Widerruf Darlehen

Mit dem Widerrufsjoker jetzt Tausende von Euros sparen

Darlehensnehmer können durch den Widerruf Ihres Darlehensvertrages bares Geld sparen oder sogar bereits gezahltes Geld von ihrer Bank zurückfordern. Voraussetzung hierfür ist, dass Ihre Bank Sie bei Abschluss des Vertrages nicht ausreichend über Ihr Widerrufsrecht aufgeklärt hat.

Bei einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung kann dieser Vertrag auch heute noch widerrufen werden.

Darlehensnehmer können so:

  • einen laufenden Darlehensvertrag sofort und ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung ablösen
  • eine bereits gezahlte Vorfälligkeitsentschädigung von der Bank zurückverlangen
  • ein laufendes Darlehen sofort zu einem günstigeren Zinssatz umschulden

Für  Darlehensnehmer ergibt sich hieraus ein finanzieller Vorteil von oft mehreren Tausend Euro.

Unsere Rechtsanwälte haben bereits über 1.000 Widerrufsbelehrungen auf ihre Wirksamkeit überprüft. Gerne prüfen wir, ob auch Ihr Darlehensvertrag widerrufen werden kann. Nehmen Sie noch heute Kontakt mit uns auf!

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Widerruf Darlehensvertrag

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Anwalt Patrick Wilson, München
Patrick Wilson
Rechtsanwalt / Associate
 
Anwalt Markus Moser München
Markus Moser
Rechtsanwalt / Senior Associate

Widerruf Darlehen – Sensationelle Entscheidung des EuGH im März 2020!

Am 26. März 2020 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass die Vielzahl aller Darlehensverträge in Deutschland noch immer fehlerhafte Widerrufsbelehrungen enthalten. Betroffen hiervon sind Darlehensverträge, die ab Juni 2010 abgeschlossen wurden.

Fehlerhafte Widerrufsinformationen machen Widerruf möglich

Die in diesen Kreditverträgen enthaltenen Widerrufsinformationen seien für den normalen Verbraucher nicht verständlich, so die Richter in Luxemburg. Der durchschnittliche Verbraucher muss insbesondere erkennen können, wann die 14-tägige Widerrufsfrist für ihn zu laufen beginnt. Die verwendeten Widerrufsinformationen lassen dies jedoch in der Regel nicht zu. Der Darlehensnehmer muss stattdessen einer langen Paragraphenkette mit unzähligen Verweisen durch das Gesetz folgen um den Beginn der Widerrufsfrist zu bestimmen. Dies sei Verbrauchern jedoch nicht zuzumuten, so der EuGH.  

Der Europäische Gerichtshof hat hier nun einen Schlussstrich gezogen. Es werde ganz klar gegen das europäische Gebot der „Transparenz und Prägnanz“ verstoßen.

Neues Leben für den Widerrufsjoker

Die fehlerhaften Widerrufsinformationen haben zur Folge, dass das 14-tägige Widerrufsrecht bei den betroffenen Darlehensverträgen nie zu laufen begonnen hat. Der Vertrag kann also auch heute noch widerrufen werden.

Bereits in den vergangenen Jahren konnten Darlehensnehmer in Deutschland durch den sog. Widerrufsjoker Darlehensverträge mit einem Volumen von mehreren Milliarden Euro widerrufen. Das aktuelle Urteil des EuGH bringt nun neuen Schwung in diese Angelegenheit.

Dies gilt insbesondere für Darlehensverträge, die ab Juni 2010 zur Finanzierung einer Immobilie abgeschlossen wurden. Diese Verträge konnten bisher nicht widerrufen werden. Das ändert sich nun durch das Urteil des EuGH. Aber auch sämtliche anderen Finanzierungen können widerrufen werden, sofern die Widerrufsinformationen fehlerhaft sind. 

Sie sollten daher jetzt prüfen lassen, wie viel Geld Sie mit dem Widerrufsjoker sparen können.

Widerruf – Welche Rechte haben Verbraucher?

