Vorbörsliche Aktien, auch IPO Aktien, sind Wertpapiere, welche noch nicht an der Börse zum Handel stehen. Das Kürzel „IPO“ für vorbörsliche Aktien steht dabei für den englischen Terminus „Initial Public Offering“.

Unternehmen, welche den Börsengang geplant haben, bieten den Kauf von Unternehmensanteilen schon vor dem eigentlich Börsengang als sogenannte vorbörsliche Aktien an. Dabei geht es den Börsenaspiranten klassischerweise darum, Kapital für ihr Unternehmen zu beschaffen.

Haben Sie Erfahrungen im Zusammenhang mit unseriösen Angeboten von vorbörslichen Aktien gemacht? Möglicherweise haben Sie Anspruch auf Schadensersatz oder Rückzahlung Ihrer Investition. Die Rechtsanwälte der Kanzlei Herfurtner Rechtsanwälte können Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche helfen.

Vorbörsliche Aktien Erfahrungen

Vorbörsliche Aktien werden grundsätzlich im sogenannten Private Placement (Privatplatzierung) auf zwei Wege angeboten:

  • Unternehmen, welche als Vermittler auftreten bieten die vorbörslichen Aktien des Börsenaspiranten an.
  • Das Unternehmen, welches den Börsengang geplant hat, bietet die vorbörslichen Aktien direkt an.

Oftmals das überzeugendste Argument für Anleger, in den Kauf von IPO Aktien zu investieren ist selbstverständlich der Kaufpreis zu welchem die Aktien das Stück angeboten werden. Dieser ist, so die Idee, erheblich geringer, als der Wert, den die Aktie aufgrund des geplanten Börsengangs und in der Folgezeit erreichen wird.

Die Idealvorstellung eines jeden Anlegers ist es, durch den Kauf vorbörslicher Aktien hohe Gewinne durch Kurssteigerungen und Dividenden zu erwirtschaften. Dabei ist der Handel in diesem Bereich, welcher Ende der 90er Jahre noch vielmehr als heute boomte, eine riskante Anlageform. Denn während Sie als Anleger bei bereits an der Börse gehandelten Aktien mehr oder weniger aufgrund der Entwicklungen in der Vergangenheit einschätzen können, wie sie sich entwickelt, können Sie bei vorbörslichen Aktien nicht so einfach vorhersagen, ob die Aktie an der Börse einschlägt oder doch floppt.

Ein weiteres inhärentes Risiko bei dem Handel mit IPO Aktien zeigt sich beim Scheitern des Börsengangs. Da es für die von den Anlegern gekauften vorbörslichen Aktien keinen Markt gibt, ist der Widerverkauf dieser Papiere nur schwer und mit hohen Einbußen möglich.

Grundsätzlich sollten daher nur erfahrene Anleger in vorbörsliche Aktien investieren.

Vorbörsliche Aktien – Anwälte können helfen

Die Rechtsanwälte der Kanzlei Herfurtner Rechtsanwälte, niedergelassen in München, Frankfurt am Main und Hamburg, sind Vertrauenspersonen für Anleger, die Anlegerschutz suchen. Das Anwaltsbüro wird zudem im Wirtschaftsrecht, im Kapitalmarktrecht, im IT-Recht oder im Bankrecht tätig.

Wollen Sie sich über Ihre rechtlichen Möglichkeiten informieren? Dann können Sie sich an einen Anwalt wenden und Ihr Anliegen persönlich besprechen. Hier kommen Sie direkt in unseren Kontaktbereich.

Unseriöse Geschäftspraktiken

Die enormen Renditechancen vorbörslicher Aktien bringen jedoch nicht selten auch unseriöse Protagonisten aufs Parkett.

Dabei handelt es sich meist um Anlagebetrug in drei verschiedenen Konstellationen:

1. In vielen Fällen bieten unseriöse Vermittler Anlegern nicht existente IPO Aktien eines real existierenden Unternehmens zum Kauf an:

Nur eines der vielen Beispiele hierfür ist der Fall eines 25 Jährigen Betrügers aus Mönchengladbach, welcher 2012 mehr als 30 Anleger prellte und damit ca. 422.000 Euro erlangte.

Dabei akquirierte der Mann und weitere Mittäter telefonisch eine Vielzahl von potentiellen Anlegern und brachten diese durch geschickte Gesprächsführung und Verkaufstaktik dazu, angebliche vorbörsliche Aktien der Firma Facebook zu kaufen.

Den Kaufpreis für diese IPO Aktien zahlten die betrogenen Anleger auf ein von den Tätern speziell hierfür eingerichtetes Konto ein. Von dort wurden im Anschluss die Gelder von den Tätern in bar abgehoben. Die Anleger hatten zu keinem Zeitpunkt tatsächlich existierende vorbörsliche Aktien der Firma Facebook erworben.

2. In anderen Fällen werden vorbörsliche Aktien in Bezug auf Unternehmen, welche entweder gar nicht existieren oder aber nicht in der Form, wie vom Anbieter beworben.

