Wirecard- Schadensersatz für Anleger und Investoren?

Mit Hochspannung erwarten Anleger und Investoren für heute (Freitag den 19.06.2020) erneut die Vorlage der Jahreszahlen des DAX-Konzerns Wirecard.

Unsere Rechtsanwälte prüfen und beraten Sie bei der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen.

Der Fall Wirecard – worum geht es?

Wirecard Jahres- und Konzernabschluss erneut verschoben

Abermals wurde nun am 18. Juni 2020 der von Investoren und Anlegern mit Hochspannung erwartete Jahres – und Konzernabschluss für 2019 verschoben. Und auch diesmal sind die Gründe für die Verschiebung alarmierend.

So wurde mitgeteilt, dass der Abschlussprüfer den Konzern Wirecard darüber informiert habe, dass über die Existenz von im Konzernabschluss zu konsolidierenden Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise zu erlangen waren. Weiter bestünden Hinweise, dass zu Täuschungszwecken unrichtige Saldenbestätigungen vorgelegt wurden.

Wirecard-Chef Markus Braun tritt zurück

Der langjährige Wirecard-CEO trat mit sofortiger Wirkung am 19.06.2020 ab. Der Interims-Nachfolger des Managers wird James Freis. 

Rückblick

Der DAX-Konzern Wirecard fiel schon in der Vergangenheit durch negative Schlagzeilen auf.

So hatte schon die britische Wirtschafszeitung „Financial Time“ im Jahr 2019 erhebliche Vorwürfe gegen Wirecard erhoben.

Der Vorwurf: Wirecard soll seine Bilanz aus dem Jahr 2017 aufgehübscht haben, indem der deutsche Zahlungsdienstleister auf Treuhandkonten geparkte Gelder zu den Bar-Reserven hinzugerechnet hat.

Bereits diese Vorwürfe brachten das „Wunderkind“ Wirecard in Schwierigkeiten am Aktienmarkt und in Erklärungsnot.

So verzeichnete die Aktie von Wirecard aufgrund der Vorwürfe wiederholt erhebliche Kursverluste.

Wirecard hatte diese in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe stets dementiert und stellte aufgrund der anhalten Kritik eine unabhängige Aufklärung in Aussicht.

KMPG legt Prüfbericht vor

Das mit Hochspannung erwartete und am 28. April 2020 veröffentlichte Gutachten des beauftragten Wirtschatfsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG traf den Konzern Wirecard abermals schwer.

In dem durch KPMG vorgelegten Bericht lautete es:

  • „Die Wirecard AG hat von KPMG im Verlauf der Untersuchung aufgeforderte Dokumente teilweise nicht bzw. erst mehrere Monate nach Anforderung geliefert, wodurch sich die Untersuchung insgesamt verzögerte.
  • Die Wirecard AG hat einzelne vereinbarte Interview-Termine mit wesentlichen Wirecard-internen Ansprechpartnern mehrfach verschoben, wodurch ebenfalls erhebliche Verzögerungen der Untersuchungshandlung entstanden.
  • Einzelne, im Rahmen der ursprünglichen, dem Auftraggeber zu Beginn der Untersuchung zur Kenntnis gebracht Untersuchungshandlungen konnten mangels verfügbarer Dokumente bzw. IT-Systemzugänge nicht bzw. nicht in der ursprünglich vorgesehen Weise durchgeführt werden.
  • Bei den KPMG vorgelegten Dokumenten handelte es sich nahezu ausschließlich um elektronische Kopien, deren Authentizität nicht überprüft werden konnte.“

Wirecard gerät in Erklärungsnot

Während sich Wirecard in Ad-hoc-Mitteilungen um Schadensminderung bemühte, brach der Kurs der Aktie des Unternehmens am Morgen des 28. April 2020 um 22% ein.

Insbesondere der von der „Financial Times“ im Jahr 2017 erhobenen Vorwurf konnte durch den Prüfbericht nicht aus dem Weg geräumt werden.

Zu den Vorwürfen über die so genannten Drittparteien-Umsätze (Third Party Acquiring) lautete der Bericht wortwörtlich:

„Hinsichtlich des TPA (Third Party Acquiring) Geschäftes ergab sich im Rahmen unserer Untersuchung, dass die Transaktionsdaten und entsprechende Settlementnachweise für den Untersuchungszeitraum 2016-2018, Verträge zwischen den TPA-Partnern und den Händlern sowie Kontoauszüge und Bankbestätigungen für Treuhandkonten (sog. Escrow-Accounts) für den Untersuchungszeit-raum bislang nicht zur Verfügung gestellt wurden. Zumindest für die Zeiträume 2016 und 2017 bedarf es hier für Zwecke der forensischen Sonderuntersuchung mangels Vorliegens eigener Datenbestände der Mitwirkung durch die TPA-Partner, die bislang ausgeblieben ist.“

Auch diesbezüglich bemühte sich der Konzern Wirecard um Schadensregulierung und bezeichnete diese Vorwürfe als „Dokumentations- und Organisationschwächen im Untersuchungszeitraum.“

BaFin und Staatsanwaltschaft ermitteln

Aktuell überschlagen sich die Schlagzeilen rund um den Dax-Konzern.

Mittlerweile wurde bekanntgegeben, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wegen möglicherweise irreführender Ad-hoc-Mitteilungen des Unternehmens Strafanzeige erstattet hat.

Weiterhin wurde bekannt, dass die Strafverfolgungsbehörden gegen den Wirecard-Chef Markus Braun und seine Vorstandskollegen ermitteln.

Können Anleger und Investoren Schadensersatz von Wirecard verlangen?

Vor dem Hintergrund der nunmehr veröffentlichten Informationen des KMPG-Sondergutachtens sowie der weiteren Mitteilung der Abschlussprüfer am 18. Juni 2020 verhärten sich die Vorwürfe einer schwerwiegenden Bilanzmanipulation und einer mangelhaften Ausgestaltung des Konzern-Internen Compliance-Systems.

Darüber hinaus bestehen nunmehr weitere Anhaltspunkte in Bezug auf einen Verstoß von Wirecard gegen die Vorschriften zur Kapitalmarktpublizität.

Soweit Sie durch eine kapitalmarktrechtliche Informationspflichtverletzung als Anleger und Investor in Ihrer Entscheidung beeinflusst worden sind, stehen Ihnen Schadensersatzansprüche zu.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Die Herfurtner Rechtsanwälte beraten Sie gerne kostenfrei im Rahmen einer Erstberatung zu Ihrem Fall.

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