**Fahrerflucht** – Das Verlassen des Unfallortes durch den Unfallverursacher, ohne die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, gilt als Fahrerflucht. Dies stellt nicht nur ein ernstes Vergehen dar, sondern zieht auch erhebliche rechtliche Konsequenzen nach sich. In diesem Artikel erfahren Sie, was genau als Fahrerflucht gilt, welche Konsequenzen und Strafen damit verbunden sind und welche rechtlichen Schritte Betroffene und Beschuldigte unternehmen können. Wagen Sie mit uns einen tiefen Einblick in die Welt des Verkehrsrechts und finden Sie Antworten auf Ihre dringenden Fragen.

Was ist Fahrerflucht?

Fahrerflucht, auch als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort bekannt, ist in § 142 des Strafgesetzbuches (StGB) geregelt. Ein Fahrer begeht Fahrerflucht, wenn er nach einem Unfall, an dem er beteiligt ist, den Unfallort verlässt, ohne sich um die Feststellung seiner Personalien und die Art seiner Beteiligung zu kümmern.

Rechtliche Definition

Nach § 142 StGB macht sich derjenige strafbar, der sich als Unfallbeteiligter vom Unfallort entfernt, ohne zuvor bestimmten Pflichten nachgekommen zu sein:

  • **Feststellung seiner Personalien ermöglichen**
  • **Darlegung der Art seiner Beteiligung**
  • **Angemessene Zeit am Unfallort verbleiben** – insbesondere wenn keine Polizei gerufen wird.

Unfallbeteiligter

Als Unfallbeteiligter gilt jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben könnte. Das umfasst also nicht nur Fahrer von Fahrzeugen, sondern auch Fußgänger und Radfahrer.

Konsequenzen und Strafen bei Fahrerflucht

Fahrerflucht zieht sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Konsequenzen nach sich. Die Strafen können erheblich sein und Auswirkungen auf die persönliche und berufliche Existenz haben.

Strafrechtliche Konsequenzen

Die strafrechtlichen Folgen einer Fahrerflucht richten sich nach dem Ausmaß des Unfallschadens und etwaiger weiterer Rechtsverstöße. Je nach Schwere des Falls können folgende Strafen verhängt werden:

  • **Geldstrafe**: Eine erhebliche Geldstrafe kann verhängt werden, deren Höhe sich nach dem Einkommen des Täters richtet.
  • **Freiheitsstrafe**: In schweren Fällen droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.
  • **Punkte in Flensburg**: Fahrerflucht wird in der Regel mit drei Punkten im Fahreignungsregister (Flensburg) geahndet.
  • **Fahrverbot oder Führerscheinentzug**: Es droht ein Fahrverbot oder sogar der Entzug der Fahrerlaubnis.

Strafmaß

Das genaue Strafmaß hängt von diversen Faktoren ab, darunter:

  • **Höhe des entstandenen Schadens**
  • **Verletzungen von Personen**
  • **Vorsätzliches Verhalten oder Fahrlässigkeit**
  • **Vorstrafen des Täters**

Zivilrechtliche Konsequenzen

Neben den strafrechtlichen Konsequenzen können auch zivilrechtliche Forderungen auf den Täter zukommen. Diese umfassen:

  • **Schadensersatzansprüche**: Der Unfallverursacher muss für den entstandenen Sachschaden und mögliche Personenschäden aufkommen.
  • **Schmerzensgeldforderungen**: Sind Personen verletzt worden, können Anspruchsberechtigte Schmerzensgeld fordern.

Versicherungstechnische Folgen

Fahrerflucht hat auch erhebliche Konsequenzen für den Versicherungsschutz:

  • **Haftpflichtversicherung**: Die Versicherung kann Regressansprüche geltend machen und die Kosten bis zu einer bestimmten Höhe zurückfordern.
  • **Kaskoversicherung**: In der Regel wird der Versicherungsschutz bei Fahrerflucht vollständig verwehrt.

Verteidigung bei Fahrerflucht

Wer beschuldigt wird, Fahrerflucht begangen zu haben, sollte umgehend rechtlichen Beistand suchen. Folgende Verteidigungsstrategien können relevant sein:

Rechtzeitig handeln

Es ist wichtig, so schnell wie möglich Kontakt mit einem Anwalt aufzunehmen, um eine umfassende Verteidigung vorzubereiten und die Kommunikation mit den Behörden zu übernehmen.