Jedem Verbraucher steht bei Abschluss eines privaten Darlehensvertrages ein Widerrufsrecht gemäß § 356 b Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) zu. Binnen 14 Tage kann der Vertrag vom Verbraucher einseitig widerrufen werden. Das Widerrufsrecht soll den Verbraucher vor voreiligen Entscheidungen schützen.

Über dieses Recht muss die darlehensgebende Bank ihre Kunden bei Vertragsschluss schriftlich belehren. Die sog. Widerrufsinformation (früher: Widerrufsbelehrung) muss den Darlehensnehmer unter anderem über folgende Punkte aufklären:

  • Die Widerrufsfrist: Wie viele Tage hat der Darlehensnehmer Zeit, um seinen Widerruf zu erklären?
  • Den Fristbeginn: Ab welchem Zeitpunkt beginnt die Widerrufsfrist zu laufen?
  • Den Empfänger: An wen muss der Widerruf gesendet werden?
  • Die Form: Welche Kommunikationsmittel können für den Widerruf verwendet werden?

All diese Fragen müssen in der Widerrufsinformation für den Verbraucher verständlich und transparent beantwortet werden. Ist dies nicht der Fall, ist die Widerrufsinformation fehlerhaft und somit unwirksam. Dann können Darlehensnehmer ihren Vertrag auch heute noch widerrufen!

Widerrufsjoker spart bares Geld

Rechtsfolge des Widerrufs durch den Verbraucher ist, dass der Darlehensvertrag mit sofortiger Wirkung beendet ist und rückabgewickelt werden muss (§§ 357 Abs. 1 Satz 1, 346, 348 BGB). Es müssen also sämtliche im Rahmen des Vertrages ausgetauschten Leistungen erstattet werden. Der Widerrufsjoker kann Ihnen selbst dann noch helfen, wenn Sie das Darlehen bereits an die Bank zurückgezahlt haben.

Was darf der Darlehensnehmer fordern?

  • Die Erstattung sämtlicher Zinszahlungen
  • Die Herausgabe der finanziellen Vorteile, die die Bank durch die Zins- und Tilgungszahlungen über die Jahre hinweg genossen hat (sog. Nutzungen)
  • Die sofortige Ablösung des Darlehens ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung
  • Die Erstattung einer bereits geleisteten Vorfälligkeitsentschädigung
  • Die Herausgabe von Sicherheiten, die sich die Bank gewähren ließ (z.B. Grundschulden und Hypotheken auf Immobilien)

Im Gegenzug muss der Darlehensnehmer den noch offenen Darlehensbetrag an die Bank zurückführen und eine Nutzungsentschädigung dafür zahlen, dass er eine gewisse Zeit über das Darlehen verfügen durfte. Diese liegt in der Regel auf Höhe der vertraglich vereinbarten Zinsen des Darlehensvertrages.

Sollte Ihre Bank jedoch relativ hohe Zinsen von Ihnen verlangt haben, müssen Sie lediglich den marktüblichen Zinssatz erstatten. Auch dies bedeutet eine weitere Ersparnis von teilweise mehreren Tausend Euro.

Jetzt widerrufen

Wie viel kann durch einen Widerruf gespart werden?

Erklärt der Darlehensnehmer den Widerruf seines Darlehensvertrages, bedeutet dies in der Regel einen finanziellen Vorteil von mehreren Tausend Euro. Hierzu einige Rechenbeispiele ausgehend von folgender Konstellation:

  1. Vertragsbeginn: April 2015
  2. Ende der Zinsbindung: April 2025
  3. Momentane Restschuld: Euro 200.000,00
  4. Zinssatz: 2,86 %

Durch den Widerruf dieses Vertrages ergeben sich für Darlehensnehmer folgende Ersparnisse:

  • Bei sofortiger Rückführung des Darlehens entfällt die Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von Euro 25.700,00
  • Bei Umschuldung des Darlehens zu den momentan günstigen Zinsbedingungen werden allein bis April 2025 Euro 16.800,00 an Zinsen gespart

Hinzu kommen jeweils noch mehrere Tausend Euro an Nutzungen, die der Darlehensnehmer von der Bank herausverlangen darf. Ein Widerruf lohnt sich!

