Hilfe eines vermeintlichen Dienstleisters in Anspruch nehmen will, sieht sich zunächst einer Forderung ausgesetzt. Denn für die angebliche Hilfe bei der Wiederbeschaffung der verschwundenen Gelder müssten erst einmal mehrere hundert Euro im Voraus bezahlt werden.

Diejenigen, die das Angebot annehmen, werden schon kurz darauf darüber informiert, dass das verloren gegangene Kapital gesichert werden konnte. Allerdings habe man dies aus Sicherheitsgründen zunächst auf ein ausländisches Bankkonto, z. B. auf den Britischen Jungferninseln, überwiesen.

Im nächsten Schritt werden die Geschädigten von den Betrügern mit fadenscheinigen Begründungen zu weiteren Zahlungen aufgefordert. Häufig hört man hierbei Gründe wie „Geldwäschebestimmungen“ oder angebliche Forderungen der EU bzw. anderer Behörden nach „Sicherheiten“.

Die erneute Zahlung sei schließlich die Grundvoraussetzung dafür, dass das gesicherte Kapital seinem ursprünglichen Eigentümer zurückfließen könne.

Tipps für betroffene Anleger – Schutz vor Betrug

  • Schauen Sie sich die Adressen der angeblichen Helfer in Kartendiensten wie Google Maps an und sehen Sie sich auch die Fotos an. Wenn auf einem Bild ein Landhaus zu sehen ist, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass es sich dabei um den Hauptsitz des Unternehmens handelt.
  • Mit einer einfachen Internetsuche können Sie die Empfehlungen und Warnungen anderer Nutzer zu einem Anbieter, einem Produkt oder einer Dienstleistung finden.
  • Erhalten Sie einen Anruf oder eine E-Mail von jemandem, der behauptet, Ihnen bei der Wiederbeschaffung gestohlener Gelder helfen zu können, ignorieren Sie ihn einfach und geben Sie ihm niemals Ihre persönlichen Daten.
  • Vergewissern Sie sich, dass Sie gut über Handelsplattformen, Online-Broker und andere Dienstleister informiert sind, bevor Sie irgendeine Art von Investition oder Zahlung tätigen.
  • Vermeiden Sie es, Geld per Überweisung zu schicken, wenn Sie nicht zu 100 % von der Seriosität des Angebots überzeugt sind. Ansonsten besteht die Gefahr, das investierte Kapital nicht mehr wiederzubekommen.
  • Personen, die sich als Vertreter von Behörden, Anwälten oder anderen Dienstleistern ausgeben, sollte man nicht blind trauen, sondern immer auf eine Legitimation bestehen.
  • Es ist nicht ungewöhnlich, dass Betrüger angeben, ihr Unternehmen habe einen Sitz in einem anderen Land. In dieser Situation ist Vorsicht geboten. Es empfiehlt sich, die Adresse des Unternehmens mithilfe von Suchmaschinen und Online-Kartendiensten ausfindig zu machen. Ein rotes Tuch ist es, wenn an der angegebenen Adresse kein Unternehmen ansässig ist oder wenn es dort mehrere andere Unternehmen gibt.
  • Opfer von Anlagebetrug sollten sich so schnell wie möglich an die Polizei oder die Staatsanwaltschaft wenden, um ihren Schaden anzuzeigen und Gerechtigkeit zu erlangen. Sie sollten auch die BaFin über den Betrug informieren.

Fazit

Wenn Sie Opfer von Trading Betrug geworden sind und Geld verloren haben, lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Hilfsangeboten täuschen. Seien Sie insbesondere auf der Hut, wenn sich angebliche Kanzleien, Schlichter oder Finanzaufsichtsbehörden von sich aus an Sie wenden.

Vertrauen Sie nicht den eigenen Websites der Anbieter, auch wenn diese auf Sie einen seriösen Eindruck machen. Betrüger betreiben einen großen Aufwand, um sich eine „saubere Fassade“ zu geben und in den Ergebnisseiten der Suchmaschinen aufzutauchen.

Seien Sie zudem skeptisch, wenn sich jemand telefonisch bei Ihnen meldet und beachten Sie, dass vermeintliche Online-Broker und angebliche Dienstleister, die bei der Wiederbeschaffung des Kapitals assistieren, häufig gemeinsame Sache machen.

Vermeiden Sie außerdem Vorabzahlungen an Fremde und hüten Sie sich davor, ihre persönlichen Daten zu teilen.

Hilfe vom Rechtsanwalt

Wer ein Opfer von Trading Betrug geworden ist, sollte sich wehren und Anlegerschutz in Anspruch nehmen. Die Rechtsanwälte unserer Kanzlei unterstützen Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Umgang mit betrügerischen Brokern und Internetbetrug.

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