Überprüfung der Tatbestandsmerkmale

Nicht jede Entfernung vom Unfallort erfüllt zwangsläufig den Tatbestand der Fahrerflucht. Wichtige Tatbestandsmerkmale sind:

  • **Unfallbeteiligung**: Prüfen, ob tatsächlich eine Unfallbeteiligung vorlag.
  • **Absichtliches Entfernen**: Untersuchen, ob ein absichtliches Entfernen oder Unwissenheit vorlag.

Geringfügigkeit des Schadens

Bei minimalen Sachschäden kann unter Umständen eine Einstellung des Verfahrens erreicht werden. Es ist wichtig, die Schadenshöhe genau zu ermitteln und nachzuweisen.

Beispiel: Verteidigung erfolgreich

Ein Autofahrer wurde der Fahrerflucht beschuldigt, nachdem er einen geparkten Wagen gestreift hatte. Durch die rechtzeitige Einschaltung unserer Kanzlei und gründliche Überprüfung der Tatbestandsmerkmale konnte nachgewiesen werden, dass der Schaden minimal und eine Fahrerflucht nicht gegeben war. Das Verfahren wurde eingestellt.

Praktische Tipps bei einem Unfall

Um strafrechtliche Konsequenzen bei einem Verkehrsunfall zu vermeiden, sollten Sie einige grundlegende Verhaltensregeln beachten:

Am Unfallort bleiben

Verlassen Sie den Unfallort nicht, ohne die notwendigen Informationen auszutauschen oder die Polizei zu rufen. Bleiben Sie so lange am Unfallort, bis alle relevanten Maßnahmen getroffen sind.

Unfallzeugen suchen

Sprechen Sie Unfallzeugen an und notieren Sie deren Kontaktdaten. Zeugenaussagen können in der späteren Verhandlung entscheidend sein.

Polizei informieren

Informieren Sie bei Unfällen mit Personenschäden, erheblichen Sachschäden oder unklarer Sachlage immer die Polizei. Selbst bei kleineren Schäden ist dies eine gute Praxis.

Beispiel: Richtiges Verhalten nach einem Unfall

Eine Fahrerin verursachte einen kleinen Auffahrunfall. Sie blieb am Unfallort und informierte den anderen Fahrer und die Polizei. Durch die korrekte Verhaltensweise am Unfallort wurden alle notwendigen Informationen ausgetauscht und die Versicherungsansprüche geregelt. Es kam zu keinen strafrechtlichen Konsequenzen.

Rechtliche Absicherung und Beratung

Solle es dennoch zu einem Vorwurf der Fahrerflucht kommen, ist die zeitnahe Einschaltung eines Anwalts entscheidend. Die Kommunikationsübernahme mit Behörden und Geschädigten kann viele Probleme frühzeitig entschärfen.

Unabhängige Rechtsberatung

Jeder Betroffene sollte rasch eine unangreifbare und unabhängige rechtliche Beratung suchen, um sicherzustellen, dass alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Erfahrener Rechtsbeistand

Ein erfahrener Verkehrsanwalt kann durch seine Expertise die besten Verteidigungsstrategien entwickeln und die rechtlichen Risiken minimieren.

Fazit: Verkehrsrecht Fahrerflucht – Konsequenzen und Strafen

Fahrerflucht ist ein ernsthaftes Vergehen mit erheblichen strafrechtlichen und zivilrechtlichen Konsequenzen sowie nachteiligen Auswirkungen auf den Versicherungsschutz. Wer beschuldigt wird, sollte umgehend rechtlichen Beistand in Anspruch nehmen. Ein fundierter Verteidigungsansatz, die Überprüfung der Tatbestandsmerkmale und die mögliche Minimierung der Schadenshöhe können entscheidend sein. Auch bei geringfügigen Unfällen ist es immer ratsam, die Polizei zu informieren und den Unfallort nicht zu verlassen. Sollten Sie rechtlichen Beistand benötigen oder Fragen haben, steht Ihnen die Kanzlei Herfurtner zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns für eine umfassende und kompetente Beratung im Verkehrsrecht.

Unsere Rechtsanwälte stehen Ihnen bundesweit und im deutschsprachigen Ausland zur Verfügung.

Anwalt Wolfgang Herfurtner Hamburg - Wirtschaftsrecht

Wolfgang Herfurtner | Rechtsanwalt | Geschäftsführer | Gesellschafter

Rechtsanwalt Arthur Wilms - Kanzlei Herfurtner

Arthur Wilms | Rechtsanwalt | Associate

Philipp Franz Rechtsanwalt

Philipp Franz | Rechtsanwalt | Associate

Kundenbewertungen & Erfahrungen zu Herfurtner Rechtsanwälte. Mehr Infos anzeigen.

Aktuelle Beiträge zum Transport- und Speditionsrecht