Rechtsanwalt Patrick Wilson der Herfurtner Rechtsanwälte hat bereits über 1.000 Darlehensverträge auf die Möglichkeit eines Widerrufs geprüft. In vielen Fällen waren Banken bereit, sich außergerichtlich und unkompliziert mit unseren Mandanten zu einigen. In anderen Fällen haben wir die Ansprüche unserer Mandanten vor Gericht durchgesetzt.

Welche Verträge können widerrufen werden?

Der Widerrufsjoker kann nicht nur für Immobilienfinanzierungen gezogen werden. Auch Autokredite oder Leasingverträge können hiermit zu Fall gebracht werden.

Diese Verträge können Sie auch heute noch widerrufen:

  • Immobilienfinanzierungen, wenn diese nach dem 10.06.2010 abgeschlossen wurden
  • Immobilienfinanzierungen, die im Wege eines sog. Haustürgeschäftes (also nicht in einem Geschäftsraum) abgeschlossen wurden – egal ob vor oder nach dem 10.06.2010
  • Autofinanzierungen
  • Leasingfinanzierungen
  • Darlehensverträge anderer Art, sofern sie als Verbraucher abgeschlossen wurden

Widerruf einer Autofinanzierung: Händler muss Auto zurücknehmen

Möchten Sie sich von Ihrem Autokredit oder Ihrem Privat-Leasing lösen? Nutzen Sie auch hierfür den Widerrufsjoker. Bei einem Widerruf muss der Händler Ihr Fahrzeug zurücknehmen und Ihnen den Kaufpreis, bzw. die bisher gezahlten Raten erstatten. Abgezogen wird lediglich eine Nutzungsentschädigung für den Zeitraum, in welchem Sie das Auto gefahren haben. 

Diese Option ist besonders interessant für Betroffene des Dieselskandals! Dieselfahrzeuge der Hersteller VW, Audi, Seat, Skoda, Mercedes, Porsche, BMW und Opel haben in den vergangenen Jahren einen starken Wertverlust erlitten. Als Gebrauchtwagen sind diese teilweise nur noch mit hohen Abschlägen zu verkaufen. Viele Käufer eines Dieselfahrzeuges sind sogar durch Fahrverbote direkt betroffen und dürfen mir Ihrem Auto nicht mehr in bestimmte Zonen einfahren. Große Sammelklagen (sog. Musterverfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz) sind bereits eingeleitet. Die Hersteller sind dennoch zu keinem Kompromiss bereit.

Dies müssen sich Käufer eines finanzierten Dieselfahrzeuges nicht länger gefallen lassen!

Durch die Ausübung des Widerrufes können auch sie ihr Fahrzeug an den Hersteller zurückgeben. Den Wertverlust durch den Dieselskandal trägt hierbei allein der Hersteller.

Forward-Darlehen ablehnen – ohne Strafzahlung

Haben Sie ein Forward-Darlehen abgeschlossen und bereuen Sie diese Entscheidung? Möchten Sie das Darlehen nun doch nicht abnehmen und fordert die Bank von Ihnen deswegen eine Nichtabnahmeentschädigung? Auch hier können Sie den Widerrufsjoker nutzen und das Forward-Darlehen widerrufen. Dadurch entgehen Sie jeglichen Strafzahlungen.

Widerruf Darlehen – Niedrigzinsen nach Umschuldung Ihres Darlehensvertrags

Haben Sie damals zu einem hohen Zinssatz einen Immobilienkredit abgeschlossen? Würden Sie gerne von der gegenwärtigen Niedrigzinsphase profitieren? Widerrufen Sie Ihren bestehenden Vertrag und lassen diesen zu einem neuen Kredit umschulden. So können sie tausende Euro sparen!