3. Zum Teil bieten jedoch auch tatsächlich existierende unseriöse Unternehmen IPO Aktien Kapitalanlegern zum Kauf an.

Dabei werden die Anleger meist auch über telefonische Akquise von einer Mitarbeiterin der Unternehmen kontaktiert und auf das Geschäftsmodell der Firma aufmerksam gemacht. Im Anschluss folgen sodann weitere Telefonanrufe, in welchen den potentiellen Anlegern vorbörsliche Aktien zum Kauf schmackhaft gemacht werden, da angeblich ein erheblicher Wertzuwachs durch den bevorstehenden Börsengang in Aussicht stehe und es sich um risikofreie Anlagemöglichkeit handele.

Den Anlegern wird dabei oft verschwiegen, dass das Unternehmen bereits wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit in Schieflage steht und der Zweck des Verkaufs von vorbörslichen Aktien darin besteht, die Gelder dann für Personal und Beratungskosten oder anderweitige Luxusaufwendungen zu verwenden.

Exemplarisch kann hier auf das Urteil des LG Düsseldorf vom 06.11.2007 – 10 O 3/07 (https://openjur.de/u/124207.html) verwiesen werden, welchem strafrechtliche Ermittlungen gegen Vorstands- sowie Aufsichtsratsmitglieder eines solchen unseriösen Unternehmens vorangingen. Das LG Düsseldorf verurteilte die Verantwortlichen zivilrechtlich zum Schadensersatz.

Selbstverständlich ist dies oft zudem ein schwerer Fall von Betrug und Untreue und daher strafrechtlich verfolgbar. Meist kommen die Kapitalanleger jedoch erst spät hinter die Machenschaften solcher unseriösen Unternehmen und sind dann mit der Thematik überfordert.

So erkennen Anleger Risiken

  • Zunächst einmal ist sicherlich ein gesundes Misstrauen schon eine der effektivsten Methoden sich vor Anlagebetrag im Zusammenhang mit IPO Aktien zu schützen. Sollten Anleger Angebote der Kauf einer vorbörslichen Aktie angeboten werden, so gilt es sich sowohl den Vermittler als auch den Börsenaspiranten genau unter die Lupe zu nehmen.
  • Sollte der Anbieter der vorbörslichen Aktien im Ausland sitzen, so ist Vorsicht geboten. Globale Märkte sind nicht nur bequem zugänglich und die Digitalisierung aufgrund des Internets erleichtert den Zugriff auf Angebote jedweder Art. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass es zu Schwierigkeiten bei der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen unabhängig von der oft gegebenen Sprachbarriere kommt.
  • Warnungen vor unseriösen Anbietern können auch auf der Website der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingesehen werden. Hier wird beispielsweise auch vor dem Kauf vorbörslicher Aktien von Unternehmen gewarnt, welche im Vorfeld keinen Verkaufsprospekt anbieten, obwohl sie hierzu gemäß Artikel 3 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2017/1129 (Verordnung über den Prospekt, der beim öffentlichen Angebot von Wertpapieren oder bei deren Zulassung zum Handel an einem geregelten Markt zu veröffentlichen ist) verpflichtet sind.
  • Anleger sollten sich zudem über eine Genehmigung des Anbieters der vorbörslichen Aktien bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) informieren. Sollte der Anbieter der vorbörslichen Aktien nicht im Verzeichnis der BaFin gelistet sein, so ist Vorsicht geboten.
  • Sollten Anleger sogenannte Cold Calls erhalten, also unaufgeforderte Anrufe bekommen, bei welchem Ihnen vorbörsliche Aktien angeboten werden, so ist ein erhöhtes Maß an Vorsicht geboten. Solche Cold Calls sind in der Regel rechtswidrig und deuten auf die Unseriösität des Anrufers hin.

Handlungsempfehlungen für Investoren, die Schwierigkeiten mit vorbörslichen Aktien haben

Haben Sie in vorbörsliche Aktien investiert und sind nun der Meinung, dass sie einem Anlagebetrug aufgelaufen sind? In diesem Fall sollten Sie zuallererst von weiteren Investitionen Abstand nehmen, auch für den Fall, dass diese vom Händler gefordert werden. Zudem sollten Sie die Gründe dafür, warum es zu einem möglichen Betrug kam und welche Chancen es gibt, das verlorene Investment wiederzubeschaffen ergründen und Ihren Ansprechpartner bzw. Unternehmen hiermit konfrontieren.

Sofern Sie von diesem keine befriedigenden Auskünfte bekommen, können Sie Unterstützung suchen und sich mit einem Anwalt unterhalten.

Anwaltskanzlei – Unterstützung für betroffene Mandanten

Kunden, die ihr Geld in vorbörsliche Aktien investiert haben und nun vor Problemen stehen, können sich an die Anwälte der Rechtsanwaltskanzlei Herfurtner Rechtsanwaltsgesellschaft mbH wenden und sich unverbindlich über ihre Möglichkeiten bezüglich vorbörslicher Aktien und eines Schadenersatzes informieren. Die Beratung erfolgt in ganz Europa. Hier kommen Sie direkt in unseren Kontaktbereich.

Schilderung Sie uns gerne Ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Kauf von vorbörslichen Aktien unten in den Kommentaren.

Autor: Rechtsanwalt Sebastian Weger