Vorzeitige Ablösung des Darlehens – ohne Vorfälligkeitsentschädigung

Fordert die Bank eine hohe Vorfälligkeitsentschädigung, weil Sie Ihr Immobiliendarlehen vorzeitig begleichen müssen oder wollen? Erklären Sie auch hier den Widerruf und sparen Sie sich die Zahlung einer hohen Entschädigungssumme.

Bereits in der Vergangenheit gezahlte Vorfälligkeitsentschädigungen können durch die Widerrufserklärung zurückgefordert werden. Selbst wenn das Darlehen schon zurückgezahlt wurde, kann mithilfe des Widerrufs die Vorfälligkeitsentschädigung von der Bank zurückverlangt werden.

Widerruf Darlehensvertrag – Wann liegt eine fehlerhafte Belehrung vor?

Eine fehlerhafte Belehrung liegt immer dann vor, wenn es einem durchschnittlichen Verbraucher nicht möglich ist, zu erkennen unter welchen Voraussetzungen er sich durch den Widerruf vom Vertrag lösen kann. Unzählige Widerrufsbelehrungen waren in der Vergangenheit bereits Gegenstand gerichtlicher Überprüfung durch den Bundesgerichtshof (BGH). In vielen Fällen hat der BGH entschieden, dass die Belehrung unwirksam ist und die Kläger ihren Darlehensvertrag auch nach vielen Jahren noch widerrufen konnten. Einige typische fehlerhafte Formulierungen in Widerrufsbelehrungen lauten:

„Die Widerrufsfrist beginnt einen Tag nachdem dem Darlehensnehmer die Pflichtangaben zum Widerrufsrecht nach Art. 247 § 6 Abs. 2 EGBGB in Textform mitgeteilt und die Vertragsurkunde, der schriftliche Antrag oder eine Abschrift der Vertragsurkunde oder des Antrages zur Verfügung gestellt wurde, nicht jedoch vor Abschluss des Vertrages.“

„Verbraucher können ihre Vertragserklärung innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen in Textform (z.B. Brief, Fax, E-Mail) oder durch Rücksendung der Sache widerrufen. Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung.”

„Die Frist beginnt nach Abschluss des Vertrags, aber erst, nachdem der Darlehensnehmer alle Pflichtangaben nach § 492 Absatz 2 BGB (z.B. Angabe des effektiven Jahreszinses, Angaben zum einzuhaltenden Verfahren bei der Kündigung des Vertrags, Angabe der für die Darlehensgeberin zuständigen Aufsichtsbehörde) erhalten hat.“

„Die Frist beginnt, nachdem der Darlehensnehmer eine Vertragsurkunde, den schriftlichen Antrag des Darlehensnehmers oder eine Abschrift der Vertragsurkunde oder des Antrags erhalten hat, jedoch nicht vor Vertragsschluss und auch nicht, bevor der Darlehensnehmer die Pflichtangaben nach § 492 Abs. 2 BGB erhalten hat.“

EuGH entscheidet: Fast alle Widerrufsinformationen seit 2010 fehlerhaft!

Mit seinem Urteil vom 26. März 2020 hat der EuGH festgestellt, dass Millionen Darlehensverträge, die seit dem 10. Juni 2010 abgeschlossen wurden, widerrufen werden können. All diese Verträge beinhalten Widerrufsinformationen, die fehlerhaft sind. Besonders heikel hierbei: Die verwendete Widerrufsinformation wurde sogar vom deutschen Gesetzgeber formuliert und als Muster ins Gesetz aufgenommen. Obwohl die Banken hier also auf das amtliche Muster vertrauten, genügt dieses Muster nicht den strengen Anforderungen des EuGH an Transparenz und Prägnanz.

Darlehensnehmer sollten somit nicht zögern und ihre Verträge umgehend auf die Möglichkeit eines Widerrufes prüfen lassen!

Die Herfurtner Rechtsanwälte stehen Ihnen für eine kostenfreie Erstberatung zur Verfügung